Wilhelma Stuttgart 05.06.2026
Artenschützerin aus Südafrika besucht ihre Förderer in Stuttgart
Eine Black Mamba zu Gast in der Wilhelma Ende Mai 2026 erhielt die Wilhelma Besuch von Sergeant Colett Ngobeni, einer Vertreterin der Black Mambas aus Südafrika. Die ausschließlich aus weiblichen Mitgliedern bestehende Rangergruppe kümmert sich im Olifants West Nature Reserve um den Schutz von Nashörnern und zahlreichen anderen durch Wilderei bedrohten Tierarten. Vor 13 Jahren wurde dieses Projekt, in dem mittlerweile 36 Frauen mitarbeiten, ins Leben gerufen. Das besondere dabei: Es handelt sich um ein Team von Rangern, das ganz ohne Waffen auskommt. Ngobeni erklärt: „Wir sind die Augen und Ohren des Schutzgebiets. Alleine unsere ständige Präsenz hat dazu geführt, dass die Wilderei in Olifants West deutlich abgenommen hat. Wir wollen das Beste für Mensch und Tier. Darum tragen wir keine Waffen – wir möchten niemanden zu Witwen und Waisen machen.“ Das 9.000 Hektar große Projektgebiet liegt am Westrand des Greater Kruger National Parks, zu dem nicht nur der staatlich Krüger Nationalpark, sondern auch weitere angrenzende Schutzgebiete gehören. Innerhalb dieser insgesamt über 25.000 km² großen Fläche bewegen sich die Wildtiere vollkommen frei. Die Außengrenzen werden teilweise durch Zäune abgesichert, so auch im Gebiet von Olifants West, das an eine wichtige Hauptstraße grenzt. Die Rangerinnen der Black Mambas sind jeden Tag rund 20 km zu Fuß unterwegs, um sicherzustellen, dass der Grenzzaun intakt ist. Ein weiterer Aufgabenschwerpunkt besteht darin, von Wilderern angelegte Verstecke im Busch aufzuspüren und polizeilich zu melden sowie gelegte Drahtschlingen sicherzustellen. Außerdem wird jeden Tag ganz genau beobachtet, wo sich die durch Wilderei besonders bedrohten Breitmaul- und Spitzmaulnashörner aufhalten. Ein weiterer Fokus liegt in Umweltbildungsmaßnahmen in den umliegenden Gemeinden. Über das „Bush Babies Environmental Program“ werden Schulkinder, unter anderem mit mehrtägigen Camps im Busch, dafür sensibilisiert, wie unschätzbar wertvoll der Erhalt von Tieren, Pflanzen und ihrer Lebensräume ist. Im Rahmen des Programms „Bush Grannies“ werden zudem für Großmütter, die Begegnungen mit Wildtieren oft nur noch aus ihrer Kindheit kennen, Ausfahrten ins Schutzgebiet organisiert. Bei einer Infoveranstaltung in der Wilhelmaschule am 26. Mai 2026 erläuterte Ngobeni den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Zoologisch-Botanischen Gartens sowie ehrenamtlichen Wilhelmabegleitern aus dem Verein der Freunde und Förderer der Wilhelma die Herausforderungen und Erfolge der Black Mambas beim Schutz von Wildtieren vor Ort in Südafrika. Außerdem dankte sie den Anwesenden für die schon seit Jahren andauernde Unterstützung: Seit 2022 ist die Wilhelma Teil der „Black Mamba Alliance“, in der auch andere Zoos Mitglied sind, und hat seitdem rund 60.000 € in das Projekt investiert. Mittlerweile wurde der jährliche Beitrag durch den Förderverein auf 20.000 € aufgestockt. Außerdem nahmen im vergangenen Jahr 80 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Wilhelma an der so genannten Wildlife Ranger Challenge teil und absolvierten dafür in der Wilhelmaschule binnen zwei Stunden 2.800 Liegestützen. Über Sponsoren wurden durch diese Muskelkraft mehr als 10.000 € gesammelt, die als zusätzliche Spende an die Black Mambas gingen. Im Rahmen ihres Deutschlandaufenthalts besuchte Collett Ngobeni außerdem mit Stefanie Reska, Leiterin der Stabsstelle Artenschutz in der Wilhelma, das EAZA Conservation Forum, das vom 19. bis 22. Mai im Opel-Zoo in Kronberg stattfand. Ngobeni gelang es, im Rahmen eines spannenden Vortrags, Vertreterinnen und Vertreter von zahlreichen europäischen Zoos über den Artenschutz vor Ort in Südafrika zu informieren und für die Arbeit der Black Mambas zu begeistern – schließlich ist die Rangergruppe weiterhin auf der Suche nach neuen Mitgliedern für die „Black Mamba Alliance“, um ihre unersetzliche Arbeit vor Ort auch in Zukunft zu gewährleisten.
Vivarium Darmstadt 05.06.2026
Abendführung am 11. Juni, 20 Uhr: „Das wilde Liebesleben der Tiere“ im Zoo Vivarium
Im Leben von Tieren ist alles darauf ausgerichtet, Nachwuchs zu bekommen. Dies kann auf unterschiedlichste Art und Weise geschehen. „Das wilde Liebesleben der Tiere“ ist somit das Thema der nächsten Abendführung im Zoo Vivarium am Donnerstag (11.) um 20 Uhr. Was ist innerartlicher Brutparasitismus? Warum haben bei manchen Tierarten die Weibchen das „Sagen“? Gibt es bei Tieren überhaupt Treue? Solche und weitere Fragen beantwortet an diesem Abend Dr. Frank Velte, Zoopädagoge und wissenschaftlicher Mitarbeiter des Vivariums. Treffpunkt für die Führung ist am Zooeingang. Es gelten die regulären Eintrittspreise. Um eine Anmeldung unter Telefonnummer 06151-13 46900 wird unbedingt gebeten, da die Teilnehmerzahl begrenzt ist.
Zoo-Verein Wuppertal e.V. 05.06.2026
Aralandia wird mit dem BdZ-Biber ausgezeichnet
Die vom Zoo-Verein Wuppertal e.V. finanzierte und gebaute Artenschutz- und Freiflugvoliere Aralandia wird vom Berufsverband der Zootierpfleger e.V. (BdZ) mit dem „BdZ-Biber 2025“ für besonders gute Tierhaltung und -präsentation ausgezeichnet. Am kommenden Montag, 08.06.2026, findet um 16 Uhr in Anwesenheit der für den Zoo zuständigen Klima- und Umweltschutzdezernentin Dr. Katrin Linthorst die Übergabe der BdZ-Biber-Plakette in Aralandia statt. Mit dem BdZ-Biber, der seit 2002 vergeben wird, werden vom Berufsverband der Zootierpfleger herausragende Tieranlagen mit innovativer Tierhaltung gewürdigt. Aralandia überzeugte die Jury dabei sowohl mit der strukturierten und durchdachten Planung als auch mit der artgerechten Tierhaltung und Zucht vor allem der stark gefährdeten Hyazintharas. Die Anlage setze außerdem neue Maßstäbe bei der Nutzung natürlicher Ressourcen, bei den edukativen Elementen sowie in der Erforschung dieser Art. Außen- wie Innenbereiche seien auf die Besonderheiten aller in Aralandia gehaltenen Arten abgestimmt und würden ihnen ausgiebig und in vollem Umfang gerecht. Hervorgehoben werden auch die besondere Technik, die in Aralandia zum Einsatz kommt und die speziell für diese Voliere entwickelt wurde, sowie die Gestaltung von Arbeitsprozessen und -abläufen für die Tierpflegenden. Die 2020 fertiggestellte Artenschutz- und Freiflugvoliere Aralandia wurde vom Zoo-Verein Wuppertal über die vereinseigene Zoo-Service Wuppertal GmbH als Bauherrin geplant, gebaut und mit rund 6,3 Mio. Euro finanziert. Die zoologischen Verantwortlichen der Zooleitung waren an der Planung und Entwicklung ebenso beteiligt wie die Tierpflegenden, die ihre Erfahrungen aus der Praxis mit einbringen konnten. Der Geschäftsführer von Zoo-Verein und GmbH, Andreas Haeser-Kalthoff, war als Projektleiter für die Umsetzung des Projektes Aralandia verantwortlich. Für alle Beteiligten ist die Auszeichnung mit dem BdZ-Biber eine tolle Bestätigung ihrer Arbeit und ihres Engagements für den Grünen Zoo sowie für den internationalen Natur- und Artenschutz. Aralandia ist die erste Anlage im Grünen Zoo Wuppertal, die mit dem BdZ-Biber ausgezeichnet wird.
