Cord Riechelmann: Krähen – Ein Portrait (Rezension)

Die Familie der Krähen, wissenschaftlich Corvidae, ist eine in der Entwicklungsgeschichte der Singvögel relativ junge Familie. Sie umfasst 123 Arten, zu denen auch Elstern und Häher zählen; ihre engsten Verwandten sind die Paradiesvögel. Anders als diese kommen die meist schwarz gefärbten Krähen beinahe überall auf der Erde vor. Die Mythen, die sie von jeher begleiten, sind ebenso dunkel wie sie und handeln fast immer von Übel und Tod. Selbst die zunehmende Erforschung ihrer herausragenden Intelligenz konnte sie nicht von ihrem schlechten Ruf befreien. Im Gegenteil: Dass Krähen über ein Gedächtnisvermögen verfügen, das sogar jede menschliche Kapazität übersteigt, scheint nur ein weiterer Ausweis ihrer Unheimlichkeit zu sein.
Dass Krähen intelligent sind hat sich ja inzwischen herumgesprochen. Und wenn man genau hinsieht darf man feststellen, dass es sich dabei auch um schöne Tiere handelt, die allerdings gesanglich nicht unbedingt mit ihren kleineren Verwandten mithalten können. Aber Gesang ist nicht alles.
Ich mag Krähen (von denen einige bunter sind als man es glauben mag) und so war ich sehr gespannt auf das Buch.
Krähen – Ein Portrait stellt verschiedene Vertreter aus der Familie der Krähenvögel vor und zeigt dem unwissenden Leser, dass Krähen nicht nur Kolkrabe, Dohle oder Aaskrähe sind sondern auch Eichelhäher und Elster, sowie einige nicht in Europa heimische sehr bunte Vertreter, in diese Gruppe gehören.
Das Buch hätte man aber auch Konrad Lorenz und die Krähen nennen können, denn dieser Verhaltensforscher scheint sehr omnipräsent zu sein. Zu Recht? ich habe da meine Zweifel.
Und so interessant auch manche Geschichten sind und so vielseitig die Portraits am Ende des Buchs, so könnte man weitaus mehr aus dem Thema Krähe herausholen als es auf diesen ca. 150 Seiten passiert. Das Buch kratzt ein bisschen an der Oberfläche, dabei hätte man sicher noch mehr schreiben können, und vielleicht auf Portraits und etwas Lorenz verzichten können.
Gut geschrieben wird auf die Krähen ein anderes Licht geworfen und so sieht man sie bald als mehr als nur Plagegeister.

Die Aufmachung ist gut (so wie ich es von anderen Büchern aus der Reihe Naturkunden kenne), trotzdem finde ich das Preis/Leistungsverhältnis nicht besonders gut, und ich beziehe mich nicht einmal auf die geringe Seitenzahl.
Aber wer ein bisschen etwas über Krähen und ihre Beziehung zum Menschen (und umgekehrt) erfahren möchte, nebenbei auch eein paar neue Vogelarten kennen lernen möchte, dem wird Krähen – Ein Portrait gefallen.

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