2025 wieder entdeckte Tierarten

Quastenflosser (Postojna)

Manche Tiere gelten als ausgestorben, weil man sie seit mehreren Jahren (oder Jahrzehnten) nicht mehr gesehen hat. Beispiele für 2025 als ausgestorben geltende Tiere findet man hier. Dort sieht man, dass diese Tiere vermutlich schon viel früher ausgestorben sind, man sich aber lange mit der Entscheidung herumschlägt, wann man ein Tier als ausgestorben gilt und wann nicht. Der Beutelwolf ist dann wieder ein Beispiel für ein Tier, das man als ausgestorben erklärt hat, von dem es aber immer wieder (angebliche) Sichtungen gibt (siehe hier). Trotzdem sind Tierarten, die als ausgestorben galten und später wiederentdeckt wurden, keine Seltenheit. Als bekanntestes Beispiel könnte man die Quastenflosser betrachten. Vor der Entdeckung des rezenten Quastenflossers, des Komoren-Quastenflossers (Latimeria chalumnae) 1938 ging man davon aus, dass die Quastenflosser das Massenaussterben am Ende der Kreidezeit vor 66 Millionen Jahren (Kreide-Paläogen-Grenze) nicht überstanden hatten.

Der Lazarus-Effekt (auch Lazarus-Phänomen oder Lazarus-Taxon) bezeichnet in der Biologie und Paläontologie den Fall, dass eine Tier- oder Pflanzenart nach langer Zeit plötzlich wieder auftaucht, obwohl sie als ausgestorben galt.
Der Name bezieht sich auf die biblische Figur Lazarus, die von den Toten auferweckt wurde.
In der Biologie bedeutet das, dass eine Art über Jahrzehnte oder sogar Jahrhunderte nicht mehr beobachtet wird und man davon ausgehen kann dass sie ausgestorben ist. Später werden doch wieder lebende Exemplare gefunden.
Das kann verschiedene Gründe haben:
Die Art lebt extrem versteckt oder in schwer zugänglichen Regionen.
Es existieren nur sehr kleine Restpopulationen.
Frühere Suchaktionen waren unzureichend (manchmal tauchen ausgestorbene Arten auch an Orten auf, an denen man sie nicht vermutet hätte)

Auch 2025 sind einige Arten auferstanden von den Toten, auch wenn es sich dabei nicht um so spektakuläre Arten wie den Quastenflosser (und immer noch nicht um den Beutelwolf) handelt. Manche Arten wurden bereits vor 2025 entdeckt, aber ihre Wiederentdeckung wurde erst nach sorgfältiger Prüfung und Auswertung offiziell 2025 bekannt gemacht.

Im Jahr 2012 beschrieb der britische Biologe Anthony S. Cheke eine Spitzmausart aus Südindien als Diplomesodon sonnerati. Grundlage der Beschreibung waren etwa 200 Jahre alte Aufzeichnungen und eine Zeichnung des französischen Naturwissenschaftlers Pierre Sonnerat, die er während seines Aufenthalts in Indien anfertigte. Da kein Holotyp vorlag, wurde die Beschreibung nicht allgemein anerkannt. 2018 erfolgte eine Neubeschreibung und 2025 beschrieb eine Gruppe indischer Wissenschaftler den Fund eines toten Exemplars aus den Nilgiri-Bergen in Südindien. Da der Fund aber nur fotografisch dokumentiert und nicht geborgen wurde, ist eine DNA-Untersuchung, die die Verwandtschaft mit Diplomesodon pulchellum nachweist, nicht möglich.

Nach mehr als 130 Jahren ohne Nachweise wurde die Höhlentarantel Orphnaecus pellitus 2025 genau dort wiedergefunden, wo die Art bereits 1892 erstmals beschrieben worden war. Alle Tiere wurden ausschließlich in vollständig dunklen, miteinander verbundenen Höhlenabschnitten entdeckt. Winzige Augen, verlängerte Beine und eine helle Körperfärbung belegen ihre vollständige Anpassung an das Leben ohne Licht. Es handelt sich um die einzige ausschließlich in Höhlen lebende Vogelspinnenart Asiens und kommt nur in einem kleinen Gebiet auf den Philippinen vor.

Der Frosch Alsodes vittatus ist in Chile endemisch und lediglich von ihrer Typuslokalität, San Ignacio de Pemehue in der Provinz Malleco, bekannt. Die Art könnte durch den Verlust ihres Lebensraums infolge der Umwandlung von Wäldern in Kiefernplantagen bedroht sein; zudem ist sie aus keinen Schutzgebieten bekannt. Wissenschaftler haben sie in Höhenlagen zwischen 1000 und 1610 Metern über dem Meeresspiegel gesichtet.
Die Art wurde im Jahr 1893 von dem französischen Entomologen Philibert Germain gesammelt; drei Exemplare wurden später an Rodolfo Amando Philippi übergeben, der die Art unter dem Namen *Cystignathus vittatus* beschrieb. 130 Jahre lang wurden keine weiteren Exemplare gesichtet, bis eine Expedition der chilenischen Forscher Claudio Correa Quezada und Edvin Riveros Riffo im Jahr 2024 über die Entdeckung zweier Populationen im Quellgebiet der Flusssysteme Lolco und Portales berichtete.

