Hanau und die Grimmfestspiele liegen noch nicht so weit zurück, aber der Juni steht immer im Zeichen einer großen Reise. Neun Tage und drei Musicals … und viele Zoos…
Geplant für den Weg nach Leipzig waren eine Wanderung durch die Schwarzachklamm und ein Besuch im Tierpark Gera. Nachdem es aber regnete als wir aufstanden und es nicht nach einem Schauer aussah, habe ich die Planung kurzfristig geändert. Bevor wir losfuhren standen nun das Stadtmuseum Bad Staffelstein und das Naturkundemuseum Schleusingen auf dem Plan.
Auf dem Weg nach Bad Staffelstein blieb das Wetter wechselhaft und wir ließen die Schwarzachklamm links liegen, im wahrsten Sinne des Wortes, auch wenn es in Bad Staffelstein nicht geregnet hat.
Im Stadtmuseum erfuhren wir dann mehr über die Peesönlichkeiten Adam Riese und Joseph Scheffel, beides Kinder der Stadt und über die Kelten und paläontologische Funde der Umgebung.
Adam Ries (oft auch Adam Riese; * 1492 oder 1493 in Staffelstein, Hochstift Bamberg; † 30. März oder 2. April 1559 vermutlich in Annaberg oder Wiesa) war ein deutscher Rechenmeister. Bekannt wurde er durch sein Lehrbuch Rechnung auff der Linihen und Federn […], das bis ins 17. Jahrhundert mindestens 120-mal aufgelegt wurde. Bemerkenswert ist, dass Adam Ries seine Werke nicht – wie damals üblich – in lateinischer, sondern in deutscher Sprache schrieb. Dadurch erreichte er einen großen Leserkreis und konnte darüber hinaus auch zur Vereinheitlichung der deutschen Sprache beitragen.
Adam Ries gilt als der „Vater des modernen Rechnens“. Er hat mit seinen Werken entscheidend dazu beigetragen, dass die römische Zahlendarstellung als unhandlich erkannt und weitgehend durch die nach dem Stellenwertsystem strukturierten indisch-arabischen Zahlzeichen ersetzt wurde. Sein Name ist aus der Redewendung „nach Adam Riese“ allgemein bekannt. Aber wenn man ehrlich ist … mehr als diese Redewendung kennt man sonst nicht.
Joseph Victor Scheffel, ab 1876 von Scheffel (* 16. Februar 1826 in Karlsruhe; † 9. April 1886 ebenda), war ein zur Zeit des deutschen Kaiserreichs viel gelesener deutscher Schriftsteller und Dichter. Seine Beliebtheit verdankte er dem Versepos Der Trompeter von Säkkingen und dem historischen Roman Ekkehard, die in den 1850er Jahren erschienen, sowie den Studentenliedern der Sammlung Gaudeamus!. In der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg verblasste sein Ruhm.
Die Sprache seiner Episteln und Lieder ist lebendig, witzig, zuweilen selbstironisch, die der Erzählungen an vielen Stellen gewollt altertümelnd. Scheffel war politisch, historisch und philologisch interessiert. Ruheloses Hin- und Herpendeln zwischen dem Elternhaus und – meist an Seen gelegenen – Rückzugsorten bestimmte sein Leben. Die Geselligkeit mit Freunden und das Wandern in der Natur bedeuteten ihm mehr als die ihm öffentlich entgegengebrachte Verehrung als Dichterfürst.
Danach machten wir einen Abstecher nach Vierzehnheiligen.
Die Basilika Vierzehnheiligen gehört zu den bedeutendsten Wallfahrtskirchen Deutschlands und gilt als Meisterwerk des fränkischen Barocks. Sie wurde zwischen 1743 und 1772 nach Plänen des berühmten Architekten Balthasar Neumann errichtet. Ihren Namen verdankt sie den Vierzehn Nothelfern, einer Gruppe von Heiligen, die im Mittelalter besonders als Schutzpatrone verehrt wurden. Das Innere beeindruckt durch lichtdurchflutete Räume, kunstvolle Stuckarbeiten und einen zentralen Gnadenaltar. Jährlich besuchen zahlreiche Pilger und Touristen die Basilika. Zusammen mit dem nahegelegenen Kloster Banz prägt sie eindrucksvoll die Landschaft des Obermaingebiets.
Kloster Banz sparen wir uns für einen anderen Besuch auf. Aber bevor es weiter nach Schleusingen ging, machten wir einen kleinen Abstecher nach Coburg, um Familienangehörige zu treffen. Und weil das nicht so lange in Anspruch nahm, oder wir gut im Zeitplan waren, führen wir weiter bis nach Schleusingen…
Ins Naturkundemuseum kamen wir aber nicht. Neben dem Museum befindet sich die Johanniskirche, und wir wollten nur kurz einen Blick hineinwagen. Die Aufsichtspersonen verwickelten uns aber in ein Gespräch und nachdem wir uns auch die Orgel ansehen durften wollten wir das Angebot und die Gelegenheit nicht verstreichen lassen.. und ehe wir es uns versahen, bekamen wir eine einstündige Orgel- und Kirchenführung. Und das war höchst spannend, zumal wir Einblicke in eine Kirchenorgel bekamen, die man sonst nicht bekommt.
