Peter Wohlleben: Bakterien (Rezension)

Die Bakterien (lateinisch Bacteria; Singular: das Bakterium, veraltend auch die Bakterie; von altgriechisch βακτήριον baktḗrion „Stäbchen“, Verkleinerungsform von βάκτρον báktron „Stab“), umgangssprachlich auch Bazillen (Singular Bazille; von Bazillus, geprägt 1872 von Hermann Cohn aus lateinisch bacillum, Verkleinerungsform von mit báktron urverwandtem und gleichbedeutendem baculum, vgl. aber Bazillen), bilden neben den Eukaryoten und Archaeen eine der drei grundlegenden Domänen, in die alle Lebewesen eingeteilt werden.
Bakterien sind wie die Archaeen Prokaryoten, das bedeutet, ihre DNA ist nicht in einem vom Cytoplasma durch eine Doppelmembran abgegrenzten Zellkern enthalten wie bei Eukaryoten, sondern bei ihnen liegt die DNA wie bei allen Prokaryoten frei im Cytoplasma, und zwar zusammengedrängt in einem engen Raum, dem Nucleoid (Kernäquivalent).
Und was bringt nun einen Autor (Peter Wohlleben), den man sonst mit Wald und Tieren in Verbindung bringt (z. B. hier), dazu ein Buch über Bakterien zu schreiben? ich weiß es nicht, aber ich kann sagen, dass es ihm gelungen ist. Und es ist kein Sachbuch, dass den Leser mit grampositiven und gramnegativen, fakultativ oder obligat aeroben oder anaeroben Bakterien erschlägt. Es ist ein Buch für jedermann, und obwohl es kein Thriller ist … manchmal braucht man doch starke Nerven, denn es kann schon sehr eklig werden.
Und Bakterien sind überall, man kann ihnen nicht entkommen.

Die Erfinder allen Lebens
Peter Wohlleben eröffnet uns eine aufregende Welt: das Verständnis für Organismen, die mit bloßem Auge nicht erkennbar sind, aber die Geschicke der Menschheit lenken. Sie sind nicht nur praktische Alltagshelfer – ohne Bakterien kein Joghurt, keine Salami und kein Sauerkraut – und wohnen auf der Haut, der Zunge oder im Darm, sondern in jeder unserer Körperzellen, wo sie uns nach ihren Bedürfnissen steuern. Der Autor zeigt, dass wir aus Bakterien gemacht sind und wie stark sie uns prägen, etwa durch die Produktion von Hormonen, die unsere Stimmungen beeinflussen. Er erklärt, wie sie uns zum Sport motivieren, unser Wetter mitbestimmen und uns bei der Bewältigung der Klimakrise unterstützen. Und dass wir mit ihnen kooperieren und Rücksicht auf sie nehmen sollten, damit es ihnen und uns gut geht.
Peter Wohlleben hat unser Wissen über Bäume revolutioniert. Genauso anschaulich führt er uns nun durch das überraschende Reich der Bakterien.
Ein ideales Buch für alle, die an Alltagswissen interessiert sind und biologische Abläufe verstehen möchten. Denn Bakterien begegnen uns überall, rund um die Uhr. Wenn man weiß, dass sie schlau sind, kommunizieren und gemeinsame Aktionen planen, allerdings so klein sind, dass wir sie nicht sehen können, dann ist dieses Buch nicht nur wie ein Mikroskop, sondern wie eine Türe in ihr Reich. Fundiert und spielerisch leicht leitet Peter Wohlleben, Autor des Millionenbestsellers »Das geheime Leben der Bäume«, durch diese überraschende Welt.

Mit BAKTERIEN- DIE HELDEN UNSERES LEBENS gelingt Peter Wohlleben ein unterhaltsamer und leicht verständlicher Einstieg in die faszinierende Welt der Mikroorganismen. Statt Bakterien als bloße Krankheitserreger darzustellen, zeigt er ihre zentrale Rolle für das Leben auf der Erde – von der Bodenfruchtbarkeit über den menschlichen Darm bis hin zum Klimageschehen. Dabei sieht man zu was diese kaum (oder gar nicht) sichtbaren Lebewesen fähig sind. Und dass darunter auch solche sind, die sich nicht für den Menschen interessieren (andere dagegen aus unterschiedlichen Gründen schon) und dass wir Menschen (und vermutlich die Gesamtheit des vielzelligen Lebens) gar nicht existieren könnte/würde.
Wohlleben schreibt locker und sehr anschaulich. Komplexe biologische Zusammenhänge werden mit vielen alltagsnahen Beispielen erklärt, sodass auch Leser ohne naturwissenschaftliche Vorkenntnisse den Ausführungen gut folgen können. Das Buch regt dazu an, das eigene Bild dieser unsichtbaren Lebewesen zu überdenken und vermittelt dabei zahlreiche überraschende Fakten. Wissenschaftliche Erkenntnisse werden verständlich aufbereitet ohne den Leser mit Fachbegriffen zu überfordern. Vieles wird dadurch zwar vereinfacht dargestellt, aber es gibt genügend weitere Quellen, die das gewünschte Thema vertiefen. Die Welt der Bakterien ist auch zu umfangreich um auf einige hundert Seiten reduziert zu werden (319).
Wohlleben zeigt, dass man Bakterien nicht unbedingt in gut und böse einteilen kann, manche können hilfreich und schädlich zugleich sein, je nachdem wo sie zu finden sind. Das Buch richtet sich an Laien, Mikrobiologen (und andere Fachleute) werden wenig Neues erfahren. Aber das ist auch nicht der Sinn des Buchs. Jeder hat ein Recht zu erfahren, mit wem er seine Umwelt teilt (wobei … man darf auch gerne seinem eigenen Körper mehr Aufmerksam schenken … da tummelt sich ja auch so einiges)
Wohlleben legt mit BAKTERIEN ein informatives und kurzweiliges Sachbuch vor, das den Blick auf eine oft unterschätzte Lebensform nachhaltig verändert. Es eignet sich hervorragend für alle, die sich erstmals mit der Welt der Mikroorganismen beschäftigen möchten und Freude an verständlich vermitteltem Naturwissen haben. Aber Vorsicht! … es wird eklig.

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(Rezensionsexemplar)

Bakterien sind zwar keine Tiere, aber auch hier im Blog finden sie immer wieder Erwähnung:
Ratten und ihre Krankheiten
Die Pest und der Floh
Und auch Wohlleben erwähnt Tiere öfter in seinem Buch (sogar die Schattenwölfe von Colossal Biosciences)

(irgendwie kann ich da nicht widerstehen)

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