Zoopresseschau

Goldtakin (Zoo Augsburg)

Zoo Augsburg 21.01.2022
Aus dem Januar-Newsletter
Die Herrentruppe bei den Goldtakinen ist komplett, nachdem vor 10 Tagen das Männchen aus dem Tierpark Berlin angekommen ist. Die Befürchtung, dass sich die Eingewöhnung schwierig gestalten könnte, da die beiden „Residenten“ sich gegen den Neuankömmling zusammenschließen, hat sich glücklicherweise nicht bewahrheitet. Alle haben sofort harmonisch zusammengefunden.
Aus dem Vogelpark Olching kamen drei Edelpapageien. Mit dem Goldtakin reiste ein Zwergürtelschweif aus dem Zoo Berlin an, und 5 Moosfrösche aus dem Tierpark Chemnitz.
Im Tausch gegen die Edelpapageien gingen 4 chinesische Zwergwachteln an den Vogelpark Olching. Die Nachzucht bei den Rosenhalsfruchttauben wurde an einen privaten Halter abgegeben.
Wegen innerartlicher Aggression, aus der erhebliche Verletzungen resultierten, musste leider ein Katta eingeschläfert werden.
Durch RHD (sogenannte Chinaseuche) starben drei Kaninchen. Nachdem in Augsburg noch nie diese Viruserkrankung aufgetreten ist, wird vermutet, dass sie durch Stechmücken eingetragen wurde. Die restlichen Kaninchen wurden nun sofort geimpft und werden, bis der Impfschutz aktiv ist, in Quarantäne gehalten.
Im Vogelbestand gab es folgende Todesfälle: ein Blutschnabelweber, ein Sperlingspapagei, ein Mausvogel und ein Kuhreiher.
Das Jahr verlief besuchertechnisch etwas besser als 2020. Durch die Einführung der 2G+ Regelung über ein paar Wochen, verlor der Zoo im November/Dezember massiv an Besuchern. 482.000 Besucher kamen 2021 in den Zoo, das waren 40.000 mehr gegenüber dem Vorjahr.
Zum Vergleich: 2019 waren es 718.490 Personen, die den Zoo besuchten.

Zoologischer Garten Berlin 21.01.2022
Der Turm der Wünsche – Baufortschritt für die Nashorn-Pagode im Zoo Berlin
Tausende Fahrgäste passieren täglich den Bahnhof Zoologischer Garten: Zukünftig wird man bei der Ein- oder Ausfahrt in den Fernbahnhof ein neues, auffälliges Bauwerk erspähen können. Denn für die Nashorn-Pagode im Zoo Berlin wächst aktuell ein 25 Meter hoher Turm in dem Himmel als Denkmal für den Artenschutz. Auf rund 14.000 m² entsteht eine sumpfige Graslandschaft für Panzernashörner, Pustelschweine und Tapire, welche dem natürlichen Lebensraum der Tiere nachempfunden wird. Nach der Grundsteinlegung im Spätsommer 2021 hat sich einiges auf der Baustelle getan: Die letzten Elemente des Turms, bestehend aus 68 gestapelten Elementen aus Beton die jeweils bis zu 10 Tonnen wiegen, werden aktuell montiert. Eine Turmspitze aus goldgelb-lackiertem Blech wird später weit über die Grenzen des Zoos hinaus in der Sonne funkeln. Und auch der Rohbau des Innenbereichs ist bereits weit fortgeschritten und wird in wenigen Wochen fertiggestellt. Zwischen hohen Gräsern und idyllischen Wasserläufen werden sich ab Frühjahr 2023 graue Schwergewichte ein Schlammbad gönnen. Die Gäste des Zoos können sich derweil auf eine Reise in die Heimat der faszinierenderen Tiere begeben und mehr über ihren Lebensraum im Nordosten Indiens erfahren. Im Zentrum der Anlage – dem 25 Meter hohen Turm – werden die Besucher*innen an einem Wunschbrunnen die Möglichkeit haben, direkt einen Beitrag für den Artenschutz zu leisten. Sämtliche Spenden fließen in Artenschutzprojekte, unter anderem für den Schutz des Panzernashorns in nordostindischen Assam. Aus Wunsch soll Wirklichkeit werden – Denn es sah nicht immer rosig aus für das Panzernashorn! Einst wären die Tiere beinahe ausgerottet worden. Mittlerweile haben sich die Bestände zwar erholt, als bedroht gelten Panzernashörner jedoch noch immer. Auch für viele andere Tierarten ist die Lage dramatisch – die Weltnaturschutzunion IUCN listet aktuell fast 37.500 Tier- und Pflanzenarten als bedroht. Das sind mehr als jemals zuvor. „Wir stehen vor einer großen, komplexen und überaus bedrohlichen Herausforderung. Auf Wünsche müssen Taten folgen, damit bedrohte Tiere wie das Panzernashorn auf unserer Erde langfristig eine sichere Zukunft haben“, erklärt Zoo- und Tierparkdirektor Dr. Andreas Knieriem. „Und wir müssen uns bewusstmachen, dass mit schwindender Biodiversität die Grundlage jeglichen Lebens auf unserem Planeten Stück für Stück verloren geht. Daher geht dieses Thema jeden einzelnen von uns an.“ Der auffällige Turm wird nun weit über die Grenzen des Zoos hinaus auf dieses wichtige Thema aufmerksam machen. Die Finanzierung der naturnahen Nashorn-Anlage konnte bereits vor der Corona-Pandemie sichergestellt werden, sodass dieses Bauprojekt wie geplant umgesetzt werden kann. Für den Bau der Nashorn Pagode sind insgesamt rund 20 Millionen Euro veranschlagt. Wie auch der Panda Garden wird die Nashorn Pagode vom Berliner Architekturbüro dan pearlman Erlebnisarchitektur geplant.

Zoo Landau in der Pfalz 21.01.2022
Tierschutz: Kinder lernen respektvollen und achtsamen Umgang mit Tieren – Kostenfreies Exklusivprogramm für Kindertagesstätten ab Februar
Kinder im Umgang mit Tieren vertraut machen – das ist das Ziel des neuen Programms der Zooschule. Im Mittelpunkt stehen die Tiere im Streichelzoo. Im Rahmen eines rund zweieinhalbstündigen Programms sollen Vorschulkinder lernen, wie man schrittweise auf Ziegen und Schafe zugeht, ohne sie zu erschrecken, wie man Tiere fachgerecht streichelt, striegelt und füttert. Sie lernen die Körpersprache der Tiere richtig zu deuten und erfahren, was Jungtieren Angst bereitet. Darüber hinaus lernen die Kinder Interessantes zum Umgang mit Kaninchen, Minischweinen und Hühnern. „Die Kinder sollen den Umgang mit Tieren als etwas Natürliches empfinden, bei dem man emphatisch agieren und das Tier erst einmal kennenlernen muss“, betont die Leiterin der Zooschule, Gudrun Hollstein. Zum Abschluss erhalten alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer einen Streichelzoo-Führerschein. Das Programm ist für 15 Gruppen kostenfrei. Möglich macht dies der Linonsclub Landau mit seiner großzügigen Spende. Anmeldungen können ab sofort in der Zeit von 8 bis 13 Uhr telefonisch unter 0 63 41/13-7011 in der Zooverwaltung erfolgen. Weitere Informationen zum Programm: Sprechstunde der Zooschule – dienstags von 13.30 Uhr bis 15 Uhr.

Zoo Salzburg 21.01.2022
Trauer um Yagul: Zoo Salzburg nimmt Abschied von hochbetagtem Puma
Er wird fehlen. Im kommenden Mai wäre Yagul 21 Jahre alt geworden. „Das hat er leider nicht mehr ganz geschafft“, bemerkt Geschäftsführerin Sabine Grebner. „Bei dem betagten Puma kamen mehrere gesundheitliche Probleme zusammen, die altersbedingt zu einem sehr schlechten Allgemeinzustand führten, so dass wir uns dazu entschlossen haben, Yagul heute früh zu erlösen.“ Die Trauer ist vor allem bei den Tierpflegern, die tagtäglich mit dem altehrwürdigen Puma zu tun hatten, sehr groß. Aber auch die Besucher werden ihn vermissen, lebte er doch bereits seit mehr als 19 Jahren im Zoo Salzburg. Die meiste Zeit seines langen Lebens verbrachte der am 8. Mai 2001 im Zoologischen Garten Breslau geborene Kater zusammen mit seiner Partnerin Winnie, die bereits 2019 verstarb. Das Puma-Pärchen sorgte in den Jahren 2003 bis 2013 acht Mal für Nachwuchs. Das letzte Jungtier der beiden Raubkatzen kam am 24. Dezember 2013 zur Welt. Kater Maxxum lebt heute in einem Zoo in Deutschland.

Zoo Heidelberg 21.01.2022
Die etwas anderen Faschingsferien im Zoo Heidelberg Spannende Workshops mit der Zoo-Akademie
Während der Faschingsferien Anfang März gibt es im Zoo Heidelberg bei mehreren Workshops wieder einiges zu entdecken! Das Team der Zoo-Akademie hat ein spannendes Programm geplant. Los geht es am Rosenmontag mit dem närrischen Karneval im Zoo für Narren ab fünf Jahren. Vier weitere Workshops, die im Laufe der Faschingswoche stattfinden, runden das Programm ab: Beim „DNA-Check für den Artenschutz“ oder bei Workshops zu den Themen „Raubtiere“, „Die Technik-Tricks der Tiere“ und „Tiere Afrikas“ kommen Tierfreunde in punkto Spaß und Abenteuer voll auf ihre Kosten. Ob sich die hübschen Zebras wohl extra für die Fastnacht verkleidet haben? Mit ihrem schwarz[1]weißen Streifen sehen sie richtig besonders aus – sicher ein Anreiz für alle Kinder, am Rosenmontag ebenfalls geschminkt und kostümiert zum Karneval im Zoo zu erscheinen! Ob Pelz oder Schuppenpanzer, Federn oder Stachelkleid, die Tierwelt hat eine unglaubliche Vielfalt an Mustern, Formen und Farben zu bieten. Gemeinsam mit den Rangern gehen die Kinder den vielen spannenden und witzigen Fragen rund um die Kostüme der Tiere nach. Spannend geht die Woche mit vier Workshops weiter: Beim Workshop „DNA-Check für den Artenschutz“ am Dienstag wird es wissenschaftlich. Um geeignete Zuchtpaare für den Artenschutz zu finden, muss deren DNA genauer untersucht werden. Beim Workshop „Raubtiere“ am Mittwoch wird es gefährlich und abenteuerlich. Wer von den Zootieren, wie Tiger oder Löwe, ist wohl ein besonders listiger Räuber? Beim Workshop „Die Technik[1]Tricks der Tiere“ am Donnerstag wird der Zoo auf eine ganz neue Art und Weise erkundet: Die Teilnehmer begeben sich auf die Suche nach tierischen Vorbildern für technische Erfindungen und zum Abschluss steht für die Teilnehmer am Freitag beim Workshop „Tiere Afrikas“ eine abwechslungsreiche Safari an Termine, Tickets & Co.- Alle Workshops können per E-Mail oder telefonisch während der Sprechzeiten gebucht werden (zzgl. einer Bearbeitungsgebühr von 4,00 €) oder Tickets ebenfalls an der Zookasse erstanden werden. Detaillierte Informationen zu den einzelnen Workshops finden Sie unter: https://www.zoo-akademie.org/de/angebot/workshops. Bei Fragen stehen Ihnen die Zoo-Mitarbeiter telefonisch unter 06221-645532 während der Sprechzeiten montags von 13 bis 16 Uhr sowie donnerstags von 10 bis 12 Uhr und von 13 bis 16 Uhr zur Verfügung. Übersicht der Workshop-Woche vom 28.02.22 – 04.03.22 − Workshop „Karneval im Zoo“ für Kinder/Jugendliche von 5 – 12 Jahren Rosenmontag, 28. Februar 2022 | 10 – 13 Uhr | Ticket 23,- €, inkl. Zoo-Eintritt − Workshop „DNA-Check für den Artenschutz“ für Jugendliche ab 12 Jahren Dienstag, 1. März 2022 | 10 – 14 Uhr | Ticket 23,- € inkl. Zoo-Eintritt − Workshop „Raubtiere“ für Schulkinder Mittwoch, 2. März 2022 | 10 – 13 Uhr | Ticket 23,- € inkl. Zoo-Eintritt − Workshop „Technik-Tricks der Tiere“ für Schulkinder Donnerstag, 3. März 2022 | 10 – 13 Uhr | Ticket 23,- € inkl. Zoo-Eintritt − Workshop „Tiere Afrikas“ für Schulkinder Freitag, 4. März 2022 | 10 – 13 Uhr | Ticket 23,- € inkl. Zoo-Eintritt

