Ausgestorbene Vögel (Spätquartäre Avifauna) 7

Coua primaeva ist eine ausgestorbene Vogelart aus der Gattung der Seidenkuckucke. Der Holotypus, ein Tarsometatarsus, wurde in der Fossillagerstätte Tsiandroina in Madagaskar gefunden und 1895 von Alphonse Milne-Edwards und Alfred Grandidier beschrieben. Der Knochen, der im Muséum national d’histoire naturelle aufbewahrt wird, hat eine Länge von 84 mm und ist größer, schlanker und graziler als die Tarsometatarsi des ebenfalls ausgestorbenen Delalande-Seidenkuckucks (Länge 70 mm) sowie des rezenten Riesen-Seidenkuckucks (Länge 69 mm) jedoch kleiner als der Tarsometatarsus von Coua berthae (Länge 93 mm), eine ausgestorbene Seidenkuckuckart, die erst 1993 beschrieben wurde. Nach der Messung mit der C-14-Methode hat der Knochen ein Alter von 1980±150 Jahren. Möglicherweise hat die Art aber bis vor 1000 oder 600 Jahren überlebt.

Ein weiterer ausgestorbener Vertreter der Seidenkuckucke ist Coua berthae.
Bereits 1911 entdeckte Alfred Grandidier bei Apasambazimba einen kompletten Tarsometatarsus. Dieser Knochen befindet sich in der Academie Malgache und wird heute als Paratypus klassifiziert. Der Holotypus, eine linke Beckenhälfte, wurde 1983 in der Grotte d’Anjohibe bei Andranoboka zu Tage gefördert.
Aufgrund der Länge der Beckenhälfe von 68,2 mm und des Tarsometatarsus von 92,9 mm geht man davon aus, dass Coua berthae die größte Art der Seidenkuckucke repräsentierte. Aus dem Vergleich der Beckenlängen von vier rezenten Seidenkuckuckarten wurde mittels linearer Regression ein geschätztes Minimalgewicht von 740 g errechnet. Angesichts der Tatsache, dass alle Seidenkuckuckarten proportional kleine Flügelknochen haben, ist anzunehmen, dass Coua berthae kein guter Flieger war.
Coua berthae ist im Holozän ausgestorben. Der genaue Aussterbezeitpunkt und die Ursache sind unbekannt.

Haastadler bei der Jagd auf Moas (John Megahan, 2004, https://journals.plos.org/plosbiology/article/figure?id=10.1371/journal.pbio.0030020.g001)

Der Haastadler (Harpagornis moorei) war mit etwa 10–18 kg Gewicht und einer Spannweite von drei Metern der größte Greifvogel der Neuzeit. Der Haastadler lebte in Neuseeland und jagte hauptsächlich die verschiedenen Moas, vermutlich aber auch verschiedene andere große flugunfähige Vögel, wie etwa die bis 18 kg schwere Südinsel-Riesengans. Zusammen mit diesen und anderen Tieren verschwand Harpagornis relativ bald, nachdem die Vorfahren der heutigen Māori Neuseeland besiedelten.
Die Māori nannten den Vogel Te Pouakai oder Te Hokioi, wobei der zweite Name bevorzugt wurde und wohl eine lautliche Entsprechung des Schreis war: Hokioi-Hokioi. Es existiert eine alte Māori-Felszeichnung, die einen Menschen mit zwei sehr großen, toten Vögeln zeigt. Während der eine wohl einen Albatros darstellt, wird der andere als Abbildung eines Harpagornis angesehen. Die erste wissenschaftliche Beschreibung stammt von Julius von Haast (1874), der ihn nach George Henry Moore benannte, dem Eigentümer des Glenmark-Anwesens, auf dem Knochen des Vogels gefunden wurden.
Dem Harpagornis wurde nachgesagt, er sei ein Menschenfresser. Im Gegensatz zu den Moas wurde er wie viele andere Greifvögel möglicherweise zielgerichtet ausgerottet. Das schnelle Verschwinden seiner Hauptbeute, der Moas, und anderer großer flugunfähiger Vögel dürfte sein Aussterben noch beschleunigt haben. Es existiert eine Reihe von fossilen Funden, darunter drei vollständige Skelette und von Siedlern bearbeitete Knochen. Es wird angenommen, dass er zusammen mit den Moaarten im 14. oder 15. Jahrhundertausstarb, jedoch gab es bis ins 19. Jahrhundert Berichte über angebliche Sichtungen von großen Adlern. Um das Jahr 1905 wurde angeblich noch ein Adlernest gesichtet, was jedoch sehr unwahrscheinlich ist.
Harpagornis füllte eine besondere Lücke in der von Vögeln dominierten neuseeländischen Tierwelt, in der es außer einer etwa 60 cm großen Riesengeckoart (Kawekaweau-Gecko) nie Bodenraubtiere gab. Die Beute wurde mit besonders langen und kräftigen Krallen durchbohrt, die teilweise große Knochen durchschlugen.
Wahrscheinlich wartete er auf einem erhöhten Platz, etwa einem Baum, auf vorbeilaufende Beute und stürzte sich dann mit hoher Geschwindigkeit auf sie.
DNA-Analysen zeigen, dass der Haastadler genetisch eng verwandt war mit dem eurasischen Zwergadler (Hieraaetus pennatus) und dem Kaninchenadler (Hieraaetus morphnoides) und nicht, wie ursprünglich vermutet, mit dem australischen Keilschwanzadler (Aquila audax). Der Zweig des Haastadlers entwickelte sich vor etwa 700.000 bis 1,8 Millionen Jahren. Die Zunahme des Eigengewichtes um den Faktor 10 bis 15 in dieser Zeitspanne stellt eine der schnellsten evolutionären Größenzunahmen dar, die bisher bei Wirbeltieren beobachtet wurden. Sie wurde vermutlich durch die Anwesenheit großer Beute und die Abwesenheit anderer großer Jäger begünstigt.

