Jan Mohnhaupt: Der Zoo der Anderen (Rezension)

Als die Stasi ihr Herz für Brillenbären entdeckte & Helmut Schmidt mit Pandas nachrüstete
Der Kalte Krieg einmal anders …Anhand interessanter Begebenheiten und Persönlichkeiten wird der Konflikt Ost- und Westdeutschland nach dem zweiten Weltkrieg erläutert. Ernst, aber auch augenzwinkernd und sehr lebhaft erzählt. Am Rande der Politik und doch mitten drin wird das Wettrüsten von Tierpark und Zoo Berlin beschrieben, wobei das Konkurrenzverhalten zwischen den Direktoren Klös (Zoo) und Dathe (Tierpark) im Mittelpunkt steht.
Aber auch andere (weniger bekannte und bekannte) Einzelschicksale und Personen werden beleuchtet, darunter die berühmten Pandas Bao Bao und Chi Chi, die Zoodirektoren Jörg Adler und Wolfgang Gewalt, diverse Ost-Tierpfleger, die auf ungewöhnliche Weise aus der DDR flüchteten und diverse Berliner Zoodirektoren (neben Dathe und Klös wären Lutz Heck und Katharina Heinroth zu erwähnen).
Dem Autoren Jan Mohnhaupt ist mit Der Zoo der Anderen ein spannendes Buch gelungen, dass unterhaltsam Wissen verbreitet, ohne jemals trocken zu sein. Die Quellenliste am Ende ist lang und ausführlich, aber während des Lesens merkt man kaum etwas von der Arbeit, die dahinter steckt, so leicht wird erzählt ohne dass irgendeiner der Beteiligten in den Himmel gelobt wird oder verbal zur Strecke gebracht wird.
Es wird ein Stück Geschichte erzählt, die auf den ersten Blick kaum bedeutend erscheint, aber dann doch zeigt, wie sich der zweite Weltkrieg auf die Zoos der Nachkriegszeit auswirkten, dies- und jenseits der Mauer.
Faszinierende Zeitgeschichte, nicht nur für Freunde von Zoo/Tierpark Berlin.

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