3. Zooreise 2021 – Tag 1: Ein Wildpark und zwei sehr unterschiedliche Burgen

Bei Regen und 15 Grad fuhren wir los, die fränkische Schweiz zu erkunden. Nicht zum ersten Mal, aber diesmal sollte es anders sein, da wir nicht in einem Ibis-Hotel nächtigen wollten, sondern auf dem Land auf einer Burg. Und Burgen gibt es einige in der fränkischen Schweiz. Unser Ziel war Burg Rabenstein in Ahorntal.
Bevor wir aber unser Übernachtungsziel erreichen sollten standen ein Besuch im Wildpark Hundshaupten und die Besichtigung der Riesenburg an.
Weitere Programmpunkte sollte es auf dem Gelände von Burg Rabenstein geben.

Irgendwann auf dem Weg zum Wildpark hörte es auch auf zu regnen und die Temperaturen stiegen etwas…

Den Wildpark hatten wir schon öfter besucht, er war auch nicht sonderlich stark besucht trotz Ferien … Maskenpflicht gab es im Eingangsbereich und in den Toiletten. vor dem Besuch muss man sich online ein Ticket reservieren, Karten kann man aber anscheinend nur vor Ort kaufen.
Nach Hundshaupten ging es weiter zur Riesenburg, einer Einsturzhöhle/Höhlenruine bei Wiesenttal, die ohne große Wanderung leicht erreichbar ist und einen spektakulären Anblick bietet.

Auf dem Weg zur Riesenburg

Im süddeutschen Weißen Jura lag im Zeitraum von etwa 161 bis 150 Millionen Jahren ganz Süddeutschland im Bereich eines Flachmeeres. In dieser Zeit wurden wegen ständiger Absenkung der Kruste mächtige Gesteinsfolgen am Meeresgrund abgelagert. Die Jura-Sedimente bilden heute den größten Teil der in der Frankenalb auftretenden Gesteine und sind auch Grundmaterial der Riesenburg.
Durch Hebungen der europäischen Kontinentalplatte gegen Ende des Oberen Jura zog sich das Meer zurück und größere Flächen wurden zu Beginn der folgenden Kreidezeit zunächst Festland. Während dieser Zeit herrschte tropisches Klima und es kam zu einer intensiven Verwitterung der vorher entstandenen Kalk- und Dolomitgesteine. Durch diese Verkarstung entstand der unterirdische Hohlraum der Riesenburg. Die möglicherweise in der Zeit der Oberkreide schon vorhandene Höhle wurde dann fast vollständig mit eingespülten lehmigen Sedimenten verfüllt. In dieser Zeit stieß erneut ein Meer in den Bereich der Frankenalb vor.

Riesenburg

Nach dem Rückgang des Meeres konnte der damals höher gelegene Fluss Wiesent in die Höhle fließen, erweiterte sie und trug die abgelagerten Sedimente aus. Dadurch fehlten nun die umgebenden Gesteine und die Hohlraumfüllung, welche die Höhle vorher stabilisiert hatten. Dies führte irgendwann zu einer Instabilität in der Decke und sie stürzte fast vollständig ein. Die vorhandenen, teilweise über zehn Meter hohen, drei Bögen stellen die Rest des ehemaligen Höhlendaches dar. Einer der Bögen ist über einen Weg begehbar.
Im Tertiär erfolgte durch regionale Hebung ein erneuter Meeresrückgang sowie eine teilweise Freilegung der Juralandschaft.
Erhalten geblieben sind auch ausladenende Überhänge, so genannte Balmen, sie sind jetzt der Lebensraum von einzigartigen Pflanzengemeinschaften, den so genannten Balmenfluren.
Ein kleinerer Teil der ehemaligen Höhle existiert noch im hinteren Teil der Riesenburg.
Eine kleinere Höhle befindet sich etwas unterhalb der Riesenburg.

Burg Rabenstein

Danach fuhren wir weiter zur Burg Rabenstein. Um 14 Uhr hatten wir eine Burgbesichtigung reserviert, da wir aber viel zu früh vor Ort waren gab es noch Kaffee und Kuchen im Biergarten der Burgschänke. Leider begann es wieder zu regnen, aber dank eines Sonnenschirms blieben wir einigermaßen trocken.
Die Burgbesichtigung war für Übernachtungsgäste umsonst, an musste sich nur Anmelden.
Die Höhenburg befindet sich auf einem felsigen Bergsporn auf etwa 420 Meter Höhe über dem Tal des Ailsbaches, 6,5 Kilometer nordwestlich von Pottenstein.

Die ältesten Teile der Burg entstanden im ersten Viertel des 12. Jahrhunderts in der Herrschaft Waischenfeld. Zur gleichen Zeit ist das Ministerialengeschlecht Rabenstein, das als Erbauer der Burg gilt und den Raben im Wappen führte, im Dienste der Edlen von Waischenfeld dokumentiert. Anfang des 13. Jahrhunderts wurde die Vorburg ausgebaut. Während der nächsten Jahrhunderte wechselten Besitzer und Bewohner der Burg, darunter die Familie von Schlüsselberg und die Burggrafen von Nürnberg. Im Jahr 1450 wurde die Burg im Ersten Markgrafenkrieg zerstört und ab 1489 von Konz von Wirsberg wieder aufgebaut.
Im Jahr 1557 ging die Burg an die zum Adelsgeschlecht aufstrebenden „von Rabenstein“, die damit ihren Stammsitz zurück erwarben. Daniel von Rabenstein baute die Burg 1570 erneut um, wobei die ehemalige Vorburg mit der Hauptburg verschmolzen wurde.
Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Burg erneut durch kaiserliche Truppen vollständig zerstört, da der Burgherr Hans Christoph von Rabenstein auf Seiten der Schweden stand. Nach dem Krieg wurden zwischen 1648 und 1728 neben dem Wirtschaftshof lediglich kleinere Gebäude wiederhergestellt.
1742 starb das Geschlecht der von Rabenstein aus und die Burg ging an die Grafen von Schönborn-Wiesentheid, die die Burgruine 1829/30 für einen Königsbesuch von Ludwig I. umgestalteten.

Nach der vierzigminütigen Führung und dem Einchecken im Hotel besuchten wir den Falkenhof Burg Rabenstein und sahen einer Flugshow zu. Diese war anders als die von uns bisher besuchten, da viel auf die Ausbildung der Greifvögel eingegangen wurde und diese auch gezeigt wurde.
Bei der Burgschenke und dem Falkenhof musste man sich, wenn man keine Zettel ausfüllen wollte mit der Luca App anmelden. Das Anmelden war kein Problem … aber das Abmelden, so ganz ohne Netz… (bei der Falknerei konnte ich mich erst im Laufe des nächsten Tages abmelden …)
Der letzte Programmpunkt war das Wildschweinessen auf der Burg, leider als Menü und nicht als Buffet, Corona sei dank.
Aber das Menü war eine entschleunigte Sache mit reichlich Alkohol. Salat, Suppe, Wildschweinbraten mit zweierlei Knödeln in Schwarzbiersauce …
Allerdings hätte mich durchaus interessiert wie das Buffet ausgesehen hätte.

Wildpark Hundshaupten
Falkenhof Burg Rabenstein
Burg Rabenstein

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