4. Zooreise 2021 – Tag 2: Kleine Lausitz, ganz groß … und Bahnfahrten

Tigerschnegel (Zoo Dresden)

Geplant waren Besuche im Dresdner Zoo, bei den Dresdner Bergbahnen, im Miniaturenpark Kleine Lausitz in Elsterwerda und im Tierpark Riesa.
Nach einem ausgiebig und überraschend vielfältigen Frühstück ging es zum Zoo. Es gab einige Jungtiere zu sehen, auf die bei den Nacktmullen und den Zebramangusten war noch nicht einmal hingewiesen worden, aber auch bei vielen Huftieren gab es in den letzten Monaten viel Nachwuchs. Die Baustelle des neuen Orang-Utan Hauses lässt einen Rundgang nicht zu, aber das ist ein kleineres Übel und konnte vernachlässigt werden. Highlight des Besuchs aber war ein Wildtier, das ich vorher noch nie gesehen hatte und wenn dann habe ich das verdrängt: Der Tigerschnegel.
Nach dem Zoobesuch ging es zu den Dresdner Bergbahnen.

Die Dresdner Bergbahnen sind zwei historische Bergbahnen in Dresden. Sie befinden sich im Osten der sächsischen Landeshauptstadt im Stadtteil Loschwitz und überwinden den Höhenunterschied der Dresdner Elbhänge. Ihre Talstationen liegen nur 150 Meter voneinander entfernt nahe dem Körnerplatz, zwischen den beiden Bergstationen liegt der tief eingeschnittene Loschwitzgrund.
Aus technischer Sicht handelt es sich um eine Standseilbahn und eine Hängebahn. Beide verkehren im führerlosen Pendelbetrieb und haben je zwei Personenwagen, die in Schienen geführt und von an der jeweiligen Bergstation angetriebenen und umgelenkten Zugseilen bewegt werden. Deshalb sind beide Bergbahnen sowohl als Schienenbahnen als auch als Seilbahnen zu klassifizieren.
Beide Bergbahnen wurden um 1900 gebaut und sind touristische Attraktionen und technische Denkmale in Dresden. Allerdings dienen sie nach wie vor auch dem öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV); Betreiber sind seit 1912 die Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) bzw. deren Vorläufer.

Schwebebahn Dresden

Die Schwebebahn verläuft von der Pillnitzer Landstraße nahe dem Körnerplatz zur ebenfalls in der Gemarkung Loschwitz gelegenen Sierksstraße, die zum Ortsteil Oberloschwitz gehört, der aufgrund seines Panoramablicks auch den Namen „Schöne Aussicht“ trägt. Die als Linie B2 der DVB verkehrende Einschienenhängebahn auf 33 Stützen wurde nach dem Bauprinzip von Eugen Langen konstruiert. Die 274 Meter lange Strecke mit 84 Metern Höhenunterschied und maximal 39,9 Prozent Steigung bewältigt sie in 4:30 Minuten Fahrzeit.
In Betrieb ging die zunächst dampfbetriebene Bahn am 6. Mai 1901, seit 1909 verfügt auch sie über einen elektrischen Antrieb. Seit 1975 steht die Schwebebahn unter Denkmalschutz. Von 1984 bis 1991 war sie wegen einer Totalsanierung außer Betrieb, eine weitere umfangreiche Reparatur erfolgte in den Jahren 2001/02.
Die Bahn ist die älteste ihrer Art in der Welt. Sie gilt zudem weltweit als einzige Hängebahn, die keine Adhäsionsbahn ist, bzw. als einzige Bergschienenhängebahn. An der Bergstation befinden sich ein Aussichtsturm sowie eine Ausstellung, die über Technik und Geschichte der Schwebebahn informiert; zudem können Interessierte das Maschinenhaus besichtigen.

Bahnhof der Schwebebahn Dresden

 