Wilhelma Zoologisch-Botanischer Garten Stuttgart 21.01.2022
Jahresrückblick und Ausblick 2022 – Wilhelma richtet nach Aufwärtstrend den Blick nach vorne
Nach einem tiefen Tal im ersten Corona-Jahr ging es 2021 für die Wilhelma wieder etwas bergauf. Deshalb kann der Zoologisch-Botanische Garten in Stuttgart eine befriedigende Bilanz ziehen und geht mit Tatendrang seine vielseitigen Projekte beim Bau neuer Anlagen im jungen Jahr an. Hatte sich die Zahl der Besucherinnen und Besucher 2020 auf 805.000 glatt halbiert, erholte sie sich nun auf 995.000. Eine gewichtige Rolle spielten dabei die verordneten Komplettschließungen zum Infektionsschutz. Der Lockdown betraf im Vorjahr noch 117 Tage. Nun waren es 96 Tage. „Der Ausfall blieb erheblich“, sagt Direktor Dr. Thomas Kölpin, „aber ob ein Drittel oder lediglich ein Viertel fehlt, macht bereits einen deutlichen Unterschied. Hilfreich war für uns, dass wir mit gesammelter Corona-Erfahrung und bewährtem Hygienekonzept 2021 nach den Schließungen das Tageslimit schneller hochsetzen konnten als zuvor.“ Dennoch blieb die Lage wirtschaftlich prekär. Das Land griff seinem Landesbetrieb mit rund 7,5 Millionen Euro unter die Arme, damit es auch hinter verschlossenen Toren weitergehen konnte. Schließlich müssen die Tiere und Pflanzen ohne Unterbrechung gepflegt werden. Beliebte Großveranstaltungen, etwa der Internationale Kindertag oder Halloween, die mehr Publikum bringen, sowie Zusatzangebote, die Einnahmen schaffen, wie zum Beispiel Kindergeburtstagsfeiern oder Führungen mussten weiter ausfallen. Immerhin konnte das Illuminationsevent Christmas Garden nach der Corona-Pause von 2020 nun wieder für zusätzliche Abendgäste sorgen. „Insgesamt dürfen wir uns glücklich schätzen, dass wir den Basisbetrieb aufrecht erhalten konnten“, so der Direktor. „Das verdanken wir dem leidenschaftlichen Engagement unserer Belegschaft unter den schwierigen Bedingungen. So konnten wir vermeiden, dass es unter den Tieren oder auch den seltenen Pflanzen wegen Corona zu Verlusten kam. Von unseren Gästen hören wir oft, dass sie dankbar sind, dass es überhaupt weitergeht, selbst wenn wir noch weit von der Normalität entfernt sind.“ Um die Einschränkungen etwas aufzufangen, setzte die Wilhelma verstärkt auf Digitalisierung. So startete sie im März einen Instagram-Auftritt, der mit Fotos, Videos und kurzen Berichten Einblick in die aktuellen Abläufe und Neuerungen gibt. Zu den erfolgreichsten Beiträgen zählten Luftaufnahmen der Magnolienblüte, die wegen der Corona-Schließung ohne Publikum ablief. 45.000 Mal wurde das Drohnenvideo abgerufen. 12.500 Menschen verfolgen inzwischen per kostenlosem Abo kontinuierlich die Impressionen im Internet. Die Wilhelmaschule stellte sich auf Fernunterricht ein und entwickelte anschauliche Lerneinheiten, mit denen sich die Pädagoginnen und Pädagogen live in die Biologiestunden des Homeschoolings zuschalten. Schon über 100 Mal haben Schulklassen den unterhaltsamen Unterricht am Bildschirm in Anspruch genommen. Dank des Artenschutz-Euros, den viele Gäste beim Kartenkauf entrichten, konnte die Wilhelma auch 2021 ihre Unterstützung für Schutzprogramme weltweit fortsetzen. Inklusive des eigenen Budgets investierte sie 450.000 Euro in mehr als 20 Programme weltweit. Die größte Summe förderte 2021 mit 100.000 Euro den Ankauf von Regenwald in Ecuador, um zwei Schutzgebiete, in denen Brillenbären leben, zu erweitern. Zudem setzte die Wilhelma die Finanzierung einer vierköpfigen Rangertruppe in Belize mit 50.000 Euro fort. „Ich bin äußerst dankbar, dass so viele unserer Gäste den Artenschutz-Euro beisteuern“, betont Kölpin. „Die Programme vor Ort müssen ohnehin jeden Cent umdrehen und sind in der Pandemie stark unterfinanziert. Für sie war es Gold wert, dass die Wilhelma ihre Förderung aufrechterhalten konnte.“ Zoologisch entwickelte sich 2021 in der Wilhelma zum „Jahr der Katze“. Im Frühjahr bezog Niara als Neuzugang aus dem Zoo Salzburg das eigens für die Gepardin umgebaute ehemalige Eisbärengehege. Dass sie von den Katern räumlich weit getrennt lebt und mit Zawadi oder Haraka nur während ihrer Rolligkeit zusammentrifft, soll die Chancen der Nachzucht steigern. 2022 soll es zu fruchtbaren Rendezvous kommen. Hervorragend klappte die Zucht schon bei den Schneeleoparden, die Drillinge bekamen. Die verspielten Dawa, Karma und Nyima waren die Publikumslieblinge. Allerdings ist der Erfolg beim Nachwuchs nicht nur nett zu beobachten, sondern auch wichtig für das Überleben der bedrohten Tierart. Der Naturschutzbund (NABU) erläuterte mit einer interaktiven Ausstellung die Lebensräume der Schneeleoparden im Hochgebirge und stellte das gemeinsame Artenschutzprojekt in Kirgisien vor, wo der NABU Anti-Wilderer-Einheiten organisiert und mit der Wilhelma finanziert. Der Schneeleoparden-Nachwuchs von 2019, Askar und Malou, wurden auf Empfehlung des europäischen Zuchtkoordinators an Zoos weitervermittelt, wo sie eigene Familie gründen sollen. Von zwei hochbetagten Raubkatzen musste die Wilhelma Abschied nehmen. Der Persische Leopard Aman starb mit 15,5 Jahren an Alterskrebs. Dumai erreichte ein biblisches Alter. Mit fast 21 Jahren war sie zuletzt die zweitälteste Sumatra-Tigerin der Welt. Bei der Tigerhaltung folgt nun eine Pause. In diesem Jahr beginnt der Bau eines großen Landschaftsgeheges weiter oben im Park. Dort sollen künftig die größten Raubkatzen der Welt leben: Sibirische Tiger. Statt eines neuen Leoparden zog im Dezember bereits ein zweiter Jaguar ein: Der Kater Milagro ist mit anderthalb Jahren noch jung. Doch später einmal soll er mit der Katze Taima, die 2019 in die Wilhelma kam, ein Zuchtpaar bilden. Einen kompletten „Personalwechsel“ gab es auch bei den Brillenbären und Netzgiraffen. Nach dem Tod des Senioren Ambrose 2020 hat die Wilhelma die verwaiste Bärenanlage renoviert und aufgemöbelt. Seit Mai sorgen die aus dem Frankfurter Zoo gekommenen Cashu und ihre Tochter Suyana, die bis in die höchsten Baumspitzen klettern, für ungewohnt viel Trubel. Bei den Giraffen wurde Anna als Tochter von Hanck abgegeben. Dafür zogen als Partnerinnen des Bullen mit Nyiri und Sala zwei Kühe des Kölner Zoos ein. Leider überstand Hanck im Oktober einen medizinischen Eingriff nicht. Daher ist die Wilhelma nun interessiert, einen neuen Giraffenbullen aufzunehmen. Neu im Bestand sind seit 2021 Emus und Davidshirsche. Erstmals gab es Jungtiere bei den Yaks und den extrem seltenen Deserta-Taranteln. In den Gewächshäusern blühte zum allerersten Mal die erstaunliche Pfeifenblume. Das baumartige Gewächs bildet am Fuß des Stammes Blüten aus, die Pilzen täuschend ähnlich sind, um Fliegen zur Bestäubung anzulocken. Der Fachbereich Parkpflege gewann zusammen mit dem BUND- Kreisverband den Landesnaturschutzpreis für das Schaffen von artenreichen Wiesen in der Stadt als nahrungsreiche Lebensräume für Schmetterlinge und andere Insekten. Weil er auch für die staatlichen Grünanlagen in der Landeshauptstadt zuständig ist, war seine größte Aufgabe im vergangenen Jahr jedoch, nach dem Sturm vom Juni im Schlossgarten 25 umgestürzte Bäume fachgerecht zu entfernen, hunderte Bäume mit Windbruch zu pflegen und Arten nachzupflanzen, die dem Klimawandel besser gewachsen sind. Für 2022 liegt das Augenmerk auf den Projekten zur Weiterentwicklung der Wilhelma. Fertiggestellt wird der Neubau für Kleinsäuger, Vögel und Fleischfressende Pflanzen. Das Gebäude hinter dem Wintergarten zeigt künftig eine enorme Vielfalt vom Gürteltier über den Rennkuckuck bis zur Venusfalle. Die Eröffnung könnte zu Ostern erfolgen. Doch hängt der Termin von der Pandemie ab. Um Engpässe zu vermeiden, können die Türen erst öffnen, wenn dort auch eine nennenswerte Zahl an Gästen eingelassen werden darf. Bei der Umgestaltung des oberen Parkbereichs nimmt jetzt der Asiatische Bauernhof mit Streichelgehege zunehmend Kontur an. Und nebenan wird die Baufläche für die künftige Tigeranlage vorbereitet. Der geplanten Terra Australis fiebern Wilhelma und Gäste gleichermaßen entgegen. Hier sollen charismatische Tierarten von Downunder sich ihr Stelldichein geben: allen voran Koalas, aber auch Baumkängurus und einige nachtaktive Arten. Der Innenausbau der entkernten Gebäudehülle des früheren Domizils der Menschenaffen hat dafür begonnen. Wann die Tiere letztlich einziehen, steht noch nicht fest. Den Baufortschritt beeinflussen mit Lieferketten, Preisentwicklung und Personallage Faktoren, die während der Pandemie ständigen Schwankungen unterworfen sind. An markanter Stelle gleich am Eingang läuft die aufwendige Sanierung des historischen Pavillons das ganze Jahr hindurch weiter. Das denkmalgeschützte Rondell stammt noch von dem Erbauer, König Wilhelm I. von Württemberg, und diente zuletzt als Kassenhäuschen. Bei der Erstsanierung soll die 175 Jahre alte Bausubstanz erhalten und das Dekor nachgefasst werden.