Zoo Magdeburg 04.06.2026
Kultur trifft auf Zoo
Premiere mit tierischen Konzert-Programm des Philharmonischen Bläserquintetts Magdeburg und 1. Weinlounge beim Nashorn Mit gleich zwei Neuheiten im Eventbereich startet der Zoo Magdeburg in den sommerlichen Juni: Am 11. Juni 2026 gastiert das Kammermusikensembles der Magdeburgischen Philharmonie mit einem eigens zusammengestellten tierischen Konzert-Programm im Zoo. Bekannte Werke von Camille Saint-Saëns in Auszügen aus Der Karneval der Tiere, Jan Koetsiers Kinderzirkus für fünf Blechbläser op. 79b, Peter Tschaikowskys Tanz der kleinen Schwäne aus dem Ballett Schwanensee oder auch Gioaccino Rossini – Ouvertüre zur Oper Der Barbier von Sevilla erklingen stimmungsvoll im sommerlichen Vogelgesangpark des abendlichen Zoos. Das Konzert beginnt 19 Uhr, Einlass: 18 Uhr. Karten sind für 22 Euro erhältlich an der Zookasse und online: zoo-magdeburg.ticketfritz.de Philharmonische Bläserquintett Magdeburg Das Philharmonische Bläserquintett Magdeburg ist ein traditionsreiches Ensemble, das sich aus den Solo-Bläsern der Magdeburgischen Philharmonie zusammensetzt. Dabei liegt es den Musikern am Herzen, dem geneigten Publikum den reichen Schatz der weithin weniger bekannten Literatur für Holzbläserquintett vor Ohren zu führen. Neben dem Repertoire, das Werke der Klassik und Romantik von Komponisten wie Weitere Infos und Bildmaterial unter: www.zoo-magdeburg.de/pressemeldungen Datenschutz: www.zoo-magdeburg.de/datenschutz Danzi, Reicha, Klughardt und Taffanel sowie der klassischen Moderne mit Kompositionen von Ravel, Bozza, Hindemith und Barber umfasst, haben die Künstler auch immer wieder neue Stücke und Arrangements im Programm. Gastierungen führten das Philharmonische Bläserquintett u. a. im August 2012 zum Santa Vittoria Festival in Fratte Rosa (Provincia di Pesaro e Urbino) in Italien und mit ihrem Programm „L’opera en miniature“ nach Basel. Sein neues „tierisches Programm“ feiert am 11. Juni 2026 Premiere im Zoo Magdeburg! Neu im Zoo: Weinlounge-Abend beim Nashorn am 19. Juni und 18. Juli 2026 Zum 1. Mal findet im Zoo ein Weinlounge-Abend beim Nashorn statt. Bei ausgewählten Weinen, feinen Leckereien und besonderer Atmosphäre können Zoobesucher den Alltag hinter sich lassen und den ‚Sundowner‘ an der Savannenanlage der Spitzmaulnashörner genießen. Der exklusive Abend in der zooeigenen Weinlounge wird begleitet von stimmungsvollen Saxophonklängen. Die majestätischen Nashörner als Zuschauer und die beruhigende Naturkulisse machen diesen Zooabend zu einem einzigartigen Erlebnis. Termine der dreistündigen Weinlounge-Abende beim Nashorn: 19.06. / 18.07.2026 jeweils 18 Uhr
04.06.2026, Verband der Zoologischen Gärten (VdZ)
Zoos retten Arten – weltweit: VdZ-Jahrestagung zieht Bilanz eines globalen Netzwerks
59 Millionen Euro in fünf Jahren, 155 Projekte, 55 Länder: Moderne Zoos gestalten internationalen Artenschutz mit
Zoos retten Arten – weltweit: VdZ-Jahrestagung zieht Bilanz eines globalen Netzwerks / 59 Millionen Euro in fünf Jahren, 155 Projekte, 55 Länder: Moderne Zoos gestalten internationalen Artenschutz mit
59 Millionen Euro haben VdZ-Zoos in den vergangenen fünf Jahren in Natur- und Artenschutzprojekte weltweit investiert. Jährlich wildern sie rund 500 Tiere aus rund 20 gefährdeten Tierarten in Europa aus – dazu über 230.000 Insekten, Amphibien und Fische. Und sie engagieren sich mit Personal, Expertenwissen und Sachspenden in mindestens 155 Projekten in 55 Ländern weltweit. Die modernen Zoos begeistern ihre Besuchenden immer wieder aufs Neue – alleine im Jahr 2025 besuchten rund 41 Millionen Menschen die Zoos des Verbands der Zoologischen Gärten (VdZ).
Diese Zahlen legte der VdZ bei seiner Jahrestagung vom 3. bis 6. Juni in Basel vor. Über 200 internationale Expertinnen und Experten – Direktor/-innen, Biolog/-innen, Tierärztinnen und Tierärzte sowie Artenschutzfachleute – kamen zusammen, um die Zukunft des internationalen Artenschutzes zu gestalten.
Im Mittelpunkt des dreitägigen Treffens standen strategische Fragen des Artenschutzes – fokussiert auf die gemeinsame Betrachtung von Zoo- und Wildtierpopulationen und die zwingende Zusammenarbeit zwischen der Weltnaturschutzunion IUCN, den Zoos, CITES-Behörden und Bildungseinrichtungen. Höhepunkt war das VdZ Zoo- und Wildtier-Forum am 4. Juni: Razan Khalifa Al Mubarak (Präsidentin der Weltnaturschutzunion IUCN), Katja Christ (Vizepräsidentin des Schweizer Nationalrats), sowie Bruno Mainini (Stellvertretender Leiter CITES Behörde Schweiz) begrüßten die Fachleute aus Zoowelt, Politik und Gesellschaft.
„Heute sind viele Mitglieder des VdZ Teil des IUCN-Netzwerks und Experten aus Zoos leisten einen direkten Beitrag zur Arbeit der IUCN-Kommission für das Überleben der Arten. Durch diese Zusammenarbeit unterstützen das Wissen und die Fachkompetenz der Zoogemeinschaft den Artenschutz sowohl in der Wildnis als auch durch die Haltung bedrohter Tierarten“, sagt Her Excellency Razan Khalifa Al Mubarak, IUCN-Präsidentin. „Der Verband der Zoologischen Gärten spiegelt dieses Engagement wider. Die Zoos dieses Verbandes begrüßen jedes Jahr Dutzende Millionen Besucher, leisten Beiträge zur wissenschaftlichen Forschung und unterstützen Schutzprojekte auf der ganzen Welt. In einer Zeit, in der der Verlust der biologischen Vielfalt nach wie vor eine der entscheidenden Herausforderungen unserer Zeit darstellt, sind Partnerschaften wie diese wichtiger denn je.“
Dass die internationale Zusammenarbeit erfolgreich ist, verdeutlichen auch die Zahlen der Roten Liste der IUCN. Bis 2022 hat sich der Status von mehr als 200 Arten auch durch die tatkräftige Unterstützung der Zoogemeinschaft auf der Roten Liste verbessert, darunter so bekannte Arten wie das Przewalski-Pferd, der Iberische Luchs, das Goldkopflöwenäffchen, der Waldrapp und der Lear-Ara sowie andere Tierarten, denen im Naturschutz allgemein weniger Aufmerksamkeit oder Mittel zuteilwerden, wie beispielsweise der Moorea-Baumschnecke.
Seitdem hat sich das Engagement der Zoos im Artenschutz noch erhöht, weiß auch Nationalrats-Vizepräsidentin Katja Christ, die die Arbeit der Schweizer Zoos eng verfolgt:
„Wissenschaftlich geführte Zoos übernehmen große Aufgaben im Bereich Bildung, Forschung sowie Natur- und Artenschutz. Alleine in der Schweiz sensibilisieren sie jährlich über 4.5 Millionen Besucherinnen und Besucher für die Bedeutung des Erhalts der Biodiversität. Zoos schaffen Begegnungen mit der Tierwelt, die gerade für Kinder prägend sind. Denn was man als Kind lieben lernt, ist man auch später bereit zu beschützen.“
Ein Plan für alle – Zoos als integraler Teil des Artenschutzes
Lange galt die Welt des Artenschutzes als zweigeteilt: hier die Arbeit in der Natur, dort die Haltung von Tierarten in Zoos. Der One Plan Approach der Weltnaturschutzunion IUCN hat dieses Denken überwunden. Die Idee dahinter ist so einfach wie wirkungsvoll: Wildpopulationen und Populationen in menschlicher Obhut werden nicht länger getrennt gemanagt, sondern gemeinsam als eine Population betrachtet. Zoos sind damit keine Reservate am Rand des Artenschutzes – sie sind ein integraler Bestandteil der globalen Strategie zur Rettung bedrohter Arten.
„Der One Plan Approach spiegelt den Paradigmenwechsel im Natur- und Artenschutz von reinen Bewahrungsstrategien in der Wildbahn hin zu Interventionskonzepten. Diese erkennen menschliches Eingreifen als Schlüssel für zeitgemäße Schutzkonzepte auch außerhalb der noch bestehenden Lebensräume. Wild- und Zootierpopulationen werden gemeinsam als demographische und genetische Subpopulationen eines Gesamt-Systems gemanagt. Das erfordert koordinierte Zuchtprogramme, wissenschaftlich fundiertes Populationsmanagement, Monitoring und langfristige Partnerschaften – genau das, wofür der VdZ und seine Mitglieder stehen“, betont Dr. Dag Encke, Präsident des VdZ.
„Als Gastgeber dieser Tagung sind wir stolz, drei Tierarten zu halten, die den One Plan Approach schon jetzt in die Tat umsetzen: die Kordofan-Giraffe, die Boulengers Flachschildkröte und die Rio-Pescado-Harlekinkröte. Jede dieser Arten steht für eine andere Facette des integrierten Artenschutzes – von der Reservepopulation für künftige Wiederansiedlungen über die Bergung vom Aussterben bedrohter Arten aus ihrem natürlichen Lebensraum bis zur Vernetzung institutioneller und privater Tierhalter/-innen, um koordinierte Erhaltungszuchten aufzubauen“, erklärt Dr. Olivier Pagan, Direktor des Zoo Basel.
Wenn die Natur allein nicht mehr helfen kann: Die Boulengers Flachschildkröte
Manchmal reicht der Schutz des Lebensraums nicht mehr aus. Die Boulengers Flachschildkröte lebt in der Halbwüstenlandschaft der Großen Karoo in Südafrika – einem kleinen, stark gefährdeten Verbreitungsgebiet. Die Zerstörung ihres Lebensraums hat die Population so dezimiert, dass eine der letzten Rettungsoptionen die gezielte Entnahme von Tieren aus der Natur ist, um sie in menschlicher Obhut zu erhalten und zu züchten. Der One Plan Approach macht genau das möglich: Die Entnahme ist kein Eingeständnis des Scheiterns, sondern ein strategisches Instrument – koordiniert, wissenschaftlich begleitet und mit dem Ziel einer späteren Rückkehr.
