Christoph Nietfeld: Der wilde Weg der Honigbienen (Rezension)

Können Honigbienen heute ohne das Zutun des Imkers überleben? Uwe Rabe und Christoph Nietfeld eint die Überzeugung, dass der menschliche Umgang mit den Honigbienen einer Korrektur bedarf. Sie haben sich deshalb die Zeit genommen, die Bedürfnisse „ihrer“ Bienen zu erforschen. So wurden sie zu aufmerksamen Beobachtern, die in ihrem Buch beschreiben, was geschah als sie die Kontrolle als Imker losließen. Finden die vom Menschen nur begleiteten Bienen in ihre natürliche Kraft zurück? Ein Buch, das nicht nur Laien, sondern auch allen Imkern, die mit Herz und Seele bei der Sache sind, einen Einblick sowohl in ihre menschlichen Denk-Gewohnheiten als auch in die ursprüngliche Welt der Bienen ermöglicht. „Der wilde Weg der Honigbienen“ ist nicht nur eine spannende und ungewöhnliche Erzählung, sondern leistet auch einen sachlichen Beitrag auf dem Weg in eine wesensgemäße Bienenhaltung über die es sich nachzudenken, besser noch nachzufühlen lohnt. Dieses Buch tritt ein für einen Paradigmenwechsel in der Bienenhaltung und damit auch für mehr Vertrauen in das Leben und in sich selbst. Wir Menschen sind so daran gewöhnt, die Dinge rational zu betrachten. Was aber, wenn die Natur viel klüger ist als wir denken?
Der wilde Weg der Honigbienen hat mich wirklich überrascht. Ich habe ein Buch erwartet, das sich mit einer alternativen Version der Imkerei befasst und obwohl ich selbst kein Imker bin finde ich die Bienenhaltung interessant (und ich liebe Honig, aber dazu später mehr).
In gewisser Weise habe ich das auch bekommen, aber doch anders als erwartet.
Christoph Nietfeld berichtet von seiner Art der Bienenhaltung, die anders als die eines Imkers ist, denn auch wenn Bienen im Mittelpunkt stehen, der Honig (oder die Verarbeitung desselben) spielt eine untergeordnete (oder keine) Rolle.
Er beginnt bei seiner Überlegung der Unterbringung, hat (neue) Überlegungen zur Varroa-Milbe und bietet genügend Stoff zum Nachdenken, nicht nur für Imker sondern auch Honigliebhaber (und Bienenfreunde).
Ich habe nicht damit gerechnet ein Buch über die Ausbeutung der Honigbiene zu lesen (denn wie jedes andere Nutztier auch wird die Biene ausgenutzt), das Bienen (oder Insekten)sterben ist eher in den Medien präsent (oder die Massentierhaltung von Wirbeltieren). Aber, das Buch mahnt nicht, es weist nur auf diverse Dinge hin und stößt das Denken an.
Bienen sind wichtig, Honig ist (aus meiner Sicht) lecker, aber brauchen wir den Honig unbedingt? (Veganer werden verneinen).
Gut, all das ist nur ein Teil des interessanten Buches. Es geht um Bienen und die Umwelt, und der Umgang der Menschen damit.
Natürlich ist Der wilde Weg der Honigbienen auch ein sehr persönliches Buch, das die Gedanken der Autoren wiedergibt.
Und ich selbst überlege, ob ich wirklich Honig brauche, und ob ich ihn auch so wertschätze, wie er (und die Bienen) es verdient.

Wer sich für die Imkerei interessiert, wird in diesem Buch wenig hilfreiches finden.
Wer sich für die Biene als Tier interessiert, wird auch nicht viel erfahren.
Wer sich aber für den Umgang mit den Bienen (und einer alternativen Haltungsweise der wichtigen Tiere) interessiert, der wird in diesem Buch einige interessante Ansätze finden.

(Rezensionsexemplar)

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