Dr. Nell Ward verbringt ihre Tage damit, seltene Tiere aufzuspüren und verborgene Lebensräume zu erforschen. Als sie auf einem alten Landsitz einen verborgenen Tunnel untersucht, wird sie ungewollt Zeugin eines Verbrechens. Kurz darauf wird eine junge Frau tot aufgefunden, und ausgerechnet Nell gerät ins Visier der Ermittlungen.
Fest entschlossen, ihren Namen reinzuwaschen, beginnt sie mit ihrem Kollegen Adam nach Antworten zu suchen. Mit ihrem geschulten Blick für kleinste Spuren entdeckt Nell Hinweise, die allen anderen entgehen – doch je näher sie der Wahrheit kommt, desto gefährlicher wird ihre Suche.
Ein charmanter Cosy Crime mit einer ungewöhnlichen Ermittlerin … wieder mal. Aber, ohne darauf rumreiten zu wollen, was ist heutzutage eine ungewöhnliche Ermittlerin. Das sind doch so viele, die in Wohlfühlkrimis ihr Unwesen treiben, da ist ja jede schon etwas ungewöhnliches. Und so ist Dr. Nell War einfach eine von vielen. Aber das mindert natürlich den Lesespaß nicht, Vor allem, weil TOD UNTER DEM HERRENHAUS durchaus als ungewöhnlich zu bezeichnen ist, aber sich noch im Rahmen des Wohlfühlkrimis bewegt. Allerdings auch auf eine Weise, die das Hirn des Lesers fordert. Was TOD UNTER DEM HERRENHAUS so besonders macht ist die Verbindung von klassischem Landhauskrimi und naturwissenschaftlicher Spurensuche. Nell denkt wissenschaftlich, was manchmal nicht unbedingt auf Verständnis von Nichtwissenschaftlern (aka Polizisten) stößt. Und so wirkt manches doch etwas sehr verdächtig und könnte bei nichtwissenschaftlich arbeitenden Lesern zu verständnisloser Erheiterung führen … wenn Biologen Krimis schreiben. Die Kombination aus englischem Landhausflair, rätselhaftem Mordfall und ökologischer Fachkenntnis ist durchaus reizvoll, zumal die Zusammenhänge nicht trocken vermittelt werden, sondern auf unterhaltsame Weise. Und spannend sind die Ermittlungen auch. Ein Krimi, der durch sympathische Charaktere punktet, die Ermittlungen und der Hintergrund der Hauptperson (der dann doch wieder irgendwie typisch CosyCrime ist). Vieles mag für einen Wohlfühlkrimi ungewöhnlich sein, anderes wieder nicht (so gibt es natürlich gleich zwei Männer, die Schmetterlinge in Nells Bauch verursachen), einen geheimnisvollen Chauffeur mit militärischer Ausbildung … und ganz viele Fledermäuse (und ihre Hinterlassenschaften).
TOD UNTER DEM HERRENHAUS ist ein unterhaltsamer und gleichzeitig spannender Wohlfühlkrimi, der auf die nachfolgenden Teile neugierig macht. Negativ könnte ich vielleicht das Ende bezeichnen, das zieht sich ein bisschen, auch wenn es interessant beginnt (sofern man das bei einem Ende sagen kann), Aber vieles hätte man auch abkürzen können, oder verschweigen. Anderes, wie die Gerichtsverhandlung (gilt das nun als Spoiler? Ich glaube nicht), hätte gerne mehr Platz in Anspruch nehmen können. Tatsächlich hat das Buch doch einiges zu bieten und ist für einen Wohlfühlkrimi etwas länger als erwartet. Aber … wer englische Landkrimis (mit Tieren … irgendwie) mag, wird seinen Spaß haben.
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(Rezensionsexemplar)