Über 500 Jungkröten als Hoffnungszeichen: Die Rio-Pescado-Harlekinkröte
Als erst zweiter Zoo in Europa hält der Zoo Basel seit Juli 2023 die vom Aussterben bedrohte Rio-Pescado-Harlekinkröte. Im Herbst 2023 laichte die Art erstmals ab – kurze Zeit später schlüpften die ersten Kaulquappen. Inzwischen sind im Zolli über 500 Jungkröten geschlüpft. Ein Erfolg, der ohne die enge Koordination im internationalen Zoonetzwerk nicht möglich gewesen wäre – und der zeigt, wie schnell aus vorsichtigem Optimismus echte Hoffnung werden kann.
Zoo Köln 03.06.2026
„Vincent“ und „Viggo“: Seltene Przewalskipferde im Kölner Zoo geboren
Auftrag Artenschutz – Kölner Wildpferd in Kasachstan ausgewildert Köln, 3. Juni 2026. Doppelte Frühsommer-Fohlen-Freuden im Kölner Zoo: Im Mai kamen hier zwei männliche Przewalskipferde zur Welt. Hengst „Vincent“ wurde am 25. Mai, Geschlechtsgenosse „Viggo“ drei Tage später geboren. Die Mütter heißen „Luca“ und „Luna“. Vater „Vandan“ lebt inzwischen im Zoo Karlsruhe. Die Kölner Herde umfasst nun insgesamt sechs Tiere. Die kraftvollen Przewalskipferde sind auf der Roten Liste der Weltnaturschutzunion als „endangered“ (stark gefährdet) gelistet. Zoos sind schon lange für den Erhalt dieser Wildpferdeart aktiv. Voran gingen die Biologinnen und Biologen des Kölner Zoos, die Pionierarbeit als „Artenretter“ leisteten. Mehr als 30 Jahre managten sie das Erhaltungsprogramm für die Przewalskipferde. Sie koordinierten u.a., dass neue Bestände im riesigen Reservat Hortobagy in der ungarischen Puszta sowie komplett frei umherziehende Wildbestände in der Mongolei und in China aufgebaut werden konnten. Aus Köln nach Kasachstan Vergangene Woche hat der Prager Zoo vier Przewalskipferde im Altyn Dala Nationalpark in Zentralkasachstan erfolgreich ausgewildert. Der Zoo in Tschechiens Hauptstadt hat vor einigen Jahren die Leitung des Przewalskipferd-Rettungsprogramms übernommen. Umso erfreulicher: Unter den erfolgreich ausgewilderten Pferden ist auch der im Kölner Zoo geborene Junghengst „Victor“, den der Zoo der Domstadt 2025 genau für dieses Ziel zur Außenstelle des Zoos Prag gebracht hatte. Noch in dieser Woche machen sich außerdem Wildpferde aus dem Tierpark Berlin auf den Weg. Derzeit sind sie noch in der Quarantäne- und Vorbereitungsstation. In wenigen Tagen werden sie in speziell entwickelten Transportkisten per Flugzeug nach Kasachstan gebracht. Begleitet wird der Transport von erfahrenen Tierärztinnen, Tierpflegern und Biologinnen der beteiligten Einrichtungen. Zoos – gebündelt für den Artenschutz Przewalskipferde sind das Paradebeispiel für die Rettung eines Wildtieres, das ohne den Einsatz von Zoos nicht überlebt hätte. Bereits 1969 war diese Art im natürlichen Verbreitungsgebiet, den Trockensteppen der Mongolei und Chinas, ausgestorben. Seit 1992 existieren die von Köln aus angeschobenen Wiederansiedlungsprojekte in verschiedenen Steppenlandschaften Chinas, der Mongolei, Ungarns und Kasachstans. Alle gehen auf in Menschenobhut gezüchtete Tiere zurück. Der Populationstrend wächst insgesamt wieder. Experten gehen derzeit von 180 in der Wildnis lebenden Przewalskipferd-Paaren aus. Auch im ungarischen Nationalpark Hortobagy ziehen die Przewalskipferde frei umher. Seit 28 Jahren unterstützt der Kölner Zoo das Schutzprojekt in Ungarn je nach Bedarf mit Tieren zur Auswilderung, Geld oder biologischem Know-how. Zur Biologie der Przewalskipferde In der Wildbahn verlassen beide Geschlechter die Geburtsgruppe im Alter von ein bis zwei Jahren. Junghengste und von stärkeren Konkurrenten abgelöste Haremshengste bilden Junggesellengruppen. Darüber hinaus kommen auch einzeln lebende Hengste vor. Im Alter von fünf bis sieben Jahren versuchen sie, eine Stute im Kampf mit Haremshengsten zu übernehmen oder aber mit umherziehenden Jungstuten eine neue Gruppe zu bilden. Die Streifgebiete der Gruppen überlappen sich, es werden keine Territorien verteidigt. Wesentliche Bestandteile dieser Streifgebiete sind ausreichend Grasnahrung und permanente Wasserstellen. Auch im Rahmen des EEPs werden Junghengste nach ein bis zwei Jahren in einer Hengstgruppe untergebracht, wo sie im Kampfspiel die geschlechtstypischen Verhaltensweisen einüben können. Jungstuten werden vielfach ebenfalls für einige Jahre in Stutenherden untergebracht. Wer für den Wildpferdeschutz spenden will – hier geht’s: https://foerdern.koelnerzoo.de/spenden/artenschutz/wiederansiedelung-und-auswilderung-von-przewalskipferde-in-der-mongolei-und-ungarn
Zoo Zürich 03.06.2026
ELEFANTENGEBURT OHNE GLÜCKLICHEN AUSGANG
Die 40-jährige Elefantenkuh Indi hat am Montag, 1. Juni 2026, im Kaeng Krachan Elefantenpark ein männliches Jungtier geboren. Die Geburt ihres fünften Kalbes verlief komplikationslos. Das Jungtier konnte anschliessend jedoch trotz wiederholter Versuche nicht selbstständig aufstehen, da es seine Hinterbeine nicht belasten konnte. Da sich sein Zustand trotz grossem Einsatz der Tierpfleger*innen und Tierärzt*innen verschlechterte und die Prognose keine Aussicht auf ein komplikationsfreies und lebensfähiges Aufwachsen des Kalbes zuliess, entschied das Team im Sinne des Tierwohls, das Kalb zu euthanasieren. Asiatische Elefanten (Elephas maximus) leben natürlicherweise in sogenannten Matriarchaten. Dabei bilden die Weibchen gemeinsam mit ihren Jungtieren enge Familienverbände, die von der ältesten und erfahrensten Kuh angeführt werden. Auch Indi und ihre Tochter Chandra verbindet ein besonders enges Verhältnis. Entsprechend waren die beiden Elefantenkühe während des gesamten Geburtsvorgangs zusammen und meisterten diesen ausgesprochen souverän, wobei das Kalb um 12:25 Uhr im Innenbereich des Kaeng Krachan Elefantenparks zur Welt kam. Anschliessend gelang es ihm aber nicht, wie für Elefanten üblich, wenige Minuten nach der Geburt selbstständig aufzustehen. «Das männliche Jungtier von Elefantenkuh Indi und dem 21-jährigen Bullen Thai unternahm wiederholt kräftige Aufstehversuche, konnte seine Hinterbeine jedoch nicht ausreichend belasten, weshalb es auf dem Boden liegen blieb», schildert Zoodirektor Severin Dressen die Situation direkt nach der Geburt, die sich auch in den folgenden Stunden nicht veränderte. Alle Möglichkeiten ausgeschöpft Um den Tierpfleger*innen und Tierärzt*innen eine Untersuchung sowie die medizinische Versorgung des Kalbes zu ermöglichen, wurde Chandra – die Halbschwester des Jungtiers – zunächst von Muttertier und Kalb getrennt. Zudem erhielt die Elefantenkuh Indi eine medikamentöse Beruhigung, damit das Jungtier von ihr separiert werden konnte. So war es möglich, weitere Massnahmen zu ergreifen, um den Jungbullen beim Aufstehen zu unterstützen und ihn mittels Infusionen mit Flüssigkeit zu versorgen. Bei der anschliessenden Untersuchung konnten keine offensichtlichen Verletzungen festgestellt werden. Trotz aller Bemühungen war das Jungtier nicht in der Lage, seine Hinterbeine ausreichend zu belasten und selbstständig zu laufen. Somit wurde die Mutter am Abend wieder zu ihrem Jungtier gelassen. Auch über Nacht stand das Jungtier trotz intensiver Betreuung und kontinuierlicher tierärztlicher Überwachung nicht auf. Nach einer erneuten Gesamtbeurteilung der Situation entschied sich das Team im Sinne des Tierwohls für die Euthanasie des Jungtiers. Die Prognose liess keine Aussicht auf ein komplikationsfreies und lebensfähiges Aufwachsen des Kalbes zu. Anschliessend erhielt Mutter Indi die Möglichkeit, sich von ihrem verstorbenen Jungtier zu verabschieden. «Wir hätten uns sehr einen glücklicheren Ausgang der Trächtigkeit von Indi gewünscht – vor allem auch nach dem intensiven und unermüdlichen Einsatz aller beteiligten Zoomitarbeiter*innen und den Tierärzt*innen. Mit einem gesunden Jungtier wäre einerseits unsere Elefantengruppe nach den frustrierenden Verlusten in den vergangenen Jahren wieder vergrössert worden, andererseits ist jede erfolgreiche Geburt im Europäischen Erhaltungszuchtprogramm (EEP) für den Asiatischen Elefanten ein wichtiger Beitrag zu einer stabilen Reservepopulation in Europa», bedauert Zoodirektor Severin Dressen den Tod des Jungtiers. Bisherige Geburten im Kaeng Krachan Elefantenpark Im Kaeng Krachan Elefantenpark leben derzeit zwei voneinander getrennte Elefantenherden mit jeweils zwei weiblichen Tieren sowie ein Bulle, der zeitweise Zugang zu beiden Gruppen erhält. Seit der Eröffnung des Lebensraumes im Jahr 2014 wurden insgesamt acht Elefantenkälber geboren. Vier dieser Geburten verliefen erfolgreich. Ein Kalb verstarb im Jahr 2020 kurz nach der Geburt an Kopfverletzungen, die vermutlich durch andere Elefanten der Gruppe verursacht wurden. Drei weitere Jungtiere in den Jahren 2020, 2023 und jetzt 2026 waren aufgrund unterschiedlicher Fehlentwicklungen oder mangelnder Vitalität nicht überlebensfähig. Solche pränatalen Störungen können bei allen Tierarten sowohl in Zoos als auch in wildlebenden Populationen auftreten und gehören zu den natürlichen Risiken der Fortpflanzung. Reservepopulation in Zoos Der Asiatische Elefant wird auf der Roten Liste der gefährdeten Tierarten der Weltnaturschutzunion IUCN als stark bedroht geführt. Weltweit leben nur noch rund 50’000 Tiere in der Natur – und ihr Bestand nimmt weiter ab. Deshalb engagiert sich der Zoo Zürich bereits seit 2009 mit seinem Naturschutzprojekt Kaeng Krachan in Thailand aktiv für den Schutz dieser beeindruckenden Tierart. Gemeinsam mit der Wildlife Conservation Society (WCS) Thailand unterstützt der Zoo unter anderem die wichtige Arbeit der Ranger*innen im rund 3000 Quadratkilometer grossen Kaeng Krachan Nationalpark.