Zoo Halle 20.01.2022
Sumatra Tigerin Lara im Bergzoo eingetroffen – Neues Kapitel in der Tigerhaltung hat begonnen
Der Bergzoo hat ein neues Kapitel in seiner Tigerhaltung eröffnet. Mit der Sumatratigerin „Lara“ ist die erste Katze einer neuen Tigerunterart Gestern im Bergzoo eingetroffen. Bisher wurden in Halle nahezu zwei Jahrzehnte lang erfolgreich malaysische Tiger gehalten und gezüchtet. Die mittlerweile 19 jährige Tigerin „Cindy“ ist nun die letzte malaysische Tigerin im Bergzoo. In den letzten Jahren gab es bei den malaysischen Tigern in Europa leider keine Geburten mehr, so dass sich die Zoogemeinschaft dazu entschlossen hat, ihre Bemühungen zur Erhaltung einer Reservepopulation auf die vom Aussterben bedrohten Sumatratiger zu konzentrieren. Die 8 jährige „Lara“ wurde am 5. Mai 2013 im Burgers‘ Zoo Arnheim (Niederlande) geboren und kam später nach in Lisieux (Frankreich) in den Zoo de Cerza, von woaus sie nun auf Empfehlung des Zuchtbuchführers nach Halle gebracht wurde. „Lara“ ist derzeit in der Tigeranlage untergebracht, in der einst Tigerkater „Sompon“ lebte. Alttigerin „Cindy“ wohnt in direkter Nachbarschaft in der schräg gegenüberliegenden Anlage. Aus dem Zoo Cerza wurde mitgeteilt, dass „Lara“ eine eher vorsichtige Tigerin ist, die Zeit benötigt, um sich mit Ihrem neuen zu Hause vertraut zu machen. Um ihr diese Ruhe zu geben, werden die Besucher Lara daher zunächst nur auf der Außenanlage kennenlernen können. Auffallend sind ihr Backenbart, ein typisches Merkmal für die Unterart, sowie ihr Streifenmuster: Während Sie auf den Hinterbeinen sehr dicht gestreift ist, sind nur wenige Streifen auf den Schultern vorhanden. Damit kann man sie gut von Tigerin „Cindy“ unterscheiden. Ob zeitnah Jungtiere zu erwarten sind, ist derzeit noch offen. Dies hängt von der Verfügbarkeit geeigneter Partner in Europa sowie den Entscheidungen des Zuchtbuchführers ab, denn Tiger werden erst gezüchtet, wenn auch bekannt ist, wo sie als erwachsene Tiere leben sollen. Wegen des fehlenden Partners muss man sich um das Wohlbefinden von „Lara“ keine Sorgen machen, denn Tiger sind grundsätzlich Einzelgänger und dulden männliche Gesellschaft nur zur Paarungszeit. Auch mit Cindy wird es daher keine Vergesellschaftung geben. Sumatratiger sind in ihrer namensgebenden Heimat akut vom Aussterben bedroht und kommen ausschließlich in wenigen Schutzgebieten vor. Sie sind die kleinste noch lebende Unterart des Tigers, nachdem die beiden anderen Inselformen, der Bali- und der Javatiger, mittlerweile ausgerottet wurden. Aktuell wird der Bestand auf nur noch ca. 371 freilebende Exemplare geschätzt.

Zoorangliste: Zoo 20.01.2022
Zoorangliste: Zoo Zürich belegt erneut Topplatz 20.01.2022
In der neuen Rangliste der europäischen Zoos des Engländers Anthony Sheridan hat der Zoo Zürich einen Platz gutgemacht. Sheridan listet ihn neu als zweitbesten Zoo Europas. Seit 2009 veröffentlicht der Zooexperte Anthony Sheridan alle zwei Jahre eine von ihm geführte Rangliste der besten Zoos in Europa. Seit der Publikation der zweiten Ausgabe des Rankings (2011) hat der Zoo Zürich immer unter den besten drei Zoos Europas rangiert. Das bleibt auch mit der neuesten Ausgabe der Rangliste so. Gleichauf mit Leipzig – Der Zoo Zürich hat im Bereich «Bildung und Naturschutz» erneut die beste Bewertung aller untersuchter europäischer Zoos erhalten. In den Bereichen «Besucherfaktor» und «wirtschaftliche/organisatorische Faktoren» hat der Zoo zudem Boden gutgemacht und sich im Ranking damit vorgeschoben. In der Gesamtbewertung ist der Zoo Zürich zwar weiterhin vom weltweit ältesten Zoo, dem Tiergarten Schönbrunn in Wien, geschlagen. Neu teilt sich der Zoo aber den zweiten Platz mit dem Zoo Leipzig, der bei der letzten Beurteilung noch vor dem Zoo Zürich klassiert gewesen war. Die neuste Anlage im Zoo Zürich, die Lewa Savanne, hat Sheridan in der vorliegenden Rangliste noch nicht berücksichtigt, da er diese im Jahr 2019 erstellt hat. Die Publikation der Rangliste hat sich aufgrund der Coronavirus-Pandemie bis heute verzögert. «Wir sind sehr glücklich über diese Bewertung. Sie bestätigt uns, dass wir auf dem richtigen Weg und einer der führenden Zoos in Europa sind», sagt Zoodirektor Severin Dressen zum Resultat. 40 Kriterien in 3 Bereichen – In seinem Ranking beurteilt Sheridan 126 untersuchte europäische Zoos nach 40 Kriterien in den Bereichen «Besucherfaktor», «Bildung und Naturschutz» und «wirtschaftliche/organisatorische Faktoren». Zu den untersuchten Kriterien gehören unter anderem Tierarten, Artenspektrum, Tierhaltung, Artenschutz, Zoo-Pädagogik, Besuchererlebnis, Marketing, Investitionen oder Mitarbeitende. Das Ranking unterscheidet die Zoos nach drei Gruppen, abhängig von der Anzahl jährlicher Besucherinnen und Besucher. Der Zoo Zürich gehört mit über einer Million Besucher pro Jahr zur Gruppe A. In der Kategorie B (über 500’000 Besucher) wertete Sheridan den Zoo Rostock als besten Zoo, vor dem Zoo Münster. Der Zoo Sosto (Ungarn) führt vor dem Zoo Aalborg (Dänemark) die Kategorie C (über 250’000 Besucher) an.Persönliches Ranking – Die Zoorangliste von Anthony Sheridan ist eine persönliche, aber akribisch erarbeitete Rangliste. Da es bisher keine «offizielle» Zoorangliste gibt, ist Sheridans Ranking bis heute die massgebende Referenz in diesem Bereich. Das Ranking wird auch dieses Mal von einem Buch begleitet. Unser seit 2020 pensionierter Zürcher Zoodirektor Alex Rübel hat Anthony Sheridan geholfen, die neuste Ausgabe des Buchs «Die Zoowelt in Europa. Sheridans Zoohandbuch 2015–2030» mit diversen ergänzenden Kapiteln herauszugeben. Auf die Bewertung der Zoos hatte Rübel keinen Einfluss. Diese stand bereits 2019 fest, noch vor dem Beginn der Mitarbeit Rübels am Buch.

Zoo Heidelberg 20.01.2022
Zoo Heidelberg öffnet wieder ab dem 21.01.2022 – Reduzierter Eintrittspreis während der Vogelgrippe-Schutzmaßnahmen
Der Zoo Heidelberg öffnet wieder ab Freitag, den 21.01.22. Dies ist möglich geworden, da das Zoo-Team schnell ein umfassendes Hygienekonzept erarbeitet und umgesetzt hat. Nach eingehender Prüfung dieses Konzeptes durch das Friedrich-Löffler-Institut, die Stadt Heidelberg und das baden-württembergische Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, entschieden die Behörden, den Zoo Heidelberg für den Besucherverkehr wieder freizugeben. Die Maßnahmen zur Bekämpfung der Vogelgrippe im Zoo bleiben bestehen und werden voraussichtlich für mehrere Wochen fortgesetzt. Anfang Januar wurde bei mehreren Vögeln im Zoo eine Infektion mit dem Vogelgrippe-Virus nachgewiesen, der Zoo wurde daraufhin vorsorglich geschlossen und es wurden alle nötigen Maßnahmen getroffen, um eine weitere Verbreitung des Virus zu verhindern. Bei den jüngsten Proben, die im Rahmen der Schutzmaßnahmen bei den Zoovögeln genommen wurden, konnten keine weiteren Vogelgrippe-Erreger festgestellt werden. Im weiteren Verlauf der Schutzmaßnahmen kann es noch einmal nötig werden, den Zoo für kurze Zeit zu schließen. Da die Hygienemaßnahmen einige Einschränkungen für Zoobesucher mit sich bringen, gilt für die Dauer dieser Vogelgrippe-Schutzmaßnahmen ein verringerter Eintrittspreis für Tagesgäste. Erwachsene zahlen dann vorübergehend einen ermäßigten Tarif von 8 Euro (inkl. Artenschutzeuro), Kinder 4 Euro (inkl. Artenschutzeuro). Alle weiteren Preise sind auf der Zoo-Webseite unter www.zoo-heidelberg.de abrufbar. „Unsere Vögel sind aktuell nicht zu sehen und manche Bereiche des Zoos sind für Besucher gesperrt. Daher möchten wir unseren Besuchern mit den vergünstigten Eintrittspreisen etwas entgegenkommen. Wer möchte, darf selbstverständlich den vollen Preis zahlen und den Zoo und seine Projekte dadurch mit einer Spende unterstützen. Wir hoffen, dass unser Team weiterhin für erholsame Stunden und schöne Momente bei unseren Gästen sorgen kann – die anderen Tiere wie Elefanten, Rhesusaffen oder Mähnenrobben sind wie gewohnt zu sehen“, sagt Zoodirektor Dr. Klaus Wünnemann. Mit dem Hygienekonzept zur Bekämpfung der Vogelgrippe im Zoo Heidelberg ergeben sich folgende Einschränkungen für Besucher im Detail: Das Mitführen von Hunden ist während der Dauer der Schutzmaßnahmen nicht gestattet. Aktuell befinden sich die Vögel hinter den Kulissen oder in gesperrten Bereichen und sind nicht zu sehen. Die begehbaren Volieren – das Küstenpanorama, die Sichlervolieren und die Südamerikavoliere – bleiben geschlossen. Da die Faultiere in der Südamerikavoliere leben, sind diese ebenfalls nicht zu sehen. Das Menschenaffenhaus bleibt geschlossen, da dort mehrere Vogelarten leben. Der Bereich um den Flamingosee ist gesperrt. Die Waschbären können nicht besucht werden. Zusätzlich liegen am Ein- und Ausgang Desinfektionsmatten für Besucher bereit, welche die Besucher passieren müssen, um die Schuhunterseiten zu desinfizieren.

