Carsten Sebastian Henn: Tod & Trüffel (Rezension)

Windspiel Niccolò und Trüffelhund Giacomo ermitteln in ihrem ersten Fall: Für alle Fans von Glennkill!
Eines Morgens ist das verschlafene piemonter Dorf Rimella menschenleer. Auf den Tischen steht noch das Geschirr, in den Gärten hängt noch die Wäsche. Das junge Windspiel Niccolò macht sich verzweifelt auf die Suche nach seinen Menschen. Nur der erfahrene Trüffelhund Giacomo kann ihm helfen, die Hintergründe eines Unglücks aufzuklären – und damit ein noch größeres zu verhindern. Für die beiden Hunde beginnt ein gefährliches Abenteuer…

Ein Hundekrimi aus dem Piemont – Für alle Fans von Glennkill. Kann man so sagen, passt aber meiner Meinung nach nicht. Ich bin zwar kein Fan von Glennkill (das Buch hat mich, nachdem es so hoch gelobt wurde und die Kritiken ja größtenteils hervorragend waren, sehr enttäuscht. Es war ganz nett, aber es gehört meiner Meinung nach nicht zu den Büchern, die man lesen muss). Aber oft sind Vergleiche mit Bestsellern an den Haaren herbeigezogen und scheinen nur Marketing zu sein. Aber zurück zum Hundekrimi.
In meinen Augen ist TOD & TRÜFFEL alles andere als ein Hundekrimi.
Der Anfang ist sehr mysteriös und lässt an einen Mystery-Thriller erinnern. Gewöhnungsbedürftig, aber das Potential für einen interessanten Plot sind gegeben. Ein Hundekrimi mit geheimnisvollen Elementen. Aber schnell wird man eines Besseren belehrt.
Es gibt tatsächlich eine (menschliche) Leiche, die in das Krimischema passt, allerdings ist diese Leiche eher nebensächlich.
Wie so vieles andere auch. Neben dem verlassenen Dorf gibt es ein paar (tierische) Leichen, mysteriöse Verbindungen zwischen Hund und Mensch, ein untypisch reagierendes Wolfsrudel (das sogar Menschensäuglinge aufzieht), das ein Dorf belagert und dabei auch die Hilfe von anderen Tieren in Anspruch nimmt.
Es gibt zu viele handelnde Personen und die gesamte Geschichte wirkt unausgegoren und verschenkt viel Potential. Weniger, wäre mehr gewesen. Aber ein Krimi ist es nicht. Es gibt keinen echten Fall zu lösen, keine richtigen Detektive und die Helden der Geschichte wirken auch nicht sympathisch. Es ist dreckig und blutig … und auch sehr brutal.
Einfach zuviel durcheinander und weit davon entfernt ein spannender Krimi zu sein, weit davon entfernt überhaupt ein Krimi (oder spannend) zu sein. Und wer Lokalcolorit erwartet wird auch enttäuscht, Trüffeln und ein bisschen Wein machen noch keinen italienischen Roman daraus

Das Buch ist bereits 2009 erschienen, also nicht wirklich neu, nur eben neu aufgelegt.

(Rezensionsexemplar)

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