ZOOM Gelsenkirchen 21.08.2026
Löwenrudel wieder komplett: Kater Max zieht in die ZOOM Erlebniswelt
Die Löwenanlage in der ZOOM Erlebniswelt Gelsenkirchen hat wieder einen männlichen Bewohner: Gestern ist der knapp 12-jährige Löwenkater Max wohlbehalten aus dem niederländischen ZooParc Overloon angekommen. Der Umzug erfolgt auf Empfehlung des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP). In Overloon lebte Max zuletzt in einer reinen Männergruppe zusammen mit seinen drei Brüdern Peter, Sam und Julius. Da der niederländische Zoo künftig eine Zuchtgruppe zur Unterstützung der Reservepopulation aufbauen möchte, wechseln drei der Löwen-Brüder in andere zoologische Institutionen, während ein Kater für die Zucht vor Ort verbleibt. Nachdem Bruder Julius bereits zu Jahresbeginn in den Zoo Neuwied zog, bezieht Max nun sein neues Revier in Gelsenkirchen. Mit der Aufnahme des bereits betagten Katers ermöglicht die ZOOM Erlebniswelt dem ZooParc Overloon die Umstrukturierung für seine Zuchtpläne, während Max im fortgeschrittenen Alter ein passendes, ruhiges Zuhause findet. Zugleich bekommt das Gelsenkirchener Löwenrudel um die beiden Weibchen Lizzy und Fiona damit wieder männliche Verstärkung. Bevor die drei Löwen gemeinsam die Außenanlage erkunden, steht für Max zunächst eine routinemäßige Quarantänephase an. Im Anschluss erfolgt die stufenweise Zusammenführung über ein geschütztes Kontaktgitter, an dem das Tierpflegerteam das Verhalten des Trios zueinander genau beobachten kann. Danach werden die drei zusammen auf der 900qm großen, naturnah gestalteten Löwenanlage in der Erlebniswelt Afrika zu sehen sein.
Tierpark Nordhorn 21.08.2026
Tierpark Nordhorn wildert mehr als 700 Tiere aus
Feldgrillenprojekt im Naturschutzgebiet Tillenberge ist ein voller Erfolg Bereits zum dritten Mal hat der Tierpark Nordhorn im nahe gelegenen Naturschutzgebiet Tillenberge Feldgrillen ausgewildert. Inzwischen ist der Nachweis gelungen, dass sich die kleinen Insekten dort bereits erfolgreich fortgepflanzt haben. Feldgrillen sind klein, schwarz und haben wie alle Insekten 6 Beine. Für Dr. Dirk Wewers, den Kurator des Nordhorner Tierparks, sind sie die wohl hübschesten Heuschrecken Deutschlands. Leider ist die Art hier im Nordwesten vom Aussterben bedroht. „Südlich des Mains kennt vermutlich jeder das Zirpen – den prägnanten Gesang der Männchen. Hier oben ist er so gut wie verschwunden“, so Wewers. „Die flugunfähigen Tiere können Gebiete, aus denen sie einmal verschwunden sind, in der Regel nicht selbst wieder erreichen. Das Naturschutzgebiet in Nordhorn ist ein geeigneter Lebensraum, doch auch hier fehlte die Feldgrille bis vor zwei Jahren.“ Die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises Grafschaft Bentheim (UNB) führte in dem Gebiet eine Lebensraumpotenzialanalyse und Bestandsaufnahme durch die Ökologische Station Grafschaft Bentheim / Emsland (ÖGE) durch. In dieser Studie wurde bestätigt, dass die Heide im Gebiet Tillenberge einen typischen Lebensraum für die Feldgrille bietet. „Die Feldgrille ist nun eine Bereicherung für das Ökosystem Heide und gibt ihr ihren typischen Klang zurück, denn nun können wir an lauen Sommerabenden dem Zirpen der Feldgrille wieder lauschen“, so Manuela Monzka, Bereichsleiterin der Naturschutzbehörde beim Landkreis Grafschaft Bentheim. Bereits 2024 wurden zum ersten Mal Feldgrillen in Tillenberge ausgebracht und im Jahr darauf an einer weiteren Stelle in dem Gebiet. Die Zucht der Tiere, die im Tierpark Nordhorn stattfindet, verläuft insbesondere aufgrund des Engagements der Tierpark-Mitarbeiterin Anne Linow sehr erfolgreich. In diesem Jahr konnten so zwischen 700 und 750 Nymphen der Feldgrille ausgebracht werden. Wenn alles wie erwartet läuft, dürfte es jetzt somit eine sich zukünftig selbst reproduzierende Population der Feldgrille in dem Naturschutzgebiet Tillenberge geben. Der Tierpark Nordhorn engagiert sich als regionales Arten- und Naturschutzzentrum stark im regionalen Artenschutz. Mit seinen Mitarbeitern und Tieren betreut er rund 170 Hektar schützenswerte Lebensräume wie Hochmoor, Hutewald und Wacholderheiden. „Artenschutz ist für uns als Zoo eine der Kernaufgaben,“ so Zoodirektor Dr. Nils Kramer. „Ob weltweit oder vor der eigenen Haustür setzen wir uns für den Erhalt der Tiere und ihrer Lebensräume ein!“ Die Wacholderheide wird nur dank des Engagements der verschiedenen Partner als Lebensraum erhalten bleiben, denn sie ist nicht nur ein wertvoller Naturraum, sie ist auch Kulturraum und wurde über Jahrhunderte unter anderem durch Schafbeweidung von Mensch und Vieh geschaffen. Die Feldgrille soll in der Wacholderheide eine wertvolle Bereicherung für den Lebensraum darstellen, denn sie dient natürlich auch vielen anderen seltenen Arten wie Eidechsen und Vögeln als Nahrung. Die Nachhaltigkeit des Projektes wird in den kommenden Jahren überprüft. Ob und wie viele weitere Auswilderungen notwendig sind oder ob die Population sich schon selbst trägt, ist Gegenstand dieser Untersuchungen. Wissenschaftlich begleitet wird das Projekt durch die UNB-Grafschaft Bentheim und die im Tierpark ansässige ÖGE, die die Entwicklung und Ausbreitung der Grillen im neuen Lebensraum Tillenberge genau beobachten werden. Die Feldgrille Die Feldgrille (Gryllus campestris) ist eine Heuschrecke aus der Familie der echten Grillen (Gryllidae). Mit etwa zwei Zentimeter Körperlänge und einer rundlichen Körperform erreichtsie eine beachtliche Größe. Die Tiere leben in selbstgegrabenen Röhren und sind flugunfähig. Die Feldgrille ist in Süddeutschland noch relativ häufig. Im Norden ist sie seltener und durch die Intensivierung der Landwirtschaft und die Verinselung der Vorkommen überwiegend auf die verbliebenen großen Heidegebiete wie die Lüneburger Heide, die Senne oder wenige kleinere Heidegebiete nordwestlich bis ins Emsland beschränkt. Ihr sandgeprägter Lebensraum in Nordwestdeutschland ist historisch eng mit der Wanderschäferei verbunden und ist durch Zerschneidung stark fragmentiert. Die Tiere können Gebiete, aus denen sie einmal verschwunden sind, in der Regel nicht selbst wieder erreichen.
