9. Zooreise 2019 – Tag 1: Heidelberg

Der erste Tag des verlängerten Wochenendes sollte sehr ereignisreich werden.
Geplant waren ein Zoobesuch und eine Stadtführung in Ulm, ein Besuch des Heidelberger Schlosses, eine Neckarrundfahrt in Heidelberg und ein abendlicher Zoobesuch zum Heidleberger Zooleuchten.
Aufgrund einer Fehlplanung mussten wir auf die Stadtführung in Ulm verzichten. Der Zoo macht erst um 10 Uhr auf, die Führung beginnt um 11. Der Zoo ist war nicht groß, aber hetzen wollten wir nicht … Die Stadtführung läuft ja nicht davon. Irgendwann kommen wir wieder nach Ulm.
Nach dem Zoo fuhren wir nach Heidelberg. Der erste Zielpunkt sollte das Schloss sein, aber da das Parkhaus bereits überfüllt war fuhren wir in ein anderes und schipperten erst einmal mit der Liselotte auf einer 50minütigen Fahrt über den Neckar. Naja…war ganz nett . Wir sahen etwas vom Ufer und zahlreiche Gänse und Kormorane. Kurz vor dem eigentlichen Ende der Fahrt stiegen wir aus und machten uns auf den Weg zum Schloss.
Dort waren wir nicht alleine… ganz Heidelberg war überfüllt, ich glaube ich habe noch nie so viele Leute auf einmal gesehen, nicht einmal in größeren Städten. Der gesamte indische Subkontinent hatte wohl Urlaub, dazu noch Japaner, Chinesen und andere Nationalitäten. Der eine oder andere Deutsche war auch dabei.
Das Heidelberger Schlösserticket beinhaltet auch eine Fahrt mit der Bergbahn aber uns war die Schlange zu groß, weshalb wir zum einen auf eine Fahrt verzichteten und uns auch nicht für eine Schlossführung anmeldeten.
Irgendwann wird beides nachgeholt. Wir erkundeten das Schloss auf eigene Faust und mussten sogar beim Deutschen Apothekermuseum etwas warten, da dieses kurzzeitig wegen Überfüllung geschlossen war.
Damit hätte ich nicht gerechnet.

Schloss Heidelberg

Das Heidelberger Schloss ist eine der berühmtesten Ruinen Deutschlands und das Wahrzeichen der Stadt Heidelberg. Bis zu seiner Zerstörung im Pfälzischen Erbfolgekrieg war es die Residenz der Kurfürsten von der Pfalz. Seit den Zerstörungen durch die Soldaten Ludwigs XIV. 1689 und der Sprengung durch französische Pioniere am 6. September 1693 wurde das Heidelberger Schloss nur teilweise restauriert. Nachdem am 24. Juni 1764 Blitze die teilweise renovierte Anlage in Brand gesetzt hatten, wurde die Wiederherstellung aufgegeben. Die Schlossruine aus rotem Neckartäler Sandstein erhebt sich 80 Meter über dem Talgrund am Nordhang des Königstuhls und dominiert von dort das Bild der Altstadt. Der Ottheinrichsbau, einer der Palastbauten des Schlosses, zählt zu den bedeutendsten Bauwerken des deutschen Manierismus. In der kulturgeschichtlichen Epoche der Romantik wurde die Schlossruine zu einem Inbegriff einer vergangenen und bewundernswerten Epoche stilisiert. Es zählt heute zu den meistbesuchten touristischen Sehenswürdigkeiten Europas.
Das haben wir gemerkt.
Schon die älteste Beschreibung Heidelbergs aus dem Jahr 1465 erwähnt, dass die Stadt „vielbesucht von Fremden“ sei. Doch ein eigentlicher Städtetourismus setzte frühestens zu Beginn des 19. Jahrhunderts ein. Graf Graimberg sorgte mit seinen Zeichnungen dafür, dass das Schloss als Bildmotiv eine große Verbreitung fand. Sie wurden praktisch zu Vorläufern der Postkarte. Zur gleichen Zeit gab es auch schon das Schloss als Souvenir auf Tassen. Den entscheidenden Schub erhielt der Tourismus aber erst mit dem Anschluss Heidelbergs ans Eisenbahnnetz im Jahr 1840.
Bei einem am 18. Mai 1978 verübten Brandanschlag, der den Revolutionären Zellen zugerechnet wird, entstand ein Sachschaden von 97.000 DM am Schloss.
Im 20. Jahrhundert verfielen die US-Amerikaner noch mehr dem Heidelberg-Mythos und trugen ihn hinaus in die Welt. So kommt es, dass auch viele andere Nationalitäten das Heidelberger Schloss auf ihren Kurzreisen durch Europa zu den wenigen Zwischenstopps zählen.
Heidelberg hat zu Beginn des 21. Jahrhunderts jährlich mehr als eine Million Besucher und etwa 900.000 Übernachtungen. Wichtigster Anlaufpunkt ist laut einer Befragung des geografischen Instituts der Universität Heidelberg das Schloss mit seinen Aussichtsterrassen.
Das Schloss ist nach Angaben der Schlösserverwaltung das größte Fledermaus-Winterquartier in Nordbaden.

