Hundekreaturen in der Mythologie

Kerberos (Cerberus) – Der wohl berühmteste: ein mehrköpfiger Höllenhund (meist mit drei Köpfen beschrieben), Wächter des Eingangs zur Unterwelt. Er verhindert, dass Tote hinaus- oder Lebende hineingelangen.
Orthos (Orthrus) – Ein zweiköpfiger Hund, Bruder von Kerberos, Wächter der Rinder des Riesen Geryon. Herakles tötete ihn in einer seiner Arbeiten.
Laelaps – Ein mythischer Hund, der niemals seine Beute verfehlte. Er wurde Zeus später in einen Stein verwandelt, da er in ein unlösbares Paradox geriet: Er sollte ein unauffindbares Fabeltier (den Teumessischen Fuchs, der niemals gefangen werden konnte) jagen.
Der Teumessische Fuchs – Ein riesiger, fuchsähnlicher Hundewidersacher aus der griechischen Mythologie, den kein Jäger fassen konnte. Mit Laelaps verstrickt sich sein Mythos in ein göttliches Rätsel.
Die Hunde von Hekate – Die Göttin Hekate wird oft von schwarzen Hunden begleitet, die sie als dämonische Begleiter oder Wächter dienen.
Die Hunde des Actaeon – In Ovids „Metamorphosen“ zerreißen die Jagdhunde ihren eigenen Herrn Actaeon, nachdem Artemis ihn in einen Hirsch verwandelt hatte.

Die klassischen griechischen Sagen und Legenden hat mich schon als Kind fasziniert. Natürlich eher die Monster als die Helden, aber die Geschichten um Theseus, Odysseus und Aeneas (und andere) habe ich gerne gelesen, bzw. mir die Filme angeschaut. Sandalenfilme, die damals durchaus schon etwas Charme hatten, heutzutage aber eher antiquiert wirken.