Zoo Osnabrück 20.01.2022
Das große Zählen im Zoo Osnabrück – 2.728 Tiere aus 285 Arten leben im Zoo
Im Zoo Osnabrück werden einmal jährlich alle Tiere gezählt und die Zahlen zusammengetragen. Neben den Bestandszahlen lässt sich so auch übersichtlich ermitteln, welche Tierarten in den letzten 12 Monaten den Zoo verlassen haben und welche neu hinzugekommen sind. Doch wie zählt ein Zoo eigentlich flinke Fische, Ameisen oder Korallen? Die Tierpfleger im Zoo Osnabrück haben über ihre Tiere natürlich immer einen genauen Überblick, doch um bei über 2.000 Zootieren die Gesamtentwicklung vergleichen zu können und auch Zahlen an die entsprechenden Behörden leiten zu können, wird am Ende jeden Jahres der gesamte Tierbestand von ihnen gezählt. „Zum 31. Dezember 2021 hatten wir genau 2.728 Tiere aus 285 Arten im Zoo“, weiß Katja Lammers, wissenschaftliche Assistentin im Zoo Osnabrück, deshalb zu berichten. „Das sind sechs Arten weniger als Ende 2020, allerdings auch 515 Individuen mehr als zuvor.“ Bei der Biologin Lammers laufen im Zoo alle Daten zusammen, die von den Tierpflegerinnen und Tierpflegern gemeldet werden. Die meisten Vertreter und Arten sind wie im Vorjahr mit 92 Arten und 1164 Individuen bei den Fischen zu finden. Es folgen die Säugetiere mit 80 Arten und 536 Individuen, die Vögel mit 54 Arten und 332 Individuen, die Wirbellosen mit 38 Arten und 579 Individuen, die Reptilien mit 18 Arten und 92 Individuen und die Amphibien mit 3 Arten und 25 Individuen. „Verabschiedet haben wir uns 2021 vor allem von Arten bei den Vögeln und Reptilien. Unter ihnen gibt es aber auch eine ganz neue Art: die Zweifarben-Fruchttauben. Die asiatischen Vögel gab es bei uns zuvor noch nie. Unter den Säugetieren ist die Abgabe unserer elf Kapuzineraffen die populärste Veränderung“, so Lammers. Die Gründe dafür, warum sich der Zoo von manchen Arten trennt, stehen meistens im Zusammenhang mit steigendem Platzbedarf und einer Verbesserung der Tierhaltung im Zoo. Über 500 Fische im Amazonasbecken – Während bei großen Tieren wie bei den Asiatischen Elefanten Veränderungen auch den Besuchern schnell auffallen, ist dies bei anderen Tieren häufig weniger schnell der Fall, zum Beispiel bei den Fischen im „Tetra Aquarium“. Dort ist in einem Becken 2021 ein ganzer Schwarm kleiner und daher eher unauffälliger Fische hinzugekommen. „Im 2021 komplett renovierten Amazonasbecken sind Ende des Jahres 500 Rote Neons eingezogen, die dort unter anderem mit ebenfalls neuen Sterbas Panzerwelsen zusammenwohnen“, berichtet Lammers. „Die kleinen Fische erklären auch den starken Anstieg unter der Gesamtzahl aller Individuen im Zoo.“ Wer vor dem großen Aquarium steht, kann sich dabei zurecht fragen, wie es der Zoo schafft, die 500, etwa drei Zentimeter langen Fische zu zählen. „Unsere Tierpfleger nutzen dafür einen einfachen Trick. Sie machen ein Foto vom Becken und zählen die Fische dann auf dem Bildschirm. Anders wäre das gar nicht möglich“, verrät Lammers das Geheimnis. Anders als bei den Roten Neons, ist Zählen bei den Korallen auch mit fotographischer Hilfe unmöglich. Die bunten Tiere werden von Besuchern zwar häufig für Pflanzen gehalten, tatsächlich handelt es sich jedoch um ortsständige, koloniebildende Nesseltiere, die somit auch in der tierischen Inventur erfasst werden. „Es ist gar nicht so einfach zu unterscheiden, wo eine Koralle aufhört und die andere beginnt. Wir zählen sie deshalb in Einheiten. Eine Einheit hört immer dort auf, wo es keine Verbindung mehr zu einer andern gibt“, beschreibt Lammers das Vorgehen. So kann der Zoo Osnabrück etwa die Anzahl seiner Steinkorallen, die in der Natur durch steigende Meerestemperaturen immer stärker bedroht sind, auf 35 Einheiten beziffern, von denen 2021 fünf nachgezüchtet wurden. Das große Krabbeln unter der Erde – Während Korallen in Einheiten dokumentiert werden, lassen sich andere Tiere nur als ganzes Volk zählen. Zu Hunderten krabbeln etwa Glänzenden Zuckerameisen neuerdings im „Unterirdischen Zoo“ durch ihre Gänge neben der Anlage der Nacktmulle. „Unsere Ameisen, ob Glänzenden Zuckerameisen oder die Blattschneiderameisen im ‚Tetra-Aquarium‘, zählen wir als ganzes Volk. Ein Volk wird in der Statistik somit als ein Individuum gerechnet. Das liegt auch daran, dass wir unmöglich nachverfolgen können, ob eine Ameise stirbt oder neu schlüpft, denn Ameisen entfernen ihre Toten eigenständig.“ Ebenfalls neu im „Unterirdischen Zoo“ sind 18 Hausratten. Die Nagetiere werden in Niedersachsen vom Niedersächsischen Landesamt für Ökologie als vom Aussterben bedroht gelistet, unter anderem weil sie von den anpassungsfähigeren Wanderratten verdrängt werden. „Hausratten waren früher weit verbreitet und galten sogar als Plage. Bei uns im Zoo leben sie gegenüber der heute viel weiter verbreiteten Wanderratten. Im Gegensatz zu ihnen sind unsere Hausratten aber etwas scheu und manchmal benötigt man ein klein wenig Geduld, um sie zu entdecken.“, erklärt Lammers. Erste Zoogeburt 2022 hat Streifen – Dass die Zahlen der Zooinventur immer nur eine Momentaufnahme sind, beweist sich auch 2022. Mit dem Tod des bekannten Löwen Nakuru, der am 11. Januar im hohen Alter von 20 Jahren altersbedingt verstarb, musste der Zoo bereits einen prominenten Todesfall im neuen Jahr vermelden. Doch wo ein Leben endet, beginnt häufig auch ein neues. Bereits am 10. Januar wurde im Zoo Osnabrück das kleine Zebrafohlen Melvin geboren. Melvin ist damit die erste Zoogeburt im Jahr 2022, die sich Lammers in ihren Unterlagen notiert. „Melvin ist manchmal noch ein bisschen wackelig auf den Beinen, aber wir versuchen ihn täglich mit seiner Mutter auf die Außenanlage in ‚Takamanda‘ zu lassen. Aktuell müssen wir dabei aber noch auf die Temperaturen achten, damit sich das kleine Fohlen nicht erkältet“, erklärt Lammers. So geht im Zoo Osnabrück das große Zählen von vorne los, damit die Zahlen bei den Wissenschatlern im Zoo immer aktuell bleiben. Tierische Inventur im Zoo Osnabrück – Stand 31.12.2021

Alpenzoo Innsbruck-Tirol 20.01.2022
Spatenstich im Alpenzoo für die neuen Dachs- und Fuchsgehege
Manche Besucher können sich vielleicht noch daran erinnern, dass es vor langer Zeit schon einmal Dachs und Fuchs im Alpenzoo gab. Diese beiden Tiere wird der Alpenzoo heuer, in seinem 60. Geburtstagsjahr, wieder zurückbringen und das besser denn je. Gestern Vormittag wurde der Spatenstich für die neuen Dachs- und Fuchsgehege gesetzt. Beim Spatenstich zeigten sich sowohl Herr Vizebürgermeister Ing. Mag. Johannes Anzengruber BSc, Stadträtin Frau Mag. Oppitz-Plörer, der Obmann der Zoofreunde Herr Christoph Kaufmann als auch Alpenzoopräsident DDr. Herwig van Staa begeistert. An der höchsten Stelle im Zoo – neben den Steinböcken – wird sowohl ein neues tierisches als auch Highlight für die Besucher entstehen, da waren sich alle einig. Dieses lang geplante Projekt geht somit jetzt in die Verwirklichung und soll noch dieses Jahr fertiggestellt werden. Auf über 5.000m2 werden zuerst ein Gebäude, bei dem die Besucher mehrere Meter unter den Erdboden verschwinden werden, und die beiden Gehege entstehen. In einer zweiten Ausbauphase werden dann noch eine Vogelvoliere und ein neues Wolfsgehege entstehen. „Für unser 60 jähriges Jubiläum wollten wir uns etwas ganz Besonderes einfallen lassen und diese Gehege waren mir seit langem ein ganz besonderer Herzenswunsch.“ freut sich Zoodirektor Dr. André Stadler. Die angehängten Dateien dürfen kostenfrei verwendet werden. Als Quelle ist der Alpenzoo zu nennen.

Kölner Zoo 20.01.2022
Flauschiges Federknäuel: Zoo zeigt südamerikanisches Sonnenrallen-Küken „Esmeralda“
Jetzt, wo es hierzulande grau und kalt ist, bringen sie Farbe nach Köln: die exotischen Tiere in den angenehm warmen Tierhäusern im Zoo. Das jüngst eröffnete „Arnulf-und-Elizabeth-Reichert-Haus“ zeigt sich besonders farbenfroh. Hier leben z.B. Silberäffchen und Goldgelbe Löwenäffchen oder Weißgesichts-Sakis. Auch die dortige Vogelwelt ist bunt – mit Riesentukan, Rotkardinal oder Grüntangaren. Die Vogel-Armada im „Arnulf-und-Elizabeth-Reichert-Haus“ erhält schon bald Verstärkung. Demnächst zieht hier die kleine Sonnenralle „Esmeralda“ ein. Der Zoo zeigte heute die aktuelle Kinderstube des Kükens in einem hinteren Zoobereich, wo es als Handaufzucht noch kurze Zeit verbleibt. Die Vogelexperten des Zoos um Kurator Bernd Marcordes haben das Ei rechtzeitig aus dem elterlichen Gelege genommen, damit es die in Nachbarschaft lebenden Affen nicht erbeuten. Zum innovativen Konzept des jüngst eröffneten „Arnulf-und-Elizabeth-Reichert-Haus“ zählt es, das die Bewohner sich frei über den Köpfen der Besucher bewegen können – ganz so, wie sie es auch in ihrem natürlichen Habitat tun. „Affen erbeuten hier und da Vogeleier. Das ist ihr natürliches Verhalten und in der Wildnis völlig normal“, so Marcordes. „Hier im Zoo greifen wir an der Stelle ein, um das neu entstehende Zusammenleben von Vögeln, Säugetieren und Fischen in diesem Ökosystem möglichst stressfrei zu gestalten.“ Nach erfolgreicher Handaufzucht geben die Tierpfleger „Esmeralda“ zurück in die Fittiche von Vater und Mutter, die dann die weitere Aufzucht übernehmen. Die Elterntiere sind durchgehend im „Arnulf-und-Elizabeth-Reichert-Haus“ zu sehen. Sonnenrallen sind über nahezu den gesamten mittel- und südamerikanischen Kontinent verbreitet. Sie bilden eine eigene Familie. Die Sonnenralle zeichnet sich durch ihre Größe und carnivore Lebensweise aus. Sonnenrallen sind Einzelgänger, die sich zur Brutzeit in festen Paaren finden. Es wird auch jedes Jahr dasselbe Brutrevier aufgesucht. Das Nest und auch das Küken werden von beiden Eltern bewacht. Dabei werden die Augenflecke auf den Flügeln zur Abschreckung eingesetzt. Zur Nahrungssuche watet die Sonnenralle durch flaches Wasser und stößt pfeilschnell mit dem langen, schlanken Schnabel zu.

