Zoopresseschau

Zoo Zürich 13.02.2022
Der Zolli sagt «Danke, Basel!»
Basel hat entschieden: Primaten sollen keine Grundrechte erhalten. Die Primateninitiative wurde mit rund 75% deutlich abgelehnt. Den Zolli freuts! Auch weiterhin werden ausgebildete Biologinnen, Veterinärmediziner und Tierpflegende Verantwortung für die Zolli-Affen übernehmen und ihnen – wie allen anderen Zootieren auch – den bestmöglichen Schutz garantieren. Genauso sieht es das eidgenössische Tierschutzgesetz vor. Laut Sentience Politics hätte der heutige Abstimmungssonntag in Basel in die Geschichte eingehen sollen. Dann nämlich, wenn den Primaten des Kantons Basel-Stadt das Recht auf Leben sowie das Recht auf körperliche und geistige Unversehrtheit garantiert worden wäre – mit entsprechender Verankerung dieser Grundrechte in der Basler Kantonsverfassung. Gelungen ist das nicht: Das Basler Stimmvolk hat entschieden, den Primaten im Besitz der öffentlichen Hand keine Grundrechte zu gewähren. Erstaunlich ist das nicht; schliesslich hält der Stadtkanton gar keine Affen. Nur im Zoo Basel und im Tierpark Lange Erlen leben Affen auf städtischem Boden. Und diese waren mal mehr, mal weniger von der Initiative betroffen. So genau wusste das niemand. Immer wieder war von einer «indirekten Drittwirkung» auf privat gehaltene Affen die Rede. Wie diese jedoch genau ausgesehen hätte, blieb unbeantwortet. Zu vieles war im Initiativtext nicht formuliert. Kein Zolli ohne Affen – Der Zoo Basel freut sich, dass die Baslerinnen und Basler für «ihren» Zolli und seine Affen gestimmt haben. Denn längerfristig hätte eine Annahme der Initiative durchaus dazu führen können, dass der Zolli keine Affen mehr hätte halten können. Und das wäre mit Blick auf die internationalen Artenschutzbemühungen tragisch gewesen: 60% aller Affenarten in der Natur sind bedroht und 75% haben rückläufige Populationen. Um sicherzustellen, dass der Planet Erde in Zukunft nicht weitere Affenarten verliert, koordinieren Zoos weltweite Erhaltungszuchtprogramme. Sie bauen sogenannte Reservepopulationen auf, um einen möglichst breiten Genpool zu erhalten. So können Tiere bei Bedarf ausgewildert und in ihrer Heimat wieder angesiedelt werden. So geschehen bei den Goldgelben Löwenäffchen, die dank des Engagements der Zoos auf der roten Liste der International Union for Conservation of Nature (IUCN) eine Stufe nach unten gerutscht sind. Sie gelten heute als «stark gefährdet», nicht mehr als «vom Aussterben bedroht». Ein Blick in die Zukunft – Gemeinsam mit zooschweiz, dem Verein wissenschaftlich geleiteter zoologischer Gärten der Schweiz, und dem Verband der Zoologischen Gärten (VdZ), dem 71 Zoos in Deutschland, Österreich, Spanien und in der Schweiz angehören, ist der Zoo Basel überzeugt, dass echter Tierschutz nichts mit Grundrechten zu tun hat. Der Zoo Basel verfügt über Experten – ausgebildete Biologinnen, Veterinärmediziner und Tierpflegende –, die zu jeder Zeit im Sinne des Wohlergehens der Tiere entscheiden. Dabei stützen sie sich nicht nur auf ihr Wissen und ihre Erfahrung, sondern auch auf das sehr strenge eidgenössische Tierschutzgesetz respektive seine Verordnung. Das kantonale Veterinäramt Basel-Stadt kontrolliert regelmässig, ob die Vorschriften im Zolli eingehalten werden. Diese Kontrollen bilden die Basis für die Erteilung der gewerblichen Wildtierhaltebewilligung. «Wir befinden uns also nicht in einem ‹rechtsleeren› Raum. Wir können nicht einfach machen, was wir wollen», sagt Zoo-Direktor Olivier Pagan. «Auch in Zukunft werden wir die Verantwortung für die Tiere in unserer Obhut übernehmen und alles daransetzen, sie bestmöglich zu schützen und zu betreuen. Das ist es, was sie verdienen und brauchen. Danke, Basel!»

Zoo Schwerin 11.02.2022
Beutelblitzer beim Grauen Riesenkänguru
Der Schweriner Zoo konnte im letzten Jahr den Nachwuchs von drei Kängurujungtieren verzeichnen. Dies Festzustellen ist bei Beuteltieren nicht immer einfach. Der Nachwuchs ist bei der Geburt nur wenige Zentimeter groß und bahnt sich im blinden und unbehaarten Zustand selbstständig seinen Weg in den Beutel der Mutter, wo es gesäugt wird und heranwächst. Wenn der Beutel sich bewegt oder merklich wächst können die Zootierpfleger sich der Existenz eines Jungtieres sicher sein. Bis es dann auch auf der Anlage zu sehen ist vergeht weitere Zeit. Am 16. Januar 2022 blickte das Jungtier des Östlichen Grauen Riesenkängurus erstmalig aus dem Beutel von Weibchen „Elisa“. Bislang konnte weder das Geschlecht bestimmt, noch das Tier mit einem Identifikationschip versehen werden. Das soll nun in nächster Zeit, wenn sich das Jungtier allmählich außerhalb des Beutels bewegt, geschehen. In der Natur begegnen Kängurus diversen Herausforderungen: Zum einen sind sie ein begehrtes Beutetier, zum anderen müssen sie mit klimatischen Extremen wie Dürren zurechtkommen. Aus diesem Grund hat sich eine interessante biologische Gegebenheit bei den Beuteltieren herausgebildet: Sie können drei Jungtiere parallel erhalten. So ist Jungtier eins bereits als Heranwachsendes oft außerhalb des Beutels und kehrt beispielsweise zum Schlafen darin zurück. Währenddessen säugt das Känguruweibchen im Beutel bereits das zweite Jungtier. Gleichzeitig ruht ein Drittes bereits im Uterus. Dabei kommt das Phänomen der Keimruhe zum Tragen. Auf der Flucht vor Beutegreifern sehen sich die Känguruweibchen mit erheblichen zusätzlichen Gewicht konfrontiert, wobei sie das größere Jungtier im Beutel abstoßen und somit schneller flüchten © Erhard Heiden Jungtier schaut aus „Elisas“ Beutel können. Nach der Abstoßung oder dem Abstillen des Nachwuchses entwickelt sich nun die befruchtete Eizelle zum Embryo. Im vergangenen Jahr herrschten auf dem australischen Kontinent und im Verbreitungsgebiet des Östlichen Grauen Riesenkängurus starke Brände, wodurch nicht nur der Lebensraum der Tiere zerstört wurde, auch viele Kängurus fielen diesen zum Opfer. Nun soll ihr Gefährdungsstatus durch die IUCN aktualisiert werden. Das älteste Jungtier im Zoologischen Garten Schwerin verbringt bereits viel Zeit außerhalb des Beutels der Mutter, sodass bei diesem bereits das Geschlecht festgestellt werden konnte. Das Weibchen erkundet die Anlage und ist somit auch für die Besucher oft zu sehen.