Zoologisch-Botanischer Garten Wilhelma Stuttgart 03.06.2026
Geparden-Männchen Sam und Frodo sind von Münster nach Stuttgart gezogen
Zwei Gepardenbrüder neu in der Wilhelma Ende Mai gab es in der Wilhelma einen tierischen Neuzugang im Doppelpack: Die Geparde Sam und Frodo sind im Zoologisch-Botanischen Garten Stuttgart eingetroffen. Bei den fast zwei Jahre alten Brüdern handelt es sich um Nachzuchten aus dem Allwetterzoo Münster. Die Wilhelma hat in den vergangenen Jahren bemerkenswerte Zuchterfolge bei den Geparden erzielt: 2022 brachte das Weibchen Niara Fünflinge und 2025 sogar Sechslinge zur Welt. Die Jungtiere aus dem ersten Wurf leben mittlerweile im Zoo Basel und im Longleat Safari Park in Großbritannien. Der Nachwuchs von 2025 ist noch bei seiner Mutter. Zawadi, der Vater aller Jungtiere, und sein Bruder Haraka lebten von 2019 bis 2025 in Stuttgart, wurden dann aber an den Zoo im norwegischen Kristiansand gegeben. An ihrer Stelle bringen jetzt die beiden Gepardenbrüder aus Münster frisches Blut in die Wilhelma. Dort sind für die Männchen und das Weibchen der gepunkteten Katzen zwei unterschiedliche Anlagen vorhanden. Volker Grün, Leiter des Fachbereichs Zoologie in der Wilhelma, erklärt: „In der Natur treffen bei den Geparden Männchen und Weibchen nur zur Paarung zusammen. Dann gehen sie getrennte Wege. Die Jungtiere bleiben bis zu 1,5 Jahre bei ihrer Mutter, die ihnen in der Zwischenzeit alle Fähigkeiten für das Überleben in der Savanne beibringt. Die Reviere der Weibchen überschneiden sich oft mit denen unterschiedlicher Männchen oder Männergruppen. Sobald ein Weibchen nach der Entwöhnung ihrer Jungtiere wieder empfängnisbereit wird, werden daher die Karten bei der Partnerwahl wieder ganz neu gemischt. “ Sowohl für die Bestände von Wildtieren in ihren natürlichen Lebensräumen als auch für ihre Reservepopulation in menschlicher Obhut ist die genetische Vielfalt überlebenswichtig. Wilhelma-Direktor Dr. Thomas Kölpin erläutert: „Im Rahmen der Ex Situ-Programme des europäischen Zooverbands EAZA wird genau ermittelt, welche Geparde in Europas Zoos für die Zucht zueinander passen, um möglichst viel genetische Variabilität zu erhalten.“ Was im Grundsatz für alle Tierarten gilt, gilt für Geparden ganz besonders: Man geht davon aus, dass ihr Weltbestand infolge der letzten Eiszeit so stark schrumpfte, dass alle heute lebenden Individuen von sehr wenigen Vorfahren abstammen. Die Wilhelma beteiligt sich nicht nur am Europäischen Ex Situ-Programm (EEP) für Geparde, sondern engagiert sich auch für den Schutz der bedrohten Art im südlichen Afrika: Seit 2021 spendet der Verein der Freunde und Förderer der Wilhelma jedes Jahr rund 25.000 € an den Cheetah Conservation Fund in Namibia. Insgesamt kamen auf diese Weise schon 156.000 € zusammen. Diese wurden für die Ausbildung von Herdenschutzhunden in Namibia eingesetzt. Hintergrund ist, dass zuvor regelmäßig Geparde von Farmern aus Sorge um ihr Vieh getötet wurden. Dank der Herdenschutzhunde, die alleine durch ihre Präsenz in der Lage sind, Geparde von Nutztieren fernzuhalten, wurde ein großer Beitrag geleistet, um eine friedliche Koexistenz zwischen Menschen und Geparden zu ermöglichen.
Zoo Dresden 03.06.2026
Vierfaches Glück bei den Löffelhunden: Erstmals erfolgreiche Aufzucht im Zoo Dresden
Der Zoo Dresden freut sich über einen besonderen Nachwuchserfolg: Am 10. Mai 2026 wurden bei den Löffelhunden vier Jungtiere geboren. Noch erfreulicher ist, dass sich die Welpen prächtig entwickeln und sich seit Sonntag das erste Mal aus der Wurfhöhle wagen. Es ist die erste erfolgreiche Aufzucht von Löffelhunden in der Geschichte des Zoo Dresden. Dieser Erfolg hat für das Zoo-Team eine besondere Bedeutung. Nach drei vorherigen Würfen, bei denen die Jungtiere leider nicht aufgezogen werden konnten, hatte man die Hoffnung auf Nachwuchs bereits beinahe aufgegeben. Nun hat es im vierten Anlauf geklappt. Die Mutter zog sich nach der Geburt für längere Zeit in den Bau zurück und wechselte sich dort mit ihrem Partner ab. Erst in ihrer vierten Lebenswoche wagten sich die vier Welpen erstmals ins Freie. Löffelhunde bringen nach einer Tragzeit von etwa 60 bis 70 Tagen meist ein bis sechs Jungtiere zur Welt. Die Jungtiere werden rund 14 bis 15 Wochen gesäugt und verbringen ihre ersten Lebenswochen gut geschützt im Bau. Besonders bemerkenswert ist die Rollenverteilung bei der Aufzucht. Während die Mutter nach der Geburt vor allem mit der Milchproduktion beschäftigt ist und dafür viel Nahrung aufnehmen muss, übernimmt der Vater einen Großteil der Betreuung. Er bewacht die Welpen, hält sie sauber und beschäftigt sie. Bei Löffelhunden spielen die Väter daher eine entscheidende Rolle für das Aufwachsen des Nachwuchses. Auch darüber hinaus gehören Löffelhunde zu den sozialsten Vertretern der Hundeartigen. Anders als viele andere Fuchsarten leben sie äußerst friedlich miteinander. Die Reviere verschiedener Familien können sich überschneiden, ohne dass es zu Konflikten kommt. Zudem pflegen die Tiere intensive soziale Kontakte und betreiben regelmäßig gegenseitige Fellpflege. In ihrer afrikanischen Heimat sind Löffelhunde häufig in der Nähe großer Huftierherden wie Zebras oder Gnus anzutreffen. Der Grund dafür liegt in ihrem Speiseplan: Die Hinterlassenschaften der Pflanzenfresser ziehen zahlreiche Mistkäfer an – eine absolute Lieblingsspeise der Löffelhunde. Der Zoo Dresden freut sich über diesen bedeutenden Zuchterfolg und hofft, die vier Jungtiere auch weiterhin gesund aufwachsen zu sehen. Noch braucht am etwas Glück, um die kleinen Löffelhunde zu beobachten, da sie auch tagsüber noch viel Schlafen, aber die Aktivitätszeiten werden zunehmend länger.