Und Goethe war natürlich auch hier …
An einem Mauerrest des Vogelhauses wurde 1961 eine Steintafel angebracht, die eine ältere Tafel ersetzte. Die Inschrift mit Versen Marianne von Willemers soll an ihr letztes Treffen mit Johann Wolfgang Goethe Ende September 1815 erinnern. Von den neun Strophen, die sie am 28. August 1824, dem 75. Geburtstag Goethes, hier auf dem Schloss niederschrieb, sind drei wiedergegeben:
Auf der Terrasse hoch gewölbten Bogen
War eine Zeit sein Kommen und sein Gehn
Die Chiffre von der lieben Hand gezogen
Ich fand sie nicht sie ist nicht mehr zu sehn
Diese Verse schrieb Marianne von Willemer In Erinnerung an ihre letzte Begegnung mit
Goethe in den Herbsttagen des Jahres 1815
Unmittelbar gegenüber der Goethe-Gedenktafel stand einst ein Ginkgo, den Goethe kannte. Es ist überliefert, dass sich Goethe mit Freunden die Blätter des Heidelberger Ginkgos betrachtete und über deren Form fachsimpelte. Das Ginkgo-Symbol verband Goethe mit Marianne von Willemer, die ihn mit ihrem Ehemann am 23. September 1815 überraschend in Heidelberg besuchte. Von dem 1795 gepflanzten Ginkgo hieß es 1928, dass er im Schlossgarten wohl „noch derselbe ist, dem Goethe die Anregung zu seinem schönen Gedicht verdankte“. Wahrscheinlich stand der Baum sogar noch im Jahr 1936. Marianne von Willemer war die dritte Ehefrau seines Frankfurter Freundes, des Bankiers Johann Jakob von Willemer, die mehr als zwanzig Jahre jünger war als er selbst. Goethe traf seine Geliebte mehrmals am ehemaligen Schaumaintor, als er Mitte September 1815 in Frankfurt weilte. Dort widmete er ihr am 15. September 1815 das Gedicht Gingo Biloba und legte als Ausdruck seiner Zuneigung zwei Ginkgo-Blätter bei. Das Baum-Gedicht wurde später in das Buch „Suleika“ im Westöstlichen Divan aufgenommen.

… und ich verband Goethes Gingko eher mit Weimar (Allerdings auch erst, seit ich in Weimar war, davor war mir das eigentlich nicht bewusst und egal, inzwischen fühle ich mich fast schon von Goethe verfolgt)