Bahnhof der Standseilbahn Dresden

Die Standseilbahn verbindet den Körnerplatz mit der ebenfalls in der Loschwitzer Flur gelegenen Bergbahnstraße und war als Verbindung des Villenvororts Weißer Hirsch mit dem Elbtal und dem dortigen Blauen Wunder konzipiert. Die als Linie B1 der DVB verkehrende Bahn ist eingleisig mit Abtscher Weiche und 1000 Millimetern Spurweite. Die 547 Meter lange Strecke mit 95 Metern Höhenunterschied und maximal 29 Prozent Steigung bewältigt sie in fünf Minuten Fahrzeit.
Eröffnet wurde die zunächst dampfbetriebene Standseilbahn am 26. Oktober 1895, seit 1909 verfügt sie über einen elektrischen Antrieb. In den Jahren 1932/33, 1962/63 und 1993/94 erhielt sie jeweils neue Wagen; 1978/79 erfolgte eine Generalreparatur. Seit 1984 ist sie ein Technisches Denkmal.
Besonderheiten sind der 96 Meter lange Burgbergtunnel unmittelbar oberhalb der Talstation, der 54 Meter lange Prinzeß-Louisa-Tunnel knapp unterhalb der Bergstation am Luisenhof sowie der 102 Meter lange Gerüstviadukt in der Streckenmitte. Interessierte können nach Anmeldung die Antriebstechnik und die Anlagen der historischen Bahnstromversorgung besichtigen.

Bahnhof der Standseilbahn Dresden

Blick von der Schwebebahnbergstation

Auf der Bergstation der Schwebebahn hielten wir uns nur am Aussichtsturm und dem informativen Schwebebahnmuseum auf.

Blick vom Aussichtspunkt am Kurpark Dresden

Da die Standseilbahn etwas Vergleichbares nicht zu bieten hatte und wir nicht ins Hotel Louisenhof wollten gingen wir bis zum Aussichtsturm am Kurpark. Besonders spektakulär war die Aussicht jedoch nicht.
Trotzdem dauerte der Aufenthalt bei den Bahnen länger als gedacht.
Danach ging es zum Miniaturenpark Kleine Lausitz in Elsterwerda. Um Staus zu umgehen fuhren wir durch die Brandenburgische Pampa (und ja, wir hatten etwas zu Essen dabei). Dabei fuhren wir durch das schöne Schlosstor von Schloss Lindenau, nur um ein leicht verfallenes Schloss zu sehen und eine Brücke, die gerade breit genug war dass unser Mazda CX5 hindurch passte.
Um das Jahr 1200 entstanden im Gebiet der Pulsnitz und der Schwarzen Elster Grenzschutzanlagen, denn in diesem Gebiet trafen sich die Interessen der Mark Meißen sowie der Ober- und Niederlausitz. Die damalige Burganlage in Lindenau war als Turmhügelburg auf der Oberlausitzer Seite der Pulsnitz angelegt. Auf der gegenüberliegenden Seite in der Mark Meißen entstand in Großkmehlen ebenfalls eine Anlage, aus der sich das Schloss Großkmehlen entwickelte.
Die Motte wurde zu einem gotischen Bau erweitert, dessen Reste noch an der Südseite zu sehen sind. Im Jahr 1584 ließ Loth Gotthard von Minckwitz dieses Gebäude zu einem zweigeschossigen, blockhaften Rechteckbau ausbauen. Dies war ein schlichtes Renaissanceschloss im Stil eines Festen Hauses. 1609 wurde dem Schloss ein Turm vorgesetzt. Aufgrund von Bauernunruhen in der Herrschaft erhielt das Schloss das Aussehen einer Trutzburg, das auch nach einem erneuten Umbau 1660 beibehalten wurde. Aufgrund der Unruhen war dem Schloss 1690 ein Torhaus vorgesetzt worden, das den Zugang erschweren sollte. 1709 bekam der Turm ein neues Dach, die Turmuhr wurde durch ein weiteres Fenster ersetzt. Der Schlossgarten wurde 1736 als Barockgarten durch den Herrn von Gersdorff angelegt, der im benachbarten Tettau saß. 1744 wurde der Besitz von dem sächsischen Minister Graf Heinrich von Brühl erworben. Der dritte Schlossumbau fand 1783 statt. Dabei erhielt der Turm einen neuen Helm und eine neue Laterne. Im Jahr 1790 wurde Victor Carl von Vieth neuer Eigentümer.
Ab 1833 war Graf Rochus Ernst zu Lynar (gräfliche Linie) Eigentümer der Anlage. In die erste Hälfte des 18. Jahrhunderts fiel die Umgestaltung der barocken Parkanlage zu einem großen Landschaftspark. Graf Alexander zu Lynar war ab 1891 Besitzer des Schlosses. Durch ihn fand der vierte Umbau statt, bei dem das Schloss im neobarocken Stil überformt wurde. Im Turm wurde 1900 zur Dorfseite wieder eine Turmuhr eingebaut. Durch Heirat kam das Schloss 1917 an die Fürsten zu Lynar. 1920 wurde das Schloss um zwei neobarocke Seitenflügel erweitert. Der Gartenfront wurden 1923/1924 zwei querrechteckige Seitenflügel angefügt. Dadurch wirkt das Schloss wie eine barocke Dreiflügelanlage. Deren Seitenflügel umrahmen einen Ehrenhof, von dem eine Freitreppe zu einem Balustradenumgang hinabführt. Der Umgang bildet gartenseitig die Begrenzung der Schlossinsel. Die Nordseite erhielt zur gleichen Zeit einen Rundturm mit Kegeldach. Bis 1945 war Fürst Ernst Wilhelm zu Lynar Besitzer des Schlosses. Gegen Kriegsende diente es als Lazarett. 1945 erfolgte die Enteignung der Fürstenfamilie. Nach der Bodenreform gelangte die Anlage in den Besitz der Gemeinde und wurde dann als Kinderheim „Paul Paulick“ genutzt. Derzeit wird das nun in Privatbesitz befindliche Schloss saniert.

