Susanne Foitzik/Olaf Fritsche: Weltmacht auf sechs Beinen (Rezension)

Sie sind faszinierend – und sie sind überall: Sie haben eigene Formen der Arbeitsteilung, Kommunikation und Selbstorganisation entwickelt. Ameisen legen Gärten an und züchten Pilze. Sie halten sich Blattläuse als Nutzvieh und verteidigen es gegen Räuber. Neben den Bienen sind sie wohl die Erstaunlichsten unter den Insekten.
Susanne Foitzik ist eine weltweit anerkannte Koryphäe auf dem Gebiet der Ameisenforschung. Gemeinsam mit dem Biophysiker Olaf Fritsche erzählt die Mainzer Evolutionsbiologin auf unterhaltsame Weise alles, was man über Ameisen wissen muss. Nach der Lektüre dieses Buches wird man Ameisen mit anderen Augen sehen.

Weltmacht auf sechs Beinen: Das verborgene Leben der Ameisen ist ein Buch, welches dem Leser nicht nur die Welt der Ameisen näher bringt, sondern auch Einblicke in die etwas schräge Welt der Myrmekologen (Ameisenforscher, das Wort hört und liest man ja eher selten, das muss man sich schon auf der Zunge zergehen lassen). Susanne Foitzik und Olaf Fritsche berichten von der Entstehen eines Ameisenvolks, der Verblödung der Ameisenkönigin, Majors und Minors, Sklavenhaltern und verschiedenen Ameisenarten, die verschiedene interessante und ungewöhnliche Anpassungen an ihre Umgebung zeigen. Daneben spielt hin und wieder auch die Ameisenforschung eine Rolle und die Autoren geben einen grausigen Einblick in das, was ein Ameisenforscher im Labor macht. Höchst interessant.
Weltmacht auf sechs Beinen unterhält den Leser mit einem leicht verständlichen Schreibstil und einer Unmenge an Informationen aus der weiten Welt der Ameisen. Ein Buch, das nicht nur für Ameisenfreunde geeignet ist und auch den Ahnungslosen ein neues Bild der Krabbelviecher zeigt. Nur was die Ameisenbekämpfung anbelangt, so hält sich dieses Buch bewusst bedeckt. Aber darum geht es auch nicht. Es will informieren, stellt dabei aber kein trockenes Sachbuch dar. Und so spielt auch der Myrmekologe und seine Gefühlswelt hin und wieder eine kleine Rolle.
Wer ein Buch über Ameisen und nur über Ameisen lesen will, wird etwas enttäuscht werden, wer aber auch kleine Einblicke in die Forschungsarbeit erhalten möchte (von der es für meinen Geschmack auch gerne mehr hätte geben können), der wird mit diesem Buch seine Freude haben (und vielleicht Biologen und Ameisen mit anderen Blicken sehen)

Dieser Beitrag wurde unter Rezension veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.