Matt Simon: Die Wespe, die sich Raupen als Sklaven hielt (Rezension)

Schon mal von Pseudacteon curvatus gehört? Oder Cymothoa exigua? Oder Ophiocordyceps unilateralis? Nein? Das wundert mich nicht. Vermutlich haben davon die wenigsten gehört oder gelesen, deswegen gibt es wohl auch keine deutsche Bezeichnung für diese Lebewesen.
Um diese und andere geht es in Die Wespe, die sich Raupen als Sklaven hielt. Der Untertitel verrät schon mehr: Die verrücktesten Überlebensstrategien der Tierwelt. Und verrückt (und manchmal eklig) geht es in diesem unterhaltsamen, aber auch informativen Buch zu.
Pseudacteon curvatus ist eine Buckelfliegenart, die Ameisen aufschlitzt und ihre Eier unter den Ameisenpanzer legt.
Cymothoa exigua ist eine Meeresassel, das die Zunge von Fischen ersetzt (und wenn Cymothoa den Fisch verlässt, stirbt dieser…)
Ophiocordyceps unilateralis macht aus Ameisen Zombies (und ist eigentlich kein Tier sondern ein Pilz)
Daneben tummeln sich noch zahlreiche andere Überlebenskünstler mit ungewöhnlichen Formen der Fortpflanzung, Aufzucht, Nahrungssuche …
Manches ist eklig, manches unglaublich, aber erstaunlich sind sie alle.

Die Wespe, die sich Raupen als Sklaven hielt ist mehr als eine bloße Faktensammlung. Jedes Tier (und der Pilz) werden mit einer Zeichnung vorgestellt. Es gibt immer ein Problem und die Lösung der entsprechenden Tierart.
Als Beispiel greife ich zurück auf Cymothoa exigua:
Problem: Im offenen Meer herumzudümpeln ist gefährlich.
Die Lösung wurde hier bereits erwähnt …
Matt Simon gelingt es mit seinem humorvollen, manchmal auch flapsigen Schreibstil selbst unappetitliche Dinge unterhaltsam zu präsentieren, ohne dabei zu sehr ins Komödiantische abzudriften.
Man lernt auf spaßige Art viel über die Überlebensstrategien mehr oder weniger unbekannter Tiere und kann damit mit ungewöhnlichem Wissen angeben.
Ein Buch für diejenigen, die mehr über die Welt der Tiere wissen wollen und sich auch für die kleineren Vertreter der Fauna interessieren.

(Rezensionsexemplar)

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