Deutsches Apothekermuseum Heidelberg

Das seit 1957 in Heidelberg ansässige Deutsche Apotheken-Museum ist das zentrale deutsche Museum zur Geschichte der Pharmazie. Es besitzt umfangreiche Sammlungen, deren Exponate den gesamten deutschsprachigen Raum von der Antike bis ins 21. Jahrhundert umfassen und wird jährlich von 600.000 Menschen besucht.
Das Museum wurde im Jahr 1937 in Form einer gemeinnützigen Stiftung gegründet. Den Grundstock der Sammlung bildete die damals größte deutsche pharmaziegeschichtliche Privatsammlung von Walter Heinrici, die „auf Veranlassung des Reichsapothekerführers Schmierer … in das Deutsche Apothekenmuseum übernommen“ wurde. Hinzu kamen Spenden aus dem Berufsstand und mehrere Privatsammlungen, darunter auch die als Geschenk übergebene Majolika-Sammlung von Betty Rath. 1938 eröffnete das Museum in München.
Im Zweiten Weltkrieg wurde das Museumsgebäude 1943 fast völlig zerstört. Ein Großteil der Sammlung war zu diesem Zeitpunkt bereits ausgelagert worden, um sie zu schützen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die ausgelagerten Bestände in die Neue Residenz der unzerstört gebliebenen Stadt Bamberg verlegt. Die Räume dort waren allerdings zu klein, um das Museum dauerhaft aufnehmen zu können. Eine Alternative fand man in den Räumen des Heidelberger Schlosses, wo sich die kontinuierlich erweiterte Sammlung seit dem Jahr 1957 befindet. Sie verteilt sich auf elf Räume des Schlosses, den Ottheinrichsbau, den Ludwigsbau und den Apothekenturm. Unter dem Apothekenturm befindet sich eine nachgestellte Alchemistenküche. Kurator von 1957 bis 1982 war der Apotheker Werner Luckenbach.
Die Ausstellung zeigt unter anderem sieben vollständige Apothekeneinrichtungen (Offizinen, Kräuterkammer) aus der Zeit der Renaissance, des Barock und des Biedermeier sowie eine Offizin aus den 1930er Jahren. Hinzu kommen die weltweit größte Sammlung emailbemalter Gläser des 18. Jahrhunderts sowie technischer Gläser des 17.–19. Jahrhunderts. Außerdem zeigt das Museum wertvolle Majoliken und Fayencen des 16.–18. Jahrhundert und mächtige Mörser aus dem 15.–20. Jahrhundert. Zu den Exponaten gehören darüber hinaus auch kostbare Haus- und Reiseapotheken und es werden alte Apothekensymbole von Löwen-, Einhorn-, Schwanen-Apotheken vorgestellt. Aus der Moderne sind unter anderem Porzellangefäße als Entwürfe modernen Produktdesigns aus der Nachkriegszeit zu besichtigen sowie Apothekensymbole im Stil des Bauhauses. Den Abschluss des in deutscher und englischer Sprache erläuterten Rundganges durch die Dauerausstellung bildet die Präsentation eines Laboratoriums im kuppelüberwölbten Apothekerturm des Schlosses.
Einen weiteren Sammlungsschwerpunkt bildet in der Mitte des Rundganges die Arzneimittelsammlung („Materia medica“), in der die im 17. und 18. Jahrhundert üblichen Arzneimittel aus dem Mineral-, Tier- und Pflanzenreich ausgestellt sind. Dazu gehören bekannte Stoffe, wie Gewürze oder Kakao, die ehemals in Apotheken verkauft wurden, aber auch „magische“ Mittel wie die Alraune, Bezoarsteine, Mumia und andere. Ebenso werden Meilensteine der Medikamentenentwicklung des 20. Jahrhunderts präsentiert, beispielsweise erste Penicillinpackungen.
Das Museum befindet sich im Besitz eines umfangreichen Objektbestandes, der laufend erweitert wird. Deshalb kann – wie es bei vielen großen Museen der Fall ist – nur ein Teil der Sammlung in der Dauerausstellung gezeigt werden. Nicht ständig zu besichtigende Objekte aus dem Magazin werden der Öffentlichkeit jedoch im Rahmen von Wechselausstellungen sowie im reich bebilderten Museumsführer des Deutschen Apotheken-Museums dargeboten.
Eine Auswahl von Sammlungsschwerpunkten aus dem Zeitraum vom 15. bis zum 20. Jahrhundert sind Apothekenfestschriften, Apotheken-Offizinen, Apothekenwahrzeichen und Apothekenschilder, Arzneidrogen und Fertigarzneimittel. Außerdem sammelt das Museum Briefmarken, Graphiken, Handschriften und Archivmaterial wie Akten, Urkunden etc., darunter Apothekenprivilegien, Lehrbriefe, Apothekenordnungen und Manuskripte berühmter Apotheker, Pharmakopöen, Arzneitaxen (Gebührenverordnungen für Arzneimittel, die regional stark unterschiedlich waren), Kräuter- und Arzneibücher. Zudem werden Haus- und Reiseapotheken, Mörser und Reibschalen, Rezepturgeräte und Laborausstattungen, Stand-, Aufbewahrungs- und Abgabegefäße, Technische Gläser sowie Waagen und Gewichte gesammelt. Weitere Schwerpunkte der Sammlung liegen in der Industrialisierung, im Bereich von Medaillen und in der Militärpharmazie.