Accipiter efficax ist eine ausgestorbene Habichteart, die auf Neukaledonien heimisch war. Sie ist nur von subfossilen Überresten aus dem Holozän bekannt. Das Artepitheton efficax bedeutet „kräftig“ oder „mächtig“.
Der Holotypus, der 1986 in der Pindai Cave (21° 20′S, 164° 57′O) auf der Halbinsel Nepoui an der Westküste von Neukaledonien zu Tage gefördert wurde, besteht aus einem Tarsometatarsus, bei dem das komplette rumpfnahe (proximale) Ende und die innere (mediale) Gelenkrolle (Trochlea metatarsi II) am rumpffernen (distalen) Ende fehlt. Weiteres Material umfasst einen kompletten rechten und das scapulare (zum Schulterblatt hin liegende) Ende eines rechten Coracoids, zwei unvollständige linke Schulterblätter, das proximale Ende des linken Oberarmknochens, drei rechte und eine linke Ulna, zwei rechte und einen linken Carpometacarpus, das proximale Ende des linken Tibiotarsus, das distale Ende des rechten Tarsometatarsus und vier Zehenknochen.
Accipiter efficax war großwüchsig und durch einen verhältnismäßig kurzen, sehr robusten Tarsometatarsus gekennzeichnet. Vom Habicht (A. gentilis) unterscheidet sich A. efficax in den allgemeinen Körperproportionen, speziell darin, dass die Elemente der Vordergliedmaßen und des Schultergürtels kleiner, die Tarsometatarsi und Klauen jedoch genauso groß sind, wie bei erstgenannter Art. Zudem ist das Foramen distale des Tarsometatarsus bei A. efficax kleiner als bei A. gentilis und der flügelartige Fortsatz der medialen Gelenkrolle reicht beim Habicht weiter nach hinten. Verglichen mit dem Meyerhabicht (A. meyerianus) ist die Ulna robuster, mit einem massigeren Olecranon. Der Tarsometatarsus ist ebenfalls robuster, besonders in der Seitenansicht, das distale Ende ist breiter, das Foramen distale kleiner und die hintere Oberfläche des Schaftes ist stärker eingetieft und rinnenartig.
Knochen von Accipiter efficax wurden in der Pindai Cave relativ häufig gefunden, während Überreste einer weiteren ausgestorbenen und kleineren Art Accipiter quartus seltener entdeckt wurden. Vom Bänderhabicht (Accipiter fasciatus) und vom Weißbauchhabicht (Accipiter haplochrous) gibt es keine Fossilfunde auf Neukaledonien. Wann und warum Accipiter efficax ausstarb, ist nicht bekannt.

