Irene Weinberger: Ratten (Rezension)

Geliebt und verehrt, gefürchtet und bekämpft: Nur zu wenigen Tieren haben wir Menschen ein derart ambivalentes Verhältnis wie zu Ratten. Sie führen ihr Leben oft in unserer unmittelbaren Nähe und doch im Verborgenen, und obwohl wir sie wohl gerade deshalb zu kennen meinen, so wissen wir doch erstaunlich wenig über diese anpassungsfähigen Globetrotter, deren Geschichte so eng mit der unsrigen verwoben ist. Dieses Buch gibt einen Einblick in die erstaunliche Welt der Wander- und Hausratten. Es führt in die Evolution, die Biologie und Ökologie der beiden bei uns heimischen Arten ein, thematisiert ihren Einfluss auf die Biodiversität und die Lebensmittelproduktion ebenso wie ihre Rollen als Haus- und Labortier sowie als Krankheitsüberträger.
Die Gattung der Ratten (Rattus) umfasst knapp 70 Arten. Zwei davon leben in Europa: Haus- und Wanderratte. Und neben der Polynesischen Ratte gehören sie zu den invasiven rattenarten. Vor allem die Wanderratte war sehr erfolgreich, da sie auch in die Versuchs- und Heimtierhaltung Einzug gefunden hat und fast weltweit vorhanden ist (und nicht überall geliebt wird). Dem gegenüber stehen die Weihnachtsinsel-Ratte und die Maclear-Ratte, die durch (unbeabsichtigt) eingeschleppte Ratten den kürzeren zogen und ausstarben (siehe hier). Aber diese spielen in Irenes Weinberger Buch RATTEN aus dem Haupt-Verlag keine Rolle. Sie beschränkt sich auf die europäischen Ratten). Und alleine Haus- und Wanderratten können ein Buch mit allerlei interessanten Fakten füllen:
Und so findet der Leser einiges über die systematische Stellung der Gattung Rattus und ihrer Evolution, die wichtigsten Sinne und ihre Bedeutung für den Menschen, der nicht immer erfreut über die Anwesenheit von Ratten ist, auch wenn ihre Zahl oft übertrieben wird. Und so können Ratten zum einen Krankheiten übertragen, als invasive Spezies andere vertreiben (oder gar zu deren Aussterben beitragen), Ernten schädigen. Aber es muss nicht alles schlecht sein, und so finden Ratten in der Versuchstierhaltung Verwendung und sind beliebte Haustiere (nicht mehr nur bei Punks). Und auch wilde Ratten müssen sich nicht immer nachteilig auf ihre Umwelt auswirken. Ratten sind Tiere, weder hässlich, noch eklig, noch furchterregend. Irene Weinberger, promovierte Biologin mit dem Schwerpunkt auf kleine bis mittelgroße Säugetiere, behält die Tiere (meistens) sehr neutral im Blick und bietet in ihrem Buch einen guten Überblick über das, was eine Ratte ausmacht. Ein Buch für jene, die sich für Ratten interessieren, oder die mehr über diese Tiere wissen wollen.

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(Rezensionsexemplar)

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