Frank G. Gerigk/Petra Hartmann: Drachen! Drachen! (Rezension)

Fatal wäre es, Drachen zu unterschätzen!
Wer glaubt, genug über sie zu wissen, hat schon verloren.
Diese 23 meisterlichen Geschichten aus verschiedenen literarischen Genres belegen, dass das Thema aktuell, überraschend und packend ist – und gelegentlich fies!
Die Autoren:
Rainer Schorm, Achim Mehnert, Andrea Tillmanns, Malte S. Sembten, Frank G. Gerigk, Christel Scheja, Fiona Caspari, Hendrik Loy, Christiane Gref, Linda Budinger, Miriam Pharo, Carsten Steenbergen, Rebecca Hohlbein, Frank W. Haubold, Melanie Brosowski, Astrid Ann Jabusch, Thomas R. P. Mielke, Karsten Kruschel, Marc A. Herren, Petra Hartmann, Monika Niehaus, Uwe Post.

23 Geschichten von 23 (mehr oder weniger) bekannten Genreautoren, welche eines gemeinsam haben: Ihr Bild des Drachens ist kein Gutes. Und trotz dieser Gemeinsamkeit sind es sehr unterschiedliche Geschichten.
Der Drachenfreund kommt an dieser Anthologie nicht vorbei, vor allem wenn er das eher ursprüngliche Bild des Drachens mag und nicht die weisen und liebenswerten Kreaturen wie sie in der unendlichen Geschichte oder Eragon dargestellt werden. In diesem Geschichten sind Mensch und Drache meist Gegner, wobei Ausnahmen die Regel bestätigen.
Wie es bei Anthologien oft der Fall ist (und mir fällt spontan keine Ausnahme ein), treffen nicht alle Geschichten den Geschmack jeden Lesers, aber es ist die Auswahl welche Anthologien (und Drachen! Drachen! bildet dabei keine Ausnahme).
Zu meinen Highlights gehören Rainer Schorm mit „Sanguis Draconis“, eine doch sehr fiese Geschichte, die dem Genre der Phantastik zugeordnet wird, „Aufnahme Nummer Fünf“ von Christiane Gref, eine Art Blair Witch Project bzw. Mythbusters, „Im Auftrag der Krone“ von Carsten Steenbergen, SteamPunk mit Nibelungenflair, „Das Spiel des Narren“ von Frank W. Haubold (natürlich ScienceFiction) und „Heldenlied“ von Petra Hartmann, ein sehr klassisches und dann doch wieder ungewöhnliches Märchen um einen König und seinen drei Söhnen. Und das Ende fand ich einfach nur … zum Totlachen.
Dem Buch geht eine längere Einführung in das Drachenthema voraus und jede Geschichte hat eine eigene kurze Einleitung.
Ein fast perfektes Buch, auch wenn nicht alle Geschichten gut sind und ich mit einigen auch nichts anfangen konnte (aber ich werde die schwachen Geschichten nicht nennen, da es immer im Auge des Betrachters liegt, was gefällt und was nicht, und die Herausgeber werden sich bei der Suche der Autoren/Geschichten schon etwas gedacht haben).
Was man allerdings als Kritikpunkt betrachten kann, jenseits der Qualität der einzelnen Geschichten ist die Menge und der Genremix. Der Drache in seiner Vielseitigkeit, kann auf Dauer ermüden, so dass man nicht unbedingt das Buch am Stück lesen sollte und sich nach jeder Geschichte etwas Zeit zum Einwirken geben lassen sollte. Sonst beginnt das Hirn zu Qualmen und vielleicht entgeht einem auf diese Weise die eine oder andere wirklich gute Geschichte.

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