Der Newsletter des Augsburger Zoos – Juli

Im Juni gab es den ersten Newsletter aus dem Augsburger Zoo unter neuer Leitung. Umfangreich und anders, als man es bisher kannte. Der Juli-Newsletter schließt sich daran an, auch hier wird sehr viel über die Arbeit des Augsburger Zoos berichtet und weniger auf die Tiere eingegangen. In dieser Form ist der Newsletter aber nach wie vor einer, der die gewöhnliche Zoopresseschau sprengen würde, also bekommt dieser kleine Zoo hier seinen eigenen Raum. Und auch für diejenigen, die den Zoo nicht kennen, bzw nicht so oft vorbeikommen, ist der Newsletter informativ und interessant.

In den vergangenen Wochen gab es einige sehr heiße Tage, die vielen Tieren nicht so unangenehm sind, wie es bei vielen Menschen der Fall war.  Spornschildkröten kommen aus der Sahelzone und brauchen (auch) hohe Temperaturen für einen guten Stoffwechsel. Die Wasserbüffel hingegen sind froh, wenn sie ihrem Namen alle Ehre machen können. Der Zoo selbst hat aber durch die Hitze extrem gelitten, denn die Besucherzahlen sind in dieser Zeit stark zurückgegangen.
Vor der Hitzeglocke gab es einen erfolgreichen Zoolauf 2026! Trotz des durchwachsenen Wetters sind 290 Läuferinnen und Läufer an den Start gegangen und haben beeindruckende 2.085 Runden auf der 1,4 km langen Strecke zurückgelegt. Dank der großzügigen Aufrundung durch den Rotary-Club Augsburg Renaissancestadt kommen so 5.000 Euro zusammen, die in den Bau der WB-Himalaya-Anlage fließen. E

Rettungsaktion Wechselkröte (Bufotes viridis)
Ehrenamtliche der Kreisgruppe Augsburg des Landesbund für Vogel- und Naturschutz haben ein neues Vorkommen der Wechselkröte gefunden. Das Laichgewässer stand aber kurz vor der Austrocknung, so dass die Kaulquappen verendet wären. Mit behördlicher Genehmigung wurden die Kaulquappen entnommen und mehrere hundert dem Zoologischen Garten Augsburg zur Aufzucht übergeben. Als so genannte Hüpferlinge, also kurz nach der Phase der Umwandlung von Kaulquappe zu Kröte, sollen die Tiere dann zurück in den ursprünglichen Lebensraum gebracht werden. Auch wenn es ein trauriger Anlass ist, freuen wir uns über die Kooperation mit dem LBV. Die Wechselkröte ist eine der am stärksten gefährdeten Amphibien in Schwaben und kommt nur noch vereinzelt im Regierungsbezirk vor. In der Roten Liste Bayerns wird sie als vom Aussterben bedroht eingestuft, aber auch deutschlandweit gilt sie als stark gefährdet und weist ungünstige Erhaltungszustände auf.

Artenschutzexpertise im Augsburger Zoo
Im Juni wurden die Kommissions-Mitglieder der Expertengruppen der International Union for Conservation of Nature (IUCN) für die Amtsperiode 2026–2029 bestätigt. Diese Expertengruppen erstellen nicht nur die Roten Listen der IUCN, sondern auch Aktionspläne zum Schutz bestimmter Arten oder Pläne, um den Bedrohungszustand von Arten zu verbessern, das so genannte „green listing“. Durch Philipp Wagner ist der Zoologische Garten Augsburg in mehreren dieser Kommissionen vertreten. Dies sind die IUCN SSC Europe, die IUCN SSC Skink Specialist Group, die IUCN SSC Asian Species Action Partnership, die IUCN SSC Snake and Lizard Red List Authority und die IUCN SSC Tortoise and Freshwater Turtle Specialist Group.

ARCO Nepal: neuer Partner des Augsburger Zoo
Der Zoo Augsburg möchte im Artenschutz eine stärkere inhaltliche Rolle einnehmen und sich stärker im Schutz von Schildkröten engagieren. Mit rund 60 % bedrohter Arten gehören sie zu den am stärksten bedrohten Wirbeltiergruppen und gerade in Asien greift die „Asiatische Schildkrötenkrise“ immer stärker um sich. ARCO Nepal ist ein Verein mit Sitz in München und betreibt ein Artenschutzzentrum in Nepal, das sich vor allem dem Schutz der Schildkröten verschrieben hat. Jetzt gab es erste Gespräche zwischen dem Verein, der NGO Turtle Island aus Graz und dem Augsburger Zoo, um ein gemeinsames Projekt zum Erhalt des Zentrums aufzubauen.