Die wohl bekannteste hundeartige Kreatur der griechischen Sagenwelt ist wohl Kerberos, der auch in der Popkultur (man erinnere sich an Fluffy aus Harry Potter) Einzug genommen hat.
Kerberos (altgriechisch Κέρβερος Kérberos, latinisiert Cerberus, deutsch auch Zerberus oder Höllenhund – „Dämon der Grube“ ist in der griechischen Mythologie ein zumeist mehrköpfiger Hund, der den Eingang zur Unterwelt bewacht, damit kein Lebender eindringt und kein Toter herauskommt.
Kerberos wurde zumeist dreiköpfig geschildert, aber auch mit einem, zwei, fünfzig oder sogar mit hundert Köpfen. Die Dichter und Künstler versahen ihn oft mit einem Schlangenschwanz bzw. einer Schlange als Schwanz, Schlangenhaaren und Schlangenköpfen oder ganzen Schlangen auf dem Rücken. Sein Bellen klang metallisch und sein Atem war tödlich.
Die Sage berichtet, dass dem Kerberos, als ihn Herakles – wie es eine der ihm von Eurystheus gestellten Aufgaben war – gewürgt, gefesselt und zur Oberwelt verschleppt hatte, der Speichel aus dem Maul troff und davon die todbringend giftige Blume Akóniton aus dem Boden spross, hierzulande bekannt als Eisenhut. Auch Ovid erzählt in seinen Metamorphosen von dem Gift Aconitum: Medea habe es aus ihrer Heimat an der Küste des Schwarzen Meeres mitgebracht und versucht, damit den Theseus zu töten. Dieses Gift sei einst aus dem Geifer des wütenden Hundes zu einer Pflanze entsprungen.
In der Theogonie des Hesiod ist Kerberos ein Kind der Echidna und des Typhon, seine Geschwister sind die Chimära, die Hydra, der Nemeische Löwe, der zweiköpfige Hund Orth(r)os und die von diesem mit der Mutter gezeugte Sphinx. Hesiod schildert ihn als „…den blutrünstigen, den des Hades fünfzigköpfigen Hund mit der Kupferstimme.“
Orpheus brauchte nicht wie Herakles zu kämpfen, um den Kerberos zu besiegen. Er gelangte in die Unterwelt, um von dort seine Gemahlin Eurydike zurückzuholen, weil er den wütenden Wächter mit seinem Lyraspiel und seinem Gesang besänftigen konnte.
Psyche wiederum bestach ihn zweimal mit Honigkuchen, einmal beim Betreten und einmal beim Verlassen der Unterwelt. So schaffte sie es, den Auftrag der Venus zu erfüllen und dieser eine Dose mit der Schönheit der von Pluto in sein Reich entführten Proserpina zu bringen.
Honig war auch in dem Schlafmittel, das die Seherin Sibylla, die Aeneas zum Eingang zur Unterwelt begleitete, dem Hund gab, der „mit dreifach klaffenden Schlünden“ danach schnappte und sich betäubt hinstreckte, wie es in der Aeneis heißt.
Orte, von denen Menschen glaubten, dass sich dort der Eingang zur Unterwelt befinde, hinter dem die Bestie wacht, gibt es mehrere: Herakles soll an der kleinasiatischen Schwarzmeerküste bei Herakleia Pontike (heute Karadeniz Ereğli) hinabgestiegen sein. Homer ließ den Odysseus dagegen bei der „Stadt der kimmerischen Männer“ auf die Seele des Sehers Teiresias treffen. Nach einer späteren Auslegung wurde dieser Ort auch in der westlich von Neapel gelegenen Vulkanlandschaft vermutet. Dort soll sich auch der Ort befunden haben, an dem nach Vergil Aeneas das Reich der Toten betrat. Letztere sollen nach altem Glauben über den Acheron (Schwarzer Fluss) zum Averner See und von dort durch die Höhlen in den Kraterwänden des Vulkans Avernus in die Unterwelt gelangt sein. Orpheus wiederum fand den Eingang auf dem Tainaron an der Südspitze der Peloponnes. Pausanias berichtet in seiner Betrachtung Griechenlands, dass dieser bei Hermione im Nordosten der Peloponnes gewesen sei. Dionysos sei hier hinabgestiegen, um seine Mutter Semele aus dem Hades zu retten.
In Aristophanes’ Komödie Die Frösche ist nicht Kerberos der Türhüter der Unterwelt, sondern Aiakos, ein Sohn des Zeus, der wegen seines Gerechtigkeitssinns nach seinem Tod zum Richter der Unterwelt berufen wurde. Dieser ersetzt den Hund ebenfalls in satirischen Werken Lukians von Samosata.

Orthos (altgriechisch Ὀρθός Orthós) oder Orthros ist ein Hund mit zwei Köpfen.
In die Welt gesetzt wurde er von Typhon, einem Riesen mit hundert Drachen- oder Schlangenköpfen, und Echidna, einem Ungeheuer, das halb Frau und halb Schlange war. Orthos hatte – so die Theogonie des Hesiod – fünf Geschwister: den Kerberos, die Chimära, die Hydra, den Nemeischen Löwen und – nach Hesiod – die von ihm selbst mit seiner Mutter gezeugte Phix. Er bewachte auf der Insel Erytheia die Rinder des Geryoneus. Herakles, dessen zehnte Aufgabe es war, letztere zu stehlen, erschlug Herrn und Hund und trieb die Herde fort.