Eine weitere ausgestorbene Habichtsart aus Neukaledonien ist Accipiter quartus. Sie ist nur von subfossilen Überresten aus dem Holozän bekannt. Das Artepitheton quartus für „vier“ bezieht sich auf die Tatsache, dass Accipiter quartus die vierte Habichtart war, die auf Neukaledonien entdeckt wurde.
Der Holotypus, der 1986 in der Pindai Cave (21° 20′S, 164° 57′O) auf der Halbinsel Nepoui an der Westküste von Neukaledonien entdeckt wurde, besteht aus einem linken Oberschenkelknochen. Die Paratypen umfassen das rumpfnahe (proximale) und rumpfferne (distale) Ende des linken sowie das distale Ende des rechten Tibiotarsus.
Accipiter quartus war die kleinste Habichtart auf Neukaledonien. Das Typusmaterial lässt auf einen Körperbau schließen, der kleiner und deutlich weniger robust als jener der vermuteten Weibchen, jedoch größer und robuster als jener der vermuteten Männchen des Sydneysperbers (Accipiter cirrocephalus) war. Ein möglicherweise einzigartiges Merkmal der Art ist die Präsenz zweier pneumatischer Foramen (Löcher in der Knochenwand als Verbindung zwischen den Luftsäcken im hohlen Knocheninneren und dem Luftsacksystem außerhalb des Skeletts) in der Oberfläche des Trochanters, wobei das größere der beiden direkt unterhalb der Gelenkfläche des Oberschenkelhalses liegt. Zwischen den beiden pneumatischen Foramen befinden sich noch drei weitere, sehr kleine Öffnungen in der Trochanterfläche. Alle anderen Accipiter-Arten haben lediglich ein einzelnes großes Fenster in diesem Teil des Oberschenkelknochens.
Aussterbezeitpunkt und -ursache von Accipiter quartus sind nicht bekannt.

Der auf Madagaskar heimische Madagaskar-Kronenadler (Stephanoaetus mahery) ist nur von subfossilen Überresten bekannt.
Der Holotypus, ein linker Tarsometatarsus, der 1925 bei Ampasambazimba 85 km westlich der madagassischen Hauptstadt Antananarivo zu Tage gefördert wurde, hat eine Länge von 108,0 mm, eine proximale Breite von 26,1 mm und eine distale Breite von 27,9 mm. Das als Paratypen gekennzeichnete Material umfasst distale Zehenknochen, die ersten Klauen der rechten Seite und der linken Seite, das distale Viertel der linken Ulna und ein Beckenfragment. Die Beschaffenheit des Tarsometatarsus weist ihn als nahen Verwandten des afrikanischen Kronenadlers (Stephanoaetus coronatus) aus. Er war jedoch größer und gilt als der mächtigste Greifvogel Madagaskars im Holozän.
Auf der Grundlage der Tarsometatarsus-Länge und aus Vergleichen mit der Lebensweise des Kronenadlers vermutet der Erstbeschreiber Steven M. Goodman, dass der Madagaskar-Kronenadler große Lemuren und Madagassische Flusspferde jagte. Auch die Jungvögel der Elefantenvögel (Aepyornis) könnten zu seiner Jagdbeute gezählt haben.
Der Madagaskar-Kronenadler verschwand vermutlich im 16. Jahrhundert aufgrund der Zerstörung der Wälder und der Überjagung seiner Beutetiere durch die Malagasy.
In den Erzählungen von Marco Polo und in der Sindbad-Geschichte aus 1001 Nacht taucht der Riesenvogel Roch auf, den zahlreiche Autoren wie beispielsweise Louis Lavauden (1931) mit den Elefantenvögeln in Verbindung gebracht haben. Andere Autoren wie Raymond Decary (1937) und Claude Allibert (1992) verneinten dies und identifizierten den Vogel Roch als Greifvogel. Sollte der Vogel Roch nicht komplett der Fantasie entsprungen sein, könnte diese Legende ihren Ursprung also auch beim Madagaskar-Kronenadler haben.

