Zoopresseschau

Tierpark Gotha 30.10.2026
Ein Zuhause für Mara, Nashik und Aurora
Tierpark Gotha stellt seine drei Tiger vor und gibt Einblicke in ihre Haltung Neugierig erkunden Mara und Nashik ihre neue Anlage im Tierpark Gotha. Am Freitag, dem 30. Oktober 2026, wurden die beiden Tiger bei einem gemeinsamen Pressetermin vorgestellt. Während Mutter und Sohn zusammenleben, bewohnt die bereits im Juni eingezogene Tigerin Aurora eine eigene, separate Anlage. Damit haben insgesamt drei Tiger mit unterschiedlichen Lebensgeschichten in Gotha ein Zuhause gefunden. Oberbürgermeister Knut Kreuch, Tierparkleiter Patrick Prüß und Tierpfleger Roy Schubert aus dem Bereich der Raubtiere gaben Einblicke in die Eingewöhnung und die tägliche Betreuung der Tiere. Zugleich bot der Termin Gelegenheit, die neu gestaltete Tigeranlage vorzustellen und über die weitere Entwicklung des Tierparks zu berichten. Die beiden Tiger waren am 15. Oktober wohlbehalten in Gotha angekommen. Den Transport nach Deutschland hatte der erfahrene Spezialist für Zootiertransporte Roy Smith übernommen. „Ich freue mich sehr, dass die Tiger endlich da sind und der Transport so problemlos verlaufen ist“, erklärte Tierparkleiter Patrick Prüß. Nach ihrer Ankunfterhielten die Tiere zunächst Zeit und Ruhe, um ihre neue Umgebung und ihre Bezugspersonen kennenzulernen. Inzwischen nutzen sie die verschiedenen Bereiche ihrer Anlage ausgiebig. Die 13-jährige Mara und ihr 10-jähriger Sohn Nashik stammen aus dem ehemaligen Filmtierpark Eschede. Nach dessen Schließung wurden sie vorübergehend in der spanischen Auffangstation Primadomus der Tierschutzorganisation AAP betreut, während in Gotha ihre neue Unterkunft entstand. Mara ist die Tochter der im Mai verstorbenen Tigerin Indira, Nashik deren Enkel. Mit ihrer Aufnahme setzt der Tierpark die bereits mit Indira begonnene Übernahme von Verantwortung für diese Tiere fort. Mutter und Sohn wurden schon in Spanien erfolgreich wieder zusammengeführt. Auch in Gotha verbringen sie viel Zeit miteinander. Dabei hat häufig die deutlich kleinere, orange-schwarz gestreifte Mara das Sagen. Ihr weißer Sohn Nashik folgt ihr trotz seiner stattlichen Größe. Die neue Anlage bietet den beiden Klettermöglichkeiten, Kratzbäume, erhöhte Holzhäuser und Wasserbecken. Im Tigerhaus stehen geschützte Rückzugsbereiche und eine Fußbodenheizung zur Verfügung. Zugleich ist die Anlage so konzipiert, dass beide Tiere bei Bedarf jeweils einen eigenen Innenbereich und Außenbereich nutzen können. Zur Fütterung werden sie getrennt, damit jeder seine vorgesehene Portion in Ruhe aufnehmen kann. Nashik wurde kastriert, um eine Fortpflanzung zwischen den verwandten Tieren auszuschließen. Aurora hat ihren eigenen Platz gefunden Bereits im Juni kam die zehnjährige Tigerin Aurora aus dem Serengeti-Park Hodenhagen nach Gotha. Dort hatte sie mit mehreren Tigern zusammengelebt. Da es innerhalb der Gruppe zunehmend zu Auseinandersetzungen kam, wurde für Aurora ein geeigneter neuer Lebensplatz gesucht. Der Tierpark Gotha konnte ihr diesen in der nach Indiras Tod frei gewordenen Anlage bieten. Ihre Aufnahme ist damit auch ein Beispiel für die gegenseitige Unterstützung zoologischer Einrichtungen im Sinne des Tierwohls. Aurora hat sich inzwischen ebenfalls gut eingelebt. Sie bewohnt das für die Tigerhaltung umgebaute ehemalige Bärengehege mit dem zugehörigen Tigerhaus. Ihre Haltung erfolgt unabhängig von Mara und Nashik. Tiger leben in freier Wildbahn überwiegend als Einzelgänger. Ob Tiere in menschlicher Obhut gemeinsam gehalten werden können, hängt von ihrer individuellen Verträglichkeit ab. Die beiden Anlagen ermöglichen es dem Tierpark, diesen unterschiedlichen Bedürfnissen Rechnung zu tragen. Unterstützung für die Tiger und den Tierpark Auch persönlich engagieren sich die Unterstützer für die drei Tiger: Rüdiger Topf, Geschäftsführer der rp Gotha GmbH und als Architekt an der Planung der Tigeranlagen beteiligt, hat die Patenschaft für Aurora übernommen. Maximilian Fulsche, Geschäftsführer der Bystronic Maschinenbau GmbH Gotha, ist Pate von Mara. Die ehemalige Tierparkleiterin und Fachtierärztin für Zoo-, Wild und Gehegetiere Dr. Angelika Wimmer begleitet Nashiks weiteren Weg als Patin. Sie hatte die Entwicklung der Tigeranlagen und die Vorbereitungen für die Aufnahme der Tiere maßgeblich mitgestaltet. Neben Fulsches persönlicher Patenschaft besteht auch eine Partnerschaft zwischen Bystronic und dem Tierpark. Das Unternehmen unterstützt die Einrichtung seit einer Spendenaktion zum Thüringentag 2025. Ein sichtbares Zeichen dieser Verbundenheit ist der lebensgroße Stahltiger, den Bystronic dem Tierpark schenkte und der im Juni seinen Platz auf dem Gelände erhielt. Weitere Schritte stehen bereits an: Nach Angaben von Patrick Prüß sollen auf die neue Tigeranlage zahlreiche große und kleine Projekte folgen. Als Nächstes steht die Fertigstellung des neuen Besucherparkplatzes an. Auch der Eingangsbereich wird derzeit umgestaltet. Darüber hinaus sollen die Haltungsbedingungen weiter verbessert und die Tieranlagen für Tiere und Gäste attraktiver gestaltet werden. Die Geschichten von Mara, Nashik und Aurora bieten zugleich Gelegenheit, den Blick auf ihre bedrohten wildlebenden Verwandten zu richten. Bengaltiger, auch Königstiger genannt, leben vor allem in Indien sowie in Nepal, Bhutan und Bangladesch. Wilderei und der Verlust ihrer Lebensräume gefährden ihr Überleben. Tiger gelten weltweit als stark gefährdet. Während in Gotha die langfristige Betreuung der aufgenommenen Tiere im Mittelpunkt steht, bleibt der Schutz ihrer natürlichen Lebensräume eine zentrale Aufgabe des Artenschutzes.

