Axel Gutjahr: Die Süßwasserfische Mitteleuropas (Rezension)

Ob Aal, Bachforelle, Grundel, Hecht oder Wels – dieses Buch stellt 68 Süßwasserfische vor, die in Mitteleuropa zu finden sind. Axel Gutjahr unterscheidet zwischen fließenden Gewässern, wie Bächen oder Flüssen, und stehenden, also Seen, Tümpel oder Teiche. Neben wichtigen Bestimmungsmerkmalen, ihrem dem Lebensraum angepassten Körperbau und den Verbreitungsgebieten beschreibt der Autor die bevorzugten Biotope und informiert über Nahrung und Laichzeit, aber auch über die faszinierenden Jagd- und Vermehrungsstrategien der häufigsten, in mitteleuropäischen Süßgewässern vorkommenden Wirbeltiere. Dieser höchst informative Naturführer macht neugierig und regt dazu an, unsere heimischen Fische besser kennenzulernen.

Die Süßwasserfische Mitteleuropas beschreibt die häufigsten und bekanntesten   mitteleuropäischen Fischarten (einschließlich einiger Seltenheiten) in alphabetischer Reihenfolge, von Aal bis Zope. Auch auf die Neunaugen, die keine Fische sind (aber oft für diese gehalten werden), wird eingegangen. Jeder Art wird mit steckbriefartige Erläuterung vorgestellt. Tiefer gehende Informationen, einschließlich aussagekräftiger Bilder finden sich auf den darauffolgenden Seiten. Unter den vorgestellten Arten finden sich auch einige Neozoen: Blaubandkärpfling, Silberkarpfen und Sonnenbarsch, um einige Beispiele zu nennen.
Beiträge zu verschiedenen Lebensräumen und etwas Wasserchemie (sowie allgemeine Informationen über Fische) runden das Gesamtwerk ab. Zusätzlich sind die hervorragenden Bilder hervorzuheben.
Ein fast perfektes Buch… aber nur fast, denn in meinen Augen enthält es ein paar Schwachpunkte:
Bezüglich der Systematik hätte ich mir auch die Erwähnung der Ordnung gewünscht. Die Tiere werden nur mit ihrer Familie vorgestellt.
Das ist aber nur ein Wunsch meinerseits. Das Buch basiert nicht auf der systematischen Stellung der Fische, obwohl… was mir das Buch etwas verleidet hat ist ein systematischer Fehler.
Es betrifft die Neunaugen. Diese gehören zu den Rundmäulern, die noch mit ca. 130 Arten vertreten sind. Soweit ist es richtig und danach wird es systematisch vollkommen falsch (mir fällt ein anderes Wort ein, aber ich will nicht ausfallend sein, mich hat das nur etwas geärgert): Laut Buch (oder Axel Gutjahr) teilt man die Rundmäuler in die Ordnung der Neunaugen und die Familie der Stachelaale aus der Ordnung der Kiemenschlitzaale ein.
Das ist nicht korrekt und ich weiß nicht wie dieser offensichtliche Fehler übersehen werden konnte:
Rundmäuler bestehen aus den Ordnungen der Neunaugen und der Schleimaale. Beide Ordnungen gehören systematisch gesehen nicht zu den Fischen. Die Stachelaale sind eine Familie aus der Ordnung der Kiemenschlitzaale und gehören damit zu den Barschverwandten und sind demnach Knochenfische (oder genauer gesagt Strahlenflosser).
Ignoriert man das und beschränkt sich auf den Bestimmungsteil (Stachelaale gibt es in Mitteleuropa nicht) bekommt man ein empfehlenswertes Buch.

(Rezensionsexemplar)

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