Wohl schon 1235 existierte eine Kirche in Schleusingen. 1454 ist der Name St. Johannis erstmals urkundlich belegt. Ende des 15. Jahrhunderts entstand ein Kirchenneubau, der 1498 geweiht wurde. Es war eine dreischiffige, gotische Hallenkirche. Der Kirchturm ist mit der Jahreszahl 1483 als Baubeginn bezeichnet. Er wurde 1608 auf 44 Meter Höhe aufgestockt. Dabei erfolgte im Grundriss ein Übergang vom Viereck zum Achteck und die Verwendung des Rundbogenfrieses als Gestaltungselement.
Von 1725 bis 1729 folgte ein Neubau des Kirchenschiffes als protestantischer Predigtsaal. Der Kirchturm beherbergt im Erdgeschoss die kreuzgewölbte Sakristei und ist wie die Ägidienkapelle, die ehemals neben der Hallenkirche angeordnet war, und der Chor ein Rest des alten Gotteshauses. Der gotische Altar- und Chorraum wurde abgetrennt und bekam eine Zwischendecke für die Orgel. Er wurde in der Folge als Kapelle mit etwa 50 Sitzplätzen genutzt. Die Ägidienkapelle, die seit 1566 als Grablege der Henneberger Grafen diente, wurde in das neue, 21,4 Meter lange und 18 Meter breite Kirchenschiff integriert. Den Zugang zum Kirchenraum, der eine umlaufende, dreigeschossige, dreiseitige Empore hat und etwa 800 Sitzplätze aufweist, bilden zwei große Türen auf der Nord- und Südseite. Der Fürstenstuhl befindet sich auf der Westempore, wo ein Verbindungsgang zum Bertholdsburg bestand. Bei Sanierungsmaßnahmen im Jahr 1880 wurde die ursprüngliche Gipsstuckdecke durch eine hölzerne, flache Kassettendecke ersetzt und im Altarbereich der Triumphbogen mit den Apostelfiguren Paulus und Petrus gestaltet. Bei der Restaurierung in den Jahren 1989 bis 1991 wurde das Mittelgestühl mit einer elektrischen Bankheizung ausgestattet. 2013 folgte eine Sanierung des Kirchturms.
Die Ägidienkapelle ist durch ein schmiedeeisernes Gitter aus dem 16. Jahrhundert vom Kirchraum getrennt. Sie ist der Begräbnisort der Schleusinger Linie der Grafen von Henneberg, die 1583 erlosch. Graf Georg Ernst von Henneberg-Schleusingen hatte nach dem Tod seiner Gemahlin Elisabeth von Braunschweig 1566 die Verlegung der Begräbnisstätte der Henneberger aus dem Kloster Veßra in die Ägidienkapelle veranlasst. Vier Grabplatten bedecken den Boden der Kapelle. An den Wänden stehen Standbilder aller Henneberger Herrscher und ihrer Gemahlinnen, zurückgehend bis Wilhelm II., die vom Innsbrucker Bildhauer Siegmund Buchlinger von 1558 bis 1583 angefertigt wurden.
Die Orgel errichtete 1726 der Römhilder Orgelbauer Nicolaus Seeber. 1895 baute Alfred Kühn aus Schmiedefeld das Instrument zu einer zweimanualigen Orgel mit 36 Registern und pneumatischer Traktur um. Rudolf Kühn aus Merseburg führte 1940/41 eine Erweiterung um ein drittes Manual und den Austausch des Spieltisches durch. Danach hatte die Orgel 49 Register mit 3074 Pfeifen. Aufgrund des schlechten Zustandes der Orgel war Anfang der 2000er Jahre eine Restaurierung des Instruments nicht möglich. Daher erfolgte zwischen 2006 und 2009 durch Hey Orgelbau eine Generalinstandsetzung, die einem Neubau gleichkam. Die ursprünglichen Register wurde so weit wie möglich in das Klangkonzept mit einbezogen. Die Orgel hat seitdem 39 Register und 2505 Pfeifen, von denen etwa 60 Prozent historischer Art sind. Während unseres ungeplanten Besuchs war auch ein Mitarbeiter von Hey Orgelbau vor Ort, der sich um die Orgelpfeifen gekümmert hat. Und so haben wir auch noch Einblicke in die Arbeit eines Orgelpfeifenstimmers bekommen… Zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort, und man erfährt Dinge, die man nie wissen wollte, die einen dann aber doch faszinieren.
Und dass man in Schleusingen noch mehr außer Kirche und Museum sehen kann wurde uns auch vermittelt. Aber da wir keine Zeit mehr hatten fuhren wir weiter nach Leipzig. Aber es ist ja nicht so, dass wir nie wieder in die Gegend kommen.
Unser Hotel war in Taucha, aber wir sind zum Essen trotzdem in den Wenzel nach Leipzig gefahren.
Wieder zurück in Taucha (über das Essen im Wenzel muss ich mich nicht weiter auslassen, enttäuscht hat es mich noch nie und zum ersten und letzten Mal waren wir dort auch nicht), haben wir uns mit einem Bierchen in den Frühstücksraum gesetzt und wollten SKY TEAM (AffiliateLink) spielen, ein Spiel, dass ich letztes Jahr geschenkt bekommen habe… das war uns dann aber schon in der Vorbereitung zu kompliziert und wir haben Rommé gespielt. Aber uninteressant sieht das Spiel nicht aus, also wird es irgendwann auch gespielt werden, dann habe ich aber auch die Anleitung vorher durchgelesen.