Zoo Berlin 21.08.2026
Panda-Party hoch zwei
Panda-Zwillinge Leni und Lotti im Zoo Berlin werden zwei Jahre alt Schmackhafte Überraschung für zwei Berliner Publikumslieblinge: Anlässlich ihres zweiten Geburtstages wurden die Panda-Zwillinge Leni und Lotti im Zoo Berlin mit einer besonderen Eistorte überrascht. Auf dem Klettergerüst der großen Panda-Außenanlage wartete pünktlich zur Frühstückszeit die mit Rote-Bete- und Karottensaft eingefärbte Torte auf die beiden Jungtiere. Lange blieb sie nicht unversehrt, denn die beiden Panda-Zwillinge machten sich mit sichtlicher Begeisterung über die eisige Geburtstagsüberraschung her. Seit ihrer Geburt am 22. August 2024 haben die beiden Schwestern eine beachtliche Entwicklung durchlaufen. Aus den gerade einmal 169 beziehungsweise 136 Gramm leichten Neugeborenen sind inzwischen stattliche Große Pandas geworden. Leni wiegt mehr als 70 Kilogramm, Lotti rund 61 Kilogramm. Dabei hat sich das Gewichtsverhältnis der beiden im Laufe ihrer Entwicklung sogar umgekehrt. Während Lotti zunächst schwerer war, bringt heute Leni mehr auf die Waage. Zum Vergleich: Mutter Meng Meng (13) wiegt als ausgewachsenes Panda-Weibchen rund 85 Kilogramm. Auch im täglichen Miteinander lassen sich bei den beiden Jungtieren einige Unterschiede beobachten. Lotti entwickelt sich zum Bambus-Leckermäulchen und zeigt sich auch beim Medical Training ausgesprochen motiviert. Dabei trainieren die beiden mit ihrem Pflege-Team unter anderem die Abläufe für Blutabnahmen und Zahnkontrollen. Leni hat auf diese Übungen deutlich weniger Lust, ist dafür verschmuster und sucht häufiger die Nähe ihrer Mutter. Auch bei der Frage, ob es drinnen oder draußen wohl schöner ist, gehen die Meinungen der Zwillinge auseinander. „Leni und Lotti sind inzwischen deutlich selbstständiger geworden und entwickeln sich Schritt für Schritt zu eigenständigen jungen Großen Pandas. Gleichzeitig ist die enge Mutter-Jungtier-Beziehung weiterhin gut zu beobachten. Noch immer suchen beide Schwestern regelmäßig die Nähe von Meng Meng und wollen mit ihr spielen“, berichtet Panda-Kurator Dr. Florian Sicks. Leni und Lotti werden beide noch immer von Meng Meng gesäugt. Lotti, die schmalere der beiden, bekommt täglich noch 100 Milliliter Milch. Die Menge wird bis Anfang September jedoch schrittweise reduziert. Bei der Aufzucht von Panda-Zwillingen ist die zusätzliche Milch besonders wichtig, da sich eine Panda-Mutter im natürlichen Verbreitungsgebiet in der Regel auf die Versorgung eines Jungtiers konzentriert. Mit zunehmender Selbstständigkeit und wachsendem Appetit auf feste Nahrung kann die Milchzufütterung nach und nach abgesetzt werden. Auch auf dem Speiseplan der Berliner Panda-Schwestern nimmt Bambus bereits einen immer größeren Platz ein – ergänzt durch spezielle Panda-Kekse nach chinesischem Rezept. Die kleinen Leckerbissen werden unter anderem aus verschiedenen Mehlsorten und Süßkartoffeln hergestellt. „Vor zwei Jahren passten Leni und Lotti noch in unsere Hände, heute bringen die beiden zusammen mehr als 130 Kilogramm auf die Waage. Die Entwicklung der beiden zu begleiten, ist für unser gesamtes Team etwas ganz Besonderes. Als echte Berlinerinnen haben sie längst viele Fans in der Stadt gefunden. Gleichzeitig sind sie Botschafterinnen für eine Tierart, deren Schutz nur durch internationale Zusammenarbeit gelingen kann. Denn wir dürfen nicht vergessen, dass im natürlichen Lebensraum weniger als 2.000 Große Pandas leben“, betont Zoo- und Tierparkdirektor Dr. Andreas Knieriem. Große Panda Jungtiere beginnen sich ab einem Alter von etwa zweieinhalb Jahren allmählich von ihrer Mutter zu lösen. Bei Leni und Lotti sind entsprechende Anzeichen derzeit noch nicht zu beobachten und die kleine Pandafamilie bleibt weiterhin zusammen. Wann Leni und Lotti Berlin verlassen, ist in erster Linie von den Tieren abhängig und steht aktuell noch nicht fest. Hintergrund: Die Berliner Panda-Geschichte Seit Sommer 2017 leben im Zoo Berlin Deutschlands einzige Große Pandas. Am 5. Juli 2017 wurde der Panda Garden im Beisein der damaligen Bundeskanzlerin Angela Merkel und des chinesischen Staatspräsidenten Xi Jinping feierlich eröffnet. Am 31. August 2019 brachte Meng Meng erstmals Nachwuchs zur Welt. Mit Pit und Paule wurden im Zoo Berlin die ersten Großen Pandas geboren, die jemals in Deutschland zur Welt kamen. Im Dezember 2023 kehrten die beiden Brüder nach China zurück und leben seitdem in der Chengdu Panda Base. Am 22. August 2024 folgte mit der Geburt von Leni und Lotti der zweite Panda-Nachwuchs. Die deutschen Namen Leni und Lotti haben einen besonderen Berlin-Bezug: Leni ist eine Hommage an die in Schöneberg geborene Marlene Dietrich, Lotti erinnert an den benachbarten Bezirk Charlottenburg. Der Große Panda gilt auf der Roten Liste der Weltnaturschutzunion IUCN weiterhin als gefährdet. Dank intensiver Schutzmaßnahmen konnten sich die Bestände zuletzt zwar erholen, dennoch leben weniger als 2.000 Große Pandas in ihrem natürlichen Lebensraum. Der Zoo Berlin ist seit 2017 Teil der internationalen Zusammenarbeit mit der Chengdu Panda Base und weiteren wissenschaftlichen Partnern wie Prof. Thomas Hildebrandt und Dr. Susanne Holtze aus der Abteilung Reproduktionsmanagement am Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) und Wildtier-Endokrinologin Dr. Jella Wauters. Die erfolgreiche Aufzucht von Leni und Lotti ist damit Teil einer langfristigen Kooperation zum Erhalt dieser hochspezialisierten Tierart.
Alpenzoo Innsbruck 21.08.2026
Schmutzgeier-Nachwuchs im Alpenzoo wartet auf den ersten Ausflug
Im Alpenzoo gibt es derzeit einen besonderen Nachwuchs zu entdecken: Die beiden jungen Schmutzgeier sind inzwischen deutlich gewachsen und lassen sich mittlerweile immer häufiger gut beobachten. Während sie anfangs noch kaum zu sehen waren, schauen die beiden Jungvögel inzwischen immer wieder neugierig über den Nestrand und trainieren bereits ihre Flügel. Nun heißt es warten auf den großen Moment: den ersten Ausflug aus dem Horst.
„Die Entwicklung der beiden Jungvögel zu beobachten, ist für BesucherInnen als auch für uns ZoomitarbeiterInnen etwas Besonderes. Jetzt sind sie schon so weit, dass wir gespannt darauf warten, wann sie den ersten Schritt aus dem Horst wagen“, sagt Zoodirektor Dr. André Stadler. Schmutzgeier gehören zu den kleinsten europäischen Geierarten und sind in vielen Regionen ihres Verbreitungsgebietes stark gefährdet. Erfolgreiche Nachzuchten in zoologischen Einrichtungen sind daher ein wichtiger Beitrag zum Erhalt der Art und zu internationalen Erhaltungszucht- und Artenschutzprogrammen. Für die beiden Jungvögel wird der Alpenzoo allerdings nicht dauerhaft ihr Zuhause bleiben. Sobald sie alt genug sind, werden sie voraussichtlich an andere zoologische Einrichtungen weitergegeben. Dort sollen sie geeignete Partner finden und später selbst für Nachwuchs sorgen.
Kölner Zoo 20.08.2026
Frisch aus dem Beutel: Kölner Zoo zeigt Känguru-Nachwuchs
