Ausgestorbene Fische der Neuzeit 6

Alosa vistonica ist ein Fisch aus der Familie der Heringe. Er ist endemisch in einem einzigen flachen See, dem Vistonida-See in Griechenland. Aufgrund der zunehmenden Verschmutzung und Versalzung des Sees und der Zerstörung der Laichplätze ist die Art vom Aussterben bedroht (critically endangered, CR). In den späten 1990er-Jahren wurde ein starker Populationsrückgang beobachtet; der Trend hat sich nicht geändert, daher wird angenommen, dass er ausgestorben ist.
A. vistonica hat die typische, seitlich abgeflachte, etwas hochrückigere Gestalt der Süßwasserheringe und wird maximal 17 cm lang (?). Der Körper ist von relativ großen Rundschuppen bedeckt. Der Oberkiefer ist mittig gekerbt, der Unterkiefer reicht bis zum hinteren Augenrand. Das Pflugscharbein ist bezahnt. Die Kieferzähne sind gut entwickelt. Die Anzahl der Kiemenreusenstrahlen liegt bei 78 bis 97.

Die Typusexemplare von Labeo worthingtoni haben Standardlängen von 195, 210 und 260 mm. Die Körperhöhe ist 3,5 bis 4 Mal und die Kopflänge 4,5 bis 4,75 Mal in der Standardlänge enthalten. Der Kopf ist 1,4 bis 1,5 Mal länger als breit. Der Körper ist seitlich stark abgeflacht. Die Schnauze ist rundlich und mehr oder weniger mit hornigen Tuberkeln bedeckt. Die Lippen sind mit kleinen Warzen bedeckt, die Querfalten bilden. Die Unterlippen haben einige wenige konische Warzen hinter den Falten. Die Schnauzenfalten sind groß mit mehr oder weniger gezähnten Rändern. Eine winzige Bartel ist an der Maulecke hinter einer Hautfalte verborgen. Der Schwanzstiel ist 1,2 bis 1,33 Mal länger als hoch. Auf dem Seitenlinienorgan befinden sich 39 bis 40 Schuppen, um den Schwanzstiel herum 16 bis 18 Schuppen. Die Oberseite des Körpers ist oliv bis dunkelgrau, die Unterseite ist hell und die Flossen sind gräulich.
Über die Lebensweise von Labeo worthingtoni ist nichts bekannt. Jedoch wird vermutet, dass sich diese Art, ähnlich anderer Labeo-Arten, vom Detritus auf dem Seegrund ernährt hatte.
Labeo worthingtoni ist nur von drei Typusexemplaren bekannt, die John Edmund Sharrock Moore im Jahr 1906 und Cuthbert Christy im Jahr 1932 aus verschiedenen Teilen des Malawisees gesammelt hatten. Moores Exemplar wurde von George Albert Boulenger irrtümlich für Labeo mesops gehalten, Worthington klassifizierte es 1933 als Syntypus von Labeo intermedius.
Labeo worthingtoni ist leicht von den beiden anderen Arten im See, Labeo cylindricus und Labeo mesops, zu unterscheiden. Daher ist es unwahrscheinlich, dass diese Art während der zahlreichen Forschungsprogramme, die in den neun Jahrzehnten seit der ersten Sammlung im See durchgeführt wurden, übersehen wurde.
Labeo worthingtoni wurde im Jahr 2018 von der IUCN in die Rote Liste der neuzeitlich ausgestorbenen Fischarten aufgenommen. Ursachen für das Aussterben sind unbekannt. Gefährdungsfaktoren, die beispielsweise den Bestand von Labeo mesops beeinflussten, traten in den 1930er Jahren noch nicht im Malawisee auf. Laichbäche waren in einem gutem Zustand und der Fischereiaufwand war sehr gering.

Im Lanao-See bildete die Gattung Barbodes einen Artenschwarm, von dem nur noch wenige Arten übrig sind (Barbodes lindog und Barbodes tumba). Die meisten Arten dieser Gattung konnten seit einiger Zeit nicht mehr nachgewiesen werden und sind wahrscheinlich durch die Absenkung des Wasserspiegels wegen der Nutzung des Seewassers durch Wasserkraftwerke, sowie durch die Einführung invasiver Arten, vor allem der Grundel Glossogobius giuris, ausgerottet worden (die Ichthyologen Harrison und Stiassny betrachten diese Arten als ausgestorben).

Ash-Meadows-Killifisch (David Starr Jordan)

Der Ash-Meadows-Killifisch erreichte eine Standardlänge von circa 63,5 mm. Die Kopflänge war 2,8 bis 3,4 mal in der Standardlänge enthalten, die Körperhöhe 2,8 bis 3,7 mal. Der Kopf war stämmig und seitlich gesehen schwer, etwas schmal und zur Schnauze hin verengend. Die Schnauze war abrupt nach unten abgeschrägt, so dass das Maul unterhalb der Längsschnittebene lag. Das Maul war schmaler, die Kiefer unterschiedlich. Der Unterkiefer war hervorstehend. Die Zähne waren konisch, zweireihig (biserial) bis schwach dreireihig (triserial). Einige von den äußeren Zähnen waren etwas vergrößert. Die Knochen der Rachenhöhle waren vergrößert. Die Rachenzähne waren leicht molariform. Die Färbung ist nur von Exemplaren bekannt, die in Alkohol konserviert sind. Die Oberseite ist dunkelbraun. Die Flanken und die Unterseite sind heller und mit braunen und weißen Flecken bedeckt. Der Bauch ist gescheckt und die Flossen dunkel. Die Schuppen sind braun mit einer weißen Umrandung.
Der Ash-Meadows-Killifisch war in fünf Quellen im Einzugsgebiet des Amargosa Rivers in Ash Meadows endemisch. Diese waren Big Spring (= Desert Spring), Eagle Spring, Point-of-Rocks Spring, Forest Spring und Hidden Spring.
Die ersten sieben Exemplare des Ash-Meadows-Killifischs wurden 1891 von Charles Henry Gilbert gesammelt, der die Art schon bei der Entdeckung als selten bezeichnete. 1930 wurden drei weitere Exemplare von Joseph H. Wales und George Sprague Myers gesammelt. Zwischen 1936 und 1942 erforschten Robert Rush Miller und Ralph G. Miller die fünf Quellen Big Spring (= Desert Spring), Eagle Spring, Point-of-Rocks Spring, Forest Spring und Hidden Spring, wo sie 22 Exemplare vorfanden. Das letzte bekannte Exemplar des Ash-Meadows-Killifischs wurde im September 1948 von John Kopec und W. H. Hildemann in der Big Spring gesammelt. 1953 konnte der Ichthyologe Otto M. Sokol bei Untersuchungen in der Big Spring kein Exemplar mehr nachweisen. Auch Expeditionen in der Folgezeit schlugen fehl. Als mögliche Aussterbeursache gilt das Auftauchen fremder Arten im Großen Becken und in Ash Meadows ab dem Jahr 1937. Hierzu zählen der Nordamerikanische Ochsenfrosch, der Spitzmaulkärpfling, der Koboldkärpfling und der Rote Amerikanische Sumpfkrebs. Diese Arten stellten dem Ash-Meadows-Killifisch nach oder machten ihm Nahrung und Lebensraum strittig. Ein weiterer Grund für sein Verschwinden war offenbar die Veränderung des Lebensraums.
Auch zwei Unterarten von Empetrichthys latos gelten als ausgestorben:
Empetrichthys latos concavus und Empetrichthys latos pahrump starben in den 1950er-Jahren aus, weil ihre Quellen zerstört wurden.

 

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