Zoo Leipzig 11.02.2022
Historisches Aquarium nach Modernisierung wiedereröffnet Eintauchen in die Vielfalt der Unterwasserwelt
Das neue Schmuckstück des historischen Gründer-Gartens ist eröffnet und lädt ab sofort ein, in die außergewöhnliche Mannigfaltigkeit der Unterwasserwelt einzutauchen. Zoodirektor Prof. Junhold vollzog zusammen mit Oberbürgermeister Burkhard Jung und der Kulturbürgermeisterin Dr. Skadi Jennicke die Eröffnung des traditionsreichen Aquariums, dessen Bestehen mit mehr als 112 Jahren Zoogeschichte verbunden ist. Oberbürgermeister Burkhard Jung hebt hervor: „Die Unterwasserwelt der Meere ist auch in unserer komplett kartographierten Welt in großen Teilen immer noch ein Geheimnis. Das neu sanierte Aquarium im Zoo gibt den Menschen immerhin eine Idee davon, welche Vielfalt des Lebens sich unter der Wasseroberfläche findet. Mein großer Dank gilt dem Förderverein, der sich bei der aufwändigen Sanierung finanziell sehr stark eingebracht hat.“ Der Umbau und die Sanierung des Aquariums für 12,5 Millionen Euro wurde im Rahmen des Masterplans Zoo der Zukunft zwischen 2019 und 2021 umgesetzt. Der Freundes- und Förderverein sicherte dem Zoo von Beginn an seine finanzielle Unterstützung zu. Als Mehrkosten zu finanzieren waren, erweiterte er die finanzielle Unterstützung auf 2,5 Millionen Euro und übergab heute im Rahmen der Eröffnung Dr. Skadi Jennicke, in ihrer Funktion als Aufsichtsratsvorsitzenden des Zoo Leipzig, die letzte Tranche in Höhe von einer Million Euro. „Wir haben in dieser herausfordernden Pandemiezeit seitens der Stadt aber auch durch den Freundes- und Förderverein viel Unterstützung für das Projekt erfahren. Das empfinden wir keineswegs als Selbstverständlichkeit und verpflichtet uns zu aufrichtigem Dank. Bedanken möchte ich mich auch bei allen Mitstreitern des Teams vom Gründer-Garten und der Bauabteilung, die die Modernisierung und die logistische Herausforderung, fast 3.000 Tiere vorübergehend umzuquartieren und wieder einzugewöhnen, mit persönlichem Engagement und großer Qualität gemeistert haben“, resümiert Zoodirektor Prof. Jörg Junhold. 11.02.2022 Alle Medien Historisches Aquarium nach Modernisierung wiedereröffnet Eintauchen in die Vielfalt der Unterwasserwelt Mit der Modernisierung geht auch die inhaltliche Neuausrichtung des Hauses einher, die den Fokus auf die tropischen und subtropischen Meer- und Süßwasserlebensräume und deren Bewohner sowie auf die gezielte Erhaltungszucht hochbedrohter Fischarten richtet. Für die Besucher bedeutet der Umbau ein beispielloses Besuchserlebnis im Aquarium mit zahlreichen neuen Attraktionen: Bereits auf dem neugestalteten Aquariumsvorplatz werden sie von einer großen Koi-Teichlandschaft und einem 2,30 Meter hohen Koi[1]Dome auf den Themenkomplex eingestimmt, bevor es in den zweistöckigen Rundbau geht, in dem ein imposanter Treppenaufgang zum 360° Ringbecken führt, das unter anderem Schaufelnasen-Hammerhaie und verschiedene Arten Kuhnasenrochen beherbergt. Absolutes Highlight des Hauses ist die Überkopf-Scheibe des 120.0000 Liter großen Panoramabeckens, das einen überfluteten südamerikanischen Tropenwald abbildet und außergewöhnliche Einblicke in das Leben der Unterwasserbewohner bietet. Ein in Leipzig erstmals gezeigter Quallen-Kreisel, eine Besucher-Kuppel im Nemo-Becken sowie eine Forschungsstation, die Einblicke in das Ökosystem Tiefsee gibt, sind weitere Neuheiten des Hauses. Das angrenzende Terrarium wird in den nächsten zwei Jahren ebenfalls grundlegend modernisiert. Insbesondere die Haustechnik muss mit Blick auf den Neubau des Aquariums erneuert werden, um zukünftig beide Häuser optimal versorgen zu können.