Alpenzoo Innsbruck 30.10.2026
Zwischen Milchfläschchen und Mückenzelt: Wenn kleine Flügel Hilfe brauchen
Seit Jänner kümmert sich der Alpenzoo um die Pflege von Fledermausfindlingen in ganz Tirol. Die erste Saison zeigt, wie viel Einsatz nötig ist, um den kleinen Nachtschwärmern eine zweite Chance zu geben. 77 Fledermäuse aus 46 Tiroler Gemeinden wurden zwischen Anfang Februar und Ende September in der Findlingsstation aufgenommen. Dabei waren insgesamt 14 von den rund 255 verschiedene Fledermausarten Tirols vertreten. Hinter jeder Aufnahme steckt ein individuelles Schicksal: Ein Jungtier, das seine Mutter verloren hat, eine erschöpfte Fledermaus oder ein verletztes Tier, das ohne Hilfe kaum eine Überlebenschance gehabt hätte. Viele der kleinen Patienten waren noch viel zu jung, um allein zurechtzukommen. Denn Fledermäuse sind Säugetiere – und ihre Jungen brauchen Wärme, Nahrung und intensive Fürsorge, um wachsen und gedeihen zu können. Gemeinsam mit ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern sowie den Tierpflegerinnen und Tierpflegern versorgte das Team die Tiere mit großem Einsatz, manchmal rund um die Uhr. Das bedeutete kurze Nächte, regelmäßige Fütterungen und eine ordentliche Portion Mehlwürmer am Nachttisch! Auch Zootierarzt Matthias Seewald kümmerte sich um verletzte und geschwächte Tiere. Selbst die Kleinsten benötigen mitunter Infusionen, Röntgenuntersuchungen und eine sorgfältige medizinische Behandlung. Besonders in Erinnerung bleibt ein Fledermausjunges, das gerade einmal einen Tag alt war, als es ohne seine Mutter in den Alpenzoo kam. Seine Nabelschnur war noch vorhanden. Für das winzige Tier bedeutete das: alle zwei Stunden Milch, dazu viel Wärme und behutsame Betreuung. Solche Fälle zeigen eindrücklich, wie verletzlich die Tiere sind und wie wichtig eine fachkundige Versorgung ist. „Die Pflege von Fledermausfindlingen ist eine wichtige Aufgabe des Alpenzoo im regionalen Artenschutz. Es freut uns besonders, dass wir gemeinsam mit unseren ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern so vielen Tieren helfen und dass wir viele der Jungtiere wieder in die Natur entlassen können“, erklärt Dr. André Stadler, Direktor des Alpenzoos. Besonders erfreulich ist, dass rund 75 Prozent der aufgenommenen Jungtiere wieder ausgewildert werden konnten. Dafür braucht es viel Geduld und eine sorgfältige Vorbereitung. Im eigens eingerichteten Mückenzelt trainieren die jungen Fledermäuse ihre Flugkünste, bis sie bereit sind, wieder selbstständig in der Natur zurechtzukommen. Bei der Auswilderung folgt schließlich einer der schönsten Momente: Mopsfledermäuse, Weißrandfledermäuse und Rauhautfledermäuse starten vorsichtig über den Handrücken in die Dunkelheit. Nach kurzem Zögern breiten sie ihre Flügel aus und verschwinden in der Nacht. Dann zeigt sich, dass sich jede Stunde der aufwendigen Pflege gelohnt hat. Fledermäuse sind faszinierende Tiere und die einzigen Säugetiere, die aktiv fliegen können. Ihre feine Flughaut und ihre zarten Knochen machen sie allerdings besonders empfindlich. Ihre Pflege erfordert Wissen, Geduld und Fingerspitzengefühl. Gerade bei den jüngsten Tieren sind eine zuverlässige Versorgung und die richtige Einschätzung ihres Gesundheitszustands entscheidend. Damit auch in Zukunft möglichst vielen kleinen Nachtschwärmern geholfen werden kann, freut sich der Alpenzoo über Unterstützung. Als Fledermauspatin oder Fledermauspate können Interessierte dazu beitragen, die aufwendige Betreuung langfristig zu finanzieren. Auch ehrenamtliche Helferinnen und Helfer sind eine wertvolle Unterstützung und leisten einen wichtigen Beitrag zum Schutz der heimischen Fledermäuse.

Zoo Hoyerswerda 29.10.2026
Kleine Stupsnasen mit viel Fell
Erste erfolgreiche Fischotter-Nachzucht seit 22 Jahren im Zoo Hoyerswerda Im Zoo Hoyerswerda gibt es Grund zur Freude: Anfang September sind zwei Fischotter geboren worden. Es ist die erste erfolgreiche Nachzucht dieser Tierart im Zoo seit 22 Jahren. Für das Fischotterpaar Charlotta und Valentin ist es der erste gemeinsame Nachwuchs. Zwei von nur zwölf im europäischen Zuchtprogramm geborenen Europäischen Fischottern in 2026. Dass Charlotta Nachwuchs erwartete, bemerkten die Tierpflegenden zunächst an einer ungewöhnlichen Beobachtung. „Charlotta schwamm auf dem Rücken liegend im Becken. Dabei fielen uns ihre geschwollenen Zitzen auf“, berichtet Heidi Sladek, Revierleiterin im Raubtierrevier. Wenig später sollte sich der Verdacht bestätigen. Am 11. September war ein zartes Fiepsen aus der Wurfhöhle zu hören, für die Tierpflegenden das erste sichere Zeichen, dass Jungtiere geboren worden waren.
Da die vierjährige Charlotta zum ersten Mal Mutter geworden ist, bekam sie zunächst die nötige Ruhe, um sich ungestört um ihren Nachwuchs zu kümmern. Erst eine Woche später wagten die Tierpflegenden einen vorsichtigen Blick in die Wurfhöhle. „Als wir zwei kleine Otter sahen, freuten wir uns schon ziemlich“, erzählt Heidi Sladek. Beim ersten Wiegen im Alter von etwa drei Wochen brachten die beiden Jungtiere 510 und 490 Gramm auf die Waage. Inzwischen haben sie ihr Gewicht bereits verdreifacht. Auch die Entwicklung geht voran: Seit kurzem haben die Kleinen ihre Augen geöffnet und beginnen, ihre Umgebung zu erkunden. Dabei verlassen sie immer häufiger und vorsichtig die schützende Wurfhöhle. „Ein bisschen gedulden müssen sich unsere Besuchenden noch, bevor die Kleinen auf der Außenanlage zu sehen sein werden. Aber vielleicht hat man dann Glück und kann Charlotta und die Jungtiere beim Schwimmenlernen beobachten“, sagt Eugène Bruins, Zoologischer Leiter des Zoo Hoyerswerda. Deshalb ist der Wasserstand im Schwimmbecken jetzt auch schon so niedrig, damit die Jungtiere nicht ertrinken. Noch kümmert sich Charlotta allein um die beiden Jungtiere. Vater Valentin ist zwar weiterhin mit Charlotta zusammen, darf aber an die Jungen noch nicht heran. Charlotta und Valentin leben seit April 2024 gemeinsam im Zoo Hoyerswerda. Das fünfjährige Fischottermännchen Valentin ist bereits seit 2022 im Zoo zu Hause. Mit den beiden Neuzugängen wurden in Hoyerswerda insgesamt 17 Fischotter geboren. Die erfolgreiche Nachzucht hat für den Zoo eine besondere Bedeutung. Der Fischotter ist nicht nur das Wappentier des Zoo Hoyerswerda, sondern eng mit dessen Geschichte verbunden. Die langjährige Fischotterforschung in den 80iger und 90iger Jahren trug dazu bei, dass der Zoo Hoyerswerda die Genehmigung erhielt, die Bezeichnung „Zoo“ zu führen. Umso größer ist die Freude über die beiden Jungtiere, die diese besondere Verbindung auf ihre eigene Weise fortsetzen.

