Doreen Fräßdorf: Artensterben – Ausgestorbene Säugetiere seit 1500 (Rezension)


Doreen Fräßdorf betreibt die Seite Artensterben.de. Dort geht es, wie man es vermuten kann, um ausgestorbene Tiere der Neuzeit (also alles ab 1500). Mit ARTENSTERBEN – AUSGESTORBENE SÄUGETIERE SEIT 1500 liegt nun ein Buch vor, das sich ebendiesem Thema widmet (wobei es eigentlich um ausgestorbene Tiere geht, Artensterben an sich würde Tiere betreffen, die noch aussterben könnten, aber das sind Kleinigkeiten und … nun ja, irgendwie trifft es auch zu). Fast 300 Seiten und nur Säugetiere … eigentlich ein trauriges Buch, aber eines, das umso wichtiger ist, denn nur weil viele Tiere aussterben, dürfen sie nicht in Vergessenheit geraten. Und nicht jedes kann so spektakulär wie ein Wollhaarmammut oder Tyrannosaurus rex sein.
Hast du schon einmal vom Baiji, vom Falklandwolf oder vom Pyrenäensteinbock gehört?
Diese Tiere sind nicht in der fernen Vergangenheit verschwunden, sondern erst vor wenigen Jahrzehnten oder Jahrhunderten – manche sogar noch zu Lebzeiten deiner Eltern oder Großeltern. Und doch wissen heute nur wenige, dass es sie überhaupt gab.
Dieses Buch erzählt die faszinierenden, bewegenden und oft tragischen Geschichten jener Säugetiere, die in den letzten 500 Jahren ausgestorben sind. Anschaulich, wissenschaftlich fundiert und trotzdem leicht verständlich erfährst du:
Was dich in diesem Buch erwartet
Lebensweise, Verbreitung und Besonderheiten ausgestorbener Säugetiere
Ursachen des Aussterbens: Lebensraumverlust, Jagd, invasive Arten, Klimawandel und menschliche Eingriffe
Letzte Sichtungen und historische Berichte, die Naturgeschichte lebendig machen
Zahlreiche Illustrationen, die die Tiere wieder sichtbar werden lassen
Ein Sachbuch, das Wissen vermittelt – und emotional berührt
Warum dieses Buch wichtig ist
Das Artensterben ist eine der größten Krisen unserer Zeit. Dieses Buch zeigt nicht nur, wie einzigartige Tiere verschwunden sind, sondern auch, was wir daraus lernen können. Es verbindet Biologie, Umweltbildung und spannende Naturgeschichte – ideal für junge Leser*innen und alle, die sich für Naturschutz interessieren.

Das Buch richtet sich an Jugendliche, aber das sollte niemanden der sich für die Tierwelt interessiert davon abhalten, das Buch zu lesen. Es geht nicht nur um ausgestorbene Tiere, es gibt auch zahlreiche Erklärungen aus der Zoologie. So wird in vielen Infokästen u. a. erklärt was Inselgigantismus oder- verzwergung ist, was man unter Geschlechtsdimorphismus versteht oder was invasive Arten sind. Und so ist Artensterben ein Buch das viele Themen abdeckt, rund um ausgestorbene Tiere (und auch die noch lebenden werden nicht gänzlich ignoriert).
Und neben den bekannteren ausgestorbenen Tieren wie die Stellersche Seekuh oder der Beutelwolf, werden auch viele kleine erwähnt, die es nicht verdient haben, vergessen zu werden (nur weil sie klein sind).
Doreen Fräßdorf gelingt mit ARTENSTERBEN ein gut verständliches und gleichzeitig fundiertes Sachbuch über einen wichtigen, aber oft übersehenen Teil der Naturgeschichte: Anstatt sich auf prähistorische Aussterbewellen zu konzentrieren, rückt das Buch die Arten ins Zentrum, die in historischen Zeiten verschwunden sind und die vielen Lesern vielleicht noch unbekannt sind.
Was das Werk auszeichnet, ist seine verständliche Sprache und die klare Struktur: Lebenserklärungen, Verbreitungen, Ursachen des Aussterbens und historische Beobachtungen werden sachlich aufbereitet, ohne in unnötig komplizierte Fachsprache zu verfallen, leicht verständlich für den Laien.
Zahlreiche Illustrationen und Infoboxen unterstützen das Veständnis schwieriger Begriffe wie „Endling“ oder die verschiedenen Aussterbeursachen. Die Darstellung macht deutlich, dass Lebensraumverlust, Jagd, invasive Arten und klimatische Veränderungen keine bloßen Schlagworte sind, sondern reale, tragische Schicksale hinterlassen haben.
Ein weiterer positiver Aspekt ist die emotionale Komponente: Durch historische Berichte und letzte Sichtungen wird die Perspektive des Verlusts erlebbar – das Buch informiert nicht nur, es bewegt auch. Gleichzeitig bleibt der Ton sachlich und gut recherchiert.
Ein Buch das durch seine Stärken überzeugt, da mag man über kleine Schwächen (und vielleicht auch den Preis, wenn man sich nicht das ebook zulegt) hinwegsehen. So sind manche Bilder falsch beschriftet (da wird aus einem Vari ein Indri oder ein Paka zum Pakarana) und manche Tiere sind nicht das, was sie zu sein scheinen (da werden beispielsweise Schleichkatzen mit Katzen in einen Topf geworfen)

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(Rezensionsexemplar)

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