David MacNeal: Planet der Insekten (Rezension)

Die Insekten verschwinden. Dabei hängt der Fortbestand des Planeten von ihnen ab. Sie bestäuben nicht nur unsere Pflanzen und sorgen für fruchtbare Böden – mit ihrer Hilfe wird auch Krebs und Welthunger der Kampf angesagt. Mit seinem fulminanten Ritt durch den Kosmos der Insekten hat der Wissenschaftsjournalist David MacNeal den Sechsbeinern ein faszinierendes Denkmal gesetzt.
Ich hatte ein Buch über Insekten erwartet, ein Buch, das die Vielfalt der Sechsfüßer beschreibt und eine Art Liebeserklärung an die oft ungeliebten Krabbler. Ich habe mit einem interessanten Buch gerechnet.
Und was habe ich bekommen? Eine Liebeserklärung an die Insektenwelt und ein sehr interessantes Buch, das aber anders als erwartet war.
Statt einer Beschreibung/Vorstellung interessanter Arten führt David MacNeal tatsächlich durch den Planet der Insekten, wobei er auch für Würmern und Spinnen nicht halt macht.
Aber da sich der Mensch mit den Insekten den Planeten teilt und der Mensch die Angewohnheit hat sich seine Umgebung nach seinen Wünschen zu formen und seine Mitbewohner zu nutzen, sofern es möglich ist, zeigt MacLean auch die Menschen, die von den Tieren, die von anderen eher mit Schaudern betrachtet werden, fasziniert sind.
und man kann Insekten/Spinnen… auf vielfache Art nutzen, nicht nur als Briefbeschwerer oder schon aufgespießt in Schaukästen.
Das Buch stellt weniger die Insekten in den Mittelpunkt, als vielmehr die Mensch. David Mac lean beschreibt Beziehungen zwischen Menschen und Insekten, vermischt dabei eigene Erlebnisse mit Fakten und präsentiert einen Planeten der Insekten, den man nicht unbedingt erwartet hätte.
Er besucht Tierpräparatoren, die sich auf Spinnen und Insekten spezialisieren, Kammerjäger, Insektenschützer und -züchter, Wissenschaftler und interessierte Amateure. Er fährt nach Japan, wo die Insekten eine besondere Rolle spielen (und beliebter sind, als es im Westen der Fall ist).
Den Abschluss bildet ein langes Kapitel um die (Honig)Bienen, das sich nicht nur mit dem Bienensterben und möglichen Ursachen beschäftigt, sondern auch auf die Bedeutung der Biene für den Menschen eingeht.
Aufgebaut wie Reportagen entführen die einzelnen Kapitel zu Begegnung mit Menschen, die mit Insekten arbeiten. Verwoben mit den Beschreibungen der Besuche, die ihn rund um die Welt führen, werden die wichtigsten und/oder skurrilsten Fakten zum Thema Insekten serviert.
Wer also Wissenswertes über Ameisen, Bienen, Bettwanzen und Kakerlaken (um nur einige zu nennen) erfahren möchte und auch mehr über die Leute, die sich damit beschäftigen (Forscher, Sammler, Züchter, Gourmets) der wird am Planet der Insekten viel Freude haben.
Wer sich vor Insekten ekelt sollte sich das Buch ebenfalls nicht entgehen lassen. Man bekommt einen anderen Blick auf die (größtenteils) ekligen Tiere, die doch so bedeutend für uns sind.

Ein Planet ohne Mensch ist möglich, ein Planet ohne Insekten vermutlich undenkbar.

(Rezensionsexemplar)

Und wer Interesse daran hat, Insekten zu essen muss gar nicht so weit suchen oder tief in die Tasche greifen:
REWE
Das Insektenkochbuch

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