8. Zooreise 2020 – Tag 4: Höhlen, Brücken und …. natürlich Tiere

Geplant waren Besuche in Bad Pyrmont (Bismarckturm, Zoo), Warstein/Bilsteintal (Wildpark, Tropfsteinhöhle) und Bochum (Zoo, Vogelpark Wattenscheid).
Nach einem leckeren Frühstück fuhren wir los. Auf einen Besuch des Bismarckturms in Bad Pyrmont verzichteten wir. Den Turm konnte an von der Straße aus sehen und es sah so aus, als würde von dort eine tolle Aussicht geboten. Wir beschlossen zu einem anderen Zeitpunkt wieder zukommen, dann, wenn der Turm geöffnet hatte, was er heute nicht war.
Also um Zoo …

Dort war ich schon seit ein paar Jahren nicht mehr (erst- und letztmalig 2013)und seit dem hat sich doch einiges zum Positiven verändert. Die großen Raubtier sind fast alle weg und auch der letzte Löwe wird den Zoo bald erlassen.
Highlight des euch war das Duett der Siamangs, das teilweise vom Gebrüll der Löwin begleitet wurde.
Danach ging es Richtung Warstein, genauer gesagt ins Bilsteintal.
Warstein dürfte vor allem durch sein Bier bekannt sein. Dort befindet sich eine der größten Brauereien Deutschlands. Aber wir sind nur durch die Stadt gefahren, die Brauerei habe ich nicht einmal aus der Ferne gesehen.
Der Wildpark lohnt einen Besuch nicht. In großräumigen Anlagen werden eine Handvoll Tierarten gezeigt
Aber die Tropfsteinhöhle ist sehenswert

Die Bilsteinhöhle befindet sich im äußersten Westen des Warsteiner Sattels, eines Sattels aus mitteldevonischem Massenkalk, der sich von der Bilsteinhöhle im Westen bis nach Kallenhardt im Osten, also über etwa acht Kilometer erstreckt. Die Höhle hat eine Gesamt-Ganglänge von etwa 1700 Meter, davon sind etwa 450 Meter als ganzjährig geöffnete Schauhöhle für Besucher zugänglich. Die Tiefe der Höhle beträgt etwa 50 Meter.
In der Bilsteinhöhle wurden sowohl paläontologische wie auch vorgeschichtliche Funde gemacht. Die Knochenfunde stammen im Wesentlichen aus der Weichsel-Kaltzeit, nachgewiesen wurden vor allem Höhlenbär, Höhlenlöwe, Höhlenhyäne und Rentier. Aus den verschiedenen menschlichen Besiedlungsphasen stammen eine mittelsteinzeitliche Jägerstation, ein Kupferdolch der Glockenbecherkultur (etwa 2300 vor Christus), ein Zylinderhalsgefäß der Urnenfelderkultur (etwa 800 vor Christus) und zahlreiche Funde aus der vorrömischen Eisenzeit (etwa 500 vor Christus), darunter Keramik, Schmuck und menschliche Knochen.
Wie zahlreiche andere Höhlen im Sauerland und darüber hinaus deuten die eisenzeitlichen Funde auf eine kultische Bedeutung der Bilsteinhöhle hin. Diese dürften im Zusammenhang mit Bestattungsriten stehen. Andere Theorien (Kannibalismus) sind abwegig.
Am 17. September 1887 wurde ein bis dahin unbekannter Teil des Bilstein-Höhlensystems vom Warsteiner Waldarbeiter Franz Kersting bei Wegebauarbeiten im Auftrag des Warsteiner Verschönerungsvereins entdeckt. Erst nach dieser Entdeckung bekam das Höhlensystem den Namen Bilsteinhöhle (anfangs war auch die Bezeichnung Warsteiner Höhle in der Diskussion). Der Geologe Emil Carthaus wurde mit den Erschließungsarbeiten beauftragt, um die Höhle als Schauhöhle nutzen zu können. Emil Carthaus erforschte das gesamte Höhlensystem, führte in allen Höhlen rund um den Bilsteinfelsen Ausgrabungen durch. Für die erste Beleuchtung der Schauhöhle wurde direkt unterhalb des Höhlenausgangs eine kleine Gasfabrik errichtet, in der Wassergas zur Höhlenbeleuchtung hergestellt wurde. Der ursprüngliche Baukörper (neun mal sechs Meter, bei etwa fünf Meter Höhe) ist noch im Erdgeschoss der späteren Jugendherberge erhalten.
Die ersten Führungen in der Bilsteinhöhle begannen schon 10 Tage nach der Entdeckung der Höhle. Der Höhlenentdecker Franz Kersting war auch der erste Höhlenführer (zusammen mit seinem Arbeitskollegen Caspar Eßfeld, der ebenfalls an den Wegebauarbeiten beteiligt war, die zur Entdeckung der Höhle führten). Interessierte Besucher wurden in kleinen Gruppen vom heutigen Höhlenausgang bis in die „Große Halle“ geführt. Im November 1887 wurde die Höhle geschlossen, um über den Winter die nötigen Bauarbeiten für den Schauhöhlenbetrieb durchführen zu können. Im Mai 1888 wurde die Bilsteinhöhle für Höhlenbesucher wieder geöffnet. Im Zuge der Erschließungsarbeiten war ein Schacht zum Höhleneingang ausgebaut worden. 40 Jahre lang diente dieser Schacht als Höhleneingang. Nach 40 Jahren war die Treppenkonstruktion im Schacht verrostet, so dass dieser Schacht aufgegeben wurde. Nach langer Diskussion wurde schließlich im Jahr 1937 ein neuer Höhleneingang angelegt, ein Verbindungstunnel von der „Kulturhöhle 3“ in die Tropfsteinhöhle. 1937 wurde dieser Tunnel feierlich eröffnet, im Rahmen der Festveranstaltung zum 50. Jahrestag der Höhlenentdeckung. Seit dieser Zeit wird die „Kulturhöhle 3“ als Höhleneingang genutzt.
Schon im Winter 1887/88 wurde unterhalb der Höhle, an der Straße Warstein-Hirschberg ein Restaurationsgebäude errichtet. An dieses Gebäude wurde ein Zimmermuseum angebaut, in dem die Funde der Höhlengrabungen präsentiert wurden. In den 1950er-Jahren wurde der Altbau abgerissen und durch einen groß dimensionierten Neubau – Hotel, Gastronomie, Saal – ersetzt. 1998 wurde das Gebäude an die Warsteiner Brauerei verkauft, die es nach einigen Jahren der Schließung renovierte. Der Hotelbetrieb ist nicht wieder aufgenommen worden. Seit dem April 2012 ist der Verein „Bilsteintal e.V.“ Pächter der Gastronomie.
Am 1. September 2011 wurde ein Pachtvertrag zwischen der Stadt Warstein und dem im Mai 2011 gegründeten Verein „Bilsteintal e.V.“ unterzeichnet. Seit diesem Tag betreibt der gemeinnützige Verein Bilsteintal e.V. die Schauhöhle Bilsteinhöhle und den Wildpark im Bilsteintal.

