Josef H. Reichholf: Stadt, Land, Fuchs (Rezension)

Wussten Sie, dass Berlin nicht nur die Hauptstadt der Nachtigallen ist, sondern auch der Wildschweine? Dass Murmeltierfett über wundersame Heilkraft verfügen soll, Feldmäuse uns lehren können, besser mit Stress umzugehen, und dass es nicht nur Ost- und Westgoten gab, sondern auch Ost- und Westmäuse gibt? Denn eine seltsame Grenze verläuft durch Deutschland.
Der Biologe Josef H. Reichholf entführt uns in die verborgene Welt der Säugetiere in der Tradition David Attenboroughs, aber nicht zu Tigern und Elefanten, sondern in die unserer heimischen Säuger. Voll überraschender Erkenntnisse und Anekdoten rückt das liebevoll von Johann Brandstetter illustrierte Buch unser Zusammenleben mit Wölfen, Füchsen, Bibern und Fledermäusen in ein neues Licht.

Josef H. Reichholf hat eine angenehme Schreibart, so ist der Vergleich mit David Attenboroughs nicht von der Hand zu weisen. Reichholf stellt die heimische Tierwelt so vor, wie er es für richtig hält und richtet sich nicht nach den gängigen Einteilungen herkömmlicher Bestimmungsbücher. Fast schon glaubt man sich an Brehms Tierleben erinnert wenn Reichholf Wissenswertes über Wildschwein und Co. vermittelt und nebenbei die eine oder andere persönliche Anekdote einstreut. Leicht verständlich wird der Leser durch die deutsche Säugetierwelt geführt, welche anschaulich (und in der Tradition großer Illustratoren wie John Gerrad Keulemans oder John Smit) von Johann Brandstetter zum gezeichneten Leben erweckt wird.
Wem ein bestimmungsbuch zu trocken ist und wer sich nur einen kleinen Überblick über die heimische Säugetierwelt verschaffen will und dabei trotzdem alle wichtigen Daten zu den Tieren erhalten will (und nebenbei noch gut unterhalten wird) sollte sich STADT, LAND, FUCHS zulegen.
Kurzweilig und informativ und dabei mehr als ein gewöhnliches Tierbuch. Was will man mehr.

(Rezensionsexemplar)

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