Mitmach-Safari im Zoo Augsburg
Nach dem großen Erfolg im letzten Jahr geht die Zoo-Aktion der Joseph-Bernhart-Fachakademie für Sozialpädagogik Krumbach in diesem Sommer in eine neue Runde: Auf der „Mitmach-Safari“ können Kinder im Kindergartenalter gemeinsam mit ihren pädagogischen Fachkräften oder ihren Eltern und Geschwistern Tiere und Natur spielerisch erleben. An 10 Mitmach-Ständen dürfen sie mit den angehenden Erzieher/-innen zu Elefant, Tiger, Pinguin und Co. spielen, rätseln und basteln. Das macht nicht nur Spaß, sondern fördert auch die Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE). Mit allen Sinnen begreifen Kinder hier, was der verantwortungsvolle Umgang mit Natur und Tierwelt bedeutet.
Wann: am Mittwoch, den 15. Juli 26 von 9:00 bis 16:00 Uhr
Wo: im Zoologischen Garten Augsburg
Kosten: nur der übliche Eintrittspreis
Anmeldung: nicht erforderlich; Wer kommt ist herzlich willkommen!

Vortrag
Zoodirektorin Dr. Barbara Jantschke und der Augsburger Zoo: Fast eine Silberhochzeit
Nach knapp 25 Jahren hat Frau Dr. Barbara Jantschke ihren Posten als Zoodirektorin des Augsburger Zoos im Frühjahr 2026 verlassen. Frau Dr. Jantschke entwickelte den Zoo ab Beginn ihrer Leitungstätigkeit kontinuierlich weiter und hat zahlreiche Bauprojekte angestoßen, betreut und eingeweiht; allen voran das neue Elefantenhaus von 2020. Wie es ihr gelang, einen der großen Zoos Deutschlands in Zeiten knapper Haushaltsmittel, zunehmender Zoo-Kritik und wachsender Herausforderungen im Bereich des Arten- und Naturschutzes solide in der Zoo-Landschaft zu verankern, wird unter anderem Vortragsthema sein. Vielleicht wird sogar das Rätsel um Frau Dr. Jantschkes Lieblingstier gelüftet.
Wann: am 20. Juli um 18 Uhr
Wo: im Umweltbildungszentrum (Dr.-Ziegenspeck-Weg 6, 86161 Augsburg).
Kosten: Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht nötig.

Forschen für den Artenschutz: die Pityusen-Mauereidechse
Die Pityusen-Eidechse Podarcis pityusensis kommt nur auf der namensgebenden Inselgruppe vor, zu der auch die Inseln Ibiza und Formentera gehören. Sie zählt zu den in Europa am stärksten gefährdeten Wirbeltieren und wird wohl verschwinden, wenn nichts unternommen wird. Das Problem sind eingeschleppte Schlangen, vor allem die Hufeisennatter, die es schaffen ganze Populationen der Eidechse auszulöschen. Auch kleinere Inseln, die vor der Küste Ibizas liegen, werden von den Schlangen erreicht und erste Inseln haben so schon ihre Eidechsen verloren. Studien haben gezeigt, dass, wenn wir nicht handeln, die Eidechse wahrscheinlich in den nächsten zehn Jahren ausgerottet sein wird. Schon jetzt hat sie einen Großteil ihres ursprünglichen Verbreitungsgebiets verloren. Das Problem ist: es gibt viel zu schützen, denn es gibt weit über 20 beschriebene Unterarten. Eine Forschungskooperation zwischen der Universität Potsdam, dem Berliner Naturkundemuseum und dem Zoologischen Garten Augsburg soll nun klären, wie viele Unterarten es tatsächlich sind und welche für den Schutz Priorität haben. Unterstützt wird dieses Vorhaben vom Verband der zoologischen Gärten (VdZ), der die Studie mit 6500 Euro fördert. Zusätzlich werden gerade Kontakte zu lokalen Organisationen aufgebaut, um Schutzmaßnahmen effektiv zu gestallten. Das soll in einem Aktionsplan münden, an dem der Zoo Augsburg beteiligt ist.

