Jan Haft: Heimat Natur (Rezension)


Ein Waldstück, das wir gut kennen, eine Wiese in der Marsch, ein kristallklarer Bergsee, ein Apfelbaum, an dem wir immer wieder vorbeilaufen. Natur berührt uns, ist Teil unseres Lebens und lässt uns heimisch fühlen. Unser Land besteht zu drei Vierteln aus Feldern, Wäldern, Wiesen, aus einer Vielfalt mehr oder weniger natürlicher Lebensräume zwischen Küste und Bergen. Je besser wir die Landschaften und ihre pflanzlichen und tierischen Bewohner kennen, je deutlicher wir uns unserer Verbindung zu ihnen bewusst werden, desto besser können wir sie auch schätzen und schützen. Der Biologe und preisgekrönte Naturfilmer Jan Haft lenkt unseren Blick auf das unscheinbare Detail genauso wie auf das große Ganze der heimischen Natur und führt uns ihren Wert, ihre Schönheit und ihre Gefährdung vor Augen.
Nach DIE WIESE ist HEIMAT NATUR das zweite Buch von Jan Haft und wie der Vorgänger gibt es auch einen Film dazu. Das aber nur nebenbei.
Jan Haft zeigt ins einem Buch (und im Film) verschiedene Lebensräume unserer Heimat, von den Alpen bis zu den Küsten von Ost- und Nordsee. Er zeigt bekannte Tiere und Pflanzen und solche, die kaum oder gar nicht bekannt sind (von diversen gruselig aussehenden Weberknechten las ich zum ersten Mal, wie etwa den Schneckenkanker, der sich, wie man es vermuten kann, von Schnecken ernährt). Jan Haft geht aber auch auf die Lebensräume ein, erzählt von vergangenen Zeiten und von der Entstehung von Gebirge und Wald. Dabei kratzt er nur an der Oberfläche, aber anders ist es nicht möglich, denn Deutschland hat soviel mehr zu bieten als Städte (und selbst die darf man als Lebensraum für Tiere und Pflanzen nicht unterschätzen, aber um die geht es in HEIMAT NATUR nicht). Jan Haft zeigt die Schönheit unseres Landes, steckt mit seiner Begeisterung an und verführt dazu, die Natur mit anderen Augen neugierig zu betrachten.
Das Buch zeigt in Wort und Bild was uns umgibt und was wir entdecken können, was wir wollen. Jan Haft will begeistern und das schafft er (nicht nur mit seinen Büchern, auch seine Filme sind immer wieder Highlights und gern gesehen). Doch neben all der Schönheit zeigt er auch die Schattenseiten, denn nicht alles ist Friede. Freude, Eierkuchen, denn trotz zahlreicher Umweltschutzmaßnamen ist unsere Heimat bedroht.
Es ist ein bisschen Zuckerbrot und Peitsche, erst wird die Schönheit gepriesen und gezeigt, was man alles entdecken kann (und man kann viel entdecken, man muss nur die Augen öffnen …), dann werden die Schattenseiten der menschlichen Existenz in den Raum geworfen. Nicht mahnend, die Tatsachen sprechen für sich.

HEIMAT NATUR ist ein Buch wie man es von Jan Haft erwartet. Lesenswert für all jene, welche die Heimat entdecken wollen und nur einen kleinen Anstupser brauchen.

(Rezensionsexemplar)

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