Münchener Tierpark Hellabrun 20.01.2022
Erbschaft zugunsten des Tierparks ermöglicht zusätzliche Unterstützung für Orang-Utans auf Sumatra
Seit vielen Jahren unterstützt Hellabrunn das Schutzprogramm der „Zoologischen Gesellschaft Frankfurt“ (ZGF) im Bukit Tiga Puluh Nationalpark im Zentrum der indonesischen Insel Sumatra. Dank einer zweckgebundenen Erbschaft kann das Artenschutzprojekt für Orang-Utans nun erweitert werden. Das Ziel ist die Entstehung eines artgerechten Lern- und Lebensraumes für sehr junge Orang-Utan-Waisen. Das letzte große zusammenhängende Tiefregenwaldgebiet Sumatras leidet seit Jahren unter einem starken Rückgang von den Schutzräumen der einheimischen Großsäugetiere, darunter Sumatra-Elefanten und Orang-Utans. Rund um den Nationalpark bedrohen die Abholzung der Wälder und die Errichtung von Ölpalmplantagen ihren Lebensraum. Häufig müssen sie auf der Suche nach Nahrung ihre Rückzugsgebiete verlassen und dringen dabei bis in die Siedlungen der Menschen vor, was die Konflikte zwischen Einheimischen und Wildtieren weiter verschärft. Um das einzigartige Ökosystem zu schützen, startete die ZGF bereits im Jahr 1998 das Schutzprogramm als Auswilderungsprojekt für Orang-Utans. Mit dem Ziel, im Zentrum der indonesischen Insel eine überlebensfähige Orang-Utan-Population aufzubauen, arbeitet ein Team von lokalen Projektmitarbeitern im engen Austausch mit der einheimischen Bevölkerung an der Beratung und Aufklärung über den Schutz des Regenwaldes. In Vorbereitung auf die Auswilderung werden die aufgefundenen oder aus illegaler Haltung stammenden Orang-Utan-Waisen in der Dschungelschule des „Open Orangutan Sanctuary“ (OOS) trainiert. Auch Dank der langjährigen Unterstützung des Tierparks Hellabrunn konnte das Programm bis heute zum umfangreichen Naturschutzprojekt ausgeweitet werden. Nun ermöglicht der Nachlass einer Erbschaft zugunsten des Tierparks den weiteren Ausbau der Zusammenarbeit mit der ZGF. „Kern des Projekts in Bukit Tiga Puluh war schon immer die Auswilderung der Sumatra-Orang-Utans, um den Gesamtbestand der vom Aussterben bedrohten Tiere in Sumatra zu stärken“, erklärt Julia Knoll, in Hellabrunn zuständig für die Bereiche Artenschutz und Edukation, und weiter: „Mit diesem einmaligen finanziellen Beitrag kommt der Tierpark Hellabrunn dem Wunsch der Erblasserin nach, in die Versorgung der Orang-Utans vor Ort zu investieren.“ Die Unterstützung kommt genau zur rechten Zeit: Im vergangenen April fanden die bisher jüngsten zwei Orang-Utan-Jungtiere Sudin und Siti ihren Weg in das Schutzprogramm. Durch eine Intervention der indonesischen Behörden konnten die beiden anderthalbjährigen Tiere ihrem Schicksal von einem nicht artgerechten Leben entgehen und wurden in die Obhut des ZGF-Teams übergeben. Damit steht das ganze Projektteam der ZGF vor großen Herausforderungen. „Für das Wiederansiedlungsprogramm betreibt die ZGF zwei Orang-Utan-Stationen südlich und südöstlich des Nationalparks. Nun sind Umbauarbeiten im Gang, damit unsere Kolleginnen und Kollegen die beiden jungen Orang-Utans optimal versorgen können“, sagt ZGF-Programmleiter Dr. Peter Pratje, der sich über die Neuankömmlinge freut. Momentan sind die Orang-Utan-Jungtiere in einer eigens eingerichteten Kinderstation des „Sumatra Orangutan Rehabilitation Center (SORC) untergebracht. „So junge Waisen müssen in ihren ersten Lebensjahren rund um die Uhr von fachkundigen Pflegerinnen und Pflegern betreut werden, um den fehlenden Körperkontakt mit der Mutter auszugleichen. Außerdem müssen die Pflegerinnen und Pfleger grundlegende Verhaltensweisen trainieren, die sie üblicherweise von ihren Müttern übernehmen würden“, konkretisiert Pratje. Die Waisen optimal zu versorgen erfordert Zeit und zusätzliche personelle Ressourcen. Darüber hinaus soll vor allem bei der technischen Infrastruktur vor Ort aufgerüstet werden. Die neue Kooperation nimmt auch Tierparkdirektor Rasem Baban zum Anlass, die bedeutende Rolle des Tierparks Hellabrunn als Bildungs- und Naturschutzeinrichtung zu betonen: „Als moderner wissenschaftlich geführter Tierpark nehmen wir unsere Aufgabe, die Besucher für die biologische Vielfalt und den Naturschutz zu sensibilisieren, sehr ernst. Unsere Tiere in München sind die Botschafter für ihre Art in ihrem natürlichen Lebensraum und wir freuen uns, einen weiteren Beitrag zu seinem Erhalt zu leisten.“ Im Artenschutzzentrum und der Orang-Utan-Halle des Tierparks können sich Besucherinnen und Besucher über die Herausforderungen des Naturschutzes im Lebensraum der Menschenaffen und die von Hellabrunn unterstützten Artenschutzprogramme informieren. Über die Spendenbox können sich auch Besucherinnen und Besucher jederzeit mit kleinen Beiträgen an der Unterstützung beteiligen.

Zoo Salzburg 20.01.2022
Trotz Corona-Maßnahmen: Besucherzahlen im Jahr 2021 leicht angestiegen
„Wir freuen uns sehr, dass wir das vergangene Jahr mit einem leichten Plus von 16.000 Besuchern zu 2020 abschließen konnten“, berichtet Geschäftsführerin Sabine Grebner. „Das ist zwar nicht viel, aber vor dem Hintergrund der Corona-Maßnahmen, die uns das gesamte Jahr 2021 begleitet haben, ein wirklich sehr positives Ergebnis.“ Zur Erinnerung: Am 8. Februar 2021 hat der Zoo Salzburg nach dem dritten Lockdown wieder seine Tore für Besucher geöffnet, die Tierhäuser blieben bis Juli geschlossen. Ende Mai wurde die Besuchsobergrenze von der 3G-Regelung abgelöst. Am 8. November trat schließlich die 2G-Regel in Kraft. Kurz darauf wurde der Zoo aufgrund des vierten Lockdowns für drei Wochen geschlossen. Insgesamt verzeichnete der Tiergarten im vergangenen Jahr 59 Schließtage. Diese wurden unter anderem für die Sanierung der Besucherwege sinnvoll genutzt. „Dass wir dennoch insgesamt 310.041 Besucher begrüßen durften, zeigt uns, wie wichtig der Zoo für die Menschen ist und dass das Bedürfnis nach Erholung und einem Stückchen `heile Welt‘ an Bedeutsamkeit zunimmt“, folgert Sabine Grebner. An das Jahr vor Corona reichen die Zahlen natürlich nicht heran. 2019 kamen knapp 400.000 Menschen in den Zoo Salzburg, also um 23 Prozent mehr als im Jahr 2021. „Diese schwierige Zeit konnten wir nur dank der Unterstützung unserer Gesellschafter, Stadt und Land Salzburg, stemmen“, betont Sabine Grebner. Ebenso nennenswert ist das hohe Engagement der Paten und Sponsoren des Zoo Salzburg während dieser herausfordernden Phase. Neben dem, unter diesen Umständen erfreulichen Gesamtergebnis, konnte der Zoo Salzburg zudem im September und Oktober 2021 mit jeweils rund 40.000 Besuchern zwei echte Rekordmonate verzeichnen. Zum Vergleich: Das zweitbeste Oktoberergebnis erzielte der Tiergarten im Jahr 2019 mit 37.500 Besuchern. An diesem Resultat waren neben den vielen sonnigen Tagen, vor allem an den Wochenenden, die am 12. Juni 2021 geborenen Jaguarschwestern Maira und Morena wohl nicht ganz unbeteiligt. Den munteren Jaguarmädchen auf der Außenanlage beim Herumtoben und Spielen zuzusehen, macht einfach gute Laune. Eine weitere Besucherattraktion stellen die im Juli 2020 in Salzburg eingezogenen Brillenpinguine, insbesondere die beiden im Mai und Juni 2021 geschlüpften Pinguinküken Ona und Lesedi, dar.