Die Waldweihe (Circus dossenus) war der auf den hawaiischen Inseln Oʻahu und Molokaʻi beheimatet.
Die Waldweihe war die kleinste bekannte Weihenart. Die gefundenen Skelettteile erreichen nicht die Größe derer von rezenten Weihen. Lediglich bei der Länge der Oberschenkelknochen liegt die Waldweihe annähernd mit der Wiesenweihe (C. pygargus) und der Elsterweihe (C. melanoleucus) gleich. Auffällig sind die proportional kurzen Flügel und Brustknochen, die eher an Vertreter der Habichte (Accipiter) erinnern und vermutlich eine Anpassung an die insulare, waldreiche Umwelt darstellen.
Die Waldweihe bewohnte dichte, subtropische Wälder, wie sie auf Hawaii vor der Ankunft des Menschen vorherrschten und in Teilen auch heute noch existieren. Dort ernährte sie sich aller Wahrscheinlichkeit von Insekten und kleinen Vögeln wie Kleidervögeln, da alle heutigen hawaiischen Landsäuger erst mit den Polynesiern auf den Inseln eintrafen. Vor allem die Polynesische Ratte (Rattus exulans) und die Vogelmalaria trugen zum Aussterben vieler endemischer Arten bei, wodurch die Waldweihe als Bodenbrüter und Fleischfresser doppelt betroffen gewesen sein dürfte. Das gleiche Schicksal ereilte auch andere Vögel, etwa die Eulen der Gattung Grallistrix.
Nach heutigem Stand ist davon auszugehen, dass die Waldweihe auf Hawaii endemisch war. Die subfossilen Funde beschränken sich derzeit auf Molokaʻi sowie Oʻahu, wo jedoch nur sehr rudimentäre Überreste gefunden wurden. Die Verbreitung umfasste wahrscheinlich auch noch andere Inseln, die vor der letzten Eiszeit mit Molokaʻi zu Maui Nui verbunden waren.
Überreste der Waldweihe wurden erstmals in den 1980er Jahren von Storrs Olson und Helen James auf Oʻahu entdeckt. Die für Weihen ungewöhnlichen Proportionen der nur spärlich erhaltenen Knochen führten – ähnlich wie bei der neuseeländischen Eyles-Weihe (C. teauteensis) – dazu, dass die Spezies von den beiden irrtümlich für einen Habicht gehalten und auch als ein solcher beschrieben wurde. Erst 1991 konnten Olson und James diese Annahme aufgrund von neuem Material von Molokaʻi korrigieren und die Art als Angehörige der Weihen beschreiben. Als Artepitheton wählten sie dossenus, was sie wie folgt erklärten:
„Dossenus, lateinisch für einen Clown oder Narren, ohne den kein Circus auskommt; hier besonders passend, da uns die Art hinsichtlich ihrer Gattungszugehörigkeit anfangs zum Narren gehalten hat.“
– Storrs Olson und Helen James
Sie merkten dazu an, dass Weihen weiter in die pazifische Inselwelt vorgedrungen sind als Habichte: Erstere hätten im Laufe ihrer Entwicklungsgeschichte lediglich Fidschi erreicht, während die Sumpfweihe (C. approximans) bis nach Tonga gelangt sei. Auch habe es auf Hawaii bereits Sichtungen der Kornweihe (C. cyaneus) oder Hudsonweihe (C. hudsonius) gegeben, was die Entwicklung einer hawaiischen Weihenart plausibel erscheinen lasse.
Die Waldweihe ist nur von subfossilen Knochen bekannt und starb wahrscheinlich aus, bevor die Europäer Hawaii erreichten. Da die meisten Bodenbrüter sind, wäre die Art als solcher anfällig für die von den Polynesiern ab dem 13. Jahrhundert eingeschleppten Pazifischen Ratten und Hausschweine gewesen; obendrein war die Waldweihe wohl auch auf intakte, dichte Wälder angewiesen. Die Rodung dieser Wälder könnte die Hauptursache für ihr Verschwinden gewesen sein.