Den Erlebnis- und Miniaturenpark Elsterwerda gibt es seit dem 6. April 2007. Der 30.000 m2 große Erlebnis- und Miniaturenpark Elsterwerda bietet neben maßstabgetreuen Miniaturen von Sehenswürdigkeiten der Region ein Rosarium mit ca. 500 verschiedenen Rosensorten, eine 400 m2 große LGB-Gartenbahnanlage, eine 680 m lange Parkeisenbahn mit 7¼ Zoll Spurweite, einen Mini-Lausitzring mit einer 170 m langen Rennstrecke für Modellautos, Abenteuerritterburg u. v. m. Die inzwischen sehr zahlreichen Modelle von Lausitzer Bauwerken und Parks werden häufig von Teilnehmern aus Jobcenter-Maßnahmen hergestellt oder sie sind Geschenke von Förderern.
Es gab sogar Tiere, neben Baumstreifenhörnchen auch verschiedene Haustier- und Geflügelrassen …. und auch hier gab es Nachwuchs, allerdings nur bei den Zwergwachteln, diesen allerdings sehr klein.

Tiergehege in der Kleinen Lausitz

Bockwindmühle Elsterwerda

Auf dem Gelände des Parks befindet sich auch eine Bockwindmühle. Sie ist die letzte in der Stadt erhaltene Mühle ihrer Art und ein technisches Denkmal. Im Innenraum befindet sich eine Schauanlage mit Gefäßen, Erzeugnissen und Handwerkszeug aus dem Alltag des Mühlenbetriebes. Dieser war während unseres Besuchs coronabedingt jedoch nicht zugänglich.
Die Elsterwerdaer Bockwindmühle wurde 1804 das erste Mal erwähnt und befand sich damals in der Nähe der heute zu Schönborn gehörenden Gemeinde Gruhno. 1843 kaufte der Besitzer der Buschmühle bei Doberlug Johann Friedrich August Jentzsch die Mühle und ließ sie in die Nähe der Buschmühle umsetzen, in deren Bereich bereits drei Bockwindmühlen arbeiteten.
Auf seiner Gesellenwalz lernte der Müller Julius Jentzsch um 1860 die Tochter des Elsterwerdaer Großgärtners Karl Gottlob Gottschalk, Wilhelmine, kennen und lieben. Am 3. Februar 1863 heirateten beide in der Elsterwerdaer Stadtkirche und lebten anschließend drei Jahre in der Buschmühle. 1866 wurde die Mühle auf Bitten der unter Heimweh leidenden Wilhelmine abgebaut und auf der Feldflur westlich der Stadt Elsterwerda in der Nähe des später entstandenen Bahnhofs aufgebaut. Um die Mühle war damals freie Landschaft, und das nächstgelegene Gebäude war das Schießhaus und spätere Gesellschaftshaus Hoppens.
Vier Pferdegespanne sollen damals je 15 Mal zwischen Doberlug und Elsterwerda gefahren sein, um die in alle Einzelteile zerlegte Mühle an den neuen Standort zu transportieren. Zweimal in der Woche zogen diese Trecks mit den Mühlenteilen nach Elsterwerda, wobei jedes Fuhrwerk für eine Strecke ungefähr sieben Stunden benötigte, so dass sich die Transporte bis zu acht Wochen hinzogen. Das Richtfest wurde zünftig gefeiert. Nach reichlichem Genuss von Alkohol kletterte ein Zeugarbeiter ins Dreiangel der Mühle und rief:
Himmel und Erde vergehen, doch ich werde immer auf meiner Leiter stehen!
Er verlor das Gleichgewicht und stürzte ab. Dabei kam er aber mit dem Schrecken davon. Mit dem Bau der Mühle wurde auch ein Wohnhaus am Standort des späteren Lokschuppens für die Familie errichtet. Es wurde 1880 an die Preußisch-Sächsische Eisenbahn verkauft, welche es für die Übernachtungen ihrer Beschäftigten nutzte. Am 11. Juni 1892 schlug ein Blitz in die Mühle ein, spaltete einen Flügel und richtete Schäden innerhalb des Bauwerks an. Das entstehende Feuer konnte durch den Mühlenknappen rasch unterdrückt werden.