Tiergarten Nürnberg 20.01.2022
Ein neuer Luchs im Tiergarten
Im Tiergarten der Stadt Nürnberg ist ein neuer Luchs eingezogen. Das eineinhalb Jahre alte Männchen – bei Luchsen nennt man die Männchen Kuder – ist am Abend des 18. Januar aus dem Zoologischen Garten Magdeburg nach Nürnberg gekommen. Hier wird er sich das Gehege mit dem dreieinhalb-jährigen Luchsweibchen Sansa teilen, das seit 2020 im Tiergarten Nürnberg lebt. Sansa ist aus dem tschechischen Hluboká hier her gekommen. Die beiden Tiere gehören zum EEP (EAZA Ex situ Programm = Europäisches Erhaltungszuchtprogramm): Im Rahmen des EEP züchten Zoos und Wildparks koordiniert Tierarten, um stabile Populationen außerhalb ihres natürlichen Lebensraumes aufrechtzuerhalten und so im Falle stark gefährdeter Arten deren komplettes Aussterben zu verhindern. In Deutschland gibt es derzeit laut Bundesamt für Naturschutz zirka 190 wildlebende Eurasische Luchse (Lynx lynx). Davon ist ein Teil aus dem tschechischen Sumava-Gebirge zugewandert, ein Teil geht auf die Auswilderung von 24 Luchsen aus Zoos und Wildparks in den Jahren 2000 bis 2006 zurück, ein weiterer auf die Ansiedelung von Tieren aus der Schweiz und der Slowakei. Die Weltnaturschutzunion IUCN stuft den Eurasischen Luchs in Deutschland und der Schweiz als „stark gefährdet“ beziehungsweise „vom Aussterben bedroht“ ein – in Deutschland war er seit Ende des 19. Jahrhunderts ausgestorben, in weiten Teilen Europas ist er es noch. Wegen seines weiten Verbreitungsgebietes, das sich von Afghanistan bis nach Weißrussland erstreckt, gilt er aber insgesamt nicht als vom Aussterben bedroht. Im Tiergarten Nürnberg war im Juni 2021 ein Eurasischer Luchs aus seinem Gehege entkommen und hatte im benachbarten Gehege drei erwachsene Hirschziegenantilopen getötet sowie ein Jungtier verletzt. Anders als zunächst angenommen war der Luchs nicht wegen eines defekten Elektrozaunes aus dem Gehege gelangt, sondern vermutlich auf der Jagd nach einem Eichhörnchen oder Vogel über einen herabhängenden Ast. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Tiergartens haben das Gehege nach dem Vorfall explizit auf mögliche Gefahren hin untersucht und entsprechende Anpassungen für mehr Sicherheit vorgenommen. Der entkommene Kuder konnte zwar von Mitarbeitern des Tiergartens Seite 2 von 2 betäubt und in den Stall zurückgebracht werden, auch das Aufwachen aus der Narkose war zunächst unauffällig verlaufen. Dennoch starb der Luchs plötzlich und unerwartet – die pathologische Untersuchung hat Hinweise auf ein akutes Herz- und Kreislaufversagen ergeben.

Tierpark Neumünster 19.01.2022
Tierpark Neumünster – erster Nachwuchs in diesem Jahr
Die ersten Jungtiere des Jahres wurden gestern im Tierpark Neumünster geboren und sie sind einfach nur süß. Das Tierpark Team freut sich sehr über den gesunden, ersten Nachwuchs des Jahres bei den Kaiserschnurrbarttamarinen. Mutter „Pia“ hat Zwillinge, ein Junge und ein Mädchen, zur Welt gebracht. Kaiserschnurrbarttamarine leben in großen Familienverbänden. Die 8-jährige, aus dem Zoo Aalborg stammende „Pia“ und der gleichaltrige Vater „Tim“, ursprünglich aus dem Zoo Dortmund, leben seit 2016 an der Geerdtsstraße. Gemeinsam haben sie sieben Würfe, mit insgesamt 15 Jungtieren zur Welt gebracht und sind ein wirklich gut eingespieltes Elternpaar. Zwillingsgeburten sind bei dieser kleine Krallenaffenart aus Südamerika die Regel, einmal brachte „Pia“ sogar Drillinge zur Welt. Kaiserschnurrbarttamarine werden im Europäischen Zooverband EAZA (European Association of Zoo and Aquaria) in einem Europäischen Erhaltungszuchtprogramm (EEP) geführt, um die Zucht in europäischen Zoos genau zu koordinieren und Inzucht zu vermeiden. Der Tierpark Neumünster ist zudem Mitglied des Spezialisten Teams, das den Zuchtbuchführer für diese Tierart offiziell berät. Die gesamte Familie hilft bei der Jungtieraufzucht mit. Älteren Geschwister unterstützen die Eltern, indem sie die Jungtiere tragen und lernen dadurch sich um Nachwuchs zu kümmern. Sie bringen die Kleinen der Mutter lediglich zum Säugen. Da die Jungtiere, mit ca. 7 cm Größe und etwa 45g Gewicht noch sehr klein sind und schnell auskühlen könnten, bleibt die gesamte Familiengruppe die nächsten Tage im Innengehege. Mit etwas Glück können die Besucher die Jungtiere durch die Fensterscheiben beobachten Sobald es etwas wärmer wird, sind die Jungtiere dann für die Besucher auf der Außenanlage zu sehen.

Naturschutz-Tierpark Görlitz 19.01.2022
Was für eine Geierei Großflächiger Geiertausch im Naturschutz Tierpark Görlitz-Zgorzelec
Seit vielen Jahren floriert die Görlitzer Gänsegeierzucht. Die Elternvögel Arthur und Agathe legen verlässlich jedes Jahr ihr einziges Ei und ziehen ihre Küken groß. Einige der Görlitzer Nachwuchsvögel sind in der Vergangenheit bereits an andere Zoos abgegeben worden. Ein Jungvogel wurde vor vier Jahren im Rahmen eines Auswilderungsprojektes in Bulgarien freigelassen. Wieder andere verblieben in Görlitz – bis vor Kurzem. „Um Inzucht zu vermeiden, wollen wir keine Situation schaffen, in der sich die Geschwistertiere miteinander verpaaren“, erläutert Tierpark-Kuratorin Catrin Hammer. „Gänsegeier werden mit etwa fünf bis sechs Jahren geschlechtsreif. Das Alter hat ein junges Nachzuchtweibchen im vergangenen Jahr erreicht – höchste Zeit, um etwas zu unternehmen!“, fügt die Kuratorin hinzu. Es wurde entschieden, dass das junge Weibchen Ilka in Görlitz bleiben wird. Für sie wurde ein potenzieller Partner gesucht. Ihre zwei Brüder mussten allerdings ausziehen. Recht schnell haben sich Optionen aufgetan. Und so zog Hahn Nummer eins in den Zoo Halle. Kaum angekommen, wurde der bis dato namenlose Vogel auf den Namen Michael getauft. Mit dem Weibchen Margret bildet er dort nun ein hoffentlich fruchtbares Paar. Hahn Nummer zwei zog in den niedersächsischen Tierpark Nordhorn. Im Austausch kam von dort der 13jährige Isis an die Neiße. Im Zuge der ganzen Umplatzierung wurden in drei Institutionen nun drei neue Paare zusammengestellt. Gute Voraussetzungen für die Zucht dieser charismatischen Aasfresser. Während sich Ilka und Isis noch auf Distanz beäugen, sind Agathe und Arthur mittlerweile mit ihrem 2022er Nachwuchs beschäftigt. Als Winterbrüter haben sie ihr Ei bereits gelegt und wenn alles gut geht, schlüpft nach 55 Tagen Brutzeit wieder ein Küken.

Zoologisch-Botanischer Garten Wihelma Stuttgart 19.01.2022
Neues Gesicht bei den Menschenaffen Orang-Utan Batak vom Tierpark Hagenbeck in Wilhelma zu Gast
Einen besonderen Gast hat die Wilhelma zurzeit: Aus dem Tierpark Hagenbeck ist ein Orang-Utan zu Besuch. In Hamburg hatte „Batak“ die Zuchtgruppe der Menschenaffen in Schwung gebracht. Denn bevor das im Zoo Leipzig geborene Männchen 2017 hinzukam, war der bei Hagenbeck erwünschte Nachwuchs ausgeblieben. Der dort dominante Orang-Utan Tuan hatte sich nämlich nicht sonderlich für die Weibchen seiner Gruppe interessiert. Mehr Fortpflanzungstrieb wäre für den Erhalt der extrem seltenen Tierart jedoch äußerst wünschenswert. Mit einem Rivalen veränderte sich das. Die Karten wurden neu gemischt. „Eine richtige Entscheidung, denn mit Erreichen der Geschlechtsreife führte Batak einen doppelten Zuchterfolg herbei: Sowohl Tuan als auch Batak haben inzwischen für Nachwuchs gesorgt“, erklärt Dr. Guido Westhoff, Zoologischer Direktor des Tierpark Hagenbeck. Eine Folge der freudigen Ereignisse ist allerdings, dass bei nunmehr zwei Jungtieren und zwei geschlechtsreifen Männchen eine erneute Änderung der Gruppen-Zusammensetzung nötig wurde. Bei Orang-Utans kann auf Dauer nur ein dominantes Männchen den Ton angeben. Das soll in Hamburg Tuan sein. „Tuan ist ein sehr ruhiger und umgänglicher Affe, der die Gruppe harmonischer anführt, als der deutlich jüngere und impulsivere Batak es könnte“, erklärt Westhoff. Deshalb soll für Batak eine Gruppe in einem anderen Zoo gefunden werden. Für den Übergang konnte die Wilhelma anbieten, ihn zunächst aufzunehmen. Eine eigene Familie kann der Zwölfjährige hier aber nicht gründen. Denn seine Gastgeberinnen in der Orang-Utan-WG der Wilhelma sind die alten Damen Moni (44) und Caro (48). Dr. Dirk Albrecht, Geschäftsführer des Tierpark Hagenbeck, sagt: „Wir sind dankbar, dass die Wilhelma unserem Orang-Utan vorläufig Obhut gewährt, während wir für Batak eine langfristige Lösung gemeinsam mit dem Europäischen Zuchtkoordinator suchen. Das zeigt einmal mehr, wie wichtig die Zusammenarbeit zwischen den Zoos und Tierparks innerhalb Deutschlands und des europäischen Raumes ist – und wie gut sie funktioniert.“ Die ersten Tage verbrachte Batak noch hinter den Kulissen. „Batak sollte die Gelegenheit bekommen, in sicherem Abstand schrittweise erste Kontakte durch Hören, Riechen und Sehen mit Caro und Moni aufzunehmen, bevor wir alle drei Tiere zusammenlassen“, sagt Kerstin Ludmann, Wilhelma-Kuratorin für Menschenaffen. Ab heute ist Batak das erste Mal im Schaubereich für Besucherinnen und Besucher zu sehen, zunächst allein. Wenn sich im Umgang am Trenngitter erweist, dass er sich mit Caro und Moni verträgt, können die drei Tiere in den nächsten Tagen gemeinsam ins Gehege.

