Meike Stoverock: Das Strahlen des Herrn Helios (Rezension)

In einer Welt voller ungewöhnlicher Phänomene, in der Tiere aufrecht gehen und Kleider tragen, stellt sich einer dem Verbrechen entgegen.
Der Hase Skarabäus Lampe ist ein genialer Detektiv, analytischer Kopf und ganz nebenbei auch Hobby-Entomologe. Im Mittelpunkt seines ersten Falles steht ein grausames Verbrechen in einem kleinen Wanderzirkus. Die städtische Polizei stößt mangels ordentlicher Ausstattung und fehlender Weitsicht wie üblich an ihre Grenzen, so dass Skarabäus einmal mehr helfen muss, Licht ins Dunkel zu bringen.
Der Löwe Helios, Direktor eines Wanderzirkus, wurde ermordet und die Umstände seines Todes sind so seltsam, dass Skarabäus Lampe schnell klar wird: Dahinter steckt mehr als die drohende Auflösung des Zirkus, wie die Polizei vermutet. Zwischen bunten Zelten und schummrigen Schaustellerwagen liegt vieles im Schatten und nach und nach findet der Meisterdetektiv heraus, dass jeden der »Freaks« eine ganz eigene Geschichte mit dem Direktor verband. Doch welche reicht für ein Mordmotiv? Bei seinen Ermittlungen wird der Detektiv unterstützt von seinem ehemaligen Kindermädchen Helene Pick, sowie dem kleinen Straßenkater Teddy, den Lampe wie einen Sohn liebt, was er aber nie zugeben würde. Als Teddy mitten in den Ermittlungen entführt wird, beginnt ein Wettlauf mit der Zeit und der nüchterne Verstand des Detektivs gerät an seine Grenzen.

Kurz gesagt: Freunde von Animal Fantasy und/oder Tierkrimis werden an DAS STRAHLEN DES HERRN HELIOS ihre Freude haben. Autorin Meike Stoverock studierte Biologie mit Schwerpunkt Evolutionsökologie und promovierte im Bereich Epidemiologie. Das merkt man auch am Roman, denn so an den Haaren herbeigezogen ist ihre Geschichte nicht … obwohl. Natürlich ist sie das, aber auch wenn Tiere sich wie Menschen gebärden merkt man doch dass sie Tiere sind und es innerhalb der Arten Unterschiede gibt. Und manchmal sind die Beschreibungen auch sehr liebevoll (und durchaus mit Humor gewürzt … was man auch an den Namen merkt … Skarabäus Lampe, der Hase, Lox O. Donta, ein Elefant, der allerdings nur namentlich Erwähnung findet oder Helene Pick, ein Huhn, was sonst). Die Geschichte ist erfrischend überraschend und hin und wieder doch so einfach, ein klassischer Krimi inklusive der abschließenden Versammlung aller Verdächtigen und Überführung des Täters.
Als Freund klassischer Krimis wurde ich gut unterhalten und als Kenner der Tierwelt durfte ich mehr als einmal schmunzeln. Es gibt eine überschaubare Anzahl an Verdächtigen, viele Indizien, die nicht immer einen Sinn ergeben oder fallrelevant sind, einen intelligenten Detektiv, weniger intelligente Polizisten … Sherlock Holmes goes Wild könnte man sagen, auch wenn es keinen Dr. Watson gibt…
Die Charaktere werden gut skizziert, auch der Schauplatz lässt sich gut vorstellen, auch wenn es einige kleine Schwächen gibt, über die man leicht hinwegsehen kann, weil sie anscheinend keine Rolle spielen (wie zum Beispiel die Größenverhältnisse untereinander), aber im Großen und Ganzen ein echtes Lesevergnügen dem kaum etwas fehlt.

(Rezensionsexemplar)

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