Typhloperipatus williamsoni (ChatGPT)

Der Stummelfüßer Typhloperipatus williamsoni wurde 1911 im Vorland des Himalaya im Nordosten Indiens entdeckt und 1913 erstmals von dem britischen Biologen Stanley Kemp beschrieben. Kemps Assistent fand im Dezember 1911 die ersten drei Exemplare in der Nähe von Rotung sowie in der Schlucht des Dihang-Flusses, wo Arbeiter bald darauf zahlreiche weitere Exemplare sammelten. Während die nächstverwandten bekannten Stummelfüßer-Arten – die auf der Malaiischen Halbinsel beheimatet sind – typischerweise in Totholz anzutreffen sind, wurden diese Exemplare vorwiegend unter großen Steinen nahe den Baumwurzeln gefunden. In der Folgezeit wurden weitere Exemplare an der Mündung des Sireng-Baches entdeckt; ein weiteres Exemplar wurde von Angehörigen der 32. Sikh Pioneers während ihrer Arbeiten zwischen Upper Rotung und Rengin gefunden. Kemp legte keinen Holotypus fest; stattdessen sind Syntypen der Art im Natural History Museum in London hinterlegt.
Nach der Erstbeschreibung – die auf Exemplaren basierte, welche im Siang-Tal im heutigen indischen Bundesstaat Arunachal Pradesh gesammelt worden waren – gab es über ein Jahrhundert lang keine weiteren Nachweise. Im Jahr 2021 sammelte jedoch ein Team des Ashoka Trust for Research in Ecology and the Environment (ATREE) in Indien ein Exemplar, das sich unter einem kleinen Stein an einem Waldpfad nahe dem Dorf Kalek im Siang-Tal (Distrikt East Siang, Arunachal Pradesh) befand – lediglich 3 km vom Typusfundort (Rotung) entfernt. Im Jahr 2023 sammelte dasselbe Team ein weiteres Exemplar unter einem kleinen Stein in einem Wald nahe dem Dorf Yingku, ebenfalls im Siang-Tal des Distrikts East Siang und etwa 45 km von Rotung entfernt. Beide Exemplare wurden in subtropischen, immergrünen Wäldern gefunden und sind nun in der Sammlungseinrichtung des ATREE hinterlegt. Diese Art ist bislang ausschließlich aus dem Siang-Tal in Arunachal Pradesh bekannt.

Fast 100 Jahre lang galt die Goldringelgrundel Brachygobius sua als ausgestorben. 2025 tauchte die nur zwei bis drei Zentimeter große Grundel überraschend wieder auf, nachdem ein Jugendlicher ihre auffällige Zeichnung fotografierte und in den sozialen Medien teilte. Fachleute erkannten darin die 1931 beschriebene Art, von der bisher aber kein originales Belegexemplar erhalten war.
Mangels Vergleichsmaterial wurde B. sua lange als identisch mit B. xanthozonus angesehen. Erst die Wiederentdeckung lebender Tiere aus dem historischen Verbreitungsgebiet ermöglichte einen direkten Vergleich mit klaren Unterschieden in Körperform und Zeichnung. Eine taxonomische Neubewertung steht jedoch noch aus.

Die Monte-Gordo-Heuschrecke (Eyprepocprifas insularis) ist ausschließlich von der Insel São Nicolau auf den Kapverden bekannt, und die einzige dort endemisch vorkommende Heuschreckenar.
Sie wurde im Jahr 1980 auf der Grundlage eines einzelnen Exemplars formell beschrieben, 1996 für ausgestorben erklärt und 2025 wiederentdeckt.
Eyprepocprifas insularis ist eine eher kleine Heuschreckenart; die Weibchen erreichen eine durchschnittliche Körperlänge von 3,1 cm (1,22 Zoll), während die Männchen mit durchschnittlich etwa 1,9 cm (0,75 Zoll) kleiner bleiben. Sowohl Männchen als auch Weibchen weisen eine variable Färbung auf. Die Grundfärbung ist beige-braun. Auf der Oberseite des Kopfes verläuft ein dunkles Längsband, das sich über den Thorax fortsetzt. Die Hinterschienen und Hintertarsen sind rötlich gefärbt, während die Fühler, das Abdomen, die Vorderflügel (Tegmina), die Thoraxseiten sowie die Hinterschenkel dunkelbraun sind.

Haplochromis microdon (ChatGPT)

Haplochromis microdon wurde 1906 von Georg Albert Boulenger beschrieben. Der letzte gesicherte Nachweis war 1985. Erst 2023 und 2024 gelang es Forschern, H. microdon bei gezielten Erhebungen im südlichen Mwanza-Golf wieder nachzuweisen. An nur einem einzigen, stark begrenzten Ort wurden zwei männliche Tiere entdeckt, genau dort, wo die Art trotz intensiver Untersuchungen jahrzehntelang nicht mehr aufgetaucht war.
H. microdon ist nicht die einzige Buntbarsch-Art des Victoria-Sees, die als (vermutlich) ausgestorben galt. Nach der Wiederentdeckung von H. microdon besteht die Hoffnung, dass auch andere Buntbarscharten dem Aussterben doch entgangen sind, auch wenn die Situation im Victoriasee durch invasive Arten wie Wasserhyazinthe und vor allem des Nilbarschs keine einfache ist.

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