Zoo Basel 19.01.2022
Gesamtprojekt «Vogelhaus» – ein Blick hinter die Kulissen
Sie ist nicht zu übersehen, die Grossbaustelle im Zolli. Doch wo gross gebaut wird, entsteht auch Grossartiges. Seit Ende 2019 wird das Vogelhaus saniert und mit Neubauten ergänzt. Das Haus steht zukünftig unter dem Thema «Evolution». Das Gesamtprojekt rund um das Vogelhaus umfasst zudem eine eigenständige Anlage für Zwergotter sowie die Erweiterung der Pelikananlage. Die Eröffnung ist für das erste Halbjahr 2023 geplant. Seit nunmehr drei Jahren wird das in den 1920-er Jahren von Heinrich Flügel erbaute, an der nördlichen Hangkante des Zolli gelegene Vogelhaus saniert und erweitert. Die äussere Erscheinung des im Denkmalinventar geführten Vogelhauses bleibt dabei weitgehend erhalten. Nicht so das Innere: Der Boden in der als Voliere (offener Flugraum) konzipierten Halle wird abgesenkt. Dadurch wird eine vielfältige und flächendeckende Bepflanzung mit Gewächsen aus Südostasien möglich. Eine breite Treppe an der östlichen Stirnseite führt die Besuchenden in die Obergeschosse des Vogelhauses, jeweils auf einen Balkon. Von dort lässt sich die pfeifende und singende Vogelschar auf Flug- resp. Augenhöhe beobachten. Dank einer Erweiterung der Dachverglasungen gelangt viel natürliches Licht ins Innere. Die künftigen Vogelarten und deren Anpassung an ihre Lebensräume werden beispielhaft die Prinzipien der Evolution erklären. Das Vogelhaus-Konzept einfach erklärt Die Volieren an der südlichen Längsseite des Vogelhauses bleiben bestehen, ebenso die daran anschliessenden Aussenvolieren. Die Volieren an der nördlichen Seite des Hauses, die kleiner waren und weder über Tageslicht noch Aussenvolieren verfügten, werden aufgehoben. Die seit Eröffnung des Affenhauses stillgelegten Anlagen für Menschenaffen an der östlichen und westlichen Stirnseite des Gebäudes werden erneut erschlossen und als Voliere bzw. Besuchertreppe ins Gesamtkonzept integriert. Rückseitig entstehen für die Öffentlichkeit nicht zugängliche Zuchträume mit grossen Oberlichtern. Im Neubau, einem tropisch anmutenden Raum, der westlich ans Vogelhaus anschliesst, sind die Besuchenden mitten im Geschehen: Nur mit Geländer – ohne Abschrankung zum Tierbereich – versehen, kann das Publikum die «Juwelen der Lüfte» hautnah erleben. So zum Beispiel die aus Südamerika stammenden Tangaren, die in Zoos selten zu sehen sind. Für die richtige Szenerie sorgt ein Schluchtwald mit üppiger Bepflanzung aus Costa Rica. Ein Flussdelta für Zwergotter und Pelikane Zum Gesamtprojekt «Vogelhaus» gehört auch ein neuer Lebensraum für Zwergotter und Pelikane. Über den Steg, der zwar bereits fertiggestellt, aber noch nicht durchgehend für den Publikumsverkehr geöffnet ist, spazieren die Besuchenden durch ein Flussdelta. Die asiatischen Zwergotter, die oberhalb des Stegs ihr neues Zuhause beziehen, verleiten mit ihrem Spieltrieb zu stundenlangem Beobachten. Sie lassen sich auf Liegeplätzen auf den Felsen nieder und sind auch im Winter gut zu beobachten. Die Pelikane erhalten mit der Erweiterung des Geheges mehr Sonnenplätze und Rückzugsorte. Der Zoo Basel hofft, dass die Tiere durch die reichere Strukturierung der Anlage brutfreudiger werden. Die letzte erfolgreiche Brut liegt schon bald 20 Jahre zurück. Wäre doch schön, wenn der Zolli in naher Zukunft Pelikan-Nachwuchs verkünden könnte! Die Kosten für die Gesamtanlage, zu der auch die Vogelstation auf der Schutzmatte gehört, belaufen sich auf rund 28 Millionen Franken. Die Vogelstation, in der die Vögel während der Bauzeit untergebraucht sind, ist für die Öffentlichkeit nicht zugänglich. Für den Januar-Zolli-Apéro wurde sie einmalig geöffnet, um Medienschaffenden und ihrer Leserschaft einen exklusiven Blick hinter die Kulissen zu gewähren. Vogelstation auf der Schutzmatte Vogelstation auf der Schutzmatte Während der Umbauphase des alten zum neuen Vogelhaus sind die Zolli-Vögel in anderen Zoos oder in der Vogelstation auf der Schutzmatte auf Binninger Boden untergebracht. Dabei ist die Vogelstation weit mehr als ein vorübergehendes Zuhause: Sie dient dem Zoo Basel als Zuchtstation. Für die Öffentlichkeit ist diese nicht zugänglich. Anlässlich des Zolli-Apéros für die Medienschaffenden der Region wurde sie exklusiv geöffnet. Ein Einblick. Die Vögel sind los! Aber nicht doch. Während des Umbaus resp. der Erweiterung des Vogelhauses sind die Vögel des Zoo Basel in Binningen zu Hause – in der Vogelstation auf der Schutzmatte. Ausserhalb des Zolli-Geländes gelegen, ist sie für die Besuchenden nicht zugänglich. Die Vogelstation besteht aus einem zweistöckigen Grünhaus mit «kaltem» Anbau. Anders als das Adjektiv vermuten lässt, ist es darin aber nicht kalt. Im Anbau, auch «Kalthaus» genannt, ist es einfach weniger heiss als im Grünhaus. Die Vogelstation wird im Winter beheizt; in den warmen Sommermonaten hingegen gut gelüftet. Sie enthält 27 Volieren in unterschiedlichen Grössen, die den individuellen Bedürfnissen der jeweiligen Vogelarten Rechnung tragen. Wo kein natürliches UV-Licht einfällt, wird mit künstlichem UV-Licht nachgeholfen. Das ist für die Vögel nicht nur für die Produktion von Vitamin D wichtig. Vögel sehen im UV-Bereich, ohne UV-Licht fehlt ihnen ein Teil des Farbspektrums. Wellness für die Vögel Damit die Vögel sich waschen können – und die Pflanzen gut erhalten bleiben – wird die Vogelstation künstlich berieselt. Für die am Boden lebenden Vögel stehen verschiedene Bodensubstrate zur Verfügung. Rückzugsmöglichkeiten aus Büschen und Ästen sowie mehrere Futterstellen sorgen dafür, dass sich die Arten nicht gegenseitig bedrängen. Junior Kuratorin Jessica Borer und die verantwortlichen Tierpflegenden stellen sicher, dass es den Vögeln im Allgemeinen und den von ihnen angesetzten Zuchtpaaren im Speziellen gut geht. Das Verhalten der Vögel lässt darauf schliessen. Die Dolchstichtauben, die Tangaren und die Brillenvögel haben trotz des Winters mit den Brutvorbereitungen begonnen und Drosseln und Oriole geben täglich ihre Melodien zum Besten. Nicht zu überhören sind die Beos. Sie sind nicht nur begabte Sänger, sondern lieben es auch, Geräusche zu imitieren. Blick in die Zukunft Nach Eröffnung des neuen Vogelhauses im ersten Halbjahr 2023 ziehen die altbekannten Arten wie die Balistare und die Beos, aber auch bereits ein paar Neuankömmlinge wie die Schwarzweiss- oder die Omeihäherlinge, wieder um. Die Vogelstation wird alsdann zur Unterbringung verschiedener Tierarten und zur Separation von Jungvögeln genutzt resp. als Überwinterungsstation für frostempfindliche Vogelarten dienen.

Zoo Hoyerswerda 18.01.2022
Erfolgreiche Spendenaktion: 7.396,35 Euro für den Zoo Hoyerswerda Zoo dankt allen Unterstützern
Die Anfang Dezember gestartet Spendenaktion „Spenden statt Böllern“ des Zoo Hoyerswerdas war ein voller Erfolg. Fast 100 wundervolle Tierliebhaber haben 7.396,35 Euro für den Zoo Hoyerswerda gespendet. „Wir sind überwältigt von der Hilfsbereitschaft“, freut sich Eugène Bruins, zoologischer Leiter des Zoos und dankt allen Unterstützern für ihr Engagement. „Nicht nur uns ist damit geholfen, auch die NABU Ortsgruppe Hoyerswerda bekommt einen Teil“, führt er weiter aus. Zehn Prozent der gespendeten Summen gehen an die Ortsgruppe. „Für uns ein toller Start für kommenden Projekte und eine wichtige Aktion, um die unnötige Lärm- und Lichtbelästigung für Tiere zu vermeiden“, berichtet Dagmar Steuer, Vorsitzende der NABU Ortsgruppe Hoyerswerda. Mit den Erlösen möchte die Ortsgruppe unter anderem das Projekt „Grüner Saum“ zum Erhalt heimischer Flora und Fauna realisieren. Der Zoo Hoyerswerda gleicht mit den Spendenerlösen einen Teil die cornoabedingten Einnahmeausfälle der Monate November und Dezember aus, die durch die aktuell geltenden Zugangsbeschränkungen zu einem Besucherrückgang von 35 % führten. Bereits Ende 2020 führte der Zoo Hoyerswerda die Aktion erfolgreich durch. Damals erzielte der Zoo Spendenerlöse in Höhe von 24.085 Euro. Damit konnten ein Drittel der Einnahmeausfälle der coronabedingte Schließung des Zoos im November und Dezember 2020 ausgeglichen werden.

Zoo Zürich 18.01.2022
WENN TIERE DAS GESCHLECHT WECHSELN
Das biologische Geschlecht ist nicht immer durch die Gene bestimmt. Bei vielen Tierarten spielen Umweltfaktoren eine Rolle. Einige Fischarten können das Geschlecht sogar wechseln. Welches Geschlecht geändert wird, hängt meist vom Sozialsystem ab. Während bei Säugetieren das biologische Geschlecht generell durch die Gene festgelegt ist (XX- vs. XY-Chromosomen), ist die Situation bei vielen Fischen und Reptilien flexibler. So bestimmt zum Beispiel bei vielen Schildkröten und Krokodilen die Bruttemperatur das Geschlecht der Jungtiere. Lange ging man davon aus, dass das Geschlecht, einmal festgelegt, fix ist. Aber auch dem ist bei einigen Arten nicht so. Bei einigen Tierarten können Individuen auch im Erwachsenalter noch ihr Geschlecht wechseln. Geschlechtsumwandlung bei Fischen Bei den Wirbeltieren findet man diesen sogenannten sequenziellen Hermaphroditismus bei den Knochenfischen. Bei diesen konnte er bisher in 27 Familien mit unzähligen Arten beobachtet werden und ist somit weit verbreitet. Die Umwandlung des Geschlechts erfolgt meist innert weniger Tagen oder Wochen. Dabei ändert der Fisch sein Verhalten, Aussehen und seine Anatomie. Was der Geschlechtswechsel bringt Die Geschlechtsumwandlung bei Fischen fasziniert die Wissenschaft schon lange. Die bisher beste Erklärung für die Fähigkeit zu diesem Wechsel ist die Idee vom Grössenvorteil. Eine Geschlechtsumwandlung ist dann sinnvoll, wenn es für ein Geschlecht von Vorteil ist, klein zu sein, während es für das andere Geschlecht vorteilhaft ist, gross zu sein. Ob der Wechsel vom Männchen zum Weibchen, umgekehrt oder sogar in beide Richtungen abläuft, hängt vor allem von der Sozialstruktur des Fisches ab. Weibchen wird Männchen In Fischgruppen, wie den Fahnenbarschen, in denen grosse, dominante und aggressive Männchen Reviere beanspruchen und kleine Männchen von der Fortpflanzung ausgeschlossen sind, ist eine Geschlechtsumwandlung von Weibchen zu Männchen sinnvoll. Wenn alle Tiere ihr Leben als Weibchen beginnen, können sich alle Individuen mit dem dominanten Männchen fortpflanzen. Stirbt das dominante Männchen, übernimmt das grösste Weibchen seine Rolle und wandelt sich in ein Männchen um. Diese Art der Geschlechtsumwandlung ist unter den Fischen am weitesten verbreitet. Männchen wird Weibchen Bei monogam lebenden Fischen wie zum Beispiel dem Clownfisch ist die Situation umgekehrt. Hier ist es von Vorteil, wenn das Weibchen grösser ist als das Männchen. Ein grösseres Weibchen kann mehr Eier legen. Die Spermienmenge beim Männchen hingegen spielt eine untergeordnete Rolle, da es im Verhältnis immer ungleich mehr Spermien pro Männchen gibt als Eier pro Weibchen. Clownfische leben in kleinen Gruppen, in denen das grösste Mitglied ein Weibchen ist und das zweitgrösste das dominante Männchen. Alle anderen Mitglieder sind Männchen und pflanzen sich nicht fort. Stirbt das Weibchen, übernimmt ihr Partner ihre Rolle und das grösste verbleibende Männchen wird seinerseits Partner des neuen Weibchens. In einer biologischen Version der Geschichte von «Finding Nemo» würde sich Papa Marlin nach dem Tod seiner Frau Coral also einfach in ein Weibchen verwandeln. Freie Geschlechtswahl Ein noch komplexerer Geschlechterwechsel hat sich bei einigen Arten wie zum Beispiel den Korallengrundeln entwickelt. Diese sind sehr sesshaft und haben dadurch nur wenige potenzielle Partner zur Verfügung. Gleichzeitig gehen sie wegen vieler Fressfeinde ein grosses Risiko bei der Suche nach Partnern ein. Hier können sowohl Weibchen als auch Männchen ihr Geschlecht wechseln. So ist garantiert, dass zwei beliebig aufeinandertreffende Fische ein heterosexuelles Paar bilden können. Dieser Vorgang ist jedoch nur von wenigen Arten bekannt.

