Glennkill


Es ist noch nicht so lange her, als ich GLENNKILL von Leonie Swan gelesen habe. So ganz begeistert hat mich das Buch auch nach dem zweiten Lesen nicht, aber es hat mich nicht davon abgehalten, mir den Film anzusehen.

Zwischen Buch und Film gibt es gravierende Unterschiede. Das mag nicht jedermanns Sache sein, aber mir hat der Film besser gefallen, als das Buch, auch wenn ich einiges aus dem Buch nicht schlecht fand und auch gerne im Film gesehen hätte.

Der Kriminalfall wurde verändert. Im Roman ist der Mordfall komplexer und richtet sich stärker an ein erwachsenes Publikum. Der Film vereinfacht den Fall, Identität des Täters und Tathergang wurden verändert.
Die Namen einiger Schafe wurden geändert. Nicht alle Figuren heißen wie im Roman. So wurde beispielsweise das Schaf Maple im Film in Lily umbenannt.
Der Schauplatz wurde „verlegt“. Das Buch spielt im fiktiven irischen Dorf Glenkill. Im Film heißt der Ort Denbrook, auch wenn die ländlich-irische Atmosphäre erhalten bleibt.
Die Perspektive ist anders umgesetzt. Im Roman erlebt man die Handlung fast vollständig aus der Sicht der Schafe und ihren oft philosophischen oder skurrilen Gedanken. Der Film kann diese innere Erzählweise naturgemäß nicht vollständig übernehmen und arbeitet stattdessen stärker mit Mimik, Verhalten, Dialogen und visuellen Mitteln, um die Gedankenwelt der Tiere zu vermitteln.
Während das Buch schwarzen Humor, Satire und philosophische Anspielungen enthält, setzt der Film stärker auf Situationskomik und Slapstick, ohne den Grundton völlig zu verlieren.
Die Menschen erhalten etwas mehr Gewicht. Im Roman bleiben die Menschen oft rätselhaft, weil die Schafe sie missverstehen. Im Film werden einige menschliche Figuren direkter gezeigt und erhalten mehr eigene Szenen, damit die Handlung leichter nachvollziehbar ist.
Der Film ist also keine werkgetreue 1:1-Adaption, sondern eine freie Umsetzung, die den Geist des Romans bewahren möchte, gleichzeitig aber Handlung, Figuren und Ton an das Medium Kino und ein breiteres Publikum anpasst.
Ich finde die Umsetzung gelungen und sehe hier ein Beispiel dafür, dass es gute Filme zu weniger guten Büchern gibt und Abweichungen vom Original nicht schaden. Das mag diejenigen abschrecken, die lieber eine werksgetreue Umsetzung wünschen aber manchmal sind Änderungen nicht schlecht- Manchmal, wie bei Glennkill, entfernt sich der Film stark von der Vorlage.
Was daraus geworden ist? Ein familientauglicher, unterhaltsamer Unterhaltungsfil, hochkarätig besetzt und synchronisiert (da spielen Hugh Jackman und Emma Thompson neben den Stimmen von Patrick Stewart und Brett Goldstein als Schafe, die natürlich auch in der deutschen Synchronisation gelungen besetzt wurden: Anke Engelke als Lily, Sebastian Pastevka als Mopple um nur einige zu nennen)

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