Kölner Zoo 29.10.2026
Neue Anlage für Ringelschwanzmungos und Nacktmulle
Zwei neue, herbstliche Highlights präsentiert der Kölner Zoo: Ab jetzt sind wieder „Tiffy“ und „Ron“, die beliebten Ringelschwanzmungos, zu sehen. Ihr Zuhause wurde im Zuge des Baus der neuen Giraffenanlage, an das ihre Anlage grenzt, komplett modernisiert. In direkter Nachbarschaft sind zudem 13 Nacktmulle eingezogen. Es ist das erste Mal, dass der Zoo der Domstadt diese kleine, tunnelgrabende Art hält, die dem menschlichen Auge nicht unbedingt als „schön“ erscheint. Wer also rund um Halloween einen faszinierenden Einblick in leicht „schauderhafte“ Naturerscheinungen haben will, ist bei den Nacktmullen im Kölner Zoo genau richtig. Selten und bedroht: Ringelschwanzmungos stammen aus Madagaskar Ringelschwanzmungo-Weibchen „Tiffy“ ist 13 Jahre alt. Sie kam 2013 aus dem Zoo Saarbrücken an den Rhein. Der 10-jährige „Ron“ zog 2019 aus Großbritannien nach Köln. Er stammt direkt aus Madagaskar, der Heimat der wuseligen Kleinsäuger. In Köln haben beide bereits neunmal für Nachwuchs gesorgt, was wichtig ist für den Erhalt dieser Art. Die Tiere sind schlank und langgestreckt. Die Kopf-Rumpflänge kann bis zu 38 cm betragen. Ringelschwanzmungos (Galidia elegans) haben am Rücken ein rötlichbraunes Fell, der Kopf ist hellbraun, während ihre Beine und ihre Flanken schwarz gefärbt sind. Ringelschwanzmungo-Weibchen bringen pro Jahr ein Jungtier zur Welt. Neben dem Kölner Zoo halten in Deutschland nur die Zoologischen Gärten in Berlin, Heidelberg und Saarbrücken diese bei den Zoo-Gästen sehr beliebten Raubtiere. „Tiffy“ und „Ron“ lebten für die Zeit der Sanierung zeitweise backstage in einem hinteren Zoobereich. Ihr neues Zuhause an der Giraffenanlage verfügt über zwei Stahl-Außengehege mit insgesamt 40 m² Fläche aus Naturboden. Wasserbecken sorgen für Beschäftigung. Das 16m² große Innengehege ist in vier Bereiche aufgeteilt. Innen- und Außenanlage sind je nach Anforderung flexibel zusammenschaltbar. Drei große Scheiben bieten den Zoogästen freie Sicht auf die Mungos. Schön hässlich Erstmals im Kölner Zu sehen sind Nacktmulle (Heterocephalus glaber). Ihre Anlage wurde in das im Sommer eröffnete Haus für Kordofan-Giraffen integriert – damit lebt eine der kleinsten Arten des Kölner Zoos nun direkt neben den höchsten Tieren, die der Zoo hält. Die Gruppe der Kölner Nacktmulle umfasst 13 Tiere. Sie kamen aus der Wilhelma, dem Zoo in Stuttgart, nach Köln. Nacktmulle bilden Kolonien und organisieren sich nach dem Prinzip der Arbeitsteilung – ein für Säugetiere sehr seltenes Verhalten. Sie leben in unterirdischen Tunnelsystemen. Im Kölner Zoo sind diese halbseitig einsehbar, was besondere Einblicke mitten in den „Staatsbetrieb“ dieser faszinierend „schön-hässlichen“ Tiere ermöglicht. An der Spitze der Kolonie steht jeweils eine Königin, die für den Nachwuchs sorgt. Nach und nach wird sich die Gruppe der Kölner Nacktmulle vergrößern und alle vorgesehenen Tunnelsysteme erobern. Nacktmulle werden fünf bis 15 Zentimeter lang. Sie wiegen zwischen 30 und 50 Gramm. Die Tiere sind nahezu haarlos, schrumpelig und rosa. Auffällig sind die langen Tasthaare zur Orientierung. Nacktmulle sind fast blind. Ihre langen Schneidezähne ragen auch bei geschlossenem Maul nach vorn heraus, damit beim Graben keine Erde ins Körperinnere gelangt. Die Nacktmull-Anlage ist 2,5m² groß. Die darin liegende Röhrenkonstruktion wurde durch den Zooschreiner in enger Abstimmung mit den Tierpflegern individuell hergestellt. Das Höhlensystem erstreckt sich hinter einer Sichtwand. Alle Höhlen sind miteinander verbunden und können einzeln abgesperrt werden.

Zoo Berlin 29.10.2026
COP17: Globale Ziele & konkrete Maßnahmen im Naturschutz – Zoologische Gärten Berlin als positives Beispiel genannt
UN-Biodiversitätsbericht hebt internationale Artenschutzprojekte der Zoologischen Gärten Berlin als Praxisbeispiele hervor – Wiederansiedlungsprojekte zeigen, wie Naturschutzziele praktisch umgesetzt werden können. Auf der aktuell im armenischen Jerewan tagenden UN-Biodiversitätskonferenz COP17 wird über die Zukunft der biologischen Vielfalt verhandelt. Dabei rückt auch die Artenschutzarbeit der Zoologischen Gärten Berlin international in den Fokus: Im kürzlich veröffentlichten UN-Bericht „State of Biodiversity Action“, der erstmals eine umfassende globale Bestandsaufnahme zur Umsetzung der 2022 beschlossenen Biodiversitätsziele liefert, werden Projekte von Zoo und Tierpark Berlin als Praxisbeispiele für die Umsetzung der weltweiten Artenschutzziele vorgestellt. Der Bericht hebt insbesondere die internationalen Erhaltungszucht- und Wiederansiedlungsprojekte sowie die Zusammenarbeit mit Naturschutzorganisationen und staatlichen Partnern hervor. Unter der Überschrift „Berlin Zoological Garden supporting global species conservation“ (Target 4) stellt der Bericht die Zoologischen Gärten Berlin als konkretes Beispiel für die Umsetzung von Maßnahmen vor, die sich insbesondere der Verhinderung des Artensterbens und der Erholung bedrohter Tierpopulationen widmen. „Auf der COP17 wird darüber diskutiert, wie wir das weltweite Artensterben aufhalten können. Umso bedeutender ist es für uns, dass die Vereinten Nationen die Arbeit von Zoo und Tierpark Berlin als konkretes Praxisbeispiel hervorheben,“ erklärt die Artenschutz-Teamleitung der Zoologischen Gärten Berlin Katharina Sperling aus Jerewan. „Unsere Projekte zeigen, wie aus globalen Zielen konkrete Maßnahmen werden können.“ Auch Zoo- und Tierparkdirektor Dr. Andreas Knieriem freut sich über die Anerkennung der wichtigen Arbeit Zoologischer Gärten: „Wir leisten mit unserer wissenschaftlichen Arbeit und unseren internationalen Artenschutzprojekten einen konkreten Beitrag zum Erhalt bedrohter Arten. Gleichzeitig erreichen wir mit mehr als fünf Millionen Gästen jährlich eine beachtliche Zahl an Menschen, die wir für die faszinierende Vielfalt der Tierwelt und für ihren Schutz begeistern können. Artenschutz, Forschung und Umweltbildung gehören für uns untrennbar zusammen.