Zooschule Landau in der Pfalz 03.06.2026
„Gute Nacht, Zootiere“: Abendliche Zooführung für die ganze Familie am Freitag, 26. Juni, von 18 bis 21 Uhr – Gemütlicher Ausklang am Lagerfeuer mit Stockbrot
Einen ganz besonderen Einblick in den Zoo bietet die Zooschule Landau am Freitag, 26. Juni: Wenn es abends im Zoo ruhiger wird, können Familien ab 18 Uhr die Zootiere und die Atmosphäre im Landauer Zoo auf eine ganz andere Weise erleben und Spannendes entdecken. Welches Tier ist am Abend besonders aktiv und welches ist schon müde? Wo und wie schlafen die Tiere? Außerdem erfahren die Teilnehmenden Neuigkeiten aus dem Zootierbestand. Im Anschluss an die Führung klingt der Abend gemütlich am Lagerfeuer auf der großen Zoowiese aus. Dort kann auch ein leckeres Stockbrot gebacken werden. Eine Anmeldung für die Familienführung ist zwingend erforderlich und kann ab sofort von 8 bis 12 Uhr in der Zooverwaltung telefonisch unter 0 63 41/13 70 11 oder per Mail an zoo@landau.de (unter Angabe der Personenzahl und Alter der Kinder) erfolgen. Treffpunkt für die Familienführung ist um 17.45 Uhr an der Zookasse. Im Veranstaltungspreis von 12 Euro pro Person (Kinder ab 4 Jahre) sind der Zooeintritt, die Führung und das Stockbrot enthalten. Jahreskarten, Familienpass oder Freundeskreismitgliedschaften gelten für Sonderveranstaltungen nicht! Der Zoo behält sich vor, die Veranstaltung ggfs. witterungsbedingt oder aus anderen Gründen abzusagen oder zeitlich abzukürzen.
Zoo Salzburg 03.06.2026
Erstmals nach zwölf Jahren: Nachwuchs bei den Alpengämsen
Seit Juni 2021 leben drei heute sechsjährige Geißen im Zoo Salzburg. Nun hat eine der drei weiblichen Alpengämsen vor zwei Wochen ein Jungtier geboren. Es ist nicht nur der erste Nachwuchs der damals aus dem Zoo Karlsruhe und dem Tierpark Altenfelden angereisten Damenriege. Vielmehr ist es der erste Nachwuchs seit zwölf Jahren. „Deshalb ist die Freude natürlich umso größer“, bestätigt Geschäftsführerin Sabine Grebner. „Ob in diesem Jahr noch weitere Jungtiere zu erwarten sind, können wir zum jetzigen Zeitpunkt nicht mit Bestimmtheit sagen. Noch dürfen wir aber hoffen.“ Geplant war die lange Pause allerdings nicht. „Als unser voriger Bock mit zwölf Jahren verstarb, stellte sich heraus, dass er zumindest zum Zeitpunkt seines Todes unfruchtbar war“, berichtet Kuratorin Lisa Sernow. Zwar kam sein Nachfolger nur wenige Monate später in Salzburg an, aber da war er erst ein Jahr alt und noch nicht fortpflanzungsfähig. In der Regel erreichen Alpengämsen ab dem dritten oder vierten Lebensjahr ihre Geschlechtsreife. „Im vergangenen Herbst konnten wir dann beobachten, dass unser Bock die Geißen treibt, also typisches Paarungsverhalten zeigt und ein halbes Jahr später durften wir das zum Zeitpunkt der Geburt noch sehr kleine Kitz begrüßen“, erzählt Lisa Sernow. Die kleine Gämse, deren Geschlecht noch nicht bekannt ist, entwickelte sich von Anfang an sehr gut und lief kurz nach der Geburt schon mit Mutter Herta mit. Innerhalb seiner ersten beiden Lebenswochen ist der langersehnte Nachwuchs schon ein gutes Stück gewachsen und trainiert fleißig seine Kletterfähigkeiten. „Es macht unheimlich Spaß das Kitz zu beobachten und zu sehen, wie es täglich agiler wird“, sagt Sabine Grebner. Die im hochalpinen Lebensraum heimischen und tagaktiven Paarhufer sind mit ihren gummiartigen Sohlen, den harten Hufkanten und beweglichen Zehen perfekt an den rauen Lebensraum oberhalb der Baumgrenze angepasst. Alpengämsen können ihre Zehen sogar unabhängig voneinander spreizen, sodass sie auch in steilem Gelände einen extrem guten Halt haben. Außerdem gelten sie als die Sportler unter den Gebirgstieren, die durch spezifische Anpassungen des Herz-Kreislauf-Systems außergewöhnlich leistungsfähig sind. So ist das Herz von Gämsen überdurchschnittlich groß und auch die Lungenkapazität ist vergleichsweise hoch. Diese Fähigkeiten können die fünf derzeit im Zoo Salzburg lebenden Tiere aufgrund ihrer sehr großzügigen und felsigen Anlage nach Herzenslust ausleben. In der Natur leben weibliche Alpengämsen übrigens in losen Rudeln von bis zu 30 Tieren zusammen. Je nach Region oder Jahreszeit können es auch mehr sein. Im Herbst suchen die während des Sommers einzelgängerisch lebenden Böcke eines dieser Rudel auf. Nachdem sie die jungen Böcke vertrieben haben oder diese abgewandert sind, messen sie sich in kämpfender Weise mit der älteren Konkurrenz. Ab der zweiten Novemberhälfte bis meist Mitte Dezember folgt schließlich die Paarungszeit oder Brunft und Ende Mai oder Anfang Juni des darauffolgenden Jahres werden die Jungtiere geboren.
Tierpark Dessau 03.06.2026
Jungtiere bei Mandschurenkranichen, Dahomeyrindern und Präriehunden
Mit Spannung hat das Tierparkteam den diesjährigen Nachwuchs bei den Mandschurenkranichen, die weltweit zu den am meisten gefährdeten Kranicharten zählen, erwartet. Das in diesem Jahr gleich zwei Eier gelegt wurden, war schon eine ganze Weile im Team bekannt. Ob aber auch aus beiden etwas schlüpfen würde, ist nicht immer ganz sicher. In der vergangenen Woche beobachtete Tierpfleger Christian Geffert dann, dass tatsächlich aus beiden Eiern jeweils ein kleiner Kranich geschlüpft ist. Es ist das zweite Mal, dass diese markante Tierart im Tierpark Dessau erfolgreich Nachwuchs bekam. Die Mandschureianlage bleibt vorerst weiterhin geschlossen, Besucher können aber durch die großzügigen Sichtöffnungen in die Anlage hineinschauen und mit etwas Glück auch die beiden scheuen Kranichkücken erspähen. Etwas später als gewohnt, aber dafür schon routiniert, brachte Dahomeyrind „Britt“ ein kleines Kälbchen zur Welt. Tierpfleger Thomas Dietrich entdeckte es auf der morgendlichen Fütterungsrunde am letzten Freitag, dem 29. Mai. Einige Tage später, am Dienstag kam dann gleich noch ein weiteres Kälbchen zur Welt. Es ist bereits putzmunter mit der Mama „Sylvia“ unterwegs und schließt Bekanntschaft mit den anderen Tieren im Gehege. Auch bei den niedlichen und quirligen Präriehunden gab es Nachwuchs. Dieser scheint sich sehr wohl zu fühlen und hat ordentlich Kohldampf. Einige nehmen sogar schon mal feste Nahrung zu sich, was bei dieser Tierart normalerweise nach den ersten fünf bis sechs Wochen passiert.
Tiergarten Nürnberg 02.06.2026
Nachwuchs bei den Luchsen im Tiergarten
Bei den Karpatenluchsen (Lynx lynx carpathicus), einer Unterart des Eurasischen Luchses, im Tiergarten der Stadt Nürnberg gibt es Nachwuchs: Weibchen Desari hat vor wenigen Wochen zwei Jungtiere zur Welt gebracht. Welches Geschlecht sie haben, ist noch nicht klar, da die Tiere nicht bei der Aufzucht gestört werden sollen. Noch halten sich die Kleinen hauptsächlich in einer Felsnische auf und zeigen sich nur selten den Besucherinnen und Besuchern. Luchse sind bei der Geburt noch blind und wiegen etwa 250 bis 300 Gramm. Die ersten Wochen verbringen die Kleinen deshalb in ihrem Versteck, wo sie von ihrer Mutter Desari gesäugt werden. Vater der Neugeborenen ist Sitka. Der vierjährige Kuder ist im April 2025 im Zuge des Erhaltungszuchtprogramms des Europäischen Zooverbands EAZA (EAZA Ex situ Programme, kurz EEP) aus dem belgischen Zoo Monde Sauvage in den Tiergarten gekommen. Ob eines oder beide Jungtiere aus diesem Jahr, wie in den letzten Jahren auch, ausgewildert werden oder im Rahmen des EEP weiter züchten sollen, steht noch nicht fest. Dies hängt vom Zuchterfolg im EEP und den Bedarfen der einzelnen Projekte und des EEP ab. „Unsere Luchse ziehen jetzt schon zum vierten Mal in Folge Jungtiere groß – das ist ein großer Erfolg. Damit können wir – wie auch in den letzten Jahren – einen Beitrag zum Erhalt der größten Katzenart Europas und zu ihrer Wiederansiedlung in der Natur leisten“, sagt Jörg Beckmann, Biologischer Leiter und stellvertretender Direktor des Tiergartens. „Am Beispiel des Luchses wird einmal mehr deutlich, wie wichtig Zoos für den Artenschutz sind.“ Der Tiergarten engagiert sich auch darüber hinaus für den Erhalt und Schutz des Karpatenluchses. Er ist Mitglied im beratenden Gremium des EEP, dem sogenannten Species Committee, und Mitglied bei „Linking Lynx“: Das internationale Netzwerk beschäftigt sich mit der Erhaltung, dem Monitoring und dem Management des Karpatenluchses. Ziel ist es, Vorkommen zu stützen, zu gründen und miteinander zu verbinden. Umbau der Luchs-Anlage durch Verein der Tiergartenfreunde Die Luchs-Anlage im Nürnberger Tiergarten hat mit Blick auf Auswilderungsprojekte entscheidende Vorteile: Sie umfasst eine Fläche von rund 1.850 Quadratmetern, ist reich strukturiert und bewaldet. Damit Seite 2 von 2 bietet sie den Tieren viele Rückzugs- und Versteckmöglichkeiten. Während der Aufzucht in Nürnberg bekommen die Luchse Rehe als Futter, die natürliche Hauptbeute. So kommt es nicht zu einer Fehlprägung auf andere Beutetiere. Die Rehe stammen vom Forstbetrieb Nürnberg der Bayerischen Staatsforsten. Sie werden bei der regulären, nachhaltigen Jagdausübung im Nürnberger Reichswald erlegt und dienen so als hochwertiges Futter. Ausgestorben und wiederangesiedelt Der Eurasische Luchs (Lynx lynx) gilt in weiten Teilen Europas als ausgestorben und konnte nur lokal wiederangesiedelt werden. In Deutschland und der Schweiz wird der Luchs deshalb auf der nationalen Roten Liste als „stark gefährdet“ beziehungsweise als „vom Aussterben bedroht“ aufgeführt. In Deutschland galt er bis ins späte 20. Jahrhundert hinein als ausgestorben. Ende 2020 gab es laut Bundesamt für Naturschutz wieder rund 190 wildlebende Eurasische Luchse in Deutschland. Das größte Vorkommen liegt im Harz und erstreckt sich bis Nordhessen. Die Population geht auf eine Auswilderung von 24 Luchsen aus Zoos und Wildparks Anfang der 2000er-Jahre zurück. Ein zweites Vorkommen befindet sich im Bayerischen Wald. Die dortigen Tiere sind aus dem Šumava-Gebirge in Tschechien zugewandert. Im Pfälzerwald hat sich aus einem 2016 gestarteten Wiederansiedlungsprojekt ein drittes Vorkommen entwickelt. Hier wurden Luchse aus der Schweiz und aus der Slowakei angesiedelt. Der Luchs ist die größte Katze Europas und zählt mit dem Wolf und dem Bären zu den drei großen, landlebenden Beutegreifern der mitteleuropäischen Tierwelt. Luchse leben hauptsächlich in Wäldern und sind dämmerungs- und nachtaktiv. Charakteristisch sind die Haarpinsel an den spitzen Ohren und der kurze Schwanz.
