| Ordnung: | Unpaarhufer (Perissodactyla) |
| Familie: | Pferde (Equidae) |
| Gattung: | Pferde (Equus) |
| Art: | Wildpferd (Equus ferus) |
| Unterart: | Hauspferd (Equus ferus caballus) |
Der Neapolitaner (italienisch: *Cavallo Napoletano* oder einfach *Napolitano*) ist eine Pferderasse, die ihren Ursprung in der Ebene zwischen Neapel und Caserta in der italienischen Region Kampanien hat, möglicherweise aber im gesamten Königreich Neapel gezüchtet wurde.Das Neapolitanische Pferd wird in der Literatur vom 16. bis zum 19. Jahrhundert häufig erwähnt und zeichnet sich durch seine hohe Qualität aus. Corte schrieb 1562: „In Italien werden die Pferde aus dem Königreich Neapel sehr geschätzt; dort kommen viele edle Rösser zur Welt […], die sich für den Kriegseinsatz, die Arbeit in der Reitbahn sowie für jeden anderen vom Reiter gewünschten Zweck eignen.“ Der Niedergang der Rasse wurde Anfang des 20. Jahrhunderts von Mascheroni (1903) und Fogliata (1908) beschrieben. Einigen Quellen zufolge galt das ursprüngliche Neapolitanische Pferd um 1950 als ausgestorben, doch seine Blutlinien flossen in andere Rassen ein – allen voran in die der Lipizzaner. Ein Versuch, diese Rasse wiederzubeleben, führte zur heutigen Rasse, die als *Napolitano* bezeichnet wird.
Eine Beschreibung des Neapolitanischen Pferdes findet sich im Jahr 1800 im *The Sportsman’s Dictionary*:
„Dieses Pferd wird für seine Kraft und seinen Mut sehr geschätzt; sein sanftmütiges Wesen macht es zudem besonders wertvoll.
Es besitzt einen kräftigen, wohlproportionierten Körperbau; sein Gang ist erhaben, und es ist äußerst gelehrig bei der Ausführung verschiedenster Übungen. Ein geschultes Auge mag jedoch feststellen, dass die Beine etwas zu klein geraten sind – dies scheint der einzige Makel des Tieres zu sein.
Erkennbar ist es an seinem Kopf: Dieser ist lang, schlank und schmal, wobei sich die Linie von den Augen zu den Nüstern hin wie bei einem Falkenschnabel wölbt. Zudem zeichnet es sich durch große, ausdrucksstarke Augen und feine, spitze Ohren aus.“
Zwischen dem 16. und 19. Jahrhundert waren Neapel und die umliegenden Regionen für ihre hochwertigen Neapolitanischen Pferde bekannt. Die besten Exemplare wurden vom Adel gezüchtet – sowohl für den Transport als auch für den Einsatz in der Kavallerie. Zu Beginn dieser Zeit waren die Pferde wahrscheinlich klein, derb und schwer – geeignet, um schwer gepanzerte Krieger zu tragen. Doch wie andernorts führte auch hier der Einsatz von Schusswaffen zu dem Wunsch nach einem ansprechenderen, wendigeren Pferd. Dies wurde durch gezielte Zucht sowie durch die Einbeziehung von Pferden aus dem Nahen und Mittleren Osten erreicht. Die Pferde aus diesen trockenen Regionen waren – wenn auch nicht zwingend reinrassige Araber – in ihrem Typ zumindest Arabern, Berberpferden und Achal-Tekkinern sehr ähnlich.
Es scheint, dass neapolitanische Züchter regelmäßig Zuchttiere mit Züchtern in Andalusien austauschten, was den Einfluss des Berberpferdes begünstigt haben dürfte. Der Kopf wies eine gerade bis konvexe Profilinie auf, wirkte jedoch trocken und markant. Der Körper war tief und breit, mit kurzem Rücken, einer kräftigen, abgerundeten Hinterhand sowie einem stark bemuskelten, hoch angesetzten Hals.
Neapolitanische Pferde werden häufig in der Geschichte europäischer Pferderassen erwähnt. Eine moderne Rasse, die als dem historischen neapolitanischen Pferd ähnlich gilt, ist einer seiner Nachfahren: der Lipizzaner.
Es wird angenommen dass der ursprüngliche Neapolitaner 1950 ausgestorben ist. Es wird aber angenommen, dass die Rasse nach Übergang in bäuerliche Zuchtbetriebe im Murgese genetisch weiterlebt.
Heute existiert in Italien eine Rasse namens „Napolitano“, die von der italienischen Regierung anerkannt ist. Laut Gouraud „hofft ein engagierter Züchter …, die Rasse wiederaufbauen zu können“. Die Zeitung *La Repubblica* berichtet, dass dieser Versuch auf einen einzigen Hengst zurückgeht: Neapolitano „Il Vecchio“. Dieser gehörte als Fohlen Marschall Tito und gelangte im Alter in den Besitz eines serbischen Landwirts, von dem er 1989 erworben und nach Italien importiert wurde.
Das Napolitano gehört aber zu den seltenen Pferderassen, das von der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen als kritisch eingestuft wird



