- Haussperling (Edwin Sheppard,)
- Feldsperling (J. G. Keulemans)
- Weidensperling (John Gould)
Im Laufe der Jahrtausende war und ist der Haussperling ein treuer Begleiter des Menschen – ein kleiner und scheinbar unbedeutender Vogel, doch mit einer unglaublichen Fähigkeit, sich an die von uns geschaffenen Lebensräume anzupassen. Glenn-Peter Saetre enthüllt, wie der Hausspatz die Entwicklung der Menschheit begleitet hat – von uralten Agrargesellschaften bis hin zu den heutigen Metropolen. Von der bronzezeitlichen Indus-Kultur bis ins antike Athen, von den neonblinkenden Boulevards von Las Vegas bis zu den eisigen Bahnhöfen Sibiriens – überall taucht der Haussperling auf. Warum gerade dieser kleine Vogel die Zivilisation eroberte, enthüllt Saetre, indem er die engen Verbindungen der Art zur menschlichen Kultur, Migration und Geschichte aufzeigt und zugleich Einblicke in die raffinierten Mechanismen der Evolution und die Anpassungsfähigkeit des Haussperlings gibt. Mehr als ein Naturbuch: mitreißend, inspirierend und voller überraschender Einsichten
Hat man nicht schon alles über Spatzen gesagt? Gibt es nicht genug Bücher über Spatzen? Und was soll man noch über Spatzen schreiben, die allgegenwärtig sind, und aus dem Bild einer Großstadt nicht mehr wegzudenken ist?
Nun, zuerst einmal Augen auf. Und dann … Spatzen suchen. Draußen. Viel Spaß, denn … es sind weniger als gedacht. Früher (was auch immer das bedeuten mag) gab es gefühlt mehr Spatzen und die Zahl ist rückläufig. Sprechen wir vom Haussperling, so verzeichnet der NABU einen auffallenden Rücklauf. Berlin, das man vielleicht als Hauptstadt der Spatzen bezeichnen kann, zeigt einen Spatzenschwund. Zumindest seit der letzten STUNDE DER WINTERVÖGEL. Also die Frage: Wer weiß wie ein Spatz aussieht? Ja, es ist ein kleiner brauner Vogel, aber … davon gibt es einige. Vielleicht also gibt es doch genügend Gründe, (noch) ein Buch über Spatzen zu schreiben. Und Saetre zeigt sehr eindrucksvoll, dass man noch vieles über und von Spatzen lernen kann.
Saetre betrachtet den Haussperling als Modell für Evolution unter menschlichem Einfluss. Populationsgeschichte, Anpassung, Artbildung, Hybridisierung, Biogeografie und die Entstehung anthropogener ökologischer Nischen treffen in einer einzigen, scheinbar gewöhnlichen Vogelart zusammen.
Besonders reizvoll ist der Vergleich mit der Domestikationsgeschichte: Der Spatz wurde nicht zum Haustier – und trotzdem hat der Mensch seine Evolutionsgeschichte tiefgreifend verändert. Damit erzählt Saetre letztlich nicht nur die Geschichte eines Vogels, sondern ein bemerkenswertes Kapitel der Koevolution beziehungsweise ökologischen Wechselwirkung zwischen menschlicher Zivilisation und Tierwelt.
Aber nicht nur der Haussperling wird behandelt, auch die Verwandtschaft wird beleuchtet. Saetre zeigt wie der Mensch mit dem Spatz umgeht (das freundliche Füttern oder das radikale Töten von Mao Zedong, das Ansehen des Spatzes kann sehr unterschiedlich sein).
Interessant fand ich die Stellung des Haussperlings innerhalb der Gattung Passer. Saetres eigener wissenschaftlicher Hintergrund in der Erforschung von Artbildung bei Vögeln macht sich hier bemerkbar. Der Spatz eignet sich hervorragend, um zu zeigen, dass Evolution kein ausschließlich in ferner Vergangenheit stattfindender Vorgang ist, sondern in Populationen fortwährend beobachtet werden kann.
Saetre macht den Spatzen zu einer besonderen Tierart, die es wert ist genauer betrachtet zu werden und auch wenn er sich sehr sachlich ausdrückt, so sind seine Ausführungen leicht zu verstehen, selbst wenn es sehr wissenschaftlich wird und der Laie fürchten muss, den roten Faden zu verlieren. Aber … Saetre schafft es jeden zu begeistern und den Spatz plötzlich mit anderen Augen zu sehen.
Ein Buch für Vogelfreunde, und solche die es werden wollen. Ein Buch, das zeigt, dass zum Thema Spatz noch vieles zu erfahren ist.
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(Rezensionsexemplar)