Zoo Innsbruck 02.06.2026
Dreifacher Nachwuchs bei den Bibern im Alpenzoo
Im Alpenzoo gibt es erfreuliche Neuigkeiten: Vor zwei Wochen sind bei den Bibern drei Jungtiere zur Welt gekommen. Die kleinen Nager entwickeln sich prächtig und können, auch wenn sie sich noch gerne versteckt halten, bereits mit etwas Geduld und Glück gemeinsam mit ihren Eltern in der Anlage beobachtet werden. Besonders spannend ist die Familienkonstellation: Neben den Eltern lebt auch der ältere Bruder der Jungtiere weiterhin mit der Familie zusammen. Dieses Zusammenleben mehrerer Generationen ist für Biber typisch. Die Tiere bilden oft große Familienverbände, in denen ältere Geschwister bei der Aufzucht des Nachwuchses mithelfen und wertvolle Erfahrungen für ihr späteres eigenes Familienleben sammeln. Der Europäische Biber ist das größte Nagetier Europas und kann ein Gewicht von über 30 Kilogramm erreichen. Seine Ernährung besteht hauptsächlich aus Holz, Rinde, Zweigen und anderen Pflanzenteilen. Mit dem Familienzuwachs steigt auch der Appetit in der Biberanlage deutlich an. Die Tierpflegerinnen und Tierpfleger des Alpenzoos müssen derzeit wesentlich mehr Holz und frische Äste bereitstellen, um die gesamte Biberfamilie ausreichend zu versorgen. Die Jungtiere werden zwar noch von ihrer Mutter gesäugt, beginnen aber bereits neugierig ihre Umgebung zu erkunden und erste feste Nahrung zu probieren. Die angehängten Dateien dürfen kostenfrei verwendet werden. Als Quelle ist der Fotograf Fritz Schmidt und der Alpenzoo zu nennen. Wir würden uns sehr über eine Berichterstattung freuen.
Naturschutz Tierpark Görlitz 02.06.2026
Unerwartete Trampeltiergeburt – Zweijährige Trampeltierstute bringt gesundes Fohlen im Naturschutz Tierpark Görlitz Zgorzelec zur Welt
Eigentlich schien alles unproblematisch: Nach gängiger Fachliteratur erreichen Großkamele ihre Geschlechtsreife in der Regel erst im Alter von etwa drei Jahren. Daher bestand zunächst kein Anlass, den jungen Trampeltierhengst Azar von der Stutengruppe zu trennen. Umso größer war die Überraschung, als die junge Kamelstute Karuna deutliche Anzeichen einer Trächtigkeit zeigte. Eine zunehmende Umfangsvermehrung sowie die Entwicklung des Euters ließen bereits vermuten, was ein anschließender Bluttest zweifelsfrei bestätigte: Die beiden Trampeltier-Teenager hatten für unerwarteten Nachwuchs gesorgt. „Glücklich waren wir darüber zunächst nicht, denn Karuna war selbst noch nicht ausgewachsen. Dadurch bestand ein erhöhtes Risiko für Komplikationen während der Geburt“, berichtet Tierparkdirektor und Zootierarzt Dr. Sven Hammer. Um im Ernstfall schnell eingreifen zu können, wurde die werdende Mutter rund um die Uhr mithilfe von Überwachungskameras beobachtet. „Auch nachts hatten wir Karuna ständig im Blick, um bei Bedarf sofort vor Ort sein zu können“, so Hammer. Eines Nachts gegen 1 Uhr war es schließlich so weit. Doch noch bevor Tierpfleger und Tierarzt die Anlage erreichten, hatte Karuna ihr Fohlen bereits völlig selbstständig und ohne Komplikationen zur Welt gebracht. „Wir waren alle sehr erleichtert und glücklich“, erinnert sich Hammer. Mit etwas Unterstützung in den ersten Tagen fand sich die junge Kamel Mutter schnell in ihre neue Rolle ein und kümmert sich seitdem vorbildlich um ihren Nachwuchs. Der kleine Hengst erhielt den Namen Sonam – tibetisch für „Glück“. Und Glück scheint er tatsächlich zu bringen: Sonam entwickelt sich prächtig und sorgt mit seinen ausgelassenen, kameltypischen Sprüngen und Tobereien auf der Kamelanlage des Tibetischen Dorfes für viel Freude bei den Besucherinnen und Besuchern des Görlitzer Tierparks.
Zoo Heidelberg 02.06.2026
Jungtiere entdecken im Affen- und im Afrikarevier Nachwuchs bei den bedrohten Kronenmakis und den Blessböcken im Zoo Heidelberg
Im Zoo Heidelberg gibt es Nachwuchs bei zwei besonderen Tierarten: Im Großen Affenhaus wächst ein junger Kronenmaki heran, während im Afrika-Revier derzeit drei junge Blessböcke über die Anlage springen. Die Jungtiere entwickeln sich gut und sorgen bei Besuchern und Tierpflegern gleichermaßen für Freude. Mit ganzer Kraft klammert sich der kleine Kronenmaki an das Fell seiner Mutter und blickt aufmerksam in die Umgebung. Am 18. Mai kam das Jungtier im Großen Affenhaus des Zoo Heidelberg zur Welt. Mutter und Nachwuchs sind wohlauf, das erfahrene Kronenmaki-Weibchen kümmert sich aufmerksam um ihr Jungtier. Tierpfleger Niccoló Paolini freut sich über die Entwicklung: „Die Mutter macht das wirklich sehr gut. Sie ist deutlich ruhiger als bei ihrem letzten Jungtier im vergangenen Jahr und kümmert sich sehr fürsorglich.“ Noch trinkt das Jungtier ausschließlich Milch bei der Mutter. Bis feste Nahrung auf dem Speiseplan steht, wird es noch etwas dauern. Später wird der junge Maki Gemüse wie Tomaten, Chicorée und Kohlrabi fressen. Gemeinsam mit dem weiblichen Jungtier aus dem vergangenen Jahr lebt die kleine Familie derzeit hauptsächlich auf der Innenanlage im Großen Affenhaus, wo Besucher sie mit etwas Glück beobachten können. Ob der Nachwuchs männlich oder weiblich ist, lässt sich aktuell noch nicht sicher bestimmen. Erst in einigen Monaten wird die Fellfärbung Hinweise geben: Weibchen haben nur die namensgebende orangefarbene „Krone“ auf dem Kopf, Männchen haben zusätzlich ein schwarzes Dreieck auf dem Scheitel. Kronenmakis sind eine Lemurenart aus Madagaskar und leben nur in einem sehr kleinen Verbreitungsgebiet im Norden der Insel. Durch Lebensraumverlust, Jagd und Abholzung gelten sie als stark bedroht. Im Afrika-Revier sorgen derweil drei junge Blessböcke für Bewegung auf der Anlage. Anfang Mai wurde zunächst ein Männchen geboren, in der Woche vor Pfingsten folgten zwei weibliche Jungtiere. Alle drei Tiere sind gesund, aktiv und bereits gemeinsam mit den erwachsenen Blessböcken auf der Außenanlage unterwegs. Typisch für Fluchttiere standen die Jungtiere schon kurz nach der Geburt auf eigenen Beinen. Die Antilopenart stammt ursprünglich aus dem südlichen Afrika und trägt ihren Namen wegen der auffälligen weißen Zeichnung auf der Stirn und dem Nasenrücken. Blessböcke waren Ende des 19. Jahrhunderts fast ausgerottet. Nur durch gezielte Schutzprogramme konnten sich die Bestände wieder erholen. Heute leben erfreulicherweise wieder große Populationen in der Natur.