Die Eyles-Weihe (Circus teauteensis, Syn.: Circus eylesi) ist der größte bekannte Vertreter der Weihen. Sie war auf Neuseeland endemisch und lebte in den dichten Wäldern, die den Großteil der Insel bedeckten, bevor der Mensch Neuseeland erreichte. Ihre Nahrung bestand aus mittelgroßen Waldvögeln wie Maori-Fruchttauben oder Lappenkrähen. Auf der Nord- und der Südinsel existierten jeweils eigene Formen der Eyles-Weihe, die sich in den Körpermaßen unterschieden, jedoch als zu einer Art gehörig angesehen werden. Ihr nächster Verwandter war wahrscheinlich die australische Sumpfweihe (Circus approximans).
Während die größten heute lebenden Weihen ein Gewicht von rund 1 kg erreichen, schätzt man das Gewicht der Eyles-Weihe auf 3–3,5 kg. In den Proportionen ähnelte sie weniger den typischen, Flachland bewohnenden Weihen, sondern stärker Vertretern der Habichte und Sperber (Accipiter). Sie besaßen in Relation zur Körpergröße kürzere und gerundete Flügel. Die Eyles-Weihe war etwa 4½ Mal größer als die Sumpfweihe und hatte eine geschätzte Flügelspannweite von zwei Metern.
Das subfossile Material wurde im Lake Poukawa, im Te-Aute-Sumpf und bei Hukanui auf der Nordinsel sowie im Pyramid Valley auf der Südinsel gefunden. Der Lebensraum bestand aus trockenen Wäldern und Buschland und reichte von der Küste bis zur subalpinen Zone.
Anhand der Beschaffenheit der Knochen sowie der fossilen Lagerstätten konnte man die bevorzugte Nahrung und das Jagdverhalten rekonstruieren. Zur Hauptbeute zählte die Maori-Fruchttaube (Hemiphaga novaeseelandiae). Im Gegensatz zu den heute lebenden Weihen, die über das offene Gelände gleiten und ihre Beute nach Sicht und Lautäußerungen lokalisieren, ging die Eyles-Weihe in einer stärker bewaldeten Umgebung auf Jagd. Ihre schnellen Flügelschläge, ihre Körpermasse, ihre Manövrierfähigkeit und ihre langen Beine und Füße waren beim Beutefang von großem Vorteil.
Die Eyles-Weihe ist nur von subfossilem Material bekannt, das von ungefähr 77 Individuen stammt. Sie starb vermutlich im 13. Jahrhundert aus, als die Maori Neuseeland besiedelten. Die Siedler machten Jagd auf die Beutetiere der Weihe und auf die Weihe selbst. Die eingeschleppte Pazifische Ratte stellte den Küken nach.
Die ersten Knochen dieser Art stammen aus der Sammlung von Augustus Hamilton, die 1892 von Henry Ogg Forbes als Circus hamiltoni und Circus teauteensis erwähnt wurden. Erst in den späten 1940er-Jahren wurde weiteres Material im Pyramid Valley entdeckt, das 1953 von Ron Scarlett als Circus eylesi beschrieben wurde. In den frühen 1960er-Jahren führte der Amateurarchäologe Russel Price umfangreiche Ausgrabungen am Lake Poukawa durch und förderte zahlreiche Knochenfragmente einer großen Anzahl von Eyles-Weihen-Individuen zu Tage. 1933 betrachtete Kálmán Lambrecht Circus hamiltoni und Circus teauteensis als nomina dubia, da keine ausreichende Beschreibungen für diese Taxa vorlagen. Lambrecht verlegte den Te-Aute-Sumpf, die Terra typica von Circus teauteensis, jedoch irrtümlich auf die Südinsel. Auch Walter Reginald Brook Oliver reduzierte im Jahre 1955 Circus teauteensis und Circus hamiltoni auf den nomina-nuda-Status und betrachtete nur Scarletts Circus eylesi als valide Art. 1964 akzeptierte Pierce Brodkorb Circus teauteensis als validen Namen, führte Circus hamiltoni als nomen nudum und synonymisierte Circus eylesi mit Circus teauteensis. 1970 betrachtete der Ornithologe Frederick Charles Kinsky Circus teauteensis als eigenständige Art für die Nordinsel und Circus eylesi als eigenständige Art für die Südinsel. In der Ausgabe 1990 von Evan Graham Turbotts Checklist of the Birds of New Zealand and the Ross Dependency, Antarctica wurde Circus eylesi sowohl für die Nordinsel als auch für die Südinsel gelistet. Nach einer neuen Überprüfung von Forbes’ Material (ein rechter Tibiotarsus aus dem Natural History Museum als Syntypus) wurde der Name Circus teauteensis im Jahr 2010 als gültig angesehen und Circus eylesi als Juniorsynonym klassifiziert.

Die Mangaia-Salangane (Collocalia manuoi) ist nur von subfossilem Knochenmaterial bekannt, das 1997 von David William Steadman auf der Cook-Insel Mangaia zu Tage gefördert wurde. Der Holotypus besteht aus einem rechten Coracoid, die Paratypen aus zwei rechten und einem linken kompletten Coracoiden, aus einem kompletten Carpometacarpus, aus einem nahezu kompletten Fingerknochen sowie aus einem rechten Tibiotarsus bei dem das proximale Ende fehlt. Drei Coracoiden haben Längen von 8,07, 8,0 und 8,2 mm. Der Carpometacarpus misst 13,44 mm und der Fingerknochen 6,69 mm.
Die Knochen sind größer, als die von der auf der Nachbarinsel Atiu vorkommenden rezenten Atiusalangane (Aerodramus sawtelli). Nach Ansicht von Steadman besteht, trotz der räumlichen Nähe der Heimatinseln, aus osteologischer Sicht kein nahes verwandtschaftliches Verhältnis zwischen den beiden Taxa.
Die geologischen Schichten, in denen das Material entdeckt wurde, werden auf den Zeitraum 1390 bis 1470 datiert.
Nach der heute gültigen Systematik der Seglervögel gehört die Mangaia-Salangane vermutlich in die Gattung Aerodramus.

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