Tierpark Hagenbeck Hamburg 18.01.2022
Sunny bringt Leben in Hagenbecks Leopardengehege
Sie ist sieben Jahre alt, eine großartige Mutter und liebt Curry – mit diesen Worten beschreibt Frederik Linti, Leiter des Tierpark Gotha das Nordchinesische Leopardenweibchen Sunny, das Mitte Januar aus Gotha in den Tierpark Hagenbeck umzog. Schweren Herzens trennt sich der Tierpark von seinem erfahrenen Zuchtweibchen, aber da im Tierpark Gotha umfassende Umbaumaßnahmen anstehen, reicht der vorhandene Platz derzeit nur für einen Leoparden. Als Zuchtbuchkoordinator entschied Dr. Michael Flügger, Zootierarzt im Tierpark Hagenbeck, dass Sunny nach Hamburg kommen durfte. „Die Zucht mit unserem genetisch besonders wertvollen Kater Bumi, der zur Blutauffrischung innerhalb des Europäischen Zuchtprogramms extra aus Korea importiert wurde, besitzt oberste Priorität. Und da unser Weibchen Naoli bisher nicht für Nachwuchs gesorgt hat, war es eine glückliche Fügung, dass Sunny ein neues Zuhause brauchte“, erklärt Flügger. „Sunny ist perfekt für die Zucht geeignet“, schwärmt Anett Engelhardt, stellvertretende Leiterin des Tierpark Gotha. „Sie hatte bereits vier Würfe und hat sich als liebevolle Mutter erwiesen, die sich sehr aufmerksam um ihren Nachwuchs kümmert.“ Sunny wurde am 24. November 2014 im Tierpark der österreichischen Stadt Haag geboren und kam am 22.10.2015 nach Gotha, wo sie seitdem mit ihrem Partner Pawel zusammenlebt. Anett Engelhardt beschreibt die exotische Katze als neugierig, aber nicht ängstlich: „Als wir den Tigern einen Weihnachtsbaum ins Gehege gelegt haben, herrschte dort angespannte Stille. Anders war das bei den Leoparden: Sunny kam sofort heran und inspizierte das fremdartige Gebilde neugierig“, erzählt die stellvertretende Leiterin des Tierpark Gotha. „Nach der Ankunft im Tierpark Hagenbeck Mitte Januar durfte Sunny ihre neue Umgebung ganz in Ruhe kennenlernen. Erst kam sie für ein paar Tage allein in das kleine Gehege, wo sie die ungewohnten Gerüche und Geräusche von ihren Artgenossen Naoli und Bumi wahrnehmen konnte“, erklärt Dr. Michel Flügger die Eingewöhnung. „Im Anschluss durfte Sunny das große Gehege inspizieren, um mögliche Verstecke zu finden. Erst wenn sich die Raubkatze in ihrer neuen Umgebung sicher fühlt, werden wir sie mit unserem Kater Bumi zusammenführen“, so Flügger. „Die Ankunft dieser seltenen Raubkatze ist ein echter Gewinn für unsere Zucht sowie für den Erhalt der Nordchinesischen Leoparden im Rahmen des Europäischen Zuchtprogramms, das unser Zootierarzt Dr. Michael Flügger für ganz Europa koordiniert“, erklärt Dr. Dirk Albrecht, Geschäftsführer des Tierpark Hagenbeck.

Zoo Köln 18.01.2022
Für Herausragende Leistungen in der Ausbildung: Kölner Zoo erhält IHK-Auszeichnung
Der Kölner Zoo ist für herausragende Leistungen in der Tierpfleger-Ausbildung ausgezeichnet worden. Urszula Bakowski, Ausbildungsberaterin der Industrie- und Handelskammer Köln, überreichte Prof. Theo B. Pagel und Christopher Landsberg, Vorstände des Kölner Zoos, heute stellvertretend die entsprechende Urkunde. Der Zoo erhielt die Würdigung, da Mitarbeiterin Dana Schneider ihre Ausbildung zur Tierpflegerin mit NRW-weiter Bestnote abgeschlossen hat. „Das ist eine tolle Bestätigung für uns als Ausbilder“, so Pagel und Landsberg. „Wir haben den Anspruch, unsere Tiere bestmöglich zu halten. Also muss auch unsere Ausbildung optimal sein. Wir freuen uns, dass die IHK-Auszeichnung dies belegt. Es ist wichtig, dass wir in dem ebenso spannenden wie anspruchsvollen Berufsbild Tierpfleger für erstklassigen Nachwuchs sorgen.“ Dana Schneider, 21, wurde nach ihrer Ausbildung fest im Kölner Zoo angestellt. Sie arbeitet in der Terrarien-Abteilung des Aquariums im Team um den dortigen Kurator Prof. Dr. Thomas Ziegler. Ihre dreijährige Ausbildung, die im Zoo vom dafür zuständigen Kurator Bernd Marcordes koordiniert wird, war sehr facettenreich. Teil der Ausbildungsstrategie des Zoos ist es, seine Nachwuchskräfte möglichst breit und mit tiefen Einblicken auf den Beruf des Tierpflegers vorzubereiten. So durchläuft jeder Azubi innerhalb seiner Lehrzeit für einen bestimmten Zeitraum jede der insgesamt 15 Reviere des Zoos – vom Menschaffenhaus und dem Elefantenpark bis zu Insektarium und Fasanerie. Die Azubis lernen somit nicht nur unterschiedlichste Spezies kennen, sondern werden auch in ihrer Flexibilität und im sozialen Umgang mit immer anderen Kollegen trainiert. Für Auszubildende, die sich für das Berufsfeld Tierpflege entscheiden, ist dieser Abwechslungsreichtum oftmals ausschlaggebend. Auch das immer breiter werdende Artenschutz-Engagement von Zoos mit internationalen Kooperationen und Forschungsvorhaben macht die Arbeit des Tierpflegers für junge Menschen zur sinnvollen und nachhaltigen Aufgabe. www.koelnerzoo.de/index.php/aktuell/#arbeiten-praktika

Tierpark Hellabrunn München 18.01.2022
Preisanpassung in Hellabrunn
Ab 1. Februar 2022 erhöht der Tierpark Hellabrunn nach mehreren Jahren die Eintrittspreise. Grund dafür sind vor allem steigende Betriebskosten. Nach mehreren Jahren Preisstabilität wird es ab dem 1. Februar 2022 eine moderate Preisanpassung bei den Tages- und Jahreskarten im Münchner Tierpark geben. Der Eintrittspreis für einen Erwachsenen wird dann bei 18 Euro liegen. Für Kinder erhöht sich der Eintrittspreis von sechs auf sieben Euro. Die Kleine Familien-Tageskarte (ein Elternteil und dessen eigene bzw. unter gleicher postalischer Adresse lebende Kinder zwischen vier und 14 Jahren) wird statt 19 dann 22 Euro kosten, die Große Familien-Tageskarte (beide Eltern und deren eigene bzw. unter gleicher postalischer Adresse lebende Kinder zwischen vier und 14 Jahren) 39 Euro. Zudem erhöhen sich die Parkgebühren auf 6 Euro pro Tag. Die letzte Preisanpassung für den Tageseintritt erfolgte vor fünf Jahren. „Auch der Tierpark Hellabrunn muss verantwortungsvoll und betriebswirtschaftlich handeln. Steigende Kosten bei Energie, Futterversorgung und Personal zwingen Hellabrunn vorausschauend zu agieren, um den umfangreichen Tierparkbetrieb aufrechtzuerhalten“, erklärt Tierparkdirektor Rasem Baban und weiter: „auch die Corona-Pandemie und die damit verbundene wochenlange Schließung hat ihre wirtschaftliche Spuren hinterlassen – so ist die Preisanpassung in diesem Jahr unvermeidbar, die Erhöhung erfolgt jedoch sehr moderat.“ Die Preise für die Jahreskarten werden ebenfalls – erstmals seit fast zwanzig Jahren – angepasst. Künftig kostet eine Jahreskarte für Erwachsene 59 Euro, für Kinder 30 Euro. Für Familien erhöht sich der Preis auf 59 Euro (kleine Familien-Jahreskarte) bzw. 118 Euro (große Familien-Jahreskarte). „Für Münchnerinnen und Münchner, die den Tierpark oft und regelmäßig besuchen, lohnt sich nach wie vor der Kauf einer Jahreskarte – bereits mit drei Besuchen im Jahr hat man den Preis der Jahreskarte eingelöst.“, so Baban. Selbstverständlich wird es auch künftig ermäßigte Tarife für Schülerinnen und Schüler, Studentinnen und Studenten, Seniorinnen und Senioren, Schwerbehinderte sowie Gruppen geben. Darüber hinaus erhalten auch Inhaberinnen und Inhaber des München-Passes weiterhin eine entsprechende Ermäßigung auf Tages- und Jahreskarten. Der Tierpark Hellabrunn gehört zu den größten und renommiertesten wissenschaftlich geführten Zoos in Deutschland. Mit zahlreichen Investitionen in Tieranlagen und Tierhäuser, aber auch in das Bildungsangebot für Besucherinnen und Besucher entwickelt und verbessert sich Hellabrunn stetig. „Die diesjährige Preisanpassung ist unabdingbar für den Fortbestand der Münchener Tierpark Hellabrunn AG, die sich den wichtigen Themen wie Artenschutz, Umweltbildung und Tierwohl annimmt. Auch nach der jetzt erforderlichen Erhöhung ist Hellabrunn weiterhin einer der günstigsten Großstadtzoos im deutschsprachigen Raum“, ergänzt Verena Dietl, Aufsichtsratsvorsitzende und Bürgermeisterin.

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