Zoo Münster 02.06.2026
Letzte Rettung – Menschliche Obhut: Allwetterzoo Münster nimmt hochbedrohte Rio-Pescado-Harlekinkröten auf
Ein starkes Signal für den globalen Amphibienschutz: Im Allwetterzoo Münster sind 15 Rio-Pescado-Harlekinkröten eingezogen. Die wissenschaftlich als Atelopus balios bezeichnete Art gilt als eine der seltensten Amphibien der Erde. Mit der Übernahme der Tiere baut der Allwetterzoo eine lebenswichtige Backup-Population hinter den Kulissen auf und unterstreicht damit die fundamentale Bedeutung des integrierten Artenschutzes. Die Rückkehr einer Totgeglaubten Die Rio-Pescado-Harlekinkröte, die eine Körpergröße von lediglich drei bis vier Zentimetern erreicht, ist in den südwestlichen Regenwäldern Ecuadors heimisch. Auf der Roten Liste der Weltnaturschutzunion IUCN wird sie als „vom Aussterben bedroht“ (CR) geführt – die letzte Stufe vor dem Aussterben in der Natur. Zeitweise galt die grünlich-gelbe, charakteristisch gefleckte Kröte bereits als vollständig ausgerottet: Nach einer Sichtung im Jahr 1995 blieb sie jahrelang unauffindbar, ehe Forscher*innen sie 2010 an drei isolierten Standorten in ecuadorianischen Regenwäldern wiederentdecken konnten. Wegen ihrer extremen Gefährdung setzten die IUCN und die Zoological Society of London (ZSL) die Art bereits 2012 auf die Liste der 100 bedrohtesten Tierarten der Welt. Eine Bedrohung, die keine Grenzen kennt Die Hauptursache für den dramatischen Rückgang der gesamten Gattung der Harlekinkröten – auch Stummelfußkröten genannt – ist neben der klassischen Lebensraumzerstörung und Umweltverschmutzung ein unsichtbarer Killer: der Chytridpilz (Batrachochytrium dendrobatidis). Dieser hochaggressive Erreger wurde durch menschlichen Einfluss weltweit verschleppt, befällt die Haut von Amphibien und verläuft in den meisten Fällen tödlich. Da der Pilz selbst in unberührten Regen- und Nebelwäldern vordringt und dort zu einem flächendeckenden Sterben führt, stoßen klassische In-situ-Schutzmaßnahmen wie die reine Ausweisung von Naturschutzgebieten an ihre Grenzen. Backup-Population als einzige Überlebenschance Da die Bestände in Ecuador kontinuierlich weiter zurückgehen, liegt die letzte Hoffnung für das Überleben der Art in der gezielten Erhaltungszucht. Um dem drohenden Aussterben entgegenzuwirken, etablierten ecuadorianische Forscher*innen des Centro Jambatu in Quito ein Sicherheitsnetzwerk in menschlicher Obhut. An diesem Verbund ist auch die Initiative „Citizen Conservation“ maßgeblich beteiligt, aus deren Zuchtnetzwerk die 15 Münsteraner Individuen stammen. Wichtigkeit der Reserve-Haltung „Wir freuen uns außerordentlich, diese akut vom Aussterben bedrohte Amphibienart fortan in unserem Zoo pflegen zu dürfen. Dank koordinierter Zuchtprogramme in menschlicher Obhut ist es bereits gelungen, die Bestände der Harlekinkröte spürbar zu stabilisieren. Unser erklärtes Ziel ist es nun, an diesen Erfolg anzuknüpfen: Durch eine gezielte Nachzucht vor Ort wollen wir einen maßgeblichen Beitrag zur langfristigen Erhaltung dieser faszinierenden Art leisten und die weltweite Population nachhaltig stärken.“ – Marcel Alaze, Zoologischer Leiter und Artenschutzkurator im Allwetterzoo Münster Gelebter „One Plan Approach“: Zoos und Privathalter Hand in Hand Das Projekt ist zudem ein Paradebeispiel für moderne, partnerschaftliche Artenschutzstrategien im Sinne des One Plan Approaches. Da die Kapazitäten in wissenschaftlich geleiteten Zoos limitiert sind, bringt Citizen Conservation Zoos und fachlich versierte Privathalter*innen zusammen. Letztere verfügen oft über das nötige Spezialwissen, den Platz und die Zeit, um anspruchsvolle Kleinstarten erfolgreich zu vermehren. Dieses Ineinandergreifen von institutioneller und privater Expertise sichert das genetische Überleben hochbedrohter Arten langfristig. Im Allwetterzoo Münster verbringen die neuen Bewohner ihre Quarantäne bereits in dem neu eingerichteten Terrarium. Somit sind die Harlekinkröten ab sofort für die Besucher*innen des Allwetterzoos im Aquarium zu sehen. Über den Allwetterzoo Münster: Der Allwetterzoo Münster ist eine wissenschaftlich geleitete Institution mit einem klaren Auftrag in den Bereichen Erholung, Bildung, Tierwohl, Artenschutz und Forschung. Durch die Kooperation mit internationalen Netzwerken wie Citizen Conservation und die Pflege hochbedrohter Backup-Populationen leistet der Zoo einen aktiven Beitrag zum Erhalt der globalen Biodiversität.
Tierpark Berlin 02.06.2026
Aus Berlin zurück in die Wildnis Wildpferde aus dem Tierpark Berlin reisen für internationales Wiederansiedlungsprojekt nach Kasachstan
Noch genießen die Tiere die Vorzüge von Vollpension und 24-stündiger medizinischer Rundumversorgung im Tierpark Berlin – doch schon in wenigen Tagen beginnt für vier Przewalskipferde eine abenteuerliche Reise, die vor wenigen Jahrzehnten noch undenkbar schien: Noch in dieser Woche fliegen sie nach Kasachstan, um dort Teil eines internationalen Wiederansiedlungsprojekts zu werden. Bereits im Jahr 2024 wurden erstmals Wildpferde aus dem Tierpark Berlin für die Auswilderung in die zentralkasachische Altyn-Dala-Steppe gebracht. Nun folgt die nächste Etappe des internationalen Gemeinschaftsprojekts „Return of the Wild Horses“. Gemeinsam mit Partnern aus Deutschland, Tschechien und Kasachstan werden weitere Tiere in das Wiederansiedlungszentrum Alibi überführt und dort schrittweise auf ein Leben in der Wildnis vorbereitet. Ziel ist der Aufbau der ersten dauerhaft wild lebenden Przewalskipferde-Population in dieser Region seit dem frühen 19. Jahrhundert. Derzeit befinden sich fünf Przewalskipferde in der Quarantäne- und Vorbereitungsstation des Tierpark Berlin. Dort werden sie tiermedizinisch betreut und auf den Transport vorbereitet. Welche vier Stuten dann tatsächlich die Reise antreten, entscheidet sich erst kurz vor dem Abflug – abhängig von Gesundheitszustand, Fitness und sozialer Dynamik innerhalb der Gruppe. „Wenn man die Tiere heute hier im Tierpark beobachtet, ist kaum vorstellbar, dass ihre Art einst in der Wildnis als ausgestorben galt“, verkündet Dr. Andreas Knieriem, Direktor von Zoo und Tierpark Berlin. „Umso bedeutender ist es, dass sie nun selbst dazu beitragen, ein verlorenes Stück Wildnis zurückzubringen. Dieses Projekt ist nur durch die enge Zusammenarbeit zahlreicher internationaler Partner möglich.“ Das Przewalskipferd gilt als letztes echtes Wildpferd der Erde. Nach seinem Aussterben in der Wildnis in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts überlebte die Art ausschließlich in menschlicher Obhut. Internationale Erhaltungszuchtprogramme zoologischer Einrichtungen ermöglichten ihre Rettung und bilden heute die Grundlage erfolgreicher Wiederansiedlungen. Nach ersten Projekten in den 1990er Jahren existieren heute wieder stabile Populationen in der Mongolei und in China. Ein weiterer Transport mit vier Hengsten aus dem Zoo Prag – dem Initiator des Projekts – befindet sich derzeit auf dem Weg in die Steppe. Eines der Tiere, der Hengst Willi, stammt ursprünglich aus dem Tierpark Berlin. In wenigen Tagen folgt der Transport der Wildpferde aus Berlin in speziell entwickelten Transportkisten per Flugzeug nach Kasachstan – über eine Strecke von mehr als 4.000 Kilometern. Begleitet wird der Transport von erfahrenen Tierärzt*innen, Tierpfleger*innen und Biolog*innen der beteiligten Partnerinstitutionen. „Die Initiative Return of the Wild Horses, die vor 15 Jahren ins Leben gerufen wurde, ist das Flaggschiffprojekt des Prager Zoos“, erklärt Lenka Poliaková, Direktorin des Prager Zoos. „Wir werden dieses Programm fortführen, bis eine stabile Grundlage für eine lebensfähige Population in den Steppen Zentralkasachstans geschaffen ist.“ Die kasachische Steppe zählt zu den größten zusammenhängenden Graslandschaften der Erde. Gemeinsam mit Saiga-Antilopen und Kulans sollen die Przewalskipferde dort künftig wieder eine zentrale ökologische Rolle übernehmen: Als große Pflanzenfresser halten sie die Landschaft offen, fördern die Samenverbreitung und schaffen Lebensräume für zahlreiche weitere Arten. Der Tierpark Berlin engagiert sich bereits seit den 1980er Jahren für die Wiederansiedlung der Art. Mehrere in Berlin geborene Tiere wurden bereits erfolgreich in Projekte in der Mongolei und China integriert. Die aktuelle Auswilderung ist Teil der Altyn Dala Conservation Initiative zur Wiederherstellung zentralasiatischer Steppenökosysteme, unterstützt unter anderem durch die Zoologische Gesellschaft Frankfurt (ZGF).
