Ein Tag im Salzburger Land

Ursprünglich war „nur“ ein Besuch des Salzburger Nachtzoo am Freitag geplant.
Der Nachtzoo findet schon seit ein paar Jahren immer im August (Freitags und Samstags) statt. Dann hat der Salzburger Zoo länger offen und bietet Informationen zu bestimmten Tierarten.
Meine Eindrücke der vergangenen Jahre findet man hier.
Das vergangene Wochenende stand im Zeichen des Kontinents Asien.
Nach einigen Überlegungen wurde aus dem Kurztrip am Freitag ein Tagesausflug am Samstag. Ähnlich wie im letzten Jahr standen erst Besuche im Alpenzoo Innsbruck zur Debatte, aber auf eine ähnliche Reise wie 2018 (Innsbruck, Ebbs, Wildbichl und Salzburg) hatte ich keine Lust. Nachdem Wildbichl nicht so sehenswert ist und wir in Ebbs bereits waren (siehe hier), musste eine Alternative her.
Aber … diese war schnell gefunden, denn während der letzten Österreich-Reise bekamen wir ein paar Ideen, die wir am Samstag auch in die Tat umsetzen wollten. Es müssen ja nicht immer Zoos sein …
Geplant waren also, abgesehen vom Nachtzoo auch die Eisriesenwelt in Werfen und Burg Hohenwerfen.


Das erste Ziel sollte eigentlich die Burg Hohenwerfen werden, aber da wir zu lange im Stau standen entschied ich mich um und wir fuhren zuerst zur Eisriesenwelt. Die erste Greifvogelshow auf Hohenwerfen verpassten wir so (Hätten wir aber auch so, aufgrund des Verkehrs. Warum müssen auch so viele Leute Samstag früh nach Salzburg fahren?).

Die Eisriesenwelt (auch Posselthöhle, Erstbeschrieb Anonym 1879, Posselt 1880; K.Nr. 1511/24) gilt mit einer Gesamtlänge von 42 km als die größte Eishöhle der Welt.
Entdeckt wurde die Höhle im Jahre 1879 vom Salzburger Naturforscher Anton Posselt. Ihm gelang es damals, circa 200 m in das Höhleninnere vorzudringen. Weiter konnte er nicht mehr. Die Eisdecke wurde zu steil für ihn; seine Ausrüstung war zu schlecht. Seinen Umkehrpunkt markierte er mit einem schwarzen Kreuz am Felsen, dem Posselt-Kreuz. Danach wurde die Höhle wieder weitgehend vergessen.
Im Jahre 1913 gelang es einigen Forschern, darunter Alexander von Mörk, das steilste Stück der Eisdecke, den Großen Eiswall, zu bezwingen. Alexander von Mörk war zudem auch der erste Forscher der es wagte, den Sturmsee, einen kleinen Durchgang, der damals unter Wasser stand, zu passieren. Dahinter entdeckte er eine riesige Halle, die später nach ihm benannt wurde. 1914 starb Alexander von Mörk im Ersten Weltkrieg.  Sein letzter Wille war es, in der Eisriesenwelt begraben zu werden. Mitte der 1920er Jahre wurde seine Urne im von ihm entdeckten Alexander-von-Mörk-Dom beigesetzt.
Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs trieb der Salzburger Rechtsanwalt Friedrich Oedl (1894–1969) die Forschung ab 1919 voran, wobei er durch seinen Bruder Franz Robert Oedl sowie Leopoldine Fuhrich unterstützt wurde. Er errichtete die erste Unterkunft, das Forscherhüttl.
Grundeigentümer der Eisriesenwelt sind die Österreichischen Bundesforste. Mit ihnen hatte der Salzburger Verein für Höhlenkunde eine vorläufige Pacht vereinbart, die 1928, nach Gründung einer eigenen Eisriesenwelt-Gesellschaft m.b.H. (deren erster Geschäftsführer Oedl war), in einen langfristigen Vertrag überging. Die Einkünfte dienen Erforschung und Erschließung der Höhle, die Bundesforste (als Grundeigentümer) erhalten einen jährlichen Prozentsatz der Eintrittsgelder.
Die ersten Führungen in der Eisriesenwelt fanden im Jahre 1920 statt. Heute bringt eine Seilbahn bis zu 2.500 Gäste pro Tag bis in die Nähe des Höhleneingangs (Dr.-Friedrich-Oedl-Haus), im Jahr sind es etwa 150.000 Besucher. Für die Führung bekommen die Besucher Karbidlampen.
Der Weg zur Höhle (inklusive Seilbahn) war schon ein kleines Highlight, und die Höhle war eine der schönsten, die wir bisher gesehen haben (und ein paar Höhlen haben wir schon gesehen, nur noch keine Eishöhle). Ich ziehe allerdings flache Höhlen vor. Das Problem beim Treppensteigen ist, dass man sich auch auf die Stufen konzentrieren muss, da hat man nicht so viel Zeit die Umgebung zu betrachten.
Danach ging es weiter zur Burg Hohenwerfen.