“ Im Bericht ebenfalls hervorgehoben wurde der internationale Charakter, der die Artenschutzprojekte der Zoologischen Gärten Berlin ausmacht. Zoo und Tierpark Berlin koordinieren zehn internationale Erhaltungszuchtprogramme für bedrohte Tierarten innerhalb des Europäischen Zooverbandes EAZA und beteiligen sich an mehr als 240 weiteren Programmen. Gemeinsam mit internationalen Partnern setzen sie sich zudem dafür ein, bedrohte Arten in ihren natürlichen Lebensräumen zu schützen und langfristig zu stabilisieren. „Die Erreichung globaler Biodiversitätsziele erfordert strategische Partnerschaften über verschiedene Sektoren hinweg. Moderne Zoos und Aquarien sind unverzichtbare Partner im Artenschutz. Sie bringen ihre Expertise in die Wiederherstellung bedrohter Tierpopulationen, die wissenschaftliche Forschung, die Erhaltungszucht, das genetische Management, die internationale Zusammenarbeit und die Einbindung der Bevölkerung ein. Die von Zoo und Tierpark Berlin geleiteten Projekte sowie weitere Projekte, die in Zusammenarbeit mit den WAZA-Mitgliedern Zoo Prag und Zoo Leipzig umgesetzt wurden, werden im UN-Bericht als Beispiele hervorgehoben. Sie verdeutlichen die entscheidende Rolle unserer Gemeinschaft bei der Umsetzung globaler Biodiversitätsverpflichtungen und leisten einen konkreten Beitrag zum Schutz von Arten, zum Wohl der Menschen und zum Erhalt der Natur,“ erklärt Dr. Martín Zordan, CEO der World Association of Zoos and Aquariums (WAZA). Hintergrund: Der globale Biodiversitätsrahmen Das Kunming-Montreal Global Biodiversity Framework wurde 2022 auf der 15. UN-Biodiversitätskonferenz beschlossen und umfasst 23 Ziele bis 2030. Ziel 4 (Target 4) legt den Fokus insbesondere auf die Verhinderung des menschengemachten Artensterbens, die Erholung bedrohter Arten und den Erhalt ihrer genetischen Vielfalt. Der aktuelle UN-Bericht „State of Biodiversity Action“ bildet eine wichtige Grundlage für die globale Bestandsaufnahme auf der COP17, die am 30. Oktober 2026 in Jerewan endet. Der Bericht „State of Biodiversity Action“ zieht eine erste umfassende Bilanz zur Umsetzung des 2022 verabschiedeten Kunming-Montreal Global Biodiversity Framework. Dieses soll den Verlust der biologischen Vielfalt bis 2030 aufhalten und umkehren. Weitere Informationen dazu gibt es unter folgendem Link (Seite 99 von 411). Hintergrund: Von Berlin in die Wildnis – Von Wisent, Przewalski-Pferd und Feldhamster Was durch internationale Zusammenarbeit im Artenschutz möglich ist, zeigt die Geschichte des Wisents. Anfang des 20. Jahrhunderts war Europas größtes Landsäugetier in der Wildnis ausgerottet. Nur wenige Tiere überlebten in zoologischen Einrichtungen. Bereits 1923 wurde im Zoo Berlin die Internationale Gesellschaft zur Erhaltung des Wisents gegründet und damit der Grundstein für das erste internationale Zuchtbuch einer bedrohten Wildtierart gelegt. Heute gibt es dank koordinierter Erhaltungszucht und Wiederansiedlung weltweit wieder rund 10.000 Wisente. Auch ein Jahrhundert später spielen Zoo und Tierpark Berlin bei der Rückkehr der Art eine zentrale Rolle: Gemeinsam mit dem WWF, dem aserbaidschanischen Umweltministerium, der EAZA und weiteren Partnern engagieren sie sich für die Wiederansiedlung im Shahdag-Nationalpark in Aserbaidschan. Seit Projektbeginn wurden 64 Wisente aus europäischen Zoos in den Kaukasus gebracht. Mit dem dort geborenen Nachwuchs ist die von Rangern überwachte Population inzwischen auf mehr als 90 Tiere angewachsen. Weitere Informationen zum Erhaltungszucht- und Wiederansiedlungsprojekt des Wisents in Osteuropa gibt es unter folgendem Link. Auch das Przewalski-Pferd, die letzte heute lebende echte Wildpferdeart, verdankt sein Überleben der koordinierten Zucht in zoologischen Einrichtungen. Nachdem die Art im natürlichen Lebensraum ausgestorben war, kehrt sie nun durch internationale Wiederansiedlungsprogramme in ihre ursprünglichen Lebensräume zurück. Für das vom Zoo Prag geleitete Projekt „Return of the Wild Horses“, das gemeinsam mit der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt (ZGF), der kasachischen Naturschutzorganisation ACBK und weiteren Partnern umgesetzt wird, übernimmt der Tierpark Berlin eine wichtige Rolle: Hier werden Wildpferde aus europäischen Zoos für ihren Transport in die kasachische Steppe zusammengeführt. Im August 2026 gelang ein historischer Meilenstein: Erstmals seit rund 200 Jahren wurden in Zentralkasachstan wieder zwei Przewalski-Fohlen geboren. Mutter des ersten Fohlens ist die im Tierpark Berlin geborene Stute Tessa. Als große Pflanzenfresser leisten die Wildpferde zudem einen wichtigen Beitrag zum Ökosystem der Steppe: Sie verbreiten Samen, fördern die Biodiversität und können durch ihr Weideverhalten die Ausbreitung von Steppenbränden begrenzen. Weitere Informationen zum Wiederansiedlungsprojekt der Przewalski-Pferde gibt es unter folgendem Link. Doch auch vor der eigenen Haustür engagieren sich die Zoologischen Gärten Berlin für bedrohte Arten. Gemeinsam mit dem Zoo Leipzig und weiteren Partnern setzen sie sich für den Europäischen Feldhamster ein, der zu den am stärksten bedrohten Säugetieren Deutschlands zählt. Durch gezielte Erhaltungszucht und die anschließende Wiederansiedlung auf hamsterfreundlich bewirtschafteten Ackerflächen in Deutschland soll die Art langfristig erhalten bleiben. Allein 2025 und 2026 stammten insgesamt über 120 der ausgewilderten Feldhamster aus der Feldhamsterstation des Tierpark Berlin. Das Projekt zeigt, wie eng Erhaltungszucht, Lebensraumschutz und die Zusammenarbeit mit Landwirtschaft und Naturschutzbehörden ineinandergreifen müssen. Weitere Informationen zum Schutz- und Wiederansiedlungsprojekt der Europäischen Feldhamster in Deutschland gibt es unter folgendem Link.