Zoo Hoyerswerda 10.02.2022
Schwere Panzer und leichte Kugeln – Inventur im Zoo Hoyerswerda
Im Zoo Hoyerswerda leben derzeit 967 Individuen in 120 Arten. Das hat die diesjährige Inventur ergeben, bei der die Mitarbeiter in den vergangenen Wochen alle Zoobewohner unter die Lupe genommen und statistisch erfasst haben. Dabei wird auch gemessen, gewogen und der Gesundheitszustand der tierischen Bewohner überprüft. Das kann bei so manch einem Zoobewohner ein Kraftakt werden. Denn die großen Galápagos-Riesenschildkröten lassen sich nicht so einfach auf die Waage setzen. Aber mit unwiderstehlichen Leckereien kann man auch die sanften Riesen überzeugen. Carolin Adler und Anna-Lena Grages, Tierpflegerinnen im Vogelrevier, haben bei der jährlichen Gewichtskontrolle der Schildkröten schon Routine entwickelt und so ist das Wiegen aller vier Schildkröten innerhalb weniger Minuten geschafft. Bert, der größte der beiden Riesenschildkröten, hat mit 132,8 Kilogramm zweieinhalb Kilo Gewicht verloren und einen Panzerumfang von 206 Zentimeter. Jolante hat mit 89,2 Kilogramm nur zweihundert Gramm zugelegt und einen Panzerumfang von 171,5 Zentimeter. Ihre Mitbewohner die Spornschildkröten Bonnie und Clyde sind gegen die beiden Großen richtige Leichtgeweichte mit 76,2 (Clyde) und 37,2 (Bonnie) Kilogramm. Einfacher ist das Gewicht bei den Südlichen Kugelgürteltieren zu erfassen. Bei ihnen reicht eine Briefwaage. Als Kugel werden sie dort abgelegt und der Wert einfach abgelesen. Günter, das Gürteltiermännchen bringt gerade einmal 1443 Gramm auf die Waage, seine Partnerin Gwendolyn 1379 und der Nachwuchs 1238 Gramm. Für die kleine Familie gab es heute auch ihr erstes Familienfoto, denn Nachwuchs und Vater bekommen sich, so wie in der Natur auch, sonst nicht zu sehen. Im Vergleich zum Jahr 2020 sind die Arten gleich geblieben und 57 Individuen mehr leben jetzt im Zoo Hoyerswerda. „Das liegt vor allem an den erfolgreichen Nachzuchten im vergangenen Jahr und auch am Zugang neuer Arten im Tropenhaus und der Zooschule“, erklärt Eugène Bruins, Zoologischer Leiter des Zoo Hoyerswerda. Ein Pärchen kleine Rüssler, sogenannte Kurzohrrüsselspringer, bewohnen seit dem Frühjahr 2021 das Tropenhaus und sind damit die ersten „Elefanten“ des Zoos, denn die kleinen flinken Rüsselspringer sind tatsächlich näher mit Elefanten und Seekühe verwandt als mit Nagetieren. Aber auch die Zooschule hat Zuwachs bekommen. Dort lebt jetzt ein Gruppe Gestreifte Blattsteiger (Pfeilgiftfrösche) und Wandelnde Blätter, die auch im Tropenhaus zu sehen sind. Erfolgreiche Nachzuchten gab es bei den Südlichen Kugelgürteltieren Gwendolyn & Günther sowie beim Baumstachlerpärchen Catori & Milo. Weiteren Nachwuchs gab es unter anderem bei den Erdmännchen und gleich mehrfach bei den Felsenhörnchen (12), Igeltanreks (8) und Steinkäuzen (4). Jungtiere zogen auch auf die Mandschurenkranichen (1), Steinböcken (3), Totenkopfaffen (3), Afrikanischen Zwergziegen (7), Schönhörnchen (2), Tropenhausvögel (2), Königspythons (1), Sinaloa Milchschlange (1), Riesenlaubfröschen (sehr viele) und Hühnern. Einen neuen Partner gab es für die Nachzucht der Honduras-Kahnschnäbel und die Nandu-Damen. Die beiden Trampeltierstuten Gerda und Jeanine hatten im Januar und Februar Besuch vom Kamelhengst Rashid und im April vervollständigte Soraya das Damen-Trio. In 2021 ist auch baulich im Zoo Hoyerswerdas einiges passiert. Über 250 Pflanzen in 150 Arten blühen und gedeihen jetzt in neugemauerten Pflanzbeeten zusätzlich im Tropenhaus des Zoo Hoyerswerdas. Regional gestaltet ist die im November eröffnete neue Kolkraben-Voliere. Mit dem Erwerb eines Grundstückes zwischen der B97 und dem Zoo konnte der Masterplan aktualisiert und erweitert werden. Für den Naturschutz hat sich der Zoo Hoyerswerda auch im vergangenen Jahr wieder stark gemacht. So kann die Naturschutzstation Neschwitz erneut mit einer Spende unterstützt werden. Der Zoo beteiligte sich als Silberer-Förderer an der Kampagne Zootier des Jahres. Außerdem sind drei Hoyerswerdaer Steinkauz-Jungtiere Teil eines Auswilderungsprojektes nahe Dresden. Der Zoo Hoyerswerda ist Gründungsmitglied der NABU Ortsgruppe Hoyerswerda. Und mit der Einführung des freiwilligen Artenschutz-Euros für Besucher können weitere regionale und internationale Schutzprojekte unterstützt werden. Für die Zooschule war das Jahr 2021 erneut ein Jahr der Einschränkungen. Trotzdem nutzen insgesamt 2.007 Besucher die Bildungs- und Privatangebote, wie Kindergeburtstag und Führungen. Die Zoo-AG`s werden erfolgreich weitergeführt. Die Zoo-Kids und Zoo-Teens lernen innerhalb der Zoo-AG alles über die heimische und exotische Flora und Fauna. Hauptprojekte sind Ökozoonien, ein Platz für heimische Vögel, Amphiben und Kleinsäugern mit Nist- und Unterschlupfmöglichkeiten, und die Insektenlounge. Ausblick auf 2022: Sanierung der Bären-Anlage: Im Frühjahr kehren die Bärenbrüder Björn und Bengt aus ihrem Bärenurlaub auf ihre frisch sanierte Anlage zurück. Durch die Grabetätigkeit der Bären hat sich der Schlossgraben in der Anlage stetig erweitert und wurde wasserdurchlässiger. Nun wird er wieder an seine ursprüngliche Breite angepasst und abgedichtet. Sie erhalten festangebrachte Höhlen und neue Bäume zur Verschattung und robuste Baumstämmen zum Klettern und Toben. Vergrößerung der Serval-Anlage. Die beiden kleinen Raubkatzen erhalten ein größeres Areal. Ihre jetzige Anlage wird nach vorn hin fast um das doppelte vergrößert und erhält ein Badebecken.

Zoo Frankfurt 10.02.2022
Ameisenbär, Fossa & Co. – der Zoo zeigt Holzskulpturen von Studierenden der Fachrichtung Design
Im Frühjahr 2021 erreichte den Zoo eine Anfrage der HAWK Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst in Hildesheim. In einem Kooperationsprojekt sollten Studierende der Fachrichtung Design Skulpturen für den Zoo gestalten. Jetzt, zum Frühlingsauftakt, können Besucherinnen und Besucher sechs große Holzfiguren entdecken. Sie stellen Tiere dar, die im Zoo leben, und sie sind schön anzusehen. Aber nicht nur das: Die Skulpturen sollen inspirieren, zum Nachdenken anregen und zum Begreifen im doppelten Sinn. Das ‚Nashorn ohne Horn‘ beeindruckt durch seine Größe und skulpturale Präsenz. Es ist schön, verweist aber mit den abgesägten Hornstümpfen auf das Problem grausamer Wilderei, die alle verbleibenden Nashornarten an den Rand der Ausrottung bringt. Sehr viel leichtfüßiger kommen die beiden Straußenköpfe daher, die die Zoobesucherinnen und -besucher von hoher Warte aus beobachten und sich über sie zu unterhalten scheinen. In Sichtweite der beiden Giraffen BINE und SHUJAA lädt eine Holzskulptur dazu ein, etwas zu tun, wozu man wohl eher selten die Gelegenheit hat, nämlich den Kopf einer Giraffe ganz in Ruhe mit den Händen zu erkunden. Im Zoo Platz gefunden haben auch eine sich reckende Löwin, ein elegantes Fossa und ein fröhlich ausschreitender Ameisenbär – allesamt in der Nähe ihrer echten Artgenossen zu finden. Über die Arbeiten der Studierenden freut sich auch Dr. Ina Hartwig, Dezernentin für Kultur und Wissenschaft: „Der Zoo lebt von seinen Tieren und den Geschichten, die mit ihnen verbunden sind. Ich bin mir sicher, dass die Skulpturen gerade im Bereich Bildung und Vermittlung einen Mehrwert bieten. Die Studierenden haben etwas geschaffen, das über Dekoration weit hinausgeht – sie haben dem Holz das Wesen der Tiere entlockt. Ich bin froh, dass wir unseren Besucherinnen und Besuchern die schönen und inspirierenden Skulpturen hier im Zoo Frankfurt zeigen können.“ Hans-Jürgen Lamb, Professor an der HAWK Hildesheim, Fakultät Gestaltung, hatte die Idee zu der Kooperation mit dem Zoo Frankfurt: „Die dreidimensionale Auseinandersetzung mit der äußeren Welt gehört zur Ausbildung unserer angehenden Designer und zu eben dieser zählen auch Mensch und Tier. Das Studieren und Abbilden von Tieren wiederum bietet den Studierenden ein großes gestalterisches Lernfeld in Sachen Proportion, anatomischem Verständnis sowie Stimmigkeit von Form, Oberfläche, Stil und Ausdruck. Der konkrete Bezug zur Anwendung der Tierskulpturen im Kontext Zoo bedeutete hier zudem ein für die Ausbildung willkommenes Übungsfeld im Umgang mit externen Partnern – ein Training für den späteren Alltag mit Kunden. Für mich persönlich war es eine besondere Freude für und mit dem Zoo Frankfurt zu arbeiten, da es sich bei mir als gebürtigem Rheinhessen hier um „den“ Zoo meiner Kindheit handelte.“ Auch aus ganz praktischen Gründen bot sich die Zusammenarbeit an, denn der Workshop, in dem die Studierenden ihre Entwürfe umsetzten, fand zum wiederholten Male auf dem Gelände einer Bio-Rosen-Gärtnerei in Steinfurth in der Wetterau statt. Dem Workshop vorausgegangen war ein Besuch im Frankfurter Zoo. Im Fokus der Führung standen die Tiere und ihre Besonderheiten, aber auch ganz pragmatische Gesichtspunkte wie etwa Platzierungsmöglichkeiten, Vandalismussicherheit und didaktischer Nutzen wurden erörtert. Bei der Vernissage im August hatte der Zoo dann die Qual der Wahl – denn nicht alle entstandenen Werke konnten die Reise nach Frankfurt antreten. „Alle 15 Arbeiten der Studentinnen und Studenten haben uns sehr gut gefallen – sowohl, von der Idee her als auch von der handwerklichen und künstlerischen Umsetzung. Ausschlaggebend für die Auswahl waren neben ästhetischen Gesichtspunkten auch der Bezug zu den bei uns gezeigten Tieren, das Storytelling sowie die Einpassung in das Zoogelände. Uns war es wichtig, mit der Kooperation zwei Ziele zu verfolgen: Zum einen für die Studierenden eine echte Auftragssituation zu simulieren, zum anderen unsere Besucherinnen und Besucher zu erfreuen und auch ein bisschen zum Nachdenken anzuregen. Ich denke, mit der Auswahl der Skulpturen ist uns das gut gelungen“, so Christine Kurrle, Pressesprecherin des Zoos. Die sechs Tierskulpturen sind aus Lärchen und Eichenholz gefertigt. Bei der Bearbeitung kamen Kettensägen und Schnitzwerkzeuge zum Einsatz. Die Figuren sind Leihgaben an den Zoo und werden bis Ende Oktober 2025 dort zu sehen sein