Erstmals zeigt der Kölner Zoo Nachwuchs bei den Neuguinea-Filandern, einer kleineren Känguru-Art aus Papua-Neuguinea. Das muntere Jungtier, dessen Geschlecht noch nicht bestimmt ist, verlässt seit rund einer Woche regelmäßig den mütterlichen Beutel, um neugierig die Anlage zu erkunden. Der 4-jährige Vater „Gerry“ und Mutter „Gisela“, 3, passen gut auf. Sie stammen beide aus Tschechien. Zusammen mit ihrem Nachwuchs und weiteren Känguru-Arten leben sie auf einer neuen, begehbaren Anlage am Drachenhaus, das der Zoo vergangene Woche als neue Attraktion eröffnet hatte. Gäste können dabei ganz entspannt durch den Känguru-Bereich an den Beuteltieren vorbei flanieren und den Tieren so mit dem notwendigen Respekt besonders nah kommen. Stämmige Klein-Kängurus, wuselige Zwergotter – Zoos machen sich für den Erhalt stark Die Südlichen Neuguinea-Filander zählen zu den kleineren Kängurus. Sie haben einen stämmigen Körperbau. Wie bei den meisten Kängurus sind die Hinterbeine deutlich länger als die Vorderbeine, der Schwanz ist relativ kurz und spärlich behaart. Das Fell ist in einem dunklen Graubraun gefärbt, die Unterseite ist deutlich heller. Lebensraum dieser Tiere sind vorwiegend Regenwälder und Regenwald-Savannen-Mischgebiete. Sie ernähren sich als reine Pflanzenfresser hauptsächlich von Gräsern und Blättern. Der Südliche Neuguinea-Filander wird wegen seines Fleischs mit Hunden gejagt. Dies führte zum Verschwinden der Tiere aus dem südöstlichen Neuguinea, auch andernorts gehen die Bestände zurück. Die Weltnaturschutzunion (IUCN) listet die Art daher als „gefährdet“ (vulnerable). Zoos setzen sich u.a. mit Erhaltungszuchtprogrammen für sie ein. Willkommen im Drachenhaus – mitten unter exotischen Tieren Südostasiens Im Drachenhaus, der Heimat der Filander, leben neben Kängurus viele weitere südostasiatische Tiere: Dazu zählen Komodowarane, Paradiesvögel, Tigerpython, Zwergotter, Balistare, Hornvögel oder exotische Enten – näher ist man Südostasien im Rheinland nirgends. Die Anlage für Komodowarane im Kölner Zoo ist eine der größten ihrer Art weltweit und die einzige in Nordrhein-Westfalen. Sie ist direkt zu einem der Publikumsmagneten im Kölner Zoo geworden, Der Kölner Zoo: Begeistert für Tiere. Online bereits ab 22,50 Euro buchbar. www.koelnerzoo.de
Erlebnis-Zoo Hannover 20.08.2026
Die Rückkehr der Riesen
Beliebte Aldabra-Riesenschildkröten jetzt wieder im Erlebnis-Zoo Hannover zu sehen – Zucht der bedrohten Tierart geplant Sie erinnern an Dinosaurier. Ihr Gang ist schwerfällig, der Hals lang und faltig, die Beine sind schuppenbesetzt. In ihren dunklen Augen scheint sich die Geschichte dieser Welt zu spiegeln, auf der sie seit mehr als 220 Millionen Jahren leben. Riesenschildkröten gehören zu den faszinierendsten und beliebtesten Tieren – und jetzt sind sie wieder im Erlebnis-Zoo Hannover zu sehen. Ein lang gehegter Wunsch des Zoo-Teams und vieler Zoobesucherinnen und Zoobesucher ist in Erfüllung gegangen: Nach 18 Jahren sind die imposanten Aldabra-Riesenschildkröten (Geochelone gigantaea) wieder da. 2008 musste sich der Erlebnis-Zoo von den Tieren trennen, da ihre Anlage in die Jahre gekommen war und zudem mitten im Baugebiet für die heutige Themenwelt Yukon Bay lag. „Die Rückkehr der Riesenschildkröten war und ist für uns eine echte Herzensangelegenheit“, sagte Zoogeschäftsführer Andreas M. Casdorff, „es freut uns im wahrsten Sinne riesig, dass die Schildkröten jetzt wieder hier sind. Für das gesamte Zoo-Team ist das ein ganz besonderer Moment.“ Für „Cassiopeia“, „Romina“, „Bert“, „Leopold“ und ihre erhofften Nachkommen hat der Zoo ein gläsernes Warmhaus gebaut, das die Bedingungen ihres natürlichen Lebensraumes nachempfindet: 26-30 Grad Celsius, 60-80 Prozent Luftfeuchtigkeit, Sandflächen, Bademöglichkeiten. Das rund 240 m2 große Haus mit Natursteinboden bietet den vier Tieren ein großes Badebecken und Sandbäder. Bepflanzte Inseln tauchen das Haus in tropisches Grün. Eine Fußbodenheizung, UV-Leuchten und Infrarotstrahler und eine Luftbefeuchtungsanlage schaffen das optimale Tropenklima für die bedrohten Schildkröten. Die Internationale Union zur Bewahrung der Natur (IUCN) stuft den Bestand der Seychellen- oder auch Aldabra-Riesenschildkröte als gefährdet ein. Ihr Lebensraum im Indischen Ozean ist heute nahezu ausschließlich auf das Aldabra-Atoll beschränkt. Klimawandel sowie invasive Arten setzen dem Bestand zusätzlich zu. „Wir möchten aktiv zum Erhalt der bedrohten Art beitragen“, erklärte Casdorff. Daher gibt es in dem neuen Warmhaus auch zwei spezielle Plätze – einen Sandhügel und ein Sandbecken, mit Fußbodenheizung gewärmt –, die für die Ei-Ablage vorgesehen sind. Die Weibchen können dort Gruben graben, um die 10-25 kugelförmigen Eier pro Gelege mit dem gewärmten Sand zu bedecken. Beliebte Riesen Auch bei vielen Zoo-Gästen waren die Tiere sehr beliebt. Sie haben den Zoo mit großer Kreativität bei der Realisierung der Rückkehr unterstützt. 46.000 Euro sind durch kleine und große Spenden zusammengekommen. Für das Zoo-Team, das den Bau aufgrund gestiegener Baukosten mehrfach umplanen musste, war diese Unterstützung sehr berührend: „Die Menschen haben uns gezeigt, wie sehr ihnen der Zoo – und die Schildkröten – am Herzen liegen“, so Casdorff, „das hat uns darin bestärkt, trotz aller Widrigkeiten an diesem Projekt festzuhalten.“ Jens Palandt, Erster Regionsrat und Aufsichtsratsvorsitzender des Zoos, erklärte: „Das neue Warmhaus bietet beste Voraussetzungen für die Haltung und Zucht der Riesenschildkröten. Damit kann der Zoo zukünftig einen wertvollen Beitrag zum Erhalt dieser beeindruckenden Art leisten. Gleichzeitig schafft der Bau ein weiteres Highlight im Zoo und macht einen Besuch noch attraktiver.“ Die Region hat den Bau mit einem Investitionszuschuss in Höhe von 669.000 Euro gefördert, weitere 950.000 Euro finanzierte der Zoo selbst. Nach neunmonatiger Bauzeit konnte das Warmhaus nun bezogen werden. Mit dem zooeigenen Transporter wurden „Cassiopeia“, „Romina“, „Bert“ und „Leopold“ vergangene Woche aus dem Tierpark Hagenbeck abgeholt. „Wir bedanken uns herzlich bei den Kolleginnen und Kollegen im Tiergarten Hagenbeck, die sich in den vergangenen 18 Jahren liebevoll um unsere Schildkröten gekümmert haben“, so Casdorff. Jetzt haben die Riesen ihr neues Reich im Erlebnis-Zoo in aller Ruhe erkundet und können ab sofort in besucht werden. Das „Reptilium“ In das gläserne Warmhaus – das „Reptilium“ – ziehen im Laufe des Jahres noch weitere Tierarten: Vietnamesische Langnasennattern, Blaue Baumwarane und Fidschi-Leguane sind dann in drei großen Terrarien zu sehen. in den oberen Regionen werden später die Faultiere klettern. Das Warmhaus ist mit einer großen grasbewachsenen Außenanlage im Zoologicum verbunden, auf der sich die Schildkröten im Sommer tummeln können. Die Faultiere gelangen dann über Seile auf die Kletterbäume der Außenanlage. Hintergrund: Die Seychellen- oder Aldabra-Riesenschildkröte (Geochelone gigantaea) zählt zu den größten Landschildkröten der Welt – und zu den bedrohten Arten. Ihr natürlicher Lebensraum ist auf wenige Inseln im Indischen Ozean, das Aldabra-Atoll, beschränkt. Auf benachbarte Inseln wurde die Art aus Artenschutzgründen eingeführt. Klimawandel, invasive Arten und die historische Übernutzung haben die Bestände stark reduziert. Heute stehen die Riesenschildkröten unter Schutz und werden von der Weltnaturschutzunion (IUCN) als „gefährdet“ eingestuft. Schutzmaßnahmen auf den Inseln im Indischen Ozean und die Zucht in Zoos sind entscheidend für das Überleben dieser Art.
