Amber Redd: SchattenNebel (Rezension)

Wer hat Angst vorm bösen Wolf?
Seltsame Spuren im Schnee und ein verstümmeltes Fohlen bereiten Gestütsbesitzer Usher Sorgen. Allerdings will ihm niemand glauben, dass auf seinem Grundstück inmitten von winterlichem Wetterchaos seltsame Dinge vor sich gehen. Nur Postbote Jarreth scheint ihn von seinen Ängsten ablenken zu können, auch wenn Usher sich nicht sicher ist, ob seine Gefühle für Jarreth auf Gegenliebe stoßen. Doch dann überschlagen sich die Ereignisse und ihr Leben schwebt plötzlich in höchster Gefahr. Denn in der kalten Winternacht lauert nicht nur ein Monster…
Schwule Werwölfe sind ja nichts Neues. Und es gibt gute und schlechte. Einen schlechten habe ich bereits im Blog vorgestellt (Gaywolf). Bei SchattenNebel handelt es sich um einen der besseren Sorte, der zum einen eine nette Liebesgeschichte erzählt, zum anderen mit einer gut beschriebenen Umgebung und einer unterhaltsamen Handlung aufwartet. Außerdem gibt es durchaus die eine oder andere Überraschung für den Aha-Effekt.
Ich gebe gerne zu, dass ich anfänglich gewisse Vorurteile hatte, vor allem was die Namen der Protagonisten anbelangt. Usher und Jarreth klingen wie die Protagonisten aus einer der zahlreichen homoerotischen Geschichte, die man zahlreich (und von unterschiedlicher Qualität) im Internet findet. Aber ich wurde angenehm überrascht (auch wenn ich mich mit den Namen nach wie vor nicht anfreunden kann).
Auch zeigen manche Sätze einen Hang zur Parodie, ohne die Story als solche ins Lächerliche zu ziehen:
„Es ist dumm hinter dem Briefträger her zu sein“
„Das Lustige an der Sache ist, dass ich die ganze Zeit dachte, ich würde den Postboten jagen, dabei hat der Postbote mich gejagt.“

(Ja, Postboten bringen nicht nur Briefe…)
Wer allerdings eine heftige homoerotische Pornogeschichte mit Splatterelementen erwartet wird enttäuscht werden. Tatsächlich ist es eine eher ruhige Geschichte, die liebenswerte, sympathische Charaktere und eine interessante Hintergrundgeschichte, aber auch die Spannung nicht zu kurz kommen lässt.
Erstaunlich, was man in knapp 200 Seiten hineinpacken kann.

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