Im Jahr 1897 übernahm der Sohn Reinhold Jentzsch die Mühle, und bis etwa 1900 wohnte ein Müllergeselle darin. 1905 starb Julius Jentzsch im Alter von 70 Jahren in Elsterwerda. Am Ende des Ersten Weltkrieges 1918 wurden in die Mühle ein 10 kW-Elektromotor eingebaut und gleichzeitig technische Modernisierungen vorgenommen. Die Windflügel, nun nicht mehr benötigt und im Laufe der Zeit von Wind und Wetter beschädigt, wurden abgetragen. Im Jahr 1919 erbte der 1896 geborene Sohn Heinrich Berthold Jentzsch die Mühle; seine einzige Tochter, Ilse, starb 1942 plötzlich im Alter von 15 Jahren.
Am 18. April 1945 geriet die Mühle durch Bordkanoneneinschläge eines Tieffliegerangriffs in Brand. Zu Hilfe kommende Eisenbahner löschten das Feuer aber rasch. Den Bombenangriff am folgenden Tag, welchem auch der in der Nähe liegende Lokschuppen zum Opfer fiel, überstand die Mühle ebenfalls. 1958 wurde die Mühle angehalten und nicht mehr genutzt. In den folgenden Jahren zerfiel sie immer mehr. 1970 verkaufte Berthold Jentzsch das Anwesen.
Erste Versuche zur Erhaltung der Bockwindmühle begannen in den 1970er Jahren. Aber erst nach der Wende kam Bewegung in das Vorhaben. 1990 verfassten Heimatfreunde ein Schreiben an den Kreisdenkmalpfleger, um damit Mittel zur Rekonstruktion zu erbitten. Da die Mühle dem Eigentümer des Grundstücks für ein Bauvorhaben im Weg stand, gab es einen Vertrag zwischen ihm und dem Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft, welcher die Mühle bis April 1992 nach Plessa umsetzen wollte. Das Vorhaben scheiterte allerdings, so dass die Mühle im Mai 1992 nach Golßen verkauft wurde.
Ein Protestschreiben des Heimatvereins Elsterwerda an das Ministerium hatte anschließend Erfolg, und die Mühle blieb aus Gründen des Denkmalschutzes in Elsterwerda. Im gleichen Jahr gründete sich die Interessengemeinschaft Mühle, es wurden Spendenlisten ausgelegt und ein Spendenkonto eingerichtet. Ein neuer Standort fand sich schließlich in der Nähe der Furtbrückenwiese, wo sich Horst Kögler bereiterklärte, sein Land als neuen Standort zur Verfügung zu stellen. Einen Moment des Schreckens gab es am 20. November 1997, als auf dem benachbarten Bahnhof ein Kesselwagenzug entgleiste und explodierte. Der auf dem Grundstück des ehemaligen Wohngebäudes der Mühle errichtete Lokschuppen wirkte glücklicherweise wie ein Schutzschild für die Mühle und die in der Nähe befindlichen Wohnblöcke, wurde aber seinerseits bei dem Brand schwer beschädigt und musste später abgerissen werden.
Am 27. Juni 2000 erteilte der Landrat des Landkreises Elbe-Elster die Erlaubnis zur Umsetzung der Bockwindmühle, und die Mühle konnte Stück für Stück abgetragen werden. Alle noch brauchbaren Teile wurden registriert und an verschiedenen Stellen eingelagert. 2002 wurden die beantragten Fördermittel bewilligt und die Mühle am neuen Standort durch die Fa. DDK aus Haida wieder aufgebaut. Ab November 2002 wurde für die Bodenplatte die Baugrube ausgehoben und ein aus Gründen der Grundwasserhaltung erforderliches vier Meter hohes Betonkreuz gegossen, auf das die Bockwindmühle gestellt wurde. Der Mühlenbaumeister Düntzsch aus Riesa fertigte vier neue Windflügel. Am 15. August 2003 fand das Richtfest statt, und die Mühle wurde am 20. März 2004 dem Heimatverein zur Nutzung und Pflege übergeben.