Zoo Landau in der Pfalz 20.08.2026
Zehn Jahre Kranichschutz in Ruanda: Kronenkranichbestand auf 1.438 Tiere gestiegen
Landauer Unterstützung für die Rwanda Wildlife Conservation Association besteht bereits seit 2017 – passend zur aktuellen Kampagne „Zootier des Jahres 2026“ Ein besonderer Meilenstein für den Schutz des Grauen Kronenkranichs im rheinland-pfälzischen Partnerland Ruanda: Zum zehnten Mal in Folge hat die Rwanda Wildlife Conservation Association (RWCA) die jüngste landesweite Bestandszählung der gefährdeten Kranichart durchgeführt. Die aktuelle Zählung im Jahr 2026 erfasste 1.438 Graue Kronenkraniche – 193 mehr als im Vorjahr. Damit setzt sich eine bemerkenswerte Entwicklung fort. Als die RWCA 2015 ihr Schutzprogramm startete, wurde davon ausgegangen, dass in Ruanda weniger als 300 Tiere in der Natur verblieben waren. 2017 führte die RWCA erstmals eine landesweite Kranichzählung durch und ermittelte 487 Tiere. Die Daten zeigen, wo die Tiere vorkommen und brüten, wie sie zwischen verschiedenen Feuchtgebieten wechseln und wo neue Gefährdungen entstehen. Landauer Engagement seit 2017 Die positive Entwicklung der Kranichpopulation wird durch das langjährige Engagement zahlreicher Partner ermöglicht. Auch nach Landau besteht seit vielen Jahren eine enge Verbindung: Der Zoo Landau, der Freundeskreis des Zoo Landau und die Zooschule Landau unterstützen gemeinsam mit der Bundesarbeitsgruppe Afrika des NABU International die Arbeit der RWCA bereits seit 2017 finanziell und fachlich. Die Unterstützung gilt insbesondere dem Schutz der Lebensräume, der wissenschaftlichen Erfassung, der Umweltbildung und dem Engagement der Menschen vor Ort. „Die gute Entwicklung der Kranichpopulation in Ruanda zeigt eindrucksvoll, was langfristiges und gemeinschaftliches Engagement im Artenschutz bewirken kann“, sagt Landaus Zoodirektor Dr. Jens-Ove Heckel. Schutz der Feuchtgebiete und Unterstützung der Menschen vor Ort Im Mittelpunkt der Arbeit stehen die Menschen, die mit den Kranichen und in der Nähe ihrer Lebensräume leben. Sogenannte Community Conservation Champions sowie Rangerinnen und Ranger im Rugezi-Feuchtgebiet überwachen Brutplätze, melden Gefährdungen, unterstützen den Schutz der Feuchtgebiete und arbeiten eng mit den lokalen Gemeinschaften zusammen. Ergänzend engagiert sich die RWCA für Lebensraumerhalt und -wiederherstellung, wissenschaftliche Forschung, Naturschutzbildung, die Durchsetzung von Schutzbestimmungen und die Verbesserung der Lebensgrundlagen der lokalen Bevölkerung. „Nur wenn Feuchtgebiete erhalten und wiederhergestellt werden und die Menschen vor Ort in die Naturschutzarbeit einbezogen sind, können langfristig sichere Lebensräume für die Kraniche geschaffen werden“, sagt der langjährige Sprecher der Bundesarbeitsgruppe Afrika des NABU International, Werner Schröder. „Zootier des Jahres 2026“ rückt den Kronenkranich in den Mittelpunkt Die aktuellen Ergebnisse aus Ruanda erhalten in diesem Jahr besondere Aufmerksamkeit: Der Kronenkranich ist das „Zootier des Jahres 2026“. Die bundesweite Artenschutzkampagne macht auf die Gefährdung der afrikanischen Kranichart und die Notwendigkeit konkreter Schutzmaßnahmen aufmerksam. Zu den wesentlichen Gefahren zählen die Zerstörung und Veränderung von Lebensräumen sowie weitere menschliche Eingriffe. Für die Partner aus Landau ist die Kampagne daher eine willkommene Gelegenheit, auf das bestehende Engagement aufmerksam zu machen. Die Arbeit in Ruanda steht beispielhaft für den Ansatz der Kampagne, den Schutz bedrohter Arten und ihrer Lebensräume durch enge Zusammenarbeit voranzubringen. Der Erfolg ist ein Ansporn für die Zukunft Ein Populationsanstieg von vermutlich weniger als 300 Tieren auf mittlerweile fast 1.500 gezählte Kronenkraniche macht Mut. Dennoch bleibt der Graue Kronenkranich gefährdet, und die Bedrohungen bestehen insbesondere in den Nachbarländern Burundi, Tansania, Uganda und Kenia fort. Aber es zeigt sich, dass eine Erholung der Wildbestände möglich ist, wenn Lebensräume geschützt, lokale Gemeinschaften unterstützt und Naturschutzmaßnahmen wissenschaftlich fundiert geplant und umgesetzt werden. „Die aktuelle Entwicklung in Ruanda ist deshalb nicht nur Anlass zur Freude, sondern auch ein Auftrag, die erfolgreiche Zusammenarbeit fortzusetzen – in Ruanda und darüber hinaus“, so die Bilanz des Landauer Zoos und seines Freundeskreises. Weitere Informationen unter: https://www.rwandawildlife.org/saving-endangered-grey-crowned-cranes/ https://www.zootier-des-jahres.de/
Zoo Heidelberg 20.08.2026
Auf vier Hufen durch den Zoo
Pony Purzel testet die Strecke des Schildkrötenlaufes im Zoo Heidelberg Bevor am 6. September die Läufer im Zoo Heidelberg an den Start gehen, hat eine Zoobewohnerin die Strecke bereits erfolgreich absolviert. Regelmäßige Spaziergänge durch den Zoo Heidelberg bieten den Tieren geistige und körperliche Abwechslung. Für Shetlandpony-Stute Purzel führte der jüngste Ausflug entlang der Strecke des diesjährigen Schildkrötenlaufs. Mit klappernden Hufen läuft die Shetlandpony-Stute auf die zukünftige Startlinie zu, der Testlauf hat begonnen. Vorbei am Flamingosee, den Trampeltieren und den Affenanlagen führt die Laufstrecke zunächst durch den Zoo, ehe die Läufer des Schildkrötenlaufs den Zoo verlassen werden, um einen Abschnitt entlang des Neckarkanals zu absolvieren, ehe es wieder in den Zoo geht. Die Stute geht unbeeindruckt an den Zebras vorbei und wirft anschließend einen neugierigen Blick zu den Elefanten. In Eile ist Purzel nicht. Mit ihren 37 Jahren zählt sie zu den ältesten Zoobewohnern und hat für ein Shetlandpony bereits ein stattliches Alter erreicht. Aufgrund der regelmäßigen Spaziergänge kennt sie die verschiedenen Tiere, Untergründe und Eindrücke bereits.„Purzel ist immer noch topfit und sehr gerne unterwegs. Sobald sie merkt, dass ein Spaziergang ansteht, ist die Vorfreude groß.“ erzählt Tierpfleger Jonathan Truman. „Auf den Spaziergängen sammeln die Tiere viele neue Eindrücke. Die Bewegung, wechselnde Umgebungen und Begegnungen mit anderen Zootieren sorgen für geistige Beschäftigung und Abwechslung“. Truman geht auch mit anderen Tieren regelmäßig durch den Zoo. So sind Schafe, Ziegen, Esel, Rinder, Alpakas und Trampeltiere immer wieder im Zoo Heidelberg unterwegs. Bei ihrer Streckenbegehung durch den Zoo legt Purzel einen kurzen Stopp an der Elefantenwaage ein. Routiniert steigt das Pony darauf. Das Betreten der Waage ist Teil des medizinischen Trainings, bei dem die Tiere lernen, freiwillig und stressfrei an Gesundheitskontrollen mitzuwirken. Das erleichtert die Gesundheitsvorsorge und liefert den Tierpflegern wichtige Informationen über den körperlichen Zustand des Ponys. Über das Gewicht einer Ponydame spricht man nicht, aber der kurze Gesundheitscheck fällt positiv aus. Nach dem kurzen Wiegen geht es für Purzel zurück auf die Strecke des Zoolaufs und das Shetlandpony überquert als Erste dieses Jahr die Ziellinie. Die Stute scheint mit der Strecke zufrieden zu sein. Beim Zoolauf am 6. September erwartet die Teilnehmer dieselbe Route durch den Zoo und entlang des Neckarkanals. Je nach sportlichem Ehrgeiz können die Läufer zwischen einer, zwei oder drei Runden mit einer Länge von jeweils 3.200 Metern wählen. Noch bis zum 30. August 2026 können sich Läufer online unter www.zoo-heidelberg.de/zoolauf für den Zoolauf anmelden. Die Spenden der Teilnehmer unterstützen den Neubau des Schildkrötenhauses, damit die Riesenschildkröten bald wieder in den Zoo Heidelberg zurückkehren können.