Die Festung Hohenwerfen liegt inmitten der nördlichen Kalkalpen im Pongau und ist in ihrer Anlage mit der Festung Hohensalzburg vergleichbar, die in denselben Jahren erbaut wurde.
Die Burg thront, von Nord und Süd gut sichtbar, am nördlichen Ende des Marktes Werfen auf einem sich 113 m über die Salzach erhebenden Felskegel, dem Werfener Burgberg (697 m ü. A.). Er bildet mit dem Gesengköpfl (885 m ü. A.) einen natürlichen Pass (hierorts Werfener Bichel genannt), zwischen Gesengköpfl und Zetzenbergkogel (740 m ü. A.) bildet auch die Salzach ein Engtal. Dadurch ist der Pass der einzige Zugang zum Pass Lueg von Süden (dazwischen liegt noch der Tennecker Kessel) und so eine strategische Schlüsselstelle auf der uralten Alpentransversale entlang der Salzach südwärts, die Salzburg mit Graz und Südosteuropa ebenso verbindet wie mit Venedig und ganz Italien, wie auch dem Zugang Salzburgs zu seinen Gebirgsgauen, dem Innergebirg.
Der Bau der Festung Hohenwerfen wurde in den Jahren 1075 bis 1078 von Erzbischof Gebhard von Salzburg (1060–1088) initiiert.
Die Burg wurde damals in einem schlichten Baustil errichtet, da man seinerzeit erst mit dem gemauerten Burgenbau begann. 100 Jahre nach den Kreuzzügen wurden dann Schießscharten, Wehrerker, Zwinger und Flankierungstürme dazu errichtet.
Die erste vollendete Burganlage entstand in den Jahren 1127 bis 1142. Danach stellten die Erzbischöfe Salzburgs die Bautätigkeit weitgehend ein.
Im Verlauf des Bauernkriegs wurde die Festung 1525 in Brand gesteckt und beschädigt. Bei der nachfolgenden Renovierung entstanden das erste Sperrbogengebäude, an dem sich die Portenwache befand, und eine kleine Bastei mit dem Wallerturm, sowie die Anlage eines gedeckten Ganges (Riemergang) und der Finsteren Stiege. Bis 1534 wurden an den Vorburgen bedeutende Verbesserungen vorgenommen, Anlass war die drohende Gefahr durch die Türken.
Als Erbauer dieser neu errichteten Festung wird vor allem Erzbischof Johann Jakob Khuen von Belasy genannt, der die Burg mit Hilfe italienischer Baumeister renovieren ließ. Sie hatte fast schon den Charakter der heutigen Burg.
1898 erwarb Erzherzog Eugen das Anwesen und ließ es zu seinem Fürstensitz ausbauen. Hier befand sich auch seine große Kunst- und Waffensammlung.
Im Jahre 1931 brach ein Schwelbrand auf der Burg aus, der weite Teile des Osttraktes, des Südtraktes mit dem Kapellenturm und auch des Nordtraktes fast zur Gänze zerstörte. Es konnten Teile des Inventars und der Glockenturm mit der großen Glocke – dem Burgahnl – gerettet werden. Der Schaden war jedoch beträchtlich.
Die Festung wurde in der Folge zum Teil wieder repariert, doch musste Erzherzog Eugen die Burg 1938 an die nationalsozialistische Gauleitung verkaufen.
Während des Zweiten Weltkrieges befand sich eine Gauführerschule der NSDAP auf der Burg. Mit Ende des Weltkrieges ging die Burg in den Besitz des Landes Salzburg über. Die Burg wurde zunächst als Ausbildungszentrum für die Gendarmerie genutzt und ist seit 1987 für den Tourismus freigegeben.
Von außen betrachtet ist die Burg ein sehenswertes Highlight. Das Innere hat uns dann etwas enttäuscht. Bis zur Greifvogelshow hatten wir noch Zeit und so sahen wir uns die Leonardo daVinci-Ausstellung an. Ganz nett, aber ein Zusammenhang zwischen Burg und Leonardo konnte ich nicht finden. Zu sehen ist die Austellung noch bis Ende des Jahres
1968 diente die Festung Hollywood als Kulisse für den Spielfilm Agenten sterben einsam mit Clint Eastwood und Richard Burton. Auch dazu gibt es eine Ausstellung (die wir aber nicht angesehen haben, weil wir den Film nicht kannten)