Zoo Zürich 10.02.2022
1,27 Mio. Zoogäste im zweiten Corona-Jahr
Trotz zweimonatiger Schliessung Anfang des Jahres sind die Besucherzahlen 2021 des Zoo Zürich erfreulich ausgefallen. Bei den verkauften Onlinetickets und den Beiträgen in die Naturschutzprojekte verzeichnete der Zoo sogar Rekorde. Nach zwei Monaten Lockdown zum Jahresauftakt konnten die Besucherinnen und Besucher den Zoo Zürich 2021 erst ab März wieder besuchen, immer unter Berücksichtigung der besonderen sich wandelnden Anforderungen der Pandemielage wie Masken- und Zertifikatspflicht. Um lange Schlangen am Eingang möglichst zu vermeiden, forcierte der Zoo Zürich 2021 den Verkauf von Onlineticktes – und erreichte mit rund 230’000 verkauften Onlinetickets einen Rekord.- Gute Gästezahlen trotz Schliessung – Erfreulich sind auch die Besucherzahlen. Im Jahr 2021 besuchten 1,27 Millionen Besucherinnen und Besucher den Zoo Zürich. Nachdem der Zoo aufgrund des Lockdowns die ersten zwei Monate des Jahres geschlossen war, ist diese Zahl als gut zu werten. Im Vergleich zum Vorjahr 2020 (damals mit fast dreimonatiger Schliessung während der Hauptsaison) waren es etwa 170’000 Besuchende mehr. «Wir haben letztes Jahr sehr davon profitiert, dass viele Schweizerinnen und Schweizer ihre Ferien innerhalb des Landes verbracht haben», sagt Zoodirektor Severin Dressen. Dass die Gäste trotz sich wandelnder Auflagen und verschiedener Einschränkungen im Bereich der Zoogastronomie und bei den Zooevents so zahlreich kamen, freut den Zoo besonders.Rekordbeiträge im Naturschutz – Trotz der Corona-Pandemie konnte der Zoo Zürich auch im Jahr 2021 seine Naturschutzprojekte weltweit finanziell unterstützen. Mit Naturschutzbeiträgen in der Höhe von knapp Fr. 2,2 Mio. stiegen diese gegenüber dem Vorjahr um fast Fr. 400’000.–. Auch dies ist ein Rekord für den Zoo Zürich und zeigt seine Entschlossenheit, Tiere und ihren natürlichen Lebensraum zu schützen. Zoo der Zukunft – Das Jahr 2021 stand im Zeichen des Entwicklungsplans 2050, den der Zoo im September präsentierte. Er ist die Leitlinie, wie sich der Zoo in den nächsten dreissig Jahren weiterentwickeln will. Demgemäss will der Zoo Zürich bis im Jahr 2050 auf seiner bestehenden Fläche von 27 Hektar aus 11 grossräumigen Lebensräumen bestehen.

Tierpark Olderdissen 09.02.2022
Auswilderung von Olderdisser Steinkäuzen in Ostdeutschland
Das ist aktiver Artenschutz: Der Heimat-Tierpark Olderdissen gibt fünf Steinkäuze für ein Wiederansiedlungsprogramm in Sachsen-Anhalt ab. Reviertierpfleger Sebastian Bleich brachte die zwei Männchen und drei Weibchen persönlich ins nördliche Harzvorland bei Quedlinburg. Zwei Steinkäuze verbleiben im Tierpark für weitere Nachzuchten. „Das letzte Mal wurden 2009 Steinkäuze aus dem Bielefelder Tierpark in Sachsen-Anhalt ausgewildert“, berichtet Cheftierpfleger Markus Hinker. „Weitere Tiere aus unserem Steinkauz-Bestand haben wir seitdem an andere zoologische Einrichtungen abgegeben.“ Vor der eigentlichen Auswilderung werden die Tiere beringt. In Volieren direkt im Auswilderungsgebiet können sich die Steinkäuze zunächst an ihre neue Umgebung gewöhnen. Hier werden sie auch darauf trainiert, selbst Nahrung zu erbeuten, um in freier Wildbahn zu überleben. Neben dem Tierpark Olderdissen unterstützen insgesamt 15 Mitglieder der Deutschen Tierpark Gesellschaft das Projekt. Initiator des Programms ist Eckhard Kartheuser vom Tierpark Hexentanzplatz Thale. 1999 begannen die ersten Auswilderungen.

Zoo Magdeburg 09.02.2022
DIE wachsame WALERIE
Otto setzt ein Zeichen für Umweltschutz. Am 02.02.2022 wurde in der Victor-Jara-Straße 17 im Magdeburger Stadtteil Neustädter See das Werk DIE wachsame WALERIE des Künstlers „Coky One“ präsentiert. Das Thema: Verschmutzung der Weltmeere mit Plastikmüll. „Wir, vom Zoologischen Garten Magdeburg, sind froh, dass wir bei der Übergabe an die Öffentlichkeit dabei sein durften und freuen uns sehr darüber, dass ein so essenzielles Thema in unmissverständlicher Weise auf den Gebäuden in der Victor-Jara-Straße kommuniziert wird,“ sagt Kurator und Tierarzt Felix Husemann. Die Verunreinigung der Meere sei nicht nur ein Problem für die Tiere, die im Wasser leben, sondern auch für alle anderen Tierarten, für die das Meer einen Teil ihres Lebensraums darstellt. Für Wasservögel, wie unsere Brillenpinguine, sehe Plastik oft aus wie die glitzernden Schuppen von Fischen. Wasserschildkröten verwechseln feine Plastiktüten schnell mit einer Qualle und nehmen diese auf. Diese zwei Beispiele haben eine dramatische Folge: Die Tiere verhungern mit vollem Magen. Auf diese Weise sterben jährlich 135.000 Meeressäuger und 1 Million Meeresvögel (Quelle: NABU). Pro Jahr gelangen 4,8 bis 12,7 Millionen. Tonnen Plastikmüll in die Ozeane (Quelle: WWF). Umso wichtiger ist die Botschaft, die DIE wachsame WALERIE vermittelt: Der Buckelwal springt zurück in den sauberen Ozean, was verdeutlicht, dass wir mit aller Kraft versuchen müssen, den ursprünglichen Zustand der Ozeane wieder herzustellen. Das Gute ist, dass jeder im Kleinen seinen Beitrag leisten kann. Selbst wenn es nur der Verzicht auf die nächste Plastiktüte ist. Wir freuen uns auf zukünftige Gemeinschaftsprojekte mit der Wohnungsbaugenossenschaft Otto von Guericke.