Wildpark Lüneburger Heide 20.08.2026
Tyra bringt frischen Wind ins Vielfraß-Gehege im Wildpark Lüneburger Heide
Neuzugang für den Artenschutz: Tyra lebt künftig gemeinsam mit Vielfraß Kamppi im Wildpark. Hanstedt-Nindorf. Der Wildpark Lüneburger Heide hat eine neue Bewohnerin: Vielfraß-Dame Tyra, geboren am 10. Februar 2025, ist aus dem GaiaZOO Kerkrade in den Niederlanden nach Nindorf umgezogen. Dort lebt sie künftig gemeinsam mit Vielfraß-Männchen Kamppi, der bereits seit 2014 im Wildpark zuhause ist. Er kam damals aus dem schwedischen Nordens Ark, das zugleich das Europäische Erhaltungszuchtprogramm (EEP) für den Vielfraß koordiniert. Die Zusammenführung der beiden Tiere erfolgte auf Empfehlung des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP). Ziel des Programms ist es, langfristig genetisch gesunde Populationen bedrohter Tierarten in menschlicher Obhut zu erhalten. Dazu gehören eine gezielte Zuchtplanung, der Austausch von Tieren zwischen zoologischen Einrichtungen sowie die Unterstützung von Artenschutzprojekten und wissenschaftlicher Forschung. „Moderne Zoos und Wildparks leisten heute weit mehr als die Haltung und Präsentation von Tieren. Durch Programme wie das EEP tragen wir aktiv dazu bei, bedrohte Tierarten für die Zukunft zu erhalten. Deshalb freuen wir uns sehr, mit Tyra eine junge Vielfraß-Dame bei uns begrüßen zu dürfen“, sagt Wildpark-Geschäftsführer Alexander Tietz. Gelungene Eingewöhnung Nach ihrer Ankunft durfte Tyra zunächst einige Tage in ihrer Schlafbox ankommen und sich in Ruhe an die neuen Geräusche, Gerüche und Menschen gewöhnen. Als sich schließlich zum ersten Mal der Schieber zur Außenanlage öffnete, streckte sie vorsichtig ihre Nase hinaus. Lange dauerte es jedoch nicht, bis sie mutig die ersten Schritte auf ihr neues Revier machte. Neugierig erkundete sie Baumstämme, Felsen und Sträucher – zur Freude des Tierpfleger-Teams. Nur zwei Tage später folgte bereits die erste Begegnung mit Kamppi. Für den betagten Vielfraß-Mann begann der Tag wie immer: Er putzte sich entspannt auf dem Rücken liegend und wartete auf sein Frühstück. Als Tyra schließlich auf die Anlage durfte, hielt Kamppi zunächst respektvollen Abstand. Die junge Vielfraß-Dame hingegen suchte sofort den Kontakt, lief ihrem neuen Mitbewohner hinterher und forderte ihn immer wieder zum Spielen auf. Nach einem kurzen Gerangel machte Kamppi ihr freundlich, aber bestimmt klar, dass im neuen Zuhause gewisse Regeln herrschen. Ernsthafte Auseinandersetzungen blieben aus – sehr zur Erleichterung der Tierpfleger. „Genau so wünschen wir uns eine erste Begegnung“, erklärt Tierpflegerin Kim Frieß. „Kamppi hat Tyra ihre Grenzen aufgezeigt – mit Nachdruck, aber ohne Agression. Beide Tiere konnten sich kennenlernen, ohne dass es zu ernsthaften Auseinandersetzungen gekommen ist. Das ist ein sehr gutes Zeichen.“ Kraftpakete mit erstaunlichen Fähigkeiten Vielfraße sind die größten landlebenden Vertreter der Marderfamilie und erreichen eine Körperlänge von 65 bis 110 Zentimetern. Ihr Name führt übrigens in die Irre: Wahrscheinlich stammt „Vielfraß“ vom altnordischen Begriff „fjell-fross“ beziehungsweise „fjeefräs“ ab, was so viel wie „Felsenkatze“ oder „Bergkatze“ bedeutet. Eine weitere Erklärung für den Namen ist ihre Angewohnheit, nahezu alles Essbare in Verstecken als Vorrat anzulegen. Die junge Vielfraße-Dame Tyra erkundet zum ersten Mal ihr neues Zuhause im Wildpark Lüneburger Heide. Vorsichtig aber ohne Scheu werden Baumstämme, Büsche und Felsen begutachtet. Tyra ist eine elegante und sehr aufmerksame junge Vielfraß- Dame. Kamppi genießt seine Ruhe am Morgen und ahnt noch nicht, dass er gleich von einer jungen Dame ordentlich auf Trab gebracht wird. Die Nahrung richtet sich nach den Jahreszeiten: Im Sommer stehen vor allem Aas, Beeren, Triebe und Vogeleier auf dem Speiseplan. Im Winter jagen Vielfraße zusätzlich größere Beutetiere wie Rentiere oder Elchkälber oder nutzen Kadaver, die sie dank ihres kräftigen Gebisses und starken Krallen selbst im gefrorenen Zustand verwerten können. Weltweit ist der Vielfraß derzeit zwar nicht vom Aussterben bedroht, in Europa wird die Art aufgrund kleiner Bestände und der zunehmenden Zerschneidung ihres Lebensraums jedoch als gefährdet eingestuft. Mit Tyra und Kamppi leistet der Wildpark Lüneburger Heide nun weiterhin einen wichtigen Beitrag zum langfristigen Erhalt dieser faszinierenden Raubtierart.
Zoologisch-Botanischer Garten Stuttgart Wilhelma 20.08.2026
Neu: Sitzbank-Patenschaften in der Wilhelma
Schon seit deutlich über 20 Jahren erhält die Wilhelma Unterstützung von zahlreichen Patinnen und Paten – zunächst für ausgewählte Tierarten, später auch für Pflanzen. Im Sommer 2026 sind Sitzbank-Patenschaften als neuer Baustein hinzugekommen. Volker Heß, stellvertretender Direktor der Wilhelma, erklärt: „Mit den Sitzbank-Patenschaften haben wir eine Anregung realisiert, die von Seiten unserer Besucherinnen und Besucher an uns herangetragen wurde. Viele von ihnen haben ihren persönlichen Lieblingsplatz in der Wilhelma, mit dem sie eine ganz besondere Verbundenheit verspüren.“ Genau wie bei Tier- und Pflanzenpatenschaften handelt es sich hierbei um eine Art der Unterstützung, welche in Projekte in der Wilhelma fließen, die mit den regulären Haushaltsmitteln nicht in dieser Art und Weise umsetzbar wären. So wurden Einnahmen aus Patenschaften in den vergangenen Jahren unter anderem in die Terra Australis, in die Freianlage für Landschildkröten, die botanische Ausgestaltung des Asiatischen Schaubauernhofs mit einem Reisfeld und Bananenpflanzen, die Bonsai-Landschaft, einen Unterstand für die Vikunjas auf der Südamerika-Anlage oder in eine verbesserte Gehegegestaltung und Tierbeschäftigung bei den Raubkatzen investiert. Aktuell bestehen rund 1.100 Patenschaften für Tiere, Pflanzen – und bereits vereinzelt für Sitzbänke. Sitzbank-Patenschaften können ab sofort wahlweise für einen Zeitraum von drei, fünf oder 10 Jahren abgeschlossen werden. Angeboten werden zunächst nur Bänke im Bereich des Maurischen Gartens. Es ist geplant, später auch Bänke in anderen Teilen der Wilhelma in das Patenschaftsprogramm aufzunehmen. Jede Patin und jeder Pate erhält neben einer Urkunde auch eine kleine Stiftungstafel mit dem eigenen Namen und auf Wunsch einen Stiftungstext von bis zu 200 Zeichen auf der jeweiligen Bank. Eine Sitzbank-Patenschaft berechtigt allerdings nicht zur exklusiven Nutzung der Bank. Patenschaften von Privatpersonen sind als Spende von der Steuer absetzbar. Firmenpatenschaften gelten steuerlich als Sponsoring. Weitere Informationen und Preise unter www.wilhelma.de/patenschaften.
Tiergarten Kleve 20.08.2026
Zahlreiche Organisationen und Initiativen präsentieren am 30. August 2026 ihre Artenschutzarbeit – Umweltminister Oliver Krischer hält um 13 Uhr ein Grußwort
Jeden Tag sterben weltweit schätzungsweise bis zu 140 Tierarten aus. Umso wichtiger sind der Schutz bedrohter Arten, die Erhaltungszucht in zoologischen Einrichtungen und die Unterstützung von Artenschutzprojekten in den natürlichen Lebensräumen der Tiere. Am Sonntag, 30. August 2026, rückt der Tiergarten Kleve diese wichtige Arbeit beim diesjährigen Artenschutztag in den Mittelpunkt. Zahlreiche Organisationen und Initiativen sind zu Gast und zeigen, wie vielfältig moderner Artenschutz ist. Eine besondere Bedeutung erhält der diesjährige Artenschutztag durch die Schirmherrschaft von Oliver Krischer, Minister für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen. Der Minister wird an diesem besonderen Tag den Tiergarten Kleve besuchen und um 13 Uhr ein offizielles Grußwort zum Artenschutztag halten. „Artenschutz ist eine der Kernaufgaben moderner, wissenschaftlich geführter Zoos“, betont Tiergartenleiter Dr. Martin Polotzek. „Wir möchten unsere Gäste nicht nur für bedrohte Tierarten begeistern, sondern mit Erhaltungszucht, Bildungsarbeit und der finanziellen Unterstützung von Projekten, die wir im Rahmen des „Artenschutz- und Ausbaueuros“ zweckgebunden von unseren Eintrittserlösen sammeln, auch ganz konkret zu ihrem Schutz beitragen. Unser Artenschutztag ist deshalb für mich jedes Jahr eines der absoluten Highlights in unserem Veranstaltungskalender. An diesem Tag kommen zahlreiche engagierte Menschen und Organisationen zusammen und zeigen unseren Gästen, wie vielfältig Artenschutz ist und was jeder Einzelne dazu beitragen kann.“ Der Tiergarten Kleve engagiert sich selbst in verschiedenen nationalen und internationalen Artenschutzprogrammen und unterstützt ausgewählte Projekte auch finanziell. Beim Artenschutztag erfahren die Besucherinnen und Besucher, welche Projekte der Tiergarten fördert, wie konkrete Artenschutzarbeit aussieht und was jede und jeder Einzelne zum Erhalt der biologischen Vielfalt beitragen kann. Gleichzeitig können sie entdecken, wie sich der Tiergarten Kleve derzeit Schritt für Schritt zu einem modernen Natur- und Artenschutzzentrum weiterentwickelt. In diesem Jahr präsentiert sich der traditionelle Artenschutztag mit einem weiterentwickelten Konzept. „Wir möchten den Artenschutz im gesamten Tiergarten erlebbar machen. Deshalb sind die verschiedenen Artenschutzstände in diesem Jahr über das ganze Gelände verteilt. So begegnen unsere Gäste den Projekten während ihres Tiergartenbesuchs immer wieder und können ganz unterschiedliche Facetten des Artenschutzes kennenlernen“, erklärt Biologin Judith Schindler, die den Artenschutztag maßgeblich koordiniert und plant. „Ein weiterer Schwerpunkt ist unsere Festwiese: Dort stellen wir über den Tag verteilt, meist zur vollen und zur halben Stunde, einzelne Artenschutzprojekte und ihre Arbeit genauer vor. Damit möchten wir unseren Gästen die Menschen und Geschichten hinter den Projekten näherbringen.“ Auch Familien sind ausdrücklich zum Entdecken eingeladen: Bei einer Stempeljagd durch den Tiergarten können Kinder und Erwachsene gemeinsam große und kleine gefährdete Tierarten kennenlernen und dabei spielerisch mehr darüber erfahren, warum ihr Schutz so wichtig ist. Beim Artenschutztag präsentieren sich unter anderem das Fledermausprojekt Wesel, der NABU Kleve, ein regionaler Imker, der Verein Plumploris e.V., die Naturschutzstiftung Niederrhein, der Fachbereich 64 der Stadt Kleve, der Zoll Düsseldorf, der Geflügelzuchtverein Kleve, das Wildgehege Reichswalde, die Hochschule Rhein-Waal, das Projekt „Zukunft des Feuersalamanders in NRW“ sowie die zoopädagogische Abteilung des Tiergarten Kleve. Auch Ehrenamtliche aus dem Umfeld des Tiergartens beteiligen sich am Aktionstag. Mit dem Artenschutztag möchte der Tiergarten Kleve nicht nur auf die Bedrohung zahlreicher Tierarten aufmerksam machen, sondern vor allem zeigen, wie konkrete Schutzmaßnahmen wirken und wie viele unterschiedliche Akteure sich in der Region und weltweit für den Erhalt der Artenvielfalt einsetzen.
