Frank Brandstätter: … und Gott schuf die Tiere (Rezension)

Die Bibel als Tierlexikon Heuschrecken, Schlangen, Esel – einige Tierarten sind untrennbar mit biblischen Geschichten verbunden. Aber hätten Sie gewusst, dass in der christlichen Überlieferung auch Wiedehopf und Pelikan vorkommen? Und was macht eigentlich das Flusspferd in der Heiligen Schrift? Dr. Frank Brandstätter, Direktor des Dortmunder Zoos, befasst sich seit 20 Jahren mit den Tieren der Bibel. In diesem Buch nimmt er Bibelpassagen mit zoologischen Bezügen akribisch unter die Lupe und zeigt, wie präzise die Autoren der Heiligen Schrift in ihren Beschreibungen der Fauna waren. Dazu liefert er spannende Fakten über die Lebensweisen der Tiere und verrät unter anderem, warum das Kamel nur ungern durchs Nadelöhr geht. Wissenschaft trifft religiöse Überlieferung – das muss kein Widerspruch sein!
Die Bibel, ein unterschätztes Werk, das oft auf seinen religiösen Ursprung reduziert wird. Dabei kann sie auch dem Ungläubigen eine interessante Lektüre sein. Ich habe das ALTE TESTAMENT gelesen und abgesehen von der einen oder anderen als amüsant und unterhaltsam geltenden Stelle, ist die Lektüre auch als lehrreich zu betrachten. Und man glaubt gar nicht, wie oft Tiere Erwähnung finden. Andererseits, bedenkt man wie die Bevölkerung damals auf die Tiere angewiesen war ist das nicht ganz so ungewöhnlich.
In seinem kleinen, aber informativen Buch zeigt Zoodirektor Frank Brandstätter, die Vielfalt der Tiere in der Bibel und ihre Bedeutung.
In der Bibel werden etwa 130 Tierarten erwähnt. Die Bestimmung der jeweilige Art ist problematisch, weil die Autoren der Bibel bei ihrer Darstellung keine zoologische Systematik verwendeten. Einige der hebräischen Begriffe sind nach heutigem Kenntnisstand nicht zu identifizieren und auch Brandstätter muss sich manchmal mit Vermutungen zufrieden geben.
Aber die Liste der Tiere ist interessant und weist auch einige interessante Vertreter auf.
Natürlich sind die Haustiere erwähnt (vor allem wenn es darum geht welches Tier gegessen werden darf und welches nicht, siehe LEVITICUS und DEUTERONMIUM), neben einigen Raubtieren und „Ungeziefer“, aber auch der Wiedehopf findet seine Erwähnung, oder Flusspferde).
Auch auf den Lazarus-Effekt geht Brandstätter ein, denn immerhin basiert dieser „Effekt“ (die Wiederentdeckung von Tierarten, die bereits als ausgestorben gelten) auf einer Person die in der Bibel Erwähnung findet (Lazarus). Auch der Basilisk wird erwähnt, allerdings ist nicht nachvollziehbar, ob es sich hierbei um ein reales Tier handelt oder ein mythisches Wesen in die Bibel Einzug gehalten hat. Die bekannten Basilisken sind Bewohner der neuen Welt und waren damals nicht bekannt. Da sie bei der Flucht vor Feinden auch kurze Strecken über Wasser laufen können, werden sie oft auch als (Jesus)Christus-Echsen bezeichnet.

… und Gott schuf die Tiere ist ein kurzweiliges, informatives Büchlein für jeden Tierfreund, der mehr über die biblische Bedeutung mancher Tiere wissen möchte.

(Rezension)

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