Will Cuppy: Wie man ausstirbt… (Rezension)

… und weitere nützliche Tipps aus der Tierwelt
Aussterben macht Spass!
Warum verhalten sich Thunfische bei Vollmond wie komplette Idioten? Warum klingt die Nachtigall wie ein nicht geschmiertes Wagenrad? Und wie viel Zeit bleibt uns noch, ehe die Insekten die Weltherrschaft an sich reißen? Dies sind die brennenden Fragen, die es zu klären gilt, um unser aller Aussterben wahlweise zu verlangsamen ‒ oder zu beschleunigen, man weiß es nicht so genau. Es gibt viel zu er- und noch mehr zu verlernen. Jedenfalls: Wenn man sonst schon nichts zu lachen hat, sollte man wenigstens über sich selbst lachen. Mit Will Cuppy geht das ganz wunderbar.

Ich weiß nicht, was ich erwartet habe. Ein Titel, der das Aussterben als nützlichen Tipp bezeichnet ist, kann ja nicht ernst gemeint sein. Nun ja… nach der Beendigung der Lektüre kam ich zu folgendem Ergebnis: geringer Informationsgehalt bei immens hohem Spaßfaktor. Ich will nicht sagen, dass man durch das Lesen nichts lernen kann, Allerdings sind einige Aussagen etwas fraglich oder werden nicht näher begründet. Spielt aber alles keine Rolle, wenn man sich amüsieren will. Dabei muss man wohl dem Übersetzer Lutz-W. Wolf danken, der auch hin und wieder ein paar Bemerkungen in den Fußnoten hinterlässt…zu den Fußnoten muss man grundsätzlich sagen, dass man sie lesen sollte. Sie haben zwar meist nichts mit dem Textteil zu tun, auf den sie sich beziehen, aber das interessiert keinen.
Die Texte sind kurzweilig und amüsant und auch die Fußnoten sind es.
Ich könnte zahlreiche Textpassagen wiedergeben, mit und ohne Fußnoten, aber ich kann mich nicht entscheiden, welche wohl die unterhaltsamste ist. Bei einigen konnte ich mir ein Lachen verkneifen, bei anderen nicht.
Übrigens (und auch das ist eine Nebensächlichkeit, die völlig uninteressant ist, denn die Texte sind auch witzig wenn man die entsprechenden Tiergruppen nicht mag) finden sich in Wie man ausstirbt nur Kolumnen über Fische, Reptilien (einschließlich diverser Dinosaurier und ähnlicher Wesen) und dem Dodo, dem Riesenfaultier und dem Mammut (schließlich geht es ja auch ums Aussterben). Das ist so, wird nicht weiter erklärt und spielt keine Rolle (wie so vieles in diesem Buch … und selbst das ist egal).
Fazit: Wer mal zwischendurch herzhaft Lachen will und Tiere mag, der wird mit diesem Buch seine Freude haben. Wer nützliche Tipps erwartet wird diese nicht finden…und wenn man ehrlich ist:
Will man wirklich wissen, wie man ausstirbt?

Will Cuppy (1884-1949) war ein amerikanischer Humorist und Literaturkritiker und gehörte zum legendären ersten Redaktionsteam des NEW YORKER. Bekannt wurde er vor allem durch seine satirischen Bücher über historische Persönlichkeiten und die Natur. Viele von Cuppys Artikeln für The New Yorker und andere Magazine wurden später als Bücher gesammelt. Wie man ausstirbt (Originaltitel: How to become extinct) erschien 1941.

(Rezensionsexemplar)

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