Wolfgang Staeck: Schneckenbuntbarsch-Fibel (Rezension)

Als Schneckenbuntbarsche oder Schneckenbarsche werden einige im ostafrikanischen Tanganjikasee endemische, höhlenbrütende Buntbarscharten bezeichnet, die ihre Eier in leere Schneckengehäuse von Neothauma tanganyicense oder von den Gattungen Lavigeria, Paramelania oder Pila legen. In einigen Fällen werden die Männchen dieser Buntbarsche deutlich größer (Geschlechtsdimorphismus), so dass sie nicht in das Schneckengehäuse passen und die Brutpflege nur vom Weibchen übernommen wird, während die Männchen das Revier verteidigen.
Auch imm Malawisee wuren Schneckenbuntbarsche entdeckt: Maylandia lanisticola und der größere Maylandia livingstonii nutzen Schneckengehäuse allerdings nur als Versteck und pflegen ihre Brut als Maulbrüter.
Wegen ihres interessanten Fortpflanzungsverhaltens und ihrer geringen Größe werden die Tanganjika-Schneckenbarsche häufig in Aquarien gehalten.
Meine erste Berührung mit Schneckenbuntbarschen hatte ich in den 80erJahren, als die ersten Arten im Aquarienhandel auftauchten. Mein Aquarium war nicht groß, aber ausreichend für ein Paar Lamprologus brevis (heute Neolamprologus). Und auch wenn ich kurz danach die Fischhaltung im Aquarium aufgab sind mir die kleinen Gesellen in guter Erinnerung geblieben (und ich finde sie nach wie vor interessant genug um ihnen in öffentlichen Aquarien besondere Aufmerksamkeit zu schenken).
Inzwischen gibt es weitere kleine Schneckenbuntbarscharten im Handel und diesen wurde die Schneckenbuntbarsch-Fibel gewidmet. Neben der Artenvorstellung wird auch auf die besonderen Bedürfnisse der kleinen Cichliden hingewiesen, ebenso wie auf die Beziehung zu den Schneckenhäusern, die sie für ihre Brutpflege benötigen. Und wenn man es genauer betrachtet so sind große Schneckenhäuser auch als Haufen ein Eyecatcher im noch so kleinen Aquarium.
Leicht verständlich (und, wie alle Fibeln des Dähne-Verlags, vorrangig für Anfänger geeignet) wird dem Leser die gesamte Welt der Schneckenbuntbarsche in Kurzform nahegebracht.

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