Zoo Hoyerswerda 19.08.2026
Einmal Zootierpfleger sein Erlebnisprojekt im Zoo Hoyerswerda
Mit einem besonderen Erlebnisprojekt lässt der Zoo Hoyerswerda am 5. September wieder den Traum vieler Zoofans wahr werden: Sie können „Einmal Zootierpfleger sein“. Gemeinsam mit Zoopädagogin Silke Kühn kommen die Teilnehmer einigen den pelzigen, geschuppten oder gefiederten Bewohnern im Zoo ganz nahe und können viele von den Aufgaben ausprobieren, die die Zootierpfleger täglich erledigen. Das Erlebnisprojekt startet in den Räumen der Zooschule. Wo die verschiedensten Amphibien und Insekten versorgt werden. Anschließend geht es für die „Hilfszootierpfleger“ an die frische Luft: Zuerst wird gemeinsam das Eselgehege geputzt. Wenn alles auf Hochglanz geharkt und gefegt ist, bekommen die Esel eine frische Ladung Heu. Zum Abschluss wird noch die Anlage der Lama von Dreck und Schmutz befreit. Das Projekt dauert etwa vier Stunden und ist auf maximal acht Teilnehmende ab einem Mindestalter von acht Jahren begrenzt. Anmeldungen sind bei Zoopädagogin Silke Kühn unter der Telefonnummer 03571/20937708 oder per Mail unter zooschule@zookultur.de möglich. Das Sondererlebnisprojekt „Einmal Zootierpfleger sein“ findet außerdem auch am 14. November statt.
Zoo Salzburg 18.08.2026
Abschied von Nala: Zoo Salzburg trauert um charakterstarke Löwin
Eine echte Diva hat die „Bühne“ verlassen. Ihr direkter und unverwandter Blick und die Art wie Löwin Nala dabei ihre Stirn in Falten legte, wird unvergessen bleiben. Nala war aufmerksam, eigensinnig, vorsichtig, stoisch, ausdrucksstark und futteraffin. Letzteres ließ während der vergangenen Monate immer mehr nach. „Nala war schon lange nierenkrank und musste medikamentös eingestellt werden. Außerdem wurden ihr Verhalten und ihre Tagesverfassung seit vielen Wochen minutiös dokumentiert. So mussten wir leider feststellen, dass die guten Phasen der 18-jährigen Löwin immer weniger und die schlechten Phasen immer länger wurden“, erklärt Geschäftsführerin Sabine Grebner. Zur Evaluierung ihrer Lebensqualität wurde im Rahmen einer umfassenden Untersuchung am heutigen Dienstag eine fortschreitende, degenerative Niereninsuffizienz festgestellt. „Nachdem eine Chance auf Heilung ausgeschlossen war, haben wir uns schweren Herzens dazu entschlossen, Nala nicht mehr aus der Narkose aufwachen zu lassen“, sagt Sabine Grebner. Nun ist die Trauer nicht nur bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Zoos groß. Auch den Besuchern wird Nala sicherlich fehlen, zumal sie mehr als 15 Jahre ihres Lebens in Salzburg verbrachte. Davon lebte sie die meiste Zeit Seite an Seite mit ihrem Partner Eisi, der im März 2024 verstarb. „Danach hatte sich Nala wirklich gut mit der neuen Situation arrangiert. Natürlich wurden wir immer wieder gefragt, ob sie einen neuen Partner bekommen würde. Mit dem Hintergedanken hatten wir auch die Außenanlage vergrößert. Doch ist die Gefahr, dass eine Zusammenführung mit einem alten und kranken Tier nicht gut geht, leider sehr groß. Deshalb muss man so eine Entscheidung immer genau abwägen“, schließt Sabine Grebner.
Zoo Berlin 18.08.2026
Aquarium Berlin erstrahlt in neuem Glanz – Wiedereröffnung des historischen Gebäudes nach umfassender Modernisierung
Nach einer dreijährigen Modernisierungsphase wurde das Aquarium Berlin heute von Zoo- und Tierparkdirektor Dr. Andreas Knieriem gemeinsam mit Franziska Giffey, Senatorin für Wirtschaft, Energie und Betriebe des Landes Berlin, feierlich wiedereröffnet. Während das traditionsreiche Haus seinen historischen Charakter beibehalten hat, entspricht es nun in puncto Besuchserlebnis den Anforderungen einer modernen Zoologischen Einrichtung. Mehr Barrierefreiheit und eine zeitgemäße Wissensvermittlung mit zahlreichen interaktiven Angeboten machen den Besuch für große und kleine Entdecker*innen noch abwechslungsreicher. Seit Beginn des 20. Jahrhunderts begeistert das Aquarium Berlin Generationen von Besucher*innen. Am 18. August 1913 öffnete das historische Zoo Aquarium erstmal seine Pforten. „Der heutige Tag der Wiedereröffnung am 113. Geburtstag dieses altehrwürdigen Hauses fühlt sich für mich ein bisschen wie ein rundes Jubiläum an. Es gibt weltweit nur noch wenige sehr alte Aquarien, wie das Ozeanographische Museum in Monaco oder das Shedd Aquarium in den USA – in Deutschland ist das Zoo Aquarium in Berlin das berühmteste. Die neuen Aquarien bauen alle ganz anders“, schwärmt Zoo- und Tierparkdirektor Dr. Andreas Knieriem. „Gemeinsam ist es uns gelungen, bei der behutsamen Modernisierung den einzigartigen Charakter dieses Denkmals zu bewahren. Ich lade unsere Gäste ein, einmal ganz in Ruhe durch das Aquarium zu schlendern und in jedes einzelne Becken zu schauen – jedes von ihnen ist ein Schaufenster in die Natur.“ Das denkmalgeschützte Gebäude mit rund 8.100 Quadratmetern Gesamtfläche – davon 2.200 Quadratmeter öffentlich zugänglich – wurde in den vergangenen Jahren Schritt für Schritt bei laufendem Betrieb modernisiert. Wie bei vielen historischen Bauwerken kamen während der Arbeiten immer wieder kleine und größere Überraschungen zum Vorschein. Dadurch wurden einzelne Bauabschnitte umfangreicher und auch kostenintensiver als ursprünglich geplant. Während die Gäste weiterhin das Aquarium besuchen konnten, wurde es hinter den Kulissen Etage für Etage einer Verjüngungskur unterzogen. Ein neuer Aufzug verbessert die Barrierefreiheit und auch der Eingangsbereich sowie die Sanitäranlagen wurden umfassend modernisiert. Die Tieranlagen wurden behutsam weiterentwickelt und zahlreiche Aquarien und Terrarien neu eingerichtet. Eine besondere Herausforderung stellte das große Rundbecken im Erdgeschoss dar. Erst nachdem mehrere Tonnen alter Kunstfelsen entfernt worden waren, zeigte sich das ganze Ausmaß der Schäden. Die aufwendige Sanierung des mehr als 110.000 Liter fassenden Beckens mit seinen bis zu zwei Tonnen schweren und 14cm dicken Acrylglasscheiben machte diesen Bauabschnitt zu einem der komplexesten des gesamten Projekts. „Das Aquarium Berlin gehört zu den bekanntesten touristischen Attraktionen unserer Stadt und begeistert seit mehr als 100 Jahren Berlinerinnen, Berliner und Gäste aus aller Welt. Deshalb haben wir die Modernisierung mit 2,7 Millionen Euro aus GRW-Mitteln unterstützt. Mit der erneuerten Infrastruktur, mehr Barrierefreiheit und modernen Bildungsangeboten ist das Aquarium jetzt bestens für die Zukunft aufgestellt. Damit stärken wir Berlin als attraktives Reiseziel und zugleich als einen besonderen Ort für die Berlinerinnen und Berliner. Einen Ort, den viele seit ihrer Kindheit kennen und der auch heute immer wieder aufs Neue fasziniert und entdeckt werden kann“, betont Franziska Giffey, Senatorin für Wirtschaft, Energie und Betriebe des Landes Berlin. Den Großteil der Modernisierung konnte der Zoo Berlin aus eigenen Mitteln finanzieren. Den Anstoß zu diesem Projekt gab die Finanzierungszusage von GRW-Mitteln. Neues Didaktikkonzept Auch die Wissensvermittlung wurde grundlegend weiterentwickelt. Neun Aktivtische laden Besucher*innen dazu ein, die Tierwelt spielerisch zu entdecken. Zwischen Piranhas, Feuerfischen und Seepferdchen vermitteln Animationsfilme die Bedeutung der Ressource Wasser und klären über Mikroplastik im Meer auf. Im ersten Stock wird die Faszination der Reptilien anhand verschiedener Exponate und Quizformate vermittelt, während im zweiten Stock Amphibien und Insekten im Fokus der Edukation stehen. Ergänzt werden die neuen Angebote durch großflächige und ansprechend aufbereitete Infografiken zu Korallen, Quallen, Reptilien, illegalem Wildtierhandel und invasiven Arten sowie barriereärmer gestalteten Informationsangeboten.