Zoo Heidelberg 29.10.2026
4700 Kilometer für den Artenschutz
14 Waldrappe vom Zoo Heidelberg zur Auswilderung nach Spanien gebracht Junge Waldrappe aus dem Zoo Heidelberg sollen künftig wieder durch Andalusien fliegen. Vergangene Woche brachten Kurator Joshua Förg und Tierpflege-Auszubildender Aaron Haueis insgesamt 14 Waldrappe zum Zoo Jerez de la Frontera in Südspanien. Dort bereiten sich die Tiere auf ihre Auswilderung im Rahmen des Proyecto Eremita vor. Das langfristige Ziel: Eine dauerhaft ansässige Waldrapp-Population in Andalusien. Mehr als 4.700 Kilometer legten Joshua Förg und Aaron Haueis zurück, um die 14 Waldrappe sicher an ihren Bestimmungsort zu bringen. Zehn Tiere stammen aus dem Zoo Heidelberg, vier aus dem Zoo Straubing. Alle Vögel sind Nachzuchten aus dem Jahr 2026. Im Zoo Jerez de la Frontera bezogen die Tiere zunächst eine Quarantänevoliere. Nach wenigen Tagen konnten sie bereits in eine größere Auswilderungsvoliere umziehen. Dort lernen sie über mehrere Monate ihre neue Umgebung kennen, bevor die Anlage im Februar 2027 zur Auswilderung geöffnet wird. „Die Fahrt war kräftezehrend, aber jeder Kilometer hat sich gelohnt. Vor Ort konnten wir verschiedene Projektstandorte besuchen und sogar freilebende Waldrappe beobachten. Es war ein unglaubliches Gefühl, zu sehen, wie die Vögel in den Abendstunden zum Schlafen einflogen“, berichtet Joshua Förg. Das Proyecto Eremita ist ein gemeinsames Artenschutzprojekt der andalusischen Regionalregierung und des Zoos Jerez de la Frontera. Es verfolgt das Ziel, den Waldrapp wieder in Andalusien anzusiedeln. Die Region bietet gute Voraussetzungen für eine ganzjährig ansässige Population. Der Waldrapp zählt zu den stark bedrohten Vogelarten. In Europa war die Art zwischenzeitlich sogar ausgestorben; nur kleine Kolonien in Marokko und der Türkei überlebten. Seit einigen Jahren helfen Wiederansiedlungsprojekte dabei, neue wildlebende Bestände aufzubauen und langfristig zu sichern. In Mitteleuropa verfolgen Projekte, etwa am Bodensee bei Überlingen, einen anderen Ansatz: Dort müssen die Vögel erst lernen, zwischen ihren Brut- und Überwinterungsgebieten zu ziehen. Bekannt wurde diese Methode unter anderem durch den Einsatz von Leichtflugzeugen des Waldrappteams, mit denen Menschen den Vögeln ihre Zugroute zeigen. Das Waldrappteam engagiert sich gemeinsam mit Partnern im EU-LIFE-Projekt für den Schutz und die Wiederansiedlung von Waldrappen in Europa. Während in Mitteleuropa eine ziehende Population aufgebaut wird, soll in Andalusien eine standorttreue Population entstehen. Beide Ansätze arbeiten gemeinsam am One Plan Approach: Artenschutzmaßnahmen für Tiere in Zoos und in der Natur werden gemeinsam geplant und mit vereinten Kräften aufeinander abgestimmt. Der Zoo Heidelberg beteiligt sich mit seiner Waldrapp-Zucht am Europäischen Erhaltungszuchtprogramm (EEP), das vom Alpenzoo Innsbruck koordiniert wird. Auf Empfehlung des Programms konnte der Zoo seine Nachzuchten für das Proyecto Eremita zur Verfügung stellen. Zusätzlich unterstützt der Zoo Heidelberg das Waldrappteam im EU-LIFE-Projekt finanziell über den Artenschutzeuro. „Wir danken dem Zoo Straubing, dem Alpenzoo Innsbruck, dem Zoo Jerez de la Frontera und allen Projektpartnern für die gute Zusammenarbeit. Dass unsere Nachzuchten einen Beitrag zum Aufbau einer wild lebenden Waldrapp-Population leisten können, ist ein toller Erfolg für den Artenschutz. Unser Dank gilt auch allen Besucherinnen und Besuchern, die mit dem Artenschutzeuro solche Projekte unterstützen“, sagt Joshua Förg. Die Reise nach Andalusien zeigt, wie Zoos durch koordinierte Zuchtprogramme, internationale Zusammenarbeit und gezielte Unterstützung von Artenschutzprojekten dazu beitragen können, bedrohte Tierarten langfristig zu erhalten.

Tiergarten Desslau-Roßlau 29.10.2026
Bewegung im Tierbestand
Einige Tiere des Dessauer Tierparks verließen kürzlich, oder verlassen demnächst die Einrichtung. Dafür kommen aber wieder neue Tiere in den Bestand, um Zuchtprogramme fortzuführen oder Fehlbestände auszugleichen. Daher ist es für die Besucherinnen und Besucher des Tierparks sehr wahrscheinlich, dass also diverse Veränderungen bei den Bewohnerinnen und Bewohnern in den Gehegen festgestellt werden können. Bereits Anfang der Woche verließen die beiden Rinderdamen „Edda“ und „Elvira“ (vom Roten Harzer Höhenvieh) ihr angestammtes Areal in Richtung „alter Heimat“, sie wurden an den Vorbesitzer zurückverkauft, um Platz zu machen für zwei Neuzugänge dieser Rasse. Diese sollten dann sogar schon „tragend“ sein und somit auch das Zuchtprogramm im Tierpark fortführen. Viel Bewegung ist auch bei den Vögeln im Park zu vermelden. Der diesjährige Nachwuchs der Mandschurenkraniche geht auf Reisen in die Zoologische Station Wassenberg. Dafür kommt aus dem NaturZoo Rheine 11facher gefiederter Zuwachs für den „Nordstrand“. Der Bestand an Säbelschnäblern, Stelzenläufern und Rotschenkeln wird nach dem vernichtenden Einbruch eines Waschbären in die Anlage 2023 wieder aufgefüllt. Neue Amurkatzen beziehen demnächst das Gehege, in dem die Handaufzucht „Charly“ leider im August verstarb. Nun hat man im Tierpark Dessau die Möglichkeit, einen neuen Kater und zwei kuschelige Mädels dazu zu bekommen. Dafür verlässt aber die Amurkatzendame „Kaja“ demnächst die Einrichtung. Die vorerst letzte Änderung ist bei den Rentieren zu verkünden. Der kleine Nachzuchtbulle aus dem hiesigen Bestand wird gegen einen neuen Bullen aus dem Zoo in Hof ausgetauscht, um auch wieder „frisches Blut“ in die Herde zu bekommen. Es ist also immer wieder Bewegung im Tierpark Dessau. Ein Grund mehr, auch öfter mal den sehr beliebten Park aufzusuchen, um vielleicht Neues zu entdecken.