Tiergarten Nürnberg 09.02.2022
Afrikanische Schweinepest: Sorge um Hirscheber im Tiergarten
Der Tiergarten der Stadt Nürnberg fürchtet, wie viele Schweinehalter in Deutschland derzeit, die Afrikanische Schweinepest (ASP). Die Krankheit ist für die Tiere tödlich. Mit seinen Hirschebern hält der Tiergarten eine Schweineart, die als vom Aussterben bedroht gilt. Die ASP bedroht sowohl wildlebende Hirscheber in ihrer Heimat Sulawesi als auch Tiere in den Tiergärten, und der Verlust eines jeden Tieres erschwert Bemühungen, die Art zu retten. „Mit der Afrikanischen Schweinepest haben wir zum ersten Mal eine Bedrohung, die zeitgleich die Wildpopulation und die sogenannte Reservepopulation in den Zoos betrifft“, sagt der stellvertretende Direktor des Tiergartens Nürnberg Jörg Beckmann. Er ist zugleich Vorsitzender der EAZA Fachgruppe für Tapire, Flusspferde und Schweineartige und Mitglied der Expertengruppe für wildlebende Schweinearten der Weltnaturschutzunion. Zoos des Europäischen Zooverbands EAZA züchten im Zuge des EEP (EAZA ex situ-Programm, früher Europäisches Erhaltungszuchtprogramm) gefährdete Arten, um einen gesunden Bestand der Tiere außerhalb ihres natürlichen Lebensraumes zu bewahren und im schlimmsten Fall – wie bei den Hirschebern – ihr Aussterben zu verhindern. Neun Zoos in Europa beherbergen derzeit 42 Hirscheber (Babyrousa celebensis), ein Pärchen lebt im Tiergarten Nürnberg. Auch Bartschweine (Sus barbatus) und Visayas-Pustelschweine (Sus cebifrons) leben in EAZA-Zoos. Sie sind ebenfalls gefährdete Arten und von der ASP bedroht. Zwölf Bartschweine leben in drei EAZA-Zoos, 163 VisayasPustelschweine haben in 42 EAZA-Zoos ein Zuhause. Eine Besonderheit dieser asiatischen Schweinearten ist, dass eine Art häufig nur in einem sehr begrenzten Gebiet, zum Beispiel auf einer Insel, vorkommt. Sie sind sogenannte endemische Arten. Um auf die Problematik aufmerksam zu machen, haben der Verband der Zoologischen Gärten, die Zoologische Gesellschaft für Arten- und Populationsschutz, die Deutsche Tierpark Gesellschaft und die Gemeinschaft der Zooförderer das VisayasPustelschwein zum Zootier des Jahres 2022 gewählt. Wo wenig ist, kann viel verloren gehen. Entsprechend groß ist die Sorge der Zoos einschließlich des Tiergartens Nürnberg, dass die ASP sie erreicht. Hochansteckendes Virus Die ASP ist eine Viruserkrankung, die für Menschen und andere Tierarten ungefährlich, für Schweine aber tödlich ist. Ursprünglich trat sie bei wildlebenden Schweinearten in Afrika auf. 2007 gelangte das Virus vermutlich über Zecken nach Georgien und hat sich von dort bis nach Russland, Weißrussland und die Ukraine ausgebreitet. 2014 erreichte es die Europäische Union, im September 2020 bestätigte sich der erste Fall bei einem Wildschwein in Brandenburg, im Juli 2021 bei Hausschweinen im selben Bundesland. Inzwischen ist die Seuche zusätzlich in Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern angekommen. Übertragen wird das Virus durch direkten Kontakt mit einem infizierten Tier, über Blut oder wenn die Schweine Fleischprodukte fressen, die von infizierten Tieren gewonnen wurden, wie weggeworfene Wurstbrötchen im Wald. Das Virus kann auch mehrere Wochen auf einem Tierkadaver überleben oder über Werkzeuge, Fahrzeugreifen, Schuhe und andere Kleidungsstücke zu einem neuen Wirt gelangen. So besteht die Gefahr, dass auch Schweine in menschlicher Obhut mit dem Virus in Kontakt kommen. Entsprechend streng sind die Vorgaben der zuständigen Behörden, wenn es in einem Betrieb zu einem Ausbruch kommt. In der Regel müssen dann Hunderte bis Tausende Tiere getötet werden. Von Hunderten oder Tausenden Tieren kann in Zoos keine Rede sein. Jeder Verlust eines Tieres durch die ASP wöge hier schwer – ob die Tiere an der Krankheit sterben oder zur Eindämmung der Seuche getötet werden müssen. Zusammen mit der Schweine-Expertengruppe der Weltnaturschutzunion und Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des Friedrich-LöfflerInstituts (FLI) arbeiten die Tiergartenteams an Vorschlägen, wie sie die Schweine in ihren Zoos schützen können. Eine Strategie besteht darin, die wenigen Tiere auf mehrere Standorte zu verteilen. „Wegen Seuchen und Gefahren wie der ASP achten wir darauf, dass wir den Bestand der Tiere auf verschiedene Tiergärten und Länder verteilen, um das Verlustrisiko zu minimieren“, sagt Jörg Beckmann. Bei einem Ausbruch der ASP in der Nähe eines Zoos müssen die dort gehaltenen Schweine nicht zwangsläufig getötet werden. Der Gesetzgeber sieht eine Ausnahmeregelung vor, wenn es darum geht, eine Art zu erhalten. Das Virus schert sich allerdings nicht um Ausnahmen, Ländergrenzen und Gehegezäune. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des FLI arbeiten daher an einem Impfstoff gegen die ASP. Ziel ist, die Seuche über eine Schluckimpfung für wildlebende Schweine einzudämmen – eine erfolgreiche Strategie beim letzten Ausbruch der Gewöhnlichen Schweinepest im Jahr 2009. Für den Hirscheber, das Visayas-Pustelschwein und andere gefährdete Schweinearten könnte die Impfung ein wesentlicher Baustein sein, um deren Aussterben in Zoos wie in der Natur zu verhindern.

