Guido Seyerle: Schweinekrieg (Rezension)

Der ehrgeizige Landwirt Heinrich Bauer kehrt von einem mehrjährigen Auslandsaufenthalt zurück. Entsetzt stellt er fest, dass das Schwäbisch-Hällische Landschwein beinahe ausgestorben ist. Er beschließt, die Rasse am Leben zu erhalten. Doch er hat die Rechnung ohne die alteingesessenen Schweinezüchter gemacht, die ganz und gar nicht von der neuen Konkurrenz begeistert sind. Was als Schlammschlacht beginnt, wird zu einem Krieg um die Schweine. Und als es einen Toten gibt, muss Bauer nicht mehr nur um die Existenz seiner Schwäbisch-Hällischen Landschweine fürchten.
Eine Reise zurück in die Zeit, als es DM statt Euro gab, die BRD noch die BRD und Chemnitz Karl-Marx-Stadt war. Und im Mittelpunkt eine Schweinerasse, die kurz vor dem Aussterben stand. Basierend auf Tatsachen wird eine Handlung um Landwirte und Schweine gesponnen und heraus kommt: Schweinekrieg.

Schwäbisch-Hällisches Schwein (Wildpark Pforzheim)

Und leider fällt es mir wirklich schwer etwas Positives über das Buch zu sagen. Das Beste ist noch das Cover. Der Rest … vielleicht muss man Landwirt sein oder ein Zeitzeuge der tatsächlichen Ereignisse der Rettung des Schwäbisch Hällischen Schweins, aber sonst: Man erfährt viel über die Arbeit eines Reporters, viel über Landwirtschaft und sonst … für einen Krimi gibt es zu wenig Verbrechen, der Krieg ist auch als Low Level zu verstehen, die Spannung hält sich in Grenzen (bzw. ist nicht vorhanden), der Satzbau ist manchmal schwer verdaulich und manche Nebensächlichkeiten interessieren zum einen nicht, zum anderen bringen sie die Story nicht weiter (z. B. das Sinnieren des fehlenden Liebesleben der Hauptperson).
Der Roman wird aus der Sicht des Reporters Chris Schranz erzählt und man hat oft den Eindruck, das wichtige oder interessante Dinge dem Leser vorenthalten werden, da ja nur eine Sichtweise der Dinge beschrieben wird und auch Schranz nie mehr weiß als der Leser.
Das ist für einen Krimi zu wenig, da wissen selbst diverse Cosy Crimes besser zu unterhalten.

Es hätte durchaus eine interessante Geschichte werden können. Aber alle Chancen dafür wurden vertan.

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