Zoo Zürich 18.08.2026
DAUMENSTUMMEL FÜR MEHR KLETTERFREIHEIT
Seit Anfang August leben neu Bärenstummelaffen im Zoo Zürich. Die Art ist bedroht, besitzt einen ganz besonderen Magen und lediglich einen Daumenstummel – daher auch ihr Name. Mit Bären haben die Affen nichts zu tun, dafür teilen sie einige Eigenschaften mit Kühen und Koalas. Mit aktuell nur 57 Tieren ist die Reservepopulation dieser Affen vergleichsweise klein. Jede zusätzliche Haltung im Rahmen des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP) trägt deshalb wesentlich zum Erhalt der Art bei. Langfristig werden die Bärenstummelaffen in den Ndoki Wald umziehen – den künftigen Lebensraum für den Westlichen Fachlandgorilla und weitere bedrohte Tierarten West- und Zentralafrikas im Zoo Zürich. Wer genau hinschaut, sieht es schnell: Bärenstummelaffen (Colobus polykomos) haben praktisch keinen Daumen. Nur einen kurzen Stummel hat die Evolution übriggelassen. Aus gutem Grund. Der natürliche Lebensraum der Bärenstummelaffen ist der westafrikanische Regenwald. Ihr Leben spielt sich fast vollständig in den oberen Baumkronen ab. Wie alle Stummelaffen sind Bärenstummelaffen exzellente Kletterer. Elegant und geschmeidig fliegen sie durch die Baumkronen. Ein Daumen würde stören, da die Gefahr gross wäre, hängen zu bleiben. Über Millionen von Jahren hat sich dieser somit zurückgebildet, was das gezielte Hangeln im Geäst erleichtert. Ihren fast einen Meter langen Schwanz setzen die Tiere dabei als Steuerhilfe ein. Das neu im Menschenaffenhaus eingezogene Paar ist für den künftigen Lebensraum Ndoki Wald vorgesehen. Dieser wird auf 29.000 m² im unteren Zooteil entstehen und sowohl im Innen- wie im Aussenbereich einen lebenden Wald mit bis zu 25 Meter hohen «Baumriesen» beherbergen. Neben den Bärenstummelaffen werden dort künftig auch Westliche Flachlandgorillas sowie weitere bedrohte Tierarten West- und Zentralafrikas leben. Auch wenn sich Bärenstummelaffen rasant durch die Baumkronen bewegen können, so beschränken sie diesen Teil ihres Daseins auf eine eher kurze Zeit pro Tag. Der Kuh-Koala unter den Affen Denn nicht nur den Daumen hat die Evolution perfektioniert, auch der Magen von Bärenstummelaffen ist besonders und zwingt sie zu ausgedehnten Ruhephasen. Er funktioniert ähnlich wie der einer Kuh. Die maximal 14 Kilogramm leichten Tiere sind Vegetarier und ernähren sich hauptsächlich von Blättern. Eine schwer verdauliche Kost, weshalb die Tiere wie Kühe einen mehrkammrigen Magen besitzen. Zwar sind die Affen keine Wiederkäuer, aber auch bei ihnen wird die Nahrung vorverdaut. Da Blätter viel Zellulose enthalten, welche Säugetiere selbst kaum verdauen können, übernehmen spezielle Bakterien in vorgelagerten Gärkammern einen Teil der Arbeit. Eine Fähigkeit, die bei Primaten selten ist. Der Haken: Die Affen müssen mit ihrer Energie haushalten. Etwa zwei Drittel des Tages verbringen die tagaktiven Tiere daher mit Ruhen, Schlafen, Sonnenbaden oder schlichtem Nichtstun. Diese entspannte Lebensweise erinnert wiederum an den Koala, einen wahren Profi im Ruhen. Auch bei ihm benötigt die Verdauung der schwer bekömmlichen Blätter des Eukalyptus viel Zeit und Energie. Sowohl Koalas als auch Bärenstummelaffen vermeiden deshalb unnötige Bewegung. Wer im Tierreich auf schwer verdauliche Blattnahrung spezialisiert ist, nimmt es in der Regel gemütlich. Sozial und entspannt Auch im Zusammenleben geht es bei Bärenstummelaffen meist ruhig zu. Die Primaten leben in Gruppen mit ein bis zwei Männchen und vier bis sechs Weibchen sowie deren Nachwuchs. Um die Jungtiere kümmert sich vor allem in den ersten Wochen nicht nur die Mutter. Auch andere Weibchen der Gruppe helfen mit. Bärenstummelaffen zeigen ein ausgeprägtes «Tantenverhalten». Droht beispielsweise Gefahr, sammeln die Familienmitglieder alle Jungtiere ein – unabhängig davon, ob es das eigene oder ein fremdes ist – und bringen sie in Sicherheit. Damit die Jungtiere für die Gruppe im grünen Blätterdach stets gut sichtbar sind, ist das Fell des Nachwuchses schneeweiss. Körperliche Auseinandersetzungen mit anderen Gruppen kommen vor. In der Regel werden Reviergrenzen jedoch akustisch abgesteckt. Meist in den Morgenstunden äussern die Männchen laute Rufe, die über weite Strecken im Regenwald hörbar sind und anderen Gruppen ihren Aufenthaltsort signalisieren. Art in der Natur unter starkem Druck Auf der Roten Liste der gefährdeten Arten der Weltnaturschutzunion IUCN galten Bärenstummelaffen 2008 noch als gefährdet. Im Jahr 2020 wurde ihr Status auf stark gefährdet hochgestuft. Vor allem die fortschreitende Abholzung der Regenwälder und die intensive Jagd für den lokalen Buschfleischmarkt haben zu einem drastischen Rückgang der Bärenstummelaffen geführt. Die Affenart pflanzt sich zudem langsam fort: Ein Weibchen bringt nur etwa alle zwei Jahre ein Jungtier zur Welt. Zwar bestehen Schutzprojekte vor Ort, in denen sich auch die Europäische Zoogemeinschaft engagiert. Mittlerweile ist die Art jedoch auch aus vielen Schutzgebieten verschwunden oder dort nur noch in geringer Zahl vorhanden. Trotz Schutzstatus sind Wilderei, illegaler Holzschlag und Bergbau in diesen Gebieten noch immer weit verbreitet. Bedeutsamer Arterhalt im Zoo Umso bedeutsamer ist der Schutz ausserhalb des natürlichen Lebensraumes (Ex-situ) durch die koordinierte Zucht und Haltung der Bärenstummelaffen im Rahmen des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP).14 Institutionen mit 57 Tieren sind daran beteiligt, darunter auch der Zoo Zürich. Durch Bildung und Aufklärung, Forschung, Naturschutz vor Ort sowie den Erhalt einer Art ausserhalb des natürlichen Lebensraums nehmen moderne Zoos gemeinsam eine zentrale Rolle im Artenschutz ein. Die neu eingezogenen Bärenstummelaffen im Zoo Zürich sind damit weit mehr als Tiere im Zoo. Sie sind Botschafter einer Art, die in der Natur ums Überleben kämpft – und Teil eines weltweiten Netzwerks, das ihr eine Zukunft geben will.