Zoo Basel 09.02.2022
Cool frisiert – die neuen Krauskopfpelikane im Zolli
Fünf Krauskopfpelikane mit gräulicher Färbung und cooler Frisur sind im November 2021 in die Anlage der Rosapelikane eingezogen. Die potentiell gefährdete Pelikanart soll die schon lange im Zolli lebenden Rosapelikane in Brutstimmung versetzen. Seit Ende 2021 teilt sich die Gruppe altbekannter Rosapelikane (Pelecanus onocrotalus) ihre Anlage mit fünf Krauskopfpelikanen (Pelecanus crispus). Diese Pelikanart ist in der Natur potentiell gefährdet und wird im Europäischen Erhaltungszuchtprogramm, genannt EEP (Ex-situ-Programm der European Association of Zoos and Aquaria EAZA), koordiniert. Auch im natürlichen Lebensraum leben Krauskopfpelikane oft eng mit Rosapelikanen zusammen. Es kann auch zu Paarungen zwischen ihnen kommen. Solange sie genügend Möglichkeiten innerhalb ihrer eigenen Art haben, passiert dies jedoch meist nicht. Die Eigenheiten der Pelikanarten Sowohl die Krauskopf- als auch die Rosapelikane nisten in Kolonien am Boden und gehen in Gruppen gemeinsam auf Futtersuche. Beides sind grosse und schwere Vogelarten; die Krauskopfpelikane sind allerdings noch deutlich grösser. Sie sind die grösste von acht Pelikanarten auf der Welt. Während Rosapelikane dichte Kolonien zum Nisten mögen, fangen Krauskopfpelikane bereits bei wenigen Tieren damit an. Trotz ihrer Grösse und ihres Gewichts können Pelikane fliegen. Der Abflug verläuft dabei eher mühselig. Sobald sie aber in der Luft sind, können sie von den thermischen Aufwinden Gebrauch machen und weite Strecken zurücklegen. Meisterhafte Fischer mit sensiblem Schnabel Krauskopfpelikane sind in Südeuropa und Zentralasien verbreitet und halten sich in Süss- und Brackwasserseen, Flussdeltas und Lagunen auf. Man findet sie in Kolonien auf Inseln oder in dichter Vegetation brütend vor, wo sie vor Raubtieren geschützt sind. Den grossen Schnabel mit dehnbarem Kehlsack setzen sie zum Fischen ein. Selbst in trübem Wasser sind sie hervorragende Fischer; sie können Fische mit dem Schnabel erfühlen. Vor der Brut mausern die Krauskopfpelikane einen Teil des Gefieders und erhalten eine neue Frisur: Lange, krause Federn schmücken ihren Hinterkopf. Diese sind ausserhalb der Brutzeit auch vorhanden, aber weniger ausgeprägt. Ausserdem verfärbt sich ihr Kehlsack auffällig orange bis blutrot. Potentiell gefährdete Art Durch Lebensraumverlust und Störungen der Brutkolonien sind die Bestände an Krauskopfpelikanen in der Natur zurückgegangen. Verschiedene Naturschutzprojekte helfen, die Population der potentiell gefährdeten Art zu stabilisieren, indem zum Beispiel neue Brutinseln bereitgestellt werden. Auch Auswilderungsprojekte sind in Planung. Neue Beschilderung im Vivarium Digitale Bildschirme bereichern neu das Vivarium. Sie ersetzen die alten Schilder, welche noch aus der Zeit der Eröffnung des Vivariums vor 50 Jahren stammen. Die neuen Touchscreens bieten detaillierte Informationen zu den Tieren und ihren Lebensräumen sowie zu Aktualitäten. Seit der Eröffnung des Vivariums dienten Leuchtkästen, welche auf Knopfdruck hell wurden, als Informationsquelle für die Besuchenden. Der Wunsch, im Vivarium mehr Informationen zu seinen Bewohnern und ihren Lebensräumen anbieten zu können, führte zur Entwicklung eines neuen Beschilderungskonzeptes. Neu stehen Touchscreens mit vielen, attraktiv aufbereiteten Informationen in drei Sprachen zur Verfügung. Eines der Highlights sind die farbigen, wissenschaftlichen Illustrationen, die eigens für diesen Zweck gezeichnet wurden. Alte Schilder mit Charme, aber wenig Platz Das Vivarium wurde 1972 als thematischer Rundgang eröffnet. Aquarien und Terrarien sind in geografische und biologische Lebensräume gruppiert. In zwei Kreisen führt der Weg zunächst abwärts unter Wasser ins Reich der Fische, um nachher, dem Lauf der Evolution folgend, ans Land zu Amphibien und Reptilien anzusteigen. Zoo-Besuchende konnten die Schilder bei den Aquarien und Terrarien per Knopfdruck aufleuchten lassen. Artname (wissenschaftlich, D, F, E), Kurztexte und Illustrationen in Schwarz-Weiss informierten über die jeweiligen Bewohner. Die Leuchtkästen waren zwar sympathisch, hatten aber den Nachteil, dass nur wenig Text und Illustration auf den Schildern Platz hatte, was auch von Zoobesuchenden bemängelt wurde. Vivarium goes digital Eine zeitgerechte, informative und benutzerfreundliche Beschilderung sollte her – ohne die schöne Atmosphäre im dunklen Vivarium zu stören. Eine digitale Lösung, welche mehrere Informationsebenen erlaubt, bot sich an. Die neue Beschilderung wurde in enger Zusammenarbeit mit der Basler Firma «Tweaklab» entwickelt. In die Entwicklung flossen auch Ergebnisse einer Bedürfnisanalyse ein, welche im Rahmen einer Maturarbeit unter Zoo-Besuchenden durchgeführt wurde. Im Jahr 2020 wurde an zwei Standorten ein Prototyp montiert. Nach einer ausgiebigen Testphase mit einigen Anpassungen erfolgte ab Herbst 2021 die etappenweise Installation der finalen Beschilderung. Die neue Beschilderung auf einen Blick Jedes Aquarium und Terrarium im Vivarium besitzt eine Nummerierung, einen Bereich (z.B. «Tropische Meere») und ein Thema (z.B. «Korallen im Klimawandel»). Berührt man den Touchscreen, der im Ruhemodus bewusst dunkel gehalten wird, erscheinen auf der ersten Ebene die oben erwähnten Angaben, ein «Infobutton» zum Thema des Beckens und eine Übersicht der jeweiligen Bewohner anhand wissenschaftlicher Illustrationen. Mit Klick auf den Infobutton oder eine Tierart folgen vertiefende Informationen. Bei den Tierarten erscheint die Illustration nochmals in einem grösseren Format, um genauer auf typische Körpermerkmale hinzuweisen. Ein Steckbrief, Kurztexte zu Besonderheiten sowie der Gefährdungsstatus nach International Union for Conservation of Nature (IUCN) sind weitere Inhalte. Besuchende haben zudem die Möglichkeit, auf Wunsch die Schrift zu vergrössern. Im Vivarium leben 395 Arten. Bei der Erarbeitung der Inhalte wurde eine Priorisierung vorgenommen. Bis heute sind in den 62 Stationen 144 Tierarten abgebildet. In den kommenden Monaten werden weitere Tierarten folgen.