Tiergarten Schönbrunn Wien 02.06.2026
„Vom Kindergarten zum Schwimmunterricht“: Zehnfacher Nachwuchs bei stark gefährdeten Pinguinen
In der Nördlichen Felsenpinguin-Kolonie des Tiergarten Schönbrunn gibt es derzeit Zuwachs der besonderen Art. Zehn kleine Felsenpinguine nähern sich im Polarium nach ihrer Zeit im „Kindergarten“ langsam dem Wasser an. Die Jungtiere sind im Laufe des Aprils geschlüpft und wurden zuerst von den Elterntieren versorgt. In den vergangenen Wochen wurden sie dann vom Tierpflegeteam in einem eigenen Bereich gefüttert und regelmäßig gewogen. „Nördliche Felsenpinguine sind in ihrem ursprünglichen Lebensraum im Südatlantik stark gefährdet. Folglich ist jedes Individuum für die Population besonders wichtig. Durch das Füttern und Wiegen gehen wir sicher, dass sich jedes Tier optimal entwickelt“, erläutert Tiergartendirektor Dr. Stephan Hering-Hagenbeck. Nach der Mauser übersiedeln die Jungvögel in einen eigenen Bereich mit Wasserzugang bei der Kolonie. Der Tiergarten Schönbrunn ist der einzige zoologische Garten, der diese Art regelmäßig so erfolgreich nachzüchtet. Dies ist dem hochspezialisierten Team zu verdanken, das die Pflege sowie die Aufzucht Nördlicher Felsenpinguine über Jahre hinweg optimiert hat. Pinguine sind eine einzigartige Vogelfamilie, die im Laufe der Evolution das Fliegen in der Luft gegen ein „Fliegen unter Wasser“ eingetauscht hat. Um sich perfekt an den Lebensraum anzupassen, entwickelten sie zahlreiche besondere Merkmale: schwere Knochen für besseres Tauchen, spezialisierte Augen für die Sicht unter Wasser sowie paddelförmige Flügel, mit denen sie sich schnell und geschickt fortbewegen können. Besonders Nördliche Felsenpinguine haben das Meer zu ihrem Zuhause gemacht. Nach der Mauser leben die Tiere in der Wildbahn bis zu sechs Monate lang auf dem offenen Ozean. Sonst ist die Art rund um die abgelegene Inselgruppe Tristan da Cunha im südlichen Atlantik zu finden. „Wir merken hier im Tiergarten deutlich, dass unsere Felsenpinguine unterschiedliche Vorlieben haben. Bei der Fütterung sind manche Tiere zutraulicher und nehmen den Fisch von der Hand, andere fressen lieber an der Wasseroberfläche oder, wie für Pinguine typisch, gänzlich unter Wasser“, so Niklas Hörper, Revierleiter im Tiergarten. Mit etwas Glück können Besucherinnen und Besucher die ersten Fütterungen der Jungvögel im Wasser erleben.
Zoologisch-Botanischer Garten Wilhelma Stuttgart 01.06.2026
Zoologisch-Botanischer Garten Stuttgart engagiert sich für die Nachzucht von Brillenbären Brillenbär José ist in der Wilhelma eingezogen
In der Wilhelma hat ein männlicher Brillenbär ein neues Zuhause gefunden: Ende Mai 2026 ist der 18 Jahre alte José aus dem ungarischen Sóstó Zoo im Zoologisch-Botanischen Garten Stuttgart eingezogen. Nach einigen Tagen Eingewöhnung hat er mittlerweile begonnen, seine Anlage zu erkunden. Von dort nimmt er bereits Blick- und Geruchskontakt zu seiner achtjährigen Artgenossin Suyana auf. Noch halten sich beide Tiere in separaten Bereichen auf – aber das könnte sich bald ändern. Volker Grün, Leiter des Fachbereichs Zoologie in der Wilhelma, erklärt: „Unser Ziel ist es, mit dem Brillenbär-Männchen José und unserem Weibchen Suyana einen Beitrag zur Nachzucht dieser gefährdeten Art zu erzielen. In der Natur kommen beide Geschlechter in der Regel nur zur Paarung zusammen und leben den Rest des Jahres einzelgängerisch. Da unsere Anlage aus drei separaten Bereichen besteht, die bei Bedarf miteinander verbunden werden können, bieten wir dafür beste Voraussetzungen. Zunächst lassen wir José aber ausreichend Zeit, seine Anlage in Ruhe kennenzulernen und sich einzugewöhnen.“ Im Frühjahr 2025 gab es zuletzt einen Zuchtversuch bei den Brillenbären in der Wilhelma: Damals war das Männchen Hubärt aus der österreichischen Tierwelt Herberstein für rund zwei Monate zu Besuch im Zoologisch-Botanischen Garten. Die Zusammenführung mit Suyana erschien zunächst vielversprechend. Mehrfach kam es zu Paarungen, die leider dennoch nicht zum gewünschten Erfolg führten. Umso größer ist die Hoffnung, dass die Nachzucht mit José, der dauerhaft in der Wilhelma bleiben soll, besser klappen wird. Bei Brillenbären handelt es sich um die einzige Bärenart Südamerikas. Ihren Lebensraum bilden sowohl Bergwälder als auch Trockenlandschaften in und entlang der Anden und ihrer Ausläufer, von Venezuela bis nach Bolivien. Aufgrund ihres Verbreitungsgebietes nennt man sie auch „Andenbären“. Der Namen „Brillenbär“ nimmt Bezug auf die markante, helle Gesichtszeichnung, die individuell sehr unterschiedlich ausgeprägt sein kann. Wilhelma-Direktor Dr. Thomas Kölpin macht deutlich, warum sich Zoos für die Zucht von Brillenbären einsetzen: „Aufgrund von Habitatverlust, vor allem bedingt durch fortschreitende landwirtschaftliche und bergbauliche Inanspruchnahme seiner Lebensräume, aber auch durch illegale Nachstellung, gilt der Brillenbär laut Weltnaturschutzunion IUCN als gefährdete Art. Umso wichtiger ist der Erhalt einer Reservepopulation in menschlicher Obhut, was durch ein Ex Situ-Programm des Europäischen Zooverband EAZA gewährleistet wird, an dem auch die Wilhelma teilnimmt.“ In Ecuador leiste die Wilhelma außerdem einen direkten Beitrag für den Schutz der natürlichen Lebensräume, nicht nur des Brillenbären, sondern unzähliger weiterer Tier- und Pflanzenarten: Seit 2020 hat der Zoologisch-Botanische Garten mit Hilfe des von den Besucherinnen und Besuchern über den Wilhelma-Eintritt entrichteten Artenschutz-Euro sowie mit Mitteln des Vereins der Freunde und Förderer der Wilhelma über 700.000 € in den Erwerb von Landflächen in Ecuador investiert. Auf diese Weise konnte der dortige Kooperationspartner, die NGO Jocotoco, dabei unterstützt werden, Regenwälder zu schützen, ehemals gerodete Flächen wieder aufzuforsten und Biotope miteinander zu vernetzen.
Zoo Neunkirchen 01.06.2026
Neunkircher Zoo erweitert Tierbestand um seltenes Graufuchs-Pärchen
Im Neunkircher Zoo sind zwei Nordamerikanische Graufüchse eingezogen. Damit beherbergt der Zoo nun eine echte zoologische Seltenheit: Neben dem Neunkircher Zoo wird diese Tierart europaweit derzeit nur im Amerika-Tierpark Limbach-Oberfrohna gehalten, der sie gemeinsam mit dem Neunkircher Zoo importierte. Das Weibchen sowie das Männchen wurden im Jahr 2022 geboren. Beide Tiere kamen über den Hemker Park & Zoo im US-Bundesstaat Minnesota zum Neunkircher Zoo, wurden jedoch bei einem engagierten Privatzüchter geboren. Gemeinsam haben sie dort bereits erfolgreich für Nachwuchs gesorgt. Ihr neues Domizil im Neunkircher Zoo befindet sich am Affenhaus. Dort haben sie eine der beiden großen Außenanlagen Richtung „Giraffental“ bezogen, nachdem diese von den Tierpflegern liebevoll in eine Kleinlandschaft verwandelt wurde, die an Sanddünen in der Sonorawüste erinnert. Bei ihrem Einzug in den Neunkircher Zoo waren die beiden noch namenlos. Kurz nach ihrem Umzug in die neue Anlage erhielten sie jedoch von ihren zuständigen Tierpflegern die Namen „Bonnie“ und „Clyde“. Der Graufuchs stammt ursprünglich aus Nord- und Mittelamerika und ist leicht an seiner charakteristischen Fellfärbung zu erkennen. Während Rücken und Oberseite grau gefärbt sind, zeigen Flanken, Hals und Beine eine rostrote Tönung. Auffällig ist zudem die schwarze Schwanzspitze. Eine besondere Eigenschaft des Graufuchses ist seine ausgezeichnete Kletterfähigkeit. Dieser verdankt er auch seinen englischen Namen „Tree fox“ („Baumfuchs“). Beim Klettern kann der Graufuchs seine Krallen ähnlich wie eine Katze einsetzen. Dadurch ist er sogar in der Lage, senkrechte Baumstämme zu erklimmen. Somit kommt ihm im Zoo die große Höhe seiner ursprünglich als Kletterkäfig für Affen konzipierten Anlage, die um viele frische Kletterstämme und erhöhte Liegeplätze für die Füchse ergänzt wurde, zu gute. Im Gegensatz zu vielen anderen Fuchsarten meidet der Graufuchs offenes Gelände und bevorzugt Wälder sowie Buschlandschaften als Lebensraum. In der Wildnis sind die Tiere überwiegend nachtund dämmerungsaktiv und gehören zu den Allesfressern. Zu ihrer Nahrung zählen unter anderem Mäuse, Vögel und Insekten, aber auch Früchte und Beeren.