Asienwelten und Bismarckturm (Tierpark Bochum)

Danach ging es weiter in den Zoo Bochum. Von dort kann man übrigens auch den ersten Bismarckturm sehen, den ich gesehen habe. Das ist aber schon Jahre her (noch vor 2011), und damals konnte ich noch nicht viel damit anfangen.
Im Zoo gab es einige Einschränkungen wegen Covid-19, aber diese vielen kaum auf. Schade nur, dass das neue Nachttierhaus während unserer Besuchszeit nicht geöffnet hatte.
Danach besuchten wir den überschaubaren Vogelpark in Wattenscheid …ein paar Volieren im Stadtpark, bevor wir uns nach Wuppertal auf machten.
Unterwegs machten wir Halt bei der Legobrücke.
2011 entwickelte Martin Heuwold die Idee, eine der Brücken der 1991 stillgelegten Wuppertaler Nordbahn farblich zu gestalten. Nach Sondierungsgesprächen mit der Stadt Wuppertal und der Wuppertalbewegung, die auf der Trasse der Bahnstrecke einen Rad- und Fußweg angelegt hatte, wurde die Brücke über die Schwesterstraße ausgewählt,die die beiden Stadtteile Elberfeld (Wohnquartier Ostersbaum) und Barmen (Wohnquartier Clausen) verbindet. Die Anregung, den Anstrich der Brücke in Form von Legosteinen zu gestalten, erhielt Heuwold durch seine Frau Ninon Becker. Der dänische Hersteller Lego A/S gab im Vorfeld seine Zustimmung zu dem Projekt. Die Gestaltung wurde mittels eines Modells aus echten Lego-Steinen entwickelt.
Die von der Wuppertalbewegung betreute Lackierung der Brücke dauerte 13 Tage und wurde am 15. September 2011 abgeschlossen. Zu bemalen war eine Fläche von mehr als 250 Quadratmetern. Unterstützt wurde Heuwold durch im Zweiten Arbeitsmarkt beschäftigte Mitarbeiter der Wuppertaler Wichernhaus gGmbH. Die Finanzierung des Projektes wurde durch die Wuppertalbewegung sowie durch die Sponsoren akzenta und Klauser Schuhe getragen. Am 7. Oktober 2011 wurde die Brücke feierlich eingeweiht.

Gegessen haben wir in der Karawane neben dem Hotel.

An sich könnte man behaupten dass man es mit einem normalen Hotelaufenthalt zu tun hatte, aber doch war er anders als das, was wir sonst während der Krise geboten bekamen.
Die Hotelrezeption war nicht 24h besetzt und als Frühstück wurde uns ein Tellerfrühstück in Aussicht gestellt … nichts unbedingt Verlockendes, aber wir werden das Beste daraus machen.

Tierpark Bad Pyrmont
Wildpark Bilsteintal
Bilsteinhöhle
Tierpark und Fossilium Bochum
Vogelpark Wattenscheid

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