Tierpark Hellabrunn München 09.02.2022
Mit vereinten Kräften für die Erhaltung der Stummelfußfrösche
Im Jahr 2019 wurde bei einer Untersuchung die bis dato als ausgestorben geltende Art Atelopus arsyecue in der Sierra Nevada de Santa Marta in Kolumbien wiederentdeckt. Im Rahmen des Projekts „Starry Night Harlequin Toad“ unterstützt Hellabrunn die Organisation Fundación Atelopus über die Stiftung Artenschutz beim Schutz der bedrohten Amphibien. Der kaum fünf Zentimeter große Stummelfußfrosch mit der „Sternenkarte“ auf dem Rücken ist weltweit nur an einem einzigen Ort zu finden. In der Sierra Nevada de Santa Marta (SNSM), einem der höchsten und entlegensten Küstengebirge der Erde, lebt offenbar noch ein kleiner Bestand der Art Atelopus arsyecue. Weil er mit seiner glänzend schwarzen und von weißen Flecken überzogenen Haut an den klaren Sternenhimmel in seiner Heimat erinnert, wird er im englischen Sprachgebrauch auch „Starry Night Harlequin Toad“ genannt. Die verschiedenen Höhelagen und die Isolation der kolumbianischen Region haben im Zusammenspiel mit dem tropischen Klima ein einzigartiges Ökosystem mit einer hohen Biodiversität erschaffen, das Raum für allein 17 endemische Amphibienarten bietet, darunter fünf Arten der gefährdeten Stummelfußfrösche. Neben der Gefahr durch Chytridpilze für Amphibien, ist im Vergleich zu anderen bedrohten Tierarten nur wenig über die Gefährdungsursachen dieser Froschart bekannt. Hier will das von der Stiftung Artenschutz initiierte Projekt „Starry Night Harlequin Toad“ ansetzen. So soll im gesamten Gebiet der SNSM ein Monitoring für die gefährdeten Frösche etabliert werden, um Erkenntnisse über das Ausmaß und die Ursachen der Bedrohung zu gewinnen. Das Projekt-Team vor Ort kümmert sich um die Erfassung des aktuell dort lebenden Bestands und des Populationsstatus durch die Markierung und akustische Beobachtung der Tiere, unter Berücksichtigung möglicher Gefahren durch Mensch und Umwelt. „Das Ziel der Bemühungen ist die Erarbeitung eines umfangreichen Schutzkonzepts“, sagt Julia Knoll, die in Hellabrunn für Edukation und Artenschutz verantwortlich ist. „Zugleich ermöglicht das Verständnis über die Besonderheiten der schutzbedürftigen Art eine angemessene und verträgliche Bewirtschaftung des Gebiets. Die lokale Bevölkerung für den ökologischen Wert der Amphibien zu sensibilisieren, ist ebenfalls zentraler Bestandteil des Projekts. Es wird vermutet, dass die Stummelfußfrösche die ersten innerhalb ihrer Gattung sein könnten, die ohne eine gezielte Intervention vollständig aussterben“, ergänzt die Hellabrunner Artenschutz-Expertin. Über die regelmäßige Unterstützung der Stiftung Artenschutz hinaus, beteiligt sich Hellabrunn mit einem einmaligen finanziellen Beitrag, um zu dessen Erfolg beizutragen. „Nur wenn die ökologische und kulturelle Bedeutung der Amphibien klar definiert ist, können die Lebensräume und Lebensgemeinschaften dieser Stummelfußfroschart effektiv geschützt werden“, betont Tierparkdirektor Rasem Baban. Die SNSM Region ist neben der biologischen Vielfalt auch in kultureller Hinsicht von großer Bedeutung: Vier verschiedene indigene Bevölkerungsgruppen leben in dem Gebiet, von dem nur rund ein Viertel als Nationalpark deklariert und geschützt ist. Bei der Wiederentdeckung von Atelopus arsyecue spielte die Gemeinschaft der dort lebenden Arhuaco von Sogrome eine entscheidende Rolle, die Hand in Hand mit Wissenschaftlern und Artenschützern arbeiten. Sie teilen sich den Lebensraum mit den Fröschen und pflegen ein besonderes Verhältnis zu den Tieren. Das Vorkommen und der Gesang der Stummelfußfrösche gibt ihnen Aufschluss darüber, ob ihre Umwelt noch intakt ist und übernimmt eine Schlüsselrolle in ihrem eigenen Jahreskreislauf. So stellt das Artenschutzprojekt zur Erhaltung von Atelopus arsyecue auch ein herausragendes Beispiel für interkulturelle Zusammenarbeit dar.

Zoo Leipzig 09.02.2022
Auf Schlittschuhen durch den Zoo Eisiges Winterferien-Programm
Auf Schlittschuhen durch den Zoo – das können Zoobesucher ab dem 12. Februar selbst ausprobieren. Im Konzertgarten gibt es eine wunderbare Eisfläche, auf der man täglich von 9 bis 17 Uhr nach Belieben kostenfrei Schlittschuh fahren* und Pirouetten drehen kann. Wer keine eigenen Schlittschuhe zur Verfügung hat, kann sich diese auch vor Ort für 4,00 € ausleihen. Außerdem wird donnerstags und an den Wochenenden ein tolles Rahmenprogramm geboten: Der Leipziger Eissport-Club zeigt bei Showläufen und Event-Trainings, wie vielseitig und spaßig die Sportarten Eiskunstlauf und Eishockey auf dem Eis sein können. Zusätzlich werden Schnupperkurse für jedermann angeboten. Eröffnet wird das Showprogramm am 12. Februar um 14.30 Uhr durch Andreas Felsch, den sportlichen Leiter der IceFighters Leipzig. An das Aufwärmen bei den winterlichen Temperaturen wurde selbstverständlich auch gedacht: Am Marché-Grillpavillon direkt neben der Schlittschuhbahn gibt es Glühwein, Kinderpunsch und verschiedene Leckereien. Alle, die sich doch lieber auf festem Untergrund fortbewegen möchten, laden unsere Zoolotsen in den Ferien zu Wintertouren durch den Zoo ein, bei denen man so einige wissenswerte Dinge erfahren kann. Die Touren finden jeweils samstags, dienstags und donnerstags von 10.30-11.30 Uhr statt und kosten 8,00 € pro Person. Eine Vorab-Buchung der Tourentickets ist online über den Zooshop möglich. Pro Termin können maximal 10 Personen teilnehmen. Bei den winterlichen Temperaturen locken aber auch die Tierhäuser mit eindrücklichen Erlebnissen. Allen voran das neue Schmuckstück des Gründer-Gartens: das Aquarium. Hier können kleine und große Hobbyaquarianer in die faszinierende Unterwasserwelt eintauchen und Schaufelnasen-Hammerhaie, Oman-Kuhnasenrochen, Quallen oder Regenbogenfische in ihrem Element erleben. Gondwanaland lädt wiederum bei warmen 26° zu einer Bootsfahrt auf dem Urwaldfluss ein, und in Pongoland suchen die jüngsten Sprösslinge bei den Schimpansen die Aufmerksamkeit der Besucher. Der erste Nachwuchs in der Erlebniswelt Südamerika, der bereits auf der Außenanlage unterwegs ist, war am 02.02.2022 bei den Guanakos zu verzeichnen und lässt sich ebenfalls bestaunen.