Zoo Magdeburg 28.10.2026
Vom Aussterben bedroht: Lisztäffchen im Zoo Magdeburg geboren Aufzucht im Familienverband mit tragender Vaterrolle
Am 19. Oktober 2026 gab es erneut Nachwuchs im Zoo Magdeburg bei den Lisztäffchen. Die zu den südamerikanischen Krallenaffen gehörende Art ist vom Aussterben bedroht. Vater ist Hauptträger und Teamarbeit Die Aufzucht des Nachwuchses ist bei den Lisztäffchen echte Teamarbeit. Für das Muttertier ist die Geburt energetisch sehr anstrengend, meist kommen Zwillinge zur Welt. Das Männchen übernimmt die tragende Rolle im wörtlichen Sinne. Es trägt den Nachwuchs überwiegend auf seinem Rücken herum und übergibt die kleinen Äffchen der Mutter nur zum Säugen. Die älteren Geschwister beteiligen sich an der Betreuung und tragen die Jungtiere zeitweise mit – wichtige Erfahrungen für das spätere Leben in der eigenen Familiengruppe. Als tagaktive Baumbewohner sind Lisztäffchen perfekt an das Leben in den Baumkronen angepasst. Ihre vielfältige Nahrung besteht aus Früchten, Knospen, jungen Blättern, Nektar, Insekten sowie kleinen Wirbeltieren wie Baumfrösche und Echsen. Eine markante Frisur und ein komplexes Familienleben Seinen deutschen Artenname verdankt der Lisztaffe seiner auffälligen weißen Kopfbehaarung, die an die Frisur des Komponisten Franz Liszt erinnert. Der englische Name bedeutet etwa Baumwollkopf und trifft ebenso zu. Das Familienleben dieser kleinen Primaten ist sehr komplex, es herrscht eine klare Hierarchie in der Familie. Nur das dominante Zuchtpaar pflanzt sich fort. Duftstoffe des Zuchtweibchens tragen dazu bei, die Fortpflanzung anderer erwachsener Weibchen innerhalb der Gruppe zu unterdrücken. In der Natur vom Aussterben bedroht In ihrer kolumbianischen Heimat sind Lisztaffen bis auf wenige zersplitterte Restpopulationen fast ausgerottet. Der Schutz der Lisztaffen erfordert nicht nur den Erhalt einzelner Tiere, sondern auch den Schutz und die Vernetzung ihrer natürlichen Lebensräume. Das kolumbianische Schutzprojekt Proyecto Titi verbindet wissenschaftliche Feldforschung mit Bildungsinitiativen und der Zusammenarbeit mit der lokalen Bevölkerung. Wiederaufgeforstete Waldkorridorre sollen isolierte Waldinseln miteinander verbinden und so den genetischen Austausch zwischen den Lisztäffchengruppen fördern. Die Abholzung für Brennholz wird mit verschiedenen Maßnahmen wie der Bereitstellung von energieeffizienten Kochstellen, reduziert. Bildungsprogramme, speziell an den Schulen in Atlántico und Bolívar, sensibilisieren Kinder und Jugendliche für den Waldschutz und dem Arterhalt der Lisztäffchen. Sie vermitteln, wie eng die Zukunft einer bedrohten Tierart mit dem verantwortungsvollen Umgang der natürlichen Ressourcen verbunden ist. Wichtige Bausteine im Artenschutz: Forschung, Bildung und Arterhalt Der Zoo Magdeburg übernimmt Verantwortung für den Erhalt der Lisztäffchen. Im Rahmen des Ex-situ-Programms für Lisztäffchen stärkt der Zoo die genetische Reservepopulation. Eine möglichst hohe genetische Vielfalt ist die Basis dafür, die Art langfristig zu sichern. Mit Forschung, optimierender Tierhaltung- und Pflege sowie Bildungsarbeit tragen Zoos zum Schutz bedrohter Tierarten bei. Nachhaltiger Artenschutz beginnt mit Wissen: Wer die Lebensweise der Tiere tiefgründig kennt und die Gefährdung ihrer Lebensräume versteht, der weiß, warum ihr Schutz unverzichtbar ist.

Zoo Hannover 28.10.2026
Schreckliche Frösche und zackige Molche Erfolgreiche Nachzucht von bedrohten Amphibien im Erlebnis-Zoo Hannover
Der eine ist unauffällig schwarz mit krokodilartigen Zacken auf dem Rücken, der andere leuchtend gelb und hochgiftig – und beide sind in ihrem Bestand gefährdet. Im Amphibium des Erlebnis-Zoo Hannover konnten Tylototriton ziegleri und Phyllobates terribilis mit Erfolg nachgezüchtet werden: Über 200 Schreckliche Pfeilgiftfrösche sind geschlüpft und wurden zur weiteren Zucht abgegeben. Fünf Larven von Zieglers Krokodilmolch haben die Metamorphose zum „Landgänger“ durchlaufen, 21 Larven befinden sich in der Entwicklung. „Die fünf Landgänger der Krokodilmolche sind jetzt aus dem Gröbsten raus, wir sind uns sicher, dass wir sie durchbringen“, freut sich Tierpfleger Alexander Klimcuk. Zieglers Krokodilmolche kommen ursprünglich nur in einem sehr kleinen Verbreitungsgebiet in der Grenzregion von Süd-China und Nord-Vietnam vor. Gefährdet ist der zur Familie der Salamander gehörende Schwanzlurch durch den zunehmenden Verlust seines ohnehin schon kleinen Lebensraums. Gemeinsam mit der Artenschutz-Organisation Citizen Conservation (CC), einem Netzwerk aus Zoos, Fachvereinigungen und Privathaltenden, wird zurzeit eine koordinierte Erhaltungszucht für den gefährdeten Krokodilmolch aufgebaut, um eine stabile Ersatzpopulation außerhalb des ursprünglichen Lebensraumes heranzuziehen. „In ihrem natürlichen Habitat legen die Krokodilmolche den Laich während der Regenzeit an das Ufer eines Gewässers“, berichtet Alexander Klilmcuk. Schlüpfen die Larven, springen sie ins Wasser – oder in die falsche Richtung. Nicht jede Larve schafft den Weg. Im Amphibium im Erlebnis-Zoo liegt daher eine Schicht Moos am Rand des Gewässers im Terrarium. Setzt ein Weibchen ihr Gelege dort ab, sammeln die Tierpflegenden die zusammenklebende Laichmasse ein und separieren die einzelnen Eier in filigraner Handarbeit. Die Larven wachsen dann unter kontrollierten Bedingungen auf leicht feuchtem Zellstoff unter hoher Luftfeuchtigkeit heran, bis sie nach 22-36 Tagen aus der Eihülle schlüpfen und in die vorbereitete Wasserfläche der Aufzuchtbox springen. Bei den leuchtend gelben Schrecklichen Pfeilgiftfröschen tragen die Männchen die größte Verantwortung in der Aufzucht des Nachwuchses. Im wahrsten Sinne: Sie tragen die geschlüpften Quappen auf ihrem Rücken zur nächsten Wasserquelle – nachdem sie den Laich über drei Wochen bewacht und bewässert haben. Im Amphibium machen es die Tierpflegenden den Frosch-Vätern etwas leichter: Sie entnehmen den meisten Laich aus den vorgefertigten Eiablageplätzen und lassen die Quappen in der Aufzuchtstation heranwachsen. Über 200 Schreckliche Pfeilgiftfrösche konnten auf diese Weise im Amphibium nachgezogen und an die verschiedenen Haltungen des CC-Netzwerks weitergegeben werden. Der Schreckliche Pfeilgiftfrosch wird von der Internationalen Union zur Bewahrung der Natur als „stark gefährdet“ eingestuft, denn Phyllobates terribilis kommt nur in einem kleinen Verbreitungsgebiet im kolumbianischen Regenwald vor, das zunehmend zerstört wird. „Wir freuen uns sehr über den Zuchterfolg bei diesen beiden gefährdeten Arten“, so Zoo-Geschäftsführer Andreas M. Casdorff. „Im Amphibium zeigen wir, dass die Haltung und Zucht von Wildtieren wichtige Bestandteile im Kampf gegen das Artensterben und den Verlust von Biodiversität sind.“ In der einsehbaren Aufzuchtstation können die Zoo-Besuchenden Amphibien in den verschiedenen Stufen ihrer Metamorphose beobachten. Hintergrund Amphibien sind die weltweit am stärksten bedrohte Tierklasse. 40 Prozent aller Amphibienarten sind vom Aussterben bedroht. Im Amphibium will der Erlebnis-Zoo Hannover für diese faszinierenden Tiere begeistern, sie erlebbar machen und zu ihrem Schutz beitragen. Insgesamt 14 Amphibienarten, darunter Pátzcuaro-Querzahnmolch, Vietnamesischer Moosfrosch, Titicaca-Riesenfrosch, Kleiner Winkerfrosch, Axolotl, Afrikanischer Krallenfrosch und Orangeaugen-Laubfrosch, werden hier mit einem innovativen Bildungskonzept auf nachhaltig-spannende Weise vorgestellt. Im Amphibium widmet sich der Erlebnis-Zoo Hannover auch der Erhaltung des stark bedrohten heimischen Feuersalamanders. Citizen Conservation ist ein Netzwerk von Zoos, Fachvereinigungen und privaten Tierhalterinnen und Tierhaltern mit dem gemeinsamen Ziel: Wissen zu sammeln und bedrohte Arten vor dem Aussterben zu bewahren – durch koordinierte Erhaltungszucht.