Zoo Leipzig 18.08.2026
Tierisches Leben in Feuerland Noch zwei Wochen bis zur Eröffnung
Der Countdown läuft – noch zwei Wochen: Die faszinierende und einzigartige Küsten- und Meereswelt Feuerland im Zoo Leipzig wird am 1. September eröffnet. Während die Bauarbeiten auf die Zielgerade einbiegen, läuft die Tierlogistik auf Hochtouren. Die 5.500. m² große, naturnah gestaltete Anlage mit Schwimm- und Liegebereichen vor schroffen Felsen sowie einer übernetzen Flugvoliere wird Humboldtpinguine, Robben und Seevögel beheimaten. In den letzten Tagen sind nicht nur die bereits im Zoo lebenden fünf Robben ins neue Feuerland umgezogen, sondern es sind auch weitere drei Seelöwen aus dem Tiergarten Nürnberg und eine aus dem Zoo in Gelsenkirchen hinzugekommen. Insgesamt leben sich gegenwärtig neun Robben ein und werden schrittweise zusammengewöhnt, so dass sie zu einer spannenden Gruppe werden, die ein großes Becken mit Wellentechnik bewohnen werden. Für Zoobesucher werden sich beim fußläufigen Tauchgang durch einen mehr als 100 Meter langen Unterwassertunnel neue Perspektiven und beeindruckende Beobachtungen die Tiere beim Schwimmen unter Wasser ergeben. Auch die Mitbewohner der Robben sind hinter den Kulissen bereits eingezogen. Damit ist die Zeit ohne Pinguine im Zoo Leipzig nach fast acht Jahren beendet: Rund 40 Humboldtpinguine sind zur Eingewöhnung in den letzten Tagen aus Karlsruhe, Schwerin und München nach Leipzig gekommen und leben sich zunächst rückwärtig ein. Dazu gehört ebenso wie bei den Robben das gegenseitige Kennenlernen der Pfleger und Neuankömmlinge sowie die zuverlässige Futteraufnahme im neuen Zuhause. Ab dem 1. September sind die sympathischen Frackträger sowie Robben und Seevögel im unvergleichlichen Feuerland im Zoo Leipzig zu bestaunen. „Vorfreude und Aufregung wachsen. Wir freuen uns tierisch darauf, das Erlebnis Feuerland mit unseren Gästen zu erleben“, blickt Zoodirektor Prof. Jörg Junhold voraus. Parallel zum Leipziger Feuerland baut der Zoo Leipzig auch sein Artenschutzengagement in Südamerika aus. Im Fokus der Arbeit liegen drei hochbedrohte Arten, die wie keine anderen für ihren Lebensraum stehen: der winzige DarwinNasenfrosch mit seiner außergewöhnlichen Evolutionsgeschichte, der südliche Flussotter, der in abgelegenen Feuchtgebieten ums Überleben kämpft und der Humboldt-Pinguin, dessen Brutkolonien an der zerklüfteten Pazifikküste massiv unter Druck stehen. Die HumboldtPinguine im neuen Leipziger Feuerland fungieren als Botschafter ihrer Artgenossen im natürlichen Lebensraum und machen den Ausbau des Artenschutz-Engagement des Zoos in Südamerika erlebbar. Weitere Informationen zum Feuerland im Zoo Leipzig finden Sie hier: www.zoo-leipzig.de/feuerland. Einblick in das Artenschutz-Engagement des Zoo Leipzig gibt es hier: www.zoo-leipzig.de/artenschutz-bildung/artenschutz/
Tierpark Hellabrunn 17.08.2026
Neue Schimpansin Birgitte erweitert die Zentralafrikanische Schimpansengruppe in Hellabrunn
Auf den Schimpansen-Mann Jambo, der Ende 2024 aus dem Zoo Pilsen nach Hellabrunn kam, folgte vergangene Woche ein weiteres Tier aus Tschechien: Das Weibchen Brigitte ist auf Empfehlung des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP) nach München gekommen und soll künftig für weiteren Nachwuchs bei den zentralafrikanischen Schimpansen sorgen. Brigitte befindet sich seit vergangener Woche in der Kennenlernphase mit der Hellabrunner Schimpansengruppe. Aktuell findet diese noch ganz behutsam hinter den Kulissen statt. Auch an ihr neues Tierpfleger-Team soll sich Brigitte in aller Ruhe gewöhnen können. Wie bereits bei Jambo ist die Eingewöhnung eines neuen Tieres in eine bestehende Schimpansengruppe eine anspruchsvolle Aufgabe. Schimpansen leben in komplexen sozialen Strukturen mit klaren Hierarchien. Brigitte ist eine erfahrene Mutter mit einem Alter von 44 Jahren. Um ihre Eingewöhnung bestmöglich vorzubereiten, gab es daher bereits im Vorfeld einen intensiven Austausch sowie gegenseitige Besuche zwischen den Tierpflege-Teams aus München und Pilsen. Zur natürlichen sozialen Interaktion von Schimpansen gehören auch lautstarke Auseinandersetzungen und körperliche Interaktionen. Daher wird die Zusammenführung der Tiere von den Tierpflegerinnen und Tierpflegern eng begleitet und erfolgt schrittweise. Mit dem neuen Weibchen soll vor allem die Gruppe der zentralafrikanischen Schimpansen in Hellabrunn erweitert werden. Mit Jambo, Zenta und dem gemeinsamen Jungtier Ayana hat diese Entwicklung bereits begonnen. Die Erweiterung der Hellabrunner Schimpansen-Gruppe, die in ihrer heutigen Form seit 2003 besteht, folgt einer Empfehlung des EEP für die Haltung der zentralafrikanischen Unterart. Dieser gehören auch die beiden Hellabrunner Weibchen Zenta und Sophie an. Zentralafrikanische Schimpansen sind in ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet in Ländern wie der Demokratischen Republik Kongo, Gabun und Kamerun stark gefährdet. Gleichzeitig gibt es in europäischen Zoos derzeit nur 43 Individuen dieser Unterart. Nachwuchs ist daher für den Erhalt der Population in menschlicher Obhut von großer Bedeutung. „Perspektivisch möchten wir uns bei der Haltung der Schimpansen auf die zentralafrikanische Unterart konzentrieren und damit das EEP bei der Erweiterung dieser Population in zoologischen Gärten unterstützen“, so Tierparkdirektor Rasem Baban. Zur Hellabrunner Schimpansen-Gruppe gehören die zentralafrikanischen Schimpansen Jambo, Zenta, Sophie, deren Jungtier Ayana sowie Neuzugang Brigitte. Darüber hinaus leben die Schimpansen Willi, Walter, Hannerl und Annemarie in Hellabrunn. Laut dem Jane-Goodall-Institut hat sich die Zahl der in der Natur lebenden Schimpansen seit den 1950er-Jahren drastisch reduziert – von etwa 1,5 Millionen Tieren auf heute rund 300.000. Das entspricht einem Rückgang von mehr als 80 Prozent. Die zunehmende menschliche Nutzung natürlicher Ressourcen führt dazu, dass die Lebensräume der Schimpansen immer kleiner werden. Hinzu kommen weitere Bedrohungen wie Abholzung, Wilderei und der Klimawandel. Schimpansen werden zudem vielerorts als „Bushmeat“, also wegen ihres Fleisches, gejagt. Wann Brigitte erstmals für die Besucherinnen und Besucher zu sehen sein wird, steht aktuell noch nicht fest. Darüber wird der Tierpark rechtzeitig informieren.
Zoo Gelsenkirchen 17.08.2026
Zuchterfolg in der ZOOM Erlebniswelt: Elf seltene McCords Schlangenhals-Schildkröten geschlüpft
Die ZOOM Erlebniswelt freut sich über einen bedeutenden Zuchterfolg bei den vom Aussterben bedrohten McCords Schlangenhals-Schildkröten. Nach zwei geschlüpften Jungtieren im Juni erblickten Anfang August neun weitere kleine Schildkröten das Licht der Welt. Mutter der nun elf Jungtiere ist das 19-jährige Weibchen Brunhilde. Beim Schlupf messen die Jungtiere gerade einmal knapp drei Zentimeter. Sie zeichnen sich durch eine faszinierende Besonderheit aus: Ihr Hals ist ebenso lang wie der Panzer. Bei Bedrohung ziehen sie den Kopf nicht in den Panzer zurück, sondern legen ihn seitlich unter den Panzerrand. Dieser anatomischen Eigenschaft verdanken sie ihre Bezeichnung als sogenannte „Halswender“. Für den weltweiten Artenschutz ist dieser Nachwuchs von großer Bedeutung. Die McCords Schlangenhals-Schildkröte kommt ursprünglich ausschließlich auf den indonesischen Inseln Roti und Timor vor. In den 1990er-Jahren brachen die Wildtierpopulationen dramatisch um 80 bis 90 Prozent ein, so dass heute in der Natur nur noch vereinzelte Restpopulationen existieren. Hauptursache für das Verschwinden der Tiere ist der Fang und der drastische Verlust ihres Lebensraums. Sümpfe und Feuchtgebiete wurden in großem Maße in Reisfelder umgewandelt, während Abholzung und Erosion weitere Habitate zerstörten. Zudem setzten der internationale Tierhandel sowie die Einführung invasiver Prädatoren, wie etwa gebietsfremde Fische, die den Nachwuchs erbeuten, den Beständen schwer zu. Umso wichtiger ist die koordinierte Erhaltungszucht in zoologischen Institutionen. In ganz Europa halten derzeit nur 33 Zoos rund 180 Individuen dieser Art. In Deutschland beteiligen sich lediglich sechs Einrichtungen an der Haltung – neben Gelsenkirchen sind dies Berlin, Münster, Karlsruhe, München und Stuttgart. In deutschen Zoos leben insgesamt 43 Tiere, von denen allein 15 Exemplare in der ZOOM Erlebniswelt beheimatet sind. Mit den elf Jungtieren leistet die ZOOM Erlebniswelt einen wertvollen Beitrag zur Sicherung der Reservepopulation dieser vom Aussterben bedrohten Art.

