Bernhard Kegel: Das Ölschieferskelett (Rezension)

Der Paläontologe Dr. Helmut Axt, genannt Hackebeil, sucht im Ölschiefer der Grube Messel nach Fossilien. Doch das, was die weltbekannte Fundstätte bei Darmstadt diesmal preisgibt, lässt sein wissenschaftliches Weltbild einstürzen: Es sind die versteinerten Überreste eines Menschen mit Armbanduhr. Durch welches Zeitloch ist der Tote aus unserer Welt in den 50 Millionen Jahre alten Öschiefer geraten? Axt tritt eine Reise an, die ihn viele Millionen Jahre zurück ins Eozän führt – in ein Erdzeitalter, in dem Menschen eigentlich nicht vorkommen dürften. Und doch ist er dort nicht allein.
Ein Klappentext, der neugierig macht und sehr vielversprechend klingt …. wenn man ausgestorbene Säugetiere und Zeitreisen mag. Außerdem finde ich den Schauplatz interessant, die Grube Messel ist durchaus einen Besuch wert.
Das Buch weist auch auf einen Film hin, den ich als Kind sehr gerne gesehen habe: „Reise in die Urzeit“ (1955) von Karel Zeman.

Vier Kinder reisen durch die Zeit. Auf den Film wird im Buch öfter hingewiesen, man muss den Film aber deswegen nicht gesehen haben… andererseits ist der Film vermutlich interessanter und spannender als DAS ÖLSCHIEFERSKELETT.
Das Buch erwies sich als Enttäuschung. Interessant sind die Exkursionen in die Wissenschaft, aber … die eigentliche Zeitreise ist eher langweilig. Die Geschichte braucht lange, um endlich Fahrt aufzunehmen und man bekommt den Eindruck, dass das, was nicht erzählt wird, spannender ist als das, was man erfährt. Man hat tatsächlich den Eindruck neben der Handlung herzulesen. Es wird nicht wirklich spannend und auch die Charaktere bleiben farblos.
Es gibt einen Antagonisten, der etwas ausbaufähig gewesen wäre und diverse Nebenschauplätze und Ereignisse, auf die man auch verzichten könnte (beispielsweise die Hinweise darauf, aus der Grube eine Mülldeponie zu machen, zumal dieses Ereignis in der Realität bereits viel früher stattfand und .. wie man weiß, nicht in die Tat umgesetzt wurde).
Der Roman wurde 1996 mit dem Phantastik-Preis der Stadt Wetzlar ausgezeichnet. 1997 erreichte der Roman beim Kurd-Laßwitz-Preis den dritten Platz.
ich kann das nicht nachvollziehen. Es gibt bessere Zeitreiseromane und auch wenn die Zeit ungewöhnlich ist, so hätte ich mir mehr davon erwartet. Es fehlte an Spannung.
Dann doch lieber eine Reise in die filmische Vergangenheit mit „Die Reise in die Urzeit“.

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