Zoo Landau 28.10.2026
Oma-Enkeltag im Zoo Landau in der Pfalz am Samstag, 14. November, um 14 Uhr
Nach dem großen Erfolg in den letzten Jahren wird die Zooschule Landau auch in diesem Jahr wieder einen besonderen Tag für Großeltern und ihre Enkelkinder anbieten: Am Samstag, 14. November, um 14 Uhr geht es mit den Zoopädagoginnen und Zoopädagogen der Zooschule auf einen rund 90 Minuten langen, abwechslungsreich gestalteten Rundgang durch den Zoo. Dabei vermitteln sie anschaulich Spannendes zu den Tieren und auch Wissenswertes rund um den Natur- und Artenschutz im Zoo. Die Veranstaltung kostet zusammen für Großeltern und Enkel (bis zu 5 Personen) 20 Euro in BAR (jeder weitere Erwachsene/Rentner 5 Euro; jedes weitere Kind 2,50 Euro) zuzüglich Zooeintritt (bitte beachten Sie zum Zooeintritt die verschiedenen Kleingruppentarife).

Serengeti Park Hodenhagen 27.10.2026
Nashorn-Premiere über den Atlantik: Salma und Moana aus dem Serengeti-Park sicher in Mexiko angekommen
Erstmals wurden Breitmaulnashörner im Rahmen des europäischen Erhaltungszuchtprogramms von Europa nach Mexiko gebracht. Vier Tiere aus Deutschland und Frankreich sollen im Zoológico Guadalajara eine neue Zuchtgruppe aufbauen. Eine Premiere für die internationale Nashornzucht ist gelungen: Erstmals sind Breitmaulnashörner im Rahmen des EAZA Ex situ Programme (EEP) von Europa nach Mexiko gereist. Mit dabei sind Salma und Moana aus dem Serengeti-Park Hodenhagen. Gemeinsam mit zwei Nashörnern aus französischen Zoos haben sie den Atlantik überquert und am 21. Oktober den Zoológico Guadalajara sicher erreicht. Die Reise verlief ohne Komplikationen. Die vier Tiere sollen dort den Grundstein für eine neue Zuchtgruppe legen. Das Projekt verbindet die langjährige Zuchterfahrung europäischer Zoos mit einem neuen Partnerstandort in Mexiko. Der Zoológico Guadalajara hat eigens eine neue Nashornanlage gebaut. Hier sollen Salma, Moana, das Weibchen Lewa aus dem Safari de Peaugres und der Bulle Wami aus dem Parc zoologique de Paris künftig für Nachwuchs sorgen. Damit entstehen zusätzliche Möglichkeiten für die international koordinierte Zucht und den langfristigen Erhalt einer gesunden, genetisch vielfältigen Population in menschlicher Obhut. „Ein besonderer Moment für unseren Park“ „Das ist ein besonderer Moment für unseren Park und für die Zusammenarbeit über Kontinente hinweg. Zwei bei uns geborene Nashörner werden Teil einer neuen Zuchtgruppe in Mexiko – und wir dürfen unsere Erfahrung aus mehr als 50 Jahren Nashornzucht in dieses gemeinsame Projekt einbringen“, sagt Dr. Fabrizio Sepe, Inhaber und Geschäftsführer des Serengeti-Parks. „Ich bin sehr erleichtert, dass Salma und Moana sicher angekommen sind und die Reise so gut verlaufen ist. Wir wünschen unseren beiden Schützlingen eine gute Eingewöhnung, ein langes, gesundes Leben und der neuen Gruppe eine erfolgreiche Zucht. Ich freue mich schon heute darauf, irgendwann die ersten Bilder ihrer Nachkommen zu bekommen.“ Für Sepe ist die Verbindung von persönlicher Verantwortung und internationalem Artenschutz seit Jahrzehnten Teil der Parkgeschichte. In den 1990er-Jahren initiierte und begleitete er die Auswilderung des im Serengeti-Park geborenen Nashornbullen Kai in Namibia. Kai war das erste in Europa geborene Breitmaulnashorn, das ausgewildert wurde. Nun folgt mit der Beteiligung am ersten EEP-Transfer dieser Tierart von Europa nach Mexiko ein weiterer Meilenstein. Über den Atlantik – unter den Augen eines vertrauten Betreuers Die vier Nashörner flogen gemeinsam von Paris nach Guadalajara. An Bord des Frachtflugzeugs war Ingo Schmidinger, zoologischer Leiter des Serengeti-Parks. Er hatte während des Fluges jederzeit Zugang zu den Tieren, konnte sie versorgen und ihr Wohlbefinden kontrollieren. „Eine solche Reise ist für Nashörner eine außergewöhnliche Situation. Salma und Moana waren anfangs natürlich nervös, haben sich aber gut beruhigt und den Transport sehr gut bewältigt. Sie sind fast schon mit einer Vielflieger-Mentalität unterwegs gewesen“, berichtet Schmidinger. „Ich konnte jederzeit zu ihnen gehen, sie versorgen und beobachten, wie es ihnen geht. Diese unmittelbare Betreuung war ein wichtiger Teil unserer Begleitung.“ Nach der Landung brachten vier Lkw die Transportcontainer zum Zoológico Guadalajara. Dort wurden die Boxen mit einem Kran unmittelbar an die Zugänge zum Quarantänegehege gestellt. Dann öffneten sich die Türen: Zum ersten Mal konnten Salma und Moana ihre neue Umgebung sehen und die ungewohnten Gerüche und Geräusche aufnehmen. Nach der Reise aus dem kühlen Norddeutschland beginnt für sie nun ein neuer Lebensabschnitt im wärmeren Klima Mexikos. Gemeinsam ankommen, gemeinsam eine neue Herde bilden Bei allem Neuen bleibt den beiden Weibchen etwas besonders Vertrautes: ihre enge Bindung zueinander. Salma, geboren am 6. Februar 2021, und Moana, geboren am 26. Dezember 2016, waren bereits in Hodenhagen unzertrennlich. Auch in Guadalajara haben sie eine vertraute Gefährtin an ihrer Seite. „Dass Salma und Moana gemeinsam umziehen konnten, ist eine wertvolle Unterstützung für die Eingewöhnung. Sie kennen einander und sind eng miteinander verbunden“, sagt Schmidinger. „Die beiden haben die vielen Veränderungen während der Reise gut gemeistert. Das stimmt uns auch für die nächsten Schritte zuversichtlich. Jetzt bekommen sie die Ruhe und Zeit, die sie zum Ankommen brauchen.“ Bisher sieht es aber schon so aus, als würden sich die beiden norddeutschen Breitmaulnashörner in ihrer neuen Heimat sehr wohl fühlen. Sie fressen gut und kommunizieren auch schon mit ihren Artgenossen, die in abgetrennten Gehegen in ihrer Nähe stehen. Moana hat auch schon Kontakt zu einer Zootierpflegerin dort aufgenommen. Sie hat sich an ganz nah an die Geheabgrenzung gestellt und sich sichtlich genüsslich hinter dem Ohr kraulen lassen. „Als mich diese Bilder und Nachrichten erreicht haben, hat mich das sehr gerührt. Wir wissen unsere beiden Tiere nun in sehr guten Händen. Ich danke allen Beteiligten an diesem riesigen Projekt von Herzen für Ihr Engagement!“, so Dr. Sepe. Bis Besucher des Zoológico Guadalajara die vier Tiere sehen können, wird es aber noch eine Zeit dauern. Zunächst müssen sie für mindestens 30 Tage in Quarantäne verbleiben. Anschließend sollen sie schrittweise miteinander vertraut gemacht und zur neuen Zuchtgruppe zusammengeführt werden. Tempo und Ablauf richten sich dabei nach ihrem Verhalten und Wohlbefinden. Jahrzehntelange Zuchtarbeit eröffnet neue Perspektiven Mit bislang 55 geborenen Breitmaulnashörnern blickt der Serengeti-Park auf eine besonders erfolgreiche Zuchtgeschichte zurück. Der Park ist Mitglied des europäischen Zooverbands EAZA und beteiligt sich am EEP für Breitmaulnashörner. Die koordinierte Erhaltungszucht betrachtet Tiere verschiedener Einrichtungen als gemeinsame Population. Geeignete Zuchtpartner zusammenzubringen und zusätzliche Zuchtmöglichkeiten zu schaffen, gehört zu ihren zentralen Aufgaben. Das Projekt in Guadalajara zeigt, wie Einrichtungen über Länder- und Kontinentgrenzen hinweg dafür Verantwortung übernehmen können. Bis zu möglichen ersten Jungtieren braucht es allerdings Geduld: Nach einer erfolgreichen Paarung beträgt die Tragzeit von Breitmaulnashörnern etwa 16 Monate. Mit der sicheren Ankunft ist zunächst die entscheidende Voraussetzung für den Aufbau der neuen Gruppe geschaffen.