Erholung
Inhaberinnen und Inhaber der Bayerischen Ehrenamtskarte haben im September freien Eintritt in den Zoologischen Garten
Rund 1500 Ehrenamtliche in Augsburg profitieren bereits von der Bayerischen Ehrenamtskarte und den vielfältigen Angeboten und Vergünstigungen im gesamten Freistaat. Und auch in diesem Jahr beteiligt sich der Augsburger Zoo bei den Angeboten für die Inhaberinnen und Inhaber der Bayerischen Ehrenamtskarte, denn sie genießen den gesamten September über kostenfreien Eintritt. Damit bedankt sich der Augsburger Zoo für das so wichtige Engagement der Inhaberinnern und Inhaber der Ehrenamtskarte, die mit ihrem Einsatz einen wertvollen Beitrag für unsere Gemeinschaft leisen.
Ehrenamtlich engagiert? Jetzt die Bayerische Ehrenamtskarte beantragen!
Die Bayerische Ehrenamtskarte wird vom Büro für Bürgerschaftliches Engagement ausgestellt. Voraussetzung für die Beantragung ist ein nachgewiesenes Engagement seit mindestens zwei Jahren mit durchschnittlich 5 Stunden pro Woche. Alle Infos dazu finden Sie unter augsburg.de/ehrenamtskarte. Das Büro für Bürgerschaftliches Engagement berät Sie gerne: buero.be@augsburg.de oder 0821 324-3043

Baustelle: WB-Himalayaland
Auf der Baustelle für das neue WB-Himalayaland bemerkt man die Fortschritte immer deutlicher. Erste Wege entstehen, die Anlage für die Schneeleoparden ist eingenetzt und so langsam bekommt man einen Eindruck, wie es am Ende aussehen wird.

Feuersalamander Rüdiger
Hinter den Kulissen des Augsburger Zoos hat es Rüdiger endlich geschafft. Die Feuersalamander-Larve hat die Kiemen reduziert und ist an Land gegangen. Feuersalamander kommen zwar nicht in der Region Augsburg vor, dennoch beteiligt sich der Augsburger Zoo an den Erhaltungsmaßnahmen, denn der Feuersalamander ist hochgradig durch den Chytridpilz Batrachochytrium salamandrivorans (Bsal) bedroht. Und dieser wurde im Raum Augsburg bereits gefunden. Bsal stammt ursprünglich aus Asien und bedroht bei uns vor allem Molche und Salamander. Bei Feuersalamandern führt eine Infektion zum Tod der Tiere. In Bayern wurde Bsal zum ersten Mal 2020 im Steigerwald gefunden, später dann in Daxberg und in Gebieten westlich von Augsburg. Bsal löst bei einer Infektion Massensterben unter den Salamandern aus, bei denen oftmals ein Großteil der Population ausgelöscht wird. Das Problem: bisher kennt man den Erreger kaum und es gibt keine Methode, um die Infektionen abzumildern oder zu verhindern. Auch sehr gute Lebensräume helfen nicht Infektionen zu verhindern, womit der Lebensraumschutz keine geeignete Maßnahme gegen Bsal ist. Zoos bauen nun Reservepopulationen auf. Dies geschieht auch, indem Tiere der Natur entnehmen werden, um der Forschung mehr Zeit zur Analyse des Erregers zu verschaffen und Methoden zum Schutz des Feuersalamanders zu erarbeiten. Gleichzeitig sichert man sich so gegen eine Ausrottung der Art ab und hat später die Chance ausgelöschte Populationen wieder aufzubauen.
Der Zoo Augsburg ist bundesweit beim Thema Feuersalamander vernetzt und ist an der Erhaltungszucht beteiligt. Bisher ist nicht vollständig geklärt, inwieweit Kammmolch und Alpensalamander betroffen sein können. Beide Arten sind anfällig auf Bsal aber beim Alpensalamander gibt es bisher keine Überschneidungen im Verbreitungsgebiet der Art mit Bsal. Es kann also sein, dass in nicht allzu ferner Zeit auch der Alpensalamander direkt von Bsal betroffen sein wird.

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