Auch auf dem Rückweg fuhren wir nicht mit der Bahn. Den direkten Weg zum Parkhaus nahmen wir auch nicht, wir schlenderten noch etwas durch die Innenstadt.
Dort machten wir auch Bekanntschaft mit Schneeballen, einem Mürbeteiggebäck, das hauptsächlich in Österreich und Franken bekannt ist. Geläufig war es mir nicht, besonders geschmeckt hat es mir auch nicht… ein bisschen fad, obwohl es kein klassischer Schneeball war, sondern einer mit Cointreau Trüffel. Aber die Verlockung war zu groß.
Im Hotel hielten wir uns nicht lange auf, wir machten uns nach kurzer Zeit bereits auf dem Weg in den Zoo. Zu Fuß, durch weniger schöne Heidelberger Gegenden.
Das Zooleuchten war ganz nett, aber ich hätte mir etwas mehr erwartet. Auch das groß angekündigte gastronomische Angebot war eher enttäuschen.
“ Für das leibliche Wohl stehen mehrere Stationen bereit: An der „Faultier-Schenke“ in der Nähe des Waschbärgeheges gibt es hausgemachten Glühwein, Punsch, Sekt, Saft und Suppen. Das „Tiger-Bistro“ beim Raubtierhaus und die „Dschungel-Snackbar“ im Zoo-Café bieten eine kleine Auswahl an warmen Speisen und Getränken an. Dort dürfen sich die Gäste auf ein exotisches Angebot freuen: Soviel sei verraten – Heuschrecken, Mehl- und Buffalowürmer spielen dabei eine Rolle.“
So steht es auf der Homepage des Zoos. In der Dschungelsnackbar gab es Würstchen und Pizza, in der Faultier-schenke Suppen und das Tiger-Bistro war geschlossen. Schade. Immerhin hatten wir eine leckere Kürbiscremesuppe und weißen Glühwein in der Faultier-schenke. Erstaunlicherweise hatten wir aber auch keinen großen Hunger, so dass uns das Süppchen und später ein McFlurry am Hauptbahnhof reichten.
Zur Faultier-Schenke muss man aber noch folgendes sagen. Wir würden sehr freundlich bedient und haben vermutlich mehr Glühwein und Suppe als andere bekommen, nur weil wir etwas warten mussten. Die „Küche“ war sehr freundlich und sympathisch. Das muss erwähnt werden, da sich die restliche Gastronomie rein äußerlich als enttäuschend erwies, vor allem, da wir aufgrund des versprochenen Angebots auf ein Essen vor dem Zoobesuch verzichtet haben.
Der Zoobesuch selbst hatte ein kleines Highlight zu bieten. Wir haben den Nerz gesehen, ein Tier, das wir bisher in Heidelberg noch nie gesehen haben und auch sonst eher selten in Zoos.
Ansonsten haben wir eher wenig Tiere gesehen und ein Großteil des Zoos war Besuchern nicht zugänglich.
Abgesehen vom Nerz kamen uns Katzenbären und Löwen sehr nahe.
Fazit zum Zooleuchten: Ganz nett, aber kann man sich sparen … und von den Tieren selbst bekommt man wenig mit. 19 Euro für den Spaß fand ich dann doch etwas zu teuer.
Aber ich habe vor andere Zoos mit ähnlichen Veranstaltungen zu besuchen, dann habe ich den Vergleich. In den Zoos meiner Nähe werden nur normale Zoonächte angeboten … das ist etwas anderes, da sieht man mehr von den eigentlichen Tieren.
Die Tiere die wir in Heidelberg gesehen habe kann ich wohl an den Fingern meiner Hände abzählen …

Tierpark Friedrichsau
Schloss Heidelberg
Deutsches Apothekermuseum
Heidelberg
Zoo Heidelberg

Dieser Beitrag wurde unter Zoo-Reise veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.