Nachdem wir viel Zeit mit den Dresdner Bergbahnen verbracht hatten und wir für den Abend im Wenzel reserviert hatten (dazu gleich mehr) fuhren wir nicht mehr nach Riesa. Aber wir fuhren nicht auf den direkten zum Hotel. Neben kurzen Zwischenstopps an Ortsschildern, die an bayrische Orte erinnern (allerdings ist Hirschfeld kein seltener Namen und neben dem fränkischen ist uns auch noch ein sächsisches bekannt) und für mich eher bedeutungslos waren, fuhren wir auch nach Lauchhammer.
Im Miniaturenpark hatten wir die Biotürme gesehen, und da für einen kleinen Fototermin noch Zeit war sahen wir uns die Biotürme auch an, soweit das möglich war.

Biotürme Lauchhammer

Die Biotürme sind ein Industriedenkmal in der südbrandenburgischen Stadt Lauchhammer im Landkreis Oberspreewald-Lausitz. Unter dem Motto Castel del Monte der Lausitz wurden die letzten Relikte der einst Lauchhammer mitprägenden Koksproduktion in die Projektliste der Internationalen Bauausstellung Fürst-Pückler-Land aufgenommen und ihr Abriss verhindert. Die Biotürme befinden sich auf der Denkmalliste des Landkreises Oberspreewald-Lausitz.
Die bereits von weitem erkennbare aus 24 Türmen bestehende 22 Meter hohe Landmarke ist 1957 auf dem Gelände der einstigen Braunkohlen-Kokerei im Norden von Lauchhammer-West errichtet und 1958/59 in Betrieb genommen worden. Hier wurden bis zur Stilllegung der 1952 in Betrieb genommenen Kokerei phenolhaltige Abwässer durch Verrieseln über Hochofenschlacke, mit welcher diese sogenannten Turmtropfkörper befüllt waren, biologisch behandelt.
Seit 1996 stehen die Türme, welche einst von einem die Aufbereitung begleitenden üblen Geruch geprägt waren, unter Denkmalschutz. Der Betrieb der Anlage wurde am 31. Dezember 2002 eingestellt. Nach ihrer im Jahre 2006 mit Mitteln aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung und aus der Braunkohlesanierung begonnenen Sanierung ist sie seit ihrer Eröffnung am 17. Juli 2008 im Rahmen eines Projektes der Internationalen Bauausstellung Fürst-Pückler-Land öffentlich zugänglich. Besucher können einen der bis 2002 genutzten Türme besteigen und über zwei verglaste Aussichtskanzeln weit über das ehemalige Industrieareal schauen, allerdings nur im Rahmen einer Führung.
Des Weiteren gibt es auf dem Gelände ein Ausstellungsgebäude und es steht ein Konzert- und Theaterraum für öffentliche Veranstaltungen zur Verfügung. Heute gehören die Biotürme einer gemeinnützigen Tochtergesellschaft der 1994 gegründeten Stiftung Kunstgussmuseum Lauchhammer.

Danach ging es Ins Hotel und danach zum Wenzel. Schon wieder, könnte man meinen, aber zum einen schmeckt dort Essen und Bier und zum anderen hat Dresden zwei Wenzel und den am Postplatz kannten wir noch nicht.
Jetzt kennen wir ihn, aber so modern er sich gibt und so lecker das Essen und das Bier auch sind, richtiges Wenzelfeeling kommt nicht auf. Irgendwie passt die moderne Art nicht zur böhmischen Gemütlichkeit. Oder ich werde einfach alt und gehöre nicht mehr zu diesem Zielpublikum …. andererseits saßen auch weitaus ältere Leute im Restaurant.
Auf dem Heimweg gingen wir, wie auch am Vortag durch den Bahnhof Dresdner Neustadt. Anders als gestern wurden wir von Klavierklängen empfangen und tatsächlich, es gab ein Klavier und es wurde live darauf gespielt. Das ist im Neustädter Bahnhof und im Hauptbahnhof möglich, allerdings nur noch bis zum 27. August. In anderen Bahnhöfen und Flughäfen gibt es diese Klaviere auch. Für diejenigen die gerne Klavierspielen oder Musik hören wollen, eine gute Idee. Vor allem wenn wenig Leute vor Ort sind und die Akustik einigermaßen gut ist.

Zoo Dresden
Dresdner Bergbahnen
Erlebnis- und Miniaturenpark Elsterwerda
Biotürme Lauchhammer

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