Danach wohnten wir der Greifvogelshow bei. Gezeigt wurden Falken, Adler und Geier im Freiflug, aber leider wirkte die ganze Show sehr unkoordiniert und durch die Größe der zur Verfügung stehenden Fläche war es etwas unübersichtlich.
Es war vertane Zeit, viel von den Vögeln hat man nicht gesehen und besondere Informationen erhielt man auch nicht.
Interessanter war danach zumindest das Falknereimuseum und die Burgführung, die Teile der Burg zeigte, die man ohne Führung nicht zugesehen bekommt.

Bevor wir dann in den Salzburger Zoo fuhren, aßen wir in Magno. Normalerweise essen wir beim Italiener Pizza, aber diesmal hatten wir uns für Pasta entschieden. Vielleicht war das eine schlechte Entscheidung, die Pizzen sahen nämlich echt gut aus. Die Pasta war zwar lecker, aber die Portionen unterschiedlich groß. Meine Ravioli mit Butter und Salbei waren sehr übersichtlich. Ohne Antipasti davor wäre ich wohl nicht satt geworden.
Aber … es hat geschmeckt, das Personal war nett (auch wenn es merkwürdig ist, wenn jemand kein deutsch spricht…
Auf Nachtisch haben wir verzichtet, den haben wir uns beim benachbarten McDonalds geholt (McFlurry).
Dann ging es endlich in den Nachtzoo, obwohl es noch hell war … aber das änderte sich schnell und bald war es stock dunkel, mit Ausnahme der dezenten Beleuchtung. Vor allem bei der Außenanlage der Kapuzineraffen waren die Fledermäuse sehr aktiv. Auch im Paludarium habe ich (erstmalig) Fledermäuse gesehen (natürlich tropische und keine einheimischen, obwohl das erste Tier, das mir untergekommen ist eine Ratte war … nicht unbedingt das, was man erwartet hätte).
Die Tapire waren sehr aktiv, was von einigen Besuchern falsch interpretiert wurde. Ich hätte die Tiere gerne länger beobachtet, aber irgendwie hat mich das Gelaber genervt (richtig gestellt habe ich es aber auch nicht …).
„Die Tiere sind gestresst. Die sind normalerweise drinnen und tagaktiv. Die sind die nächtliche Beleuchtung nicht gewohnt …“
Tapire sind nachtaktiv. Die Beleuchtung war nicht sehr auffallend und es gab genug schattige Plätze (ich weiß allerdings nicht, wie die Beleuchtung nachts außerhalb des Nachtzoos aussieht). Die Tiere können wählen ob sie auf der Außenanlage oder im Stall sein wollen (das wurde uns bei einer kommentieren Fütterung bei einem anderen Nachtzoo erklärt).
Später, als wir erneut bei den Tapiren vorbei kamen, waren sie nicht zu sehen. Entweder sie haben sich nach innen verzogen oder waren im Schatten.
Neu sind Korsaks bei den Braunbären, gesehen haben wir sie aber (leider) nicht. Und gegenüber der Nashornanlage entsteht die neue Pinguinanlage (allerdings war es zu dunkel für Fotos).
Natürlich gab es auch einige Aktivitäten während des Nachtzoos, aber wir sind nur durch den Zoo gewandert und haben uns nicht an den Führungen beteiligt. Davon gab es aber einige.

Die Heimfahrt ging schneller als die HiInfahrt, allerdings gab es an der deutschen Grenze etwas Stau.
Will man von Deutschland aus nur zum Zoo, lohnt die Vignette nicht. Die Strecke ist nicht merklich länger und der Grenzstau fällt weg. Zumindest war das bei unseren letzten Besuchen (ohne Vignette) der Fall. Aber am Samstag waren wir ja nicht nur im Zoo unterwegs …

Eisriesenwelt
Burg Hohenwerfen
Landesfalkenhof Hohenwerfen
Zoo Salzburg

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