Laelaps (altgriechisch Λαῖλαψ Laílaps, deutsch ‚Sturmwind‘) ist in der griechischen Mythologie der Name eines unsterblichen Hundes. Er befand sich unter den Brautgeschenken, die Zeus der Europa machte: EinJagdspeer, der niemals sein Ziel verfehlte, und ein unsterblicher Hund, dem kein Wild entgehen konnte. Von Europa kamen diese Gaben auf ihren Sohn Minos, den König von Kreta. Dieser wiederum wurde einst von einer Krankheit gequält, von der man sagte, seine Gemahlin Pasiphaë hätte sie ihm als Zauber auferlegt. Prokris heilte den König und erhielt Speer und Hund zum Dank; sie nannte das Tier Laelaps.
In einer anderen Version stammten die Gaben von Artemis, der Göttin der Jagd. Prokris hatte sich nämlich mit ihrem Gemahl Kephalos überworfen; Speer und Hund sollten der Versöhnung der beiden leidenschaftlichen Jäger dienen.
Nachdem Prokris nach Thorikos heimgekehrt war, machte sie Kephalos die beiden Wunderwaffen zum Geschenk. Zu jener Zeit nun wurde Theben von einem menschenfressenden Fuchs heimgesucht: Jeden Monat setzten die Thebaner ein Kind aus, damit das Untier sie verschone. Da begab es sich, dass Amphitryon den Beistand des Thebanerkönigs Kreon benötigte; dieser machte zur Bedingung, dass zuerst der Plage ein Ende bereitet und der Fuchs getötet werde. So erbat Amphitryon sich Lailaps aus. Der unermüdliche Hund nahm die Verfolgung auf – da der Fuchs jedoch uneinholbar schnell war, drohte eine ewige Jagd zwischen dem Jagdhund und dem Fuchs zu entbrennen. Schließlich griff Zeus selbst ein und verwandelte beide Tiere zu Stein. Es heißt auch, sie seien an das Himmelsgewölbe versetzt worden, als die Sternbilder Canis Major und Minor.
Laelaps soll mit jenem „goldenen Hund“ (Κύων χρΰσεον Kýōn chrýseon) identisch sein, der schon bei Zeus’ Heranwachsen eine Rolle spielte. Denn als der Gott noch ein Kind war, verbarg ihn seine Mutter Rhea vor seinem Vater Kronos: In einer Höhle des Berges Ida wurde der Säugling von der Ziege Amaltheia genährt; ein goldener Hund beschützte sie. Nachdem Zeus seinen Vater gestürzt und die Macht am Olymp übernommen hatte, wurde das Tier zum Bewacher des Zeusheiligtumes auf Kreta. In der Geschichte von Pandareos wird noch erzählt, wie dieser den Hund stahl und zu Tantalos brachte, und welches unrühmliche Ende die Sache nahm.
Zudem – und wohl unabhängig davon – hörte auch ein Jagdhund des Aktaion auf den Namen Laelaps.

Zeus und Lykaon (ChatGTP)

Und dann ist da noch Lykaon.
Lykaon (Lycaon) war in der griechischen Mythologie ein sagenhafter König von Arkadien und ist vor allem dafür bekannt, dass Zeus ihn in einen Wolf verwandelte. Sein Mythos gehört zu den ältesten griechischen Erzählungen über die Verbindung zwischen Mensch und Wolf.
Lykaon galt als Sohn des Pelasgos, des mythischen Stammvaters der Arkadier. Über sein Vergehen gibt es mehrere Versionen. Besonders berühmt ist diejenige, die Ovid in den Metamorphosen erzählt:
Zeus stieg in Menschengestalt zur Erde hinab, um zu prüfen, ob die Berichte über die Verderbtheit der Menschen stimmten. Als er am Hof Lykaons erschien, erkannte oder vermutete der König, dass sein Gast ein Gott war. Um Zeus auf die Probe zu stellen, wollte Lykaon herausfinden, ob dieser tatsächlich göttlich war.
Dazu beging er ein ungeheures Sakrileg: Er tötete einen Menschen und servierte Zeus Teile des Opfers als Mahlzeit. Zeus durchschaute die Tat sofort, schleuderte seinen Blitz gegen den Palast und bestrafte Lykaon.
Lykaon floh – und während seiner Flucht verwandelte er sich in einen Wolf.
Es gibt andere Versionen des Mythos, aber am Ende ist Lykaon immer ein Wolf. Er ist nicht einfach ein Werwolf im späteren Sinne, sondern ein mythischer Mensch, dessen Wolfsverwandlung mit Tabubruch, Menschenopfer und einem sehr alten Zeus-Kult verbunden wurde.
Man könnte ihn daher durchaus als einen der frühesten prominenten „Werwolf“-Mythen Europas betrachten – auch wenn die späteren Vorstellungen von Werwölfen erst Jahrhunderte danach entstanden.

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