Tiergarten Schönbrunn 27.10.2026
Große Pandas im Tiergarten Schönbrunn in Herbstlaune
Im Laub herumstöbern, sich ausgelassen darin wälzen und die Blätter durch die Luft wirbeln: Die Großen Pandas im Tiergarten Schönbrunn zeigen sich in Herbstlaune. Das Tierpflegeteam hat bei den gefährdeten Bambusbären mit einem Berg aus buntem Herbstlaub und Sägespänen für Abwechslung gesorgt. „Wir möchten unseren Pandas ein vielfältiges Umfeld bieten und ihren Alltag immer wieder aufs Neue bereichern. Unser Männchen hat das Angebot sofort angenommen“, erzählt Tierpflegerin Mag. Renate Haider. Auch die kühleren Temperaturen kommen den Tieren entgegen. Schließlich sind sie an das Klima in ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet in China angepasst, wo sie in Bambuswäldern in Höhen von bis zu 2.000 Metern leben. „Wenn es im Herbst kühler wird, fühlen sich unsere Großen Pandas richtig wohl. Sie halten sich gerne in den Außenanlagen auf und fressen beträchtliche Mengen an Bambus. Richtung Winter steigt ihr Appetit alljährlich an“, erklärt Haider. Das Abzupfen der Blätter und das Zerlegen der Stängel nehmen viel Zeit in Anspruch. Etwa die Hälfte des Tages verbringen Große Pandas mit Fressen – damit sind sie ohnehin gut beschäftigt. Dann stehen Verdauen und Ruhen auf dem Programm. Für zusätzliche Abwechslung sorgt das Tierpflegeteam. Auch für die Besucherinnen und Besucher gibt es im Herbst viel zu erleben: Bei einem Spaziergang durch den Tiergarten lassen sich Große Pandas & Co. inmitten der herbstlich bunten Blätterpracht beobachten. Der Tiergarten Schönbrunn hat bis Ende Jänner täglich von 9 bis 16:30 Uhr geöffnet, auch an Feiertagen. Im Februar schließt er um 17 Uhr.

Zoo Köln 26.10.2026
Weltkongress in Köln: Direktoren und Entscheider von Zoos und Aquarien aus aller Welt treffen sich in Köln
Die Welt „zoo Gast“ in Köln: So heißt es ab heute rund um Zoo und Flora. Die WAZA, der globale Dachverband der wissenschaftlich geführten Zoos und Aquarien, veranstaltet von heute bis Donnerstag ihren Jahreskongress in Köln. Es treffen sich rund 300 Direktoren und Entscheider von Zoos und Aquarien von allen Kontinenten. Sie diskutieren z.B. über weitere Optimierungen in Tierwohl- und Tierhaltungsfragen, neue Trends im Freizeitverhalten oder über zusätzliche, gemeinsame Artenschutzengagements. Eröffnet wurde der weltweite Branchentreff heute durch Grußworte des Kölner Oberbürgermeisters Torsten Burmester, von NRW-Landesumweltminister Oliver Krischer, von Zoodirektor Prof. Theo B. Pagel und dem Präsidenten des Weltverbands der Zoos und Aquarien (WAZA), David Field. Die erste Keynote der viertägigen Zusammenkunft übernahm Dr. Mona van Schingen-Khan, stellvertretende Leiterin der wissenschaftlichen CITES-Behörde am Bundesamt für Naturschutz (BfN). Oberbürgermeister Burmester hob neben dem großen Spaß- und Erlebnisfaktor die Bedeutung des Kölner Zoos als „das Artenschutz- und Umweltbildungszentrum für Stadt und Region“ hervor. Umweltminister Krischer betonte: „Im Zoo erleben Kinder wilde Tiere aus nächster Nähe. Das weckt Neugier und Respekt vor der Natur, in jedem Alter. Gleichzeitig forschen gute Zoos und helfen, bedrohte Arten zu erhalten. Nirgendwo auf der Welt liegen wissenschaftlich geführte Zoos so dicht beieinander wie in Nordrhein-Westfalen.“ Zoo ist für Köln internationales Aushängeschild – und bringt Menschen aus aller Welt zusammen Die von der WAZA veranstaltete und vom Team des Kölner Zoos ausgerichtete Konferenz findet in der Flora und im Zoo selbst statt. Sie ist eine der größten ihrer Art weltweit. Die Konferenz bringt Vertreter der weltweiten Zoo- und Aquarienbranche zusammen, die jährlich weltweit über 700 Millionen Gäste begrüßen. Im vergangenen Jahr tagten sie in Calí, Kolumbien; zuvor u.a. in Sydney, San Diego, Teneriffa, Bangkok und Buenos Aires. Der Kölner Zoo gehört zu den wenigen Zoos weltweit, die diesen Kongress bereits zum dritten Mal ausrichten. „Für uns ist es eine große Ehre, erneut Gastgeber der WAZA-Konferenz sein zu dürfen. Köln spielt mit seinem wissenschaftlich geführten Zoo und all seinen Initiativen für Freizeit, Umweltbildung, Forschung und Artenschutz auf absolutem Champions League-Niveau, was gut für unsere Stadt und die Region ist“, unterstreicht Prof. Theo B. Pagel. Für den im kommenden Jahr scheidenden Zoodirektor ist die Vergabe der Konferenz nach Köln auch eine Würdigung seiner langjährigen Arbeit im Zoo und in vielen internationalen Gremien. Dr. Martín Zordan, WAZA-Geschäftsführer: „Unsere weltweite Zoo- und Aquariengemeinschaft hier in Köln, im Herzen Europas, zusammenzubringen, ist eine wunderbare Gelegenheit, erneut zu bekräftigen, was uns verbindet: unsere Verantwortung gegenüber Tieren, Arten und der Natur. Bei dieser Konferenz geht es jedoch um mehr als nur den Austausch von Ideen. Es geht darum, unsere gemeinsamen Ziele in sinnvolle Maßnahmen umzusetzen. Unsere größte Wirkung entfalten wir nicht einfach durch das, was wir innerhalb unserer eigenen Einrichtungen erreichen, sondern durch das, was wir gemeinsam über deren Grenzen hinaus bewirken können. Wir sind dem Kölner Zoo sehr dankbar, dass er uns beherbergt und dazu beiträgt, diesen globalen Austausch zu ermöglichen.“

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