| Unterordnung: | Neobatrachia |
| Überfamilie: | Dendrobatoidea |
| Familie: | Baumsteigerfrösche (Dendrobatidae) |
| Unterfamilie: | Dendrobatinae |
| Gattung: | Blattsteiger (Phyllobates) |
| Art: | Zweifarbiger Blattsteiger (Phyllobates bicolor) |
Anders als bei anderen Froscharten sind Männchen und Weibchen des Zweifarbigen Blattsteigers annähernd gleich groß. Männchen erreichen eine Länge von 45–50 mm von der Schnauze bis zur Kloake, während die etwas größeren Weibchen 50–55 mm messen. Dieser Größenunterschied ist ein Beispiel für Geschlechtsdimorphismus und beeinflusst die innergeschlechtliche Selektion der Männchen. Der Zweifarbigen Blattsteiger weist eine Farbpalette von erdfarbenem Orange bis zu reinem Gelb auf, oft mit einem bläulichen oder schwarzen Schimmer an den Beinen, daher der Name. Diese leuchtenden Farben dienen als Warnsignal für potenzielle Fressfeinde und signalisieren die Giftigkeit. Neben der Abschreckung von Fressfeinden könnten die leuchtenden Farben des Zweifarbigen Blattsteigers auch der sexuellen Selektion dienen. Ein leuchtend gefärbtes Männchen lockt, zusätzlich zu seinem Ruf, ein Weibchen besser an als ein unscheinbar gefärbtes Männchen. Mit zunehmender Farbintensität steigt die Fitness des Organismus, wodurch das Individuum besser überleben und sich fortpflanzen kann. Die Färbung des Zweifarbigen Blattsteigers kann diese beiden Zwecke gleichzeitig erfüllen. Der Zweifarbigen Blattsteiger ist kleiner, schlanker und weniger giftig als sein naher Verwandter, der Schreckliche Pfeilgiftfrosch. Der Zweifarbigen Blattsteiger kann zudem juvenilen oder halbwüchsigen P. terribilis-Fröschen ähneln. Häufig werden diese beiden Arten bei Populationserhebungen verwechselt. Der Zweifarbigen Blattsteiger weist auch Ähnlichkeit mit dem Gelbgebänderten Baumsteigers auf, insbesondere mit der netzartigen Farbvariante. Wie andere Amphibien durchläuft auch der Zweifarbigen Blattsteigerontogenetische Veränderungen in seinen Lebensstadien vom Kaulquappenstadium bis zum ausgewachsenen Tier. Nach dem Schlüpfen sind die Jungfrösche braun oder schwarz und werden mit zunehmendem Alter allmählich farbenprächtiger.
Dieser Frosch ist im warmen, feuchten Regenwald des Chocó-Gebiets in Westkolumbien entlang des Río San Juan heimisch; eine weitere Population findet sich weiter südlich in der Quebrada Gangui. Die Art ist zwar häufig, wird aber wie viele andere durch die zunehmende Einschränkung des Lebensraums, Umweltverschmutzung und eingewanderte Arten bedroht.
Zweifarbige Blattsteiger sind tagaktive Tiere, das heißt, sie sind tagsüber am aktivsten. Dies unterscheidet sie von anderen Amphibien, da die meisten Froscharten eher nachtaktiv sind. Tagsüber können potenzielle Fressfeinde die Warnfarben des Zweifarbigen Blattsteiger jedoch besser erkennen, was den Frosch schützt. Tagsüber bewegen sich der Zweifarbige Blattsteiger in schnellen Hüpfern über den Regenwaldboden. Diese Frösche sind trotz ihrer geringen Größe Fleischfresser und suchen am Boden nach Ameisen, Käfern, Termiten oder anderem Regenwalddetritus. Einige dieser Pfeilgiftfrösche leben einzelgängerisch und verbringen ihre Zeit bis zur Paarungszeit allein. Es wurden jedoch auch Fälle von sozialem Verhalten beobachtet. In diesen Fällen können sich Paare oder kleine Gruppen des Zweifarbigen Blattsteiger bilden. Tagsüber findet man Zweifarbige Blattsteiger in der Nähe von Steinen, Moos, umgestürzten Ästen und Zweigen. Im Regenwald bietet der Boden ein ideales feuchtes und warmes Umfeld für die Amphibien. Nachts versammeln sich die Frösche bevorzugt im Laubstreu.


