Lucy Knisley: Schon wieder Trockenfutter (Rezension)

Mein Name ist Linney. Ich bin eine Hauskatze. Es heißt, ich hätte es gut. Aber das ist eine Lüge. Damit ihr versteht, wovon ich spreche, erzähle ich von meinem täglichen Leid: von Näpfen, die skandalös spärlich gefüllt sind, von Futter, das schlicht inakzeptabel ist, von Menschen, die endlos schlafen, obwohl ich dringend Gesellschaft benötige, und von Türen, die ohne jeden erkennbaren Grund plötzlich geschlossen bleiben. Mein Frauchen Lucy Knisley hat all das festgehalten – mit scharfem Humor, großer Zuneigung und einem bemerkenswert feinen Gespür für die kleinen, vollkommen unterschätzten Dramen meines miserablen Katzenalltags!
Ich bin nicht launisch – ich bin eine Katze! … so kann man es auch sehen. Und Linney ist wirklich launisch, hat aber das Talent von ihrer Familie gleichzeitig gehasst und geliebt zu werden. Wobei dieses Gefühl auch erwidert wird. Lucy Knisley setzt die Eigenheiten ihrer Katze wunderbar in Szene, so dass nicht nur der Katzenfan darüber schmunzeln muss (leider fällt mir das Gegenteil davon nicht ein, denn ich kenne doch die eine oder andere Dosenöffnerin, die eher Entsetzen zeigen wird … nicht wegen Linney, eher wegen der eigenen Katzen, die so anders gar nicht sind). Man mag vom Zeichenstil halten was man will, reale Katzen sehen anders aus (aber Knisley gibt eine leidenschaftliche Erklärung darüber ab, warum sie keine Katzen zeichnen kann), aber schnell merkt man, dass es nicht die Zeichnungen sind, welche die Geschichte erzählen und irgendwann passt alles zusammen. Knisely/Linney erzählen auf wunderbare Weise wie das Zusammenleben Mensch/Katze funktioniert (Irgendwie tut es das immer …). Kein Ratgeber, aber für diejenigen, die vielleicht eine Katze in ihr Haus lassen sollten ein Denkanstoß. Ja, SCHON WIEDER TROCKENFUTTER ist herzlich komisch, aber Knisley schlägt auch traurige Töne an, und auch das muss sein. Aber … im Großen und Ganzen liegt mit SCHON WIEDER TROCKENFUTTER eine Liebeserklärung an eine Katze (oder alle Hauskatzen) vor, die man immer wieder anschauen kann (mein Lieblingszitat: „Nun muss ich das Wunderwerk besingen“ … inklusive der Bilder und Texte danach … zum Totlachen). Eine GraphicNovel für alle, die Katzen mögen.

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(Rezensionsexemplar)

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