Torolf E. Kroglund: Reise mit Aal (Rezension)

Die Geschichte der Aale fasziniert die Menschen seit jeher. Und doch wissen wir immer noch viel zu wenig über diesen schlangenartigen Fisch. Was vielen Menschen gar
nicht bewusst ist: Die Aale verschwinden, und zwar so rapide, dass sie schon in wenigen Jahren ausgestorben sein können. So ist der Bestand des europäischen Aals in den letzten zehn Jahren um 90 % zurückgegangen. Der Schriftsteller, Journalist und Sportfischer Torolf Kroglund geht der Frage nach, warum das so ist, und folgt dem Aal dafür durch ganz Europa. Seine Reise beginnt auf der norwegischen Insel Frøya, wo er als Kind Aale fing, und führt ihn danach u. a. nach Deutschland, Spanien, England und die Niederlande. Unterwegs begegnet ihm ein breites Spektrum an Themen rund um die Natur, er erfährt aber auch persönliche Herausforderungen. Beides flicht Kroglund auf faszinierende Weise in seine Erzählung ein.


Ein Buch über Aale, interessiert das überhaupt jemanden?
Oder anders gefragt: Ist ein Buch, dass keine Aalrezepte beinhaltet lesenswert?
Und was weiß man schon über Aale?
Ich kann mich an die faszinierende Geschichte der Aalwanderungen erinnern, die wir in der Schule gelernt haben. Ich fand das damals so faszinierend, dass ich ein Referat darüber gehalten habe.
Aber so sehr mich das Tier interessiert (und auch wenn ich kein Vegtarier bin) Aal gegessen habe ich vielleicht ein oder zwei mal in meinem Leben, dann allerdings geräuchert (und Räucherware ist in den seltensten Fällen mein Ding).
Aber das hat mit dem Buch an sich nichts zu tun, erklärt aber ein bisschen, warum ich ein Buch über Aale lese (obwohl … ich lese fast alles, was mit Tieren zu tun hat und irgendwie interessant klingt) und wie gesagt … Aale sind interessant.
Reise mit Aal ist also ein Buch über Aale … aber es geht auch um die Menschen, die sich mit den Tieren befassen, hauptsächlich Fischer, Industrielle und natürlich Naturwissenschaftler und -schützer.
Torolf E. Kroglund begiebt sich auf die Spuren des europäischen Flussaals (natürlich nicht mit einem Aal im Gepäck) und besucht wichtige Orte und Personen. Nebenbei gibt er Einblicke in die Lebensweise und Kulturgeschichte des Aals und nimmt den Leser auf eine interessante, niemals langweilige (dafür sehr kurzweilige) Reise mit in der es auch um Aale in der Küche geht.
Ein Buch dass die Geheimnisse der aale nicht entschlüsseln kann, aber interessante Einblicke zum Thema Aal bietet.

Zurück zu meinen Fragen…
Ein Buch über Aale, interessiert das überhaupt? Ja, es sollte zumindest, denn der Aal ist eine bedrohte Art, in Deutschland hauptsächlich als Räucheraal bekannt, aber ein zu faszinierendes Tier, um nur auf den Lebensmittelaspekt reduziert zu werden.
Ist ein Buch, das keine Aalrezepte beinhaltet lesenswert? Ja, wer Aalrezepte will soll zu einem Kochbuch greifen.
Was weiß man schon über Aale? Weniger als man denkt zu wissen.

Lesenwert, nicht nur für Angler oder Freunde des Räucheraals.

(Rezensionsexemplar)

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2 Antworten zu Torolf E. Kroglund: Reise mit Aal (Rezension)

  1. Konstanze sagt:

    Für mich (als Vegetarierin 😉 ) wäre ein Buch mit Aalrezepten vollkommen uninteressant, während ich ein Buch über Natur und persönliche Erlebnisse, die an eine Forschungsreise rund um den Aal geknüpft sind, deutlich faszinierender finde.

    • Martin sagt:

      Hallo Konstanze,
      ich bin kein Vegetarier, esse aber zum einen keinen Aal, würde mir zum anderen aber auch kein Kochbuch kaufen (ob mit oder ohne Aalrezepte). Aber es gibt nicht gerade wenige Personen, die sich eher für den Aal als Nahrungsmittel interessieren als für das Tier an sich. Und gerade in REISE MIT AAL geht es ja (auch) um verschiedene Zubereitungen des Tiers (wobei der Aal darauf nicht reduziert wird, was das Buch lesenswert macht).
      Liebe Grüße
      Martin

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