Tierpark Bochum 08.02.2022
Fortbildung im Zoo: Hilfe für in Not geratene Tiere
Kooperation zwischen Bochumer Feuerwehr und Tierpark nimmt Fahrt auf Eine Katze im Baum, ein verletzter Vogel oder eine mutmaßlich giftige, ausgesetzte Schlange – Tierrettungseinsätze sind für die Feuerwehr Bochum keine Seltenheit. Um weder das in Not geratene Tier, noch sich selbst in Gefahr zu bringen, sind sowohl zoologisches Wissen als auch ein fachgerechter, routinierter Umgang wichtige Grundlagen. Beides lernen die Nachwuchskräfte in Ausbildung sowie die Wachabteilungen im Rahmen regelmäßiger Fortbildungs-Workshops im Tierpark + Fossilium Bochum. Ihre Kooperation machten beide Institutionen bereits im letzten Frühjahr offiziell. Nach den ersten erfolgreichen Pilot-Workshops wird die Feuerwehr ab 2022 nun regelmäßig zur Weiterbildung zu Gast in dem Natur- und Umweltbildungszentrum sein. Der Schulungsinhalt teilt sich dabei in einen Theorie- und Praxisteil auf. „Wenn die Rettungskräfte zu einem Einsatz gerufen werden, sollten sie schnell beurteilen können, mit welcher Tierart sie es zu tun haben und welche Handlungsstrategien sich aus den biologischen Besonderheiten ableiten lassen“, erklärt Zoodirektor Ralf Slabik und fährt fort: „Neben zoologischen und rechtlichen Informationen, wie etwa zur Bestimmung invasiver Arten, gehören auch praktische Übungen zum Programm. Unter Anleitung lernen die Teilnehmenden, wie sie beispielsweise Schlange oder Echse sicher einfangen können.“ Bei ihren Rettungseinsätzen trifft die Feuerwehr jedoch nicht nur auf Exoten. „Auch vermeintlich harmlose Haustiere, wie Katzen und Frettchen, ebenso wie Nutztiere können – wenn sie unter Stress stehen – wehrhaft werden und ihren Retter unter Umständen schwer verletzen“, führt Jens Stirnberg, Diplom-Biologe und Abteilungsleiter der Zoologie im Tierpark, weiter aus. Im Workshop werden daher Schutzausrüstungen, Hilfsmittel und richtige Handgriffe direkt am Tier erprobt. Ebenso wie die Feuerwehr wird auch der Tierpark regelmäßig von besorgten Bürger:innen kontaktiert, die ein verletztes Tier bei einem Spaziergang sichten und helfen wollen. Dabei kann der Tierpark das menschliche Bedürfnis, in diesen Fällen eingreifen zu wollen, aus moralischer Sicht nachvollziehen, weist aber darauf hin: „Abgesehen davon, dass man sich durch einen Hilfeversuch auf eigene Faust selbst in Gefahr bringt, gehören sowohl Leben als auch Tod zum natürlichen Kreislauf dazu.“, so Ralf Slabik. Besonders herzzerreißend ist für Viele auch der Anblick eines scheinbar mutmaßlich verwaisten Jungtieres. Hier wissen die Experten des Tierparks, dass Tiereltern ihren Nachwuchs meist nur für die Nahrungssuche verlassen und in der Regel nach einiger Zeit zurückkehren. Nähert sich jedoch ein Mensch, halten sich die Eltern aus Angst erst recht fern. Ein direkter menschlicher Kontakt würde möglicherweise sogar dazu führen, dass das Jungtier von den Eltern verstoßen wird. Durch unseren schnelllebigen Alltag in einer hoch technologisierten, überwiegend urbanen Welt, sind wir Menschen heutzutage eher seltene Gäste in der Natur, als ein Teil von ihr. Uns fehlen durch mangelnde Berührungspunkte oftmals das Verständnis für, sowie nötiges Grundwissen über die Umwelt und unsere Mitgeschöpfe. Umso wichtiger ist die Arbeit von außerschulischen Lernorten, wie dem Bochumer Tierpark. Hier werden Besuchende – und besonders bereits die jüngeren Generationen – durch unmittelbare Mensch-Tier-Begegnungen für unsere heimische und exotische Tierwelt begeistert sowie zu einem respektvollen und nachhaltigen Umgang mit der Natur befähigt.

Tierpark Hagenbeck Hamburg 08.02.2022
Winterüberraschung im Eismeer Schnee und Eisbomben sorgen für Abwechslung bei Walrossen und Eisbären
Eine volle Ladung Schnee verbunden mit allerlei Leckereien waren für die Eisbären Kap und Victoria sowie unsere Walrosse eine willkommene winterliche Abwechslung. Mitten im Hamburger Nieselregen überraschten die zuständigen Tierpfleger und Gärtner des Tierpark Hagenbeck die Eismeerbewohner darum heute mit einem richtigen Winterwunderland. „Eine gelungene Aktion, dank echter Teamarbeit hier im Tierpark, bei der uns die Kunsteisbahn Stellingen freundlicherweise unterstützt hat“, erzählt Zootierarzt Dr. Michael Flügger. „Unsere Tierpfleger lassen sich immer wieder etwas Neues einfallen, um die Tiere abwechslungsreich zu beschäftigen. Gerade für unsere Säugetiere ist das besonders wichtig.“ Um die Tiere zu animieren den Schnee zu durchsuchen, wurden artspezifisch Fleisch, Fisch oder Muscheln darin versteckt und teilweise auch in Eisbomben eingefroren. Eine spannende Herausforderung für die Tiere, die natürlich bestens an den Umgang mit Eis und Schnee angepasst sind. „Sie sind hervorragend an die Temperaturen des arktischen Winters ihrer natürlichen Verbreitung angepasst, um ihrer Beute nachstellen zu können. Im arktischen Sommer müssen Eisbären hungern, weil das Packeis fehlt, um Robben jagen zu können. Im Tierpark ist die Ernährung hingegen auch ohne eisige Temperaturen gesichert“, erklärt der Zoologische Direktor Dr. Guido Westhoff. Spaß an der winterlichen Überraschung hatten aber alle Beteiligten. Kap und Victoria sind mit ihren 21 und 19 Jahren im besten Eisbären-Alter. Ihre maximale Lebenserwartung beträgt 30-35 Jahre. Auch Walross-Dame Dyna (25) sowie Mama Polosa (25) und Sohn Fiete (2) hatten sichtlich Freude an dem kalten Buffet. Noch den ganzen Vormittag waren die drei damit beschäftigt, die feinsten Leckerbissen aus dem Schnee zu suchen und die Eisbomben vor sich her durch das Wasser des Eismeers zu schubsen.

Zoo Magdeburg 07.02.2022
Kritische Phase der Aufzucht überstanden! Handaufzucht bei Großem Ameisenbär – Wir ziehen ein Resümee nach einem Jahr
Ungewollt wurde Tierpflegerin Ina Rünzi am 08.02.2021 Ersatzmutter für den Nachwuchs der Großen Ameisenbären im Zoo Magdeburg. „Es ist unser Ziel, dass alle Jungtiere im Zoo Magdeburg durch die Elterntiere aufgezogen werden.“, erklärt Felix Husemann, Tierarzt und Kurator. In diesem Falle sei ein Eingreifen allerdings nötig gewesen, da die Mutter altersbedingt nicht genug Milch produzierte und jedes Tier dieser bedrohten Tierart einen wichtigen Beitrag zur Arterhaltung liefert. Durch diesen unglücklichen Start fernab der südamerikanischen Heimat, hatte „Osita“, so wurde das Jungtier getauft, Schwierigkeiten eine normale Gewichtsentwicklung zu vollziehen. Durch enge tiermedizinische Betreuung und tierpflegerischen Höchsteinsatz konnte sie den Rückstand aufholen und erfreut sich bester Gesundheit. Heute wiegt Osita 35 kg, das Geburtsgewicht betrug lediglich 1400 g. Das Ziel einer Handaufzucht ist es, dem Tier eine möglichst naturnahe Prägung zu vermitteln. Osita zeigt glücklicherweise arttypisches Verhalten und weiß, dass sie kein Mensch ist, eine Gefahr, die bei einer solchen Aufzucht besteht. Nachzuchten in Menschenobhut sind bei dieser Nebengelenktierart eher rar – mit Ausnahme der seit vier Jahrzehnten kontinuierlichen Nachzuchterfolge im Zoo Dortmund. Dort wird das Europäische Erhaltungszuchtprogramm (EEP) für diese Tierart geführt; über dieses Programm werden alle Großen Ameisenbären europaweit erfasst und Verpaarungen gemanagt, um eine maximale genetische Vielfalt zu gewährleisten. „Happy Birthday, kleiner Großer Ameisenbär!“ wünscht der Tierpate Hardy Puls, Geschäftsführer der Magdeburg Marketing Kongress und Tourismus GmbH (MMKT

Opel Zoo Kronberg 07.02.2022
Pressekonferenz zum Geschäftsjahr 2021 im Opel-Zoo: Corona-Auflagen, gutes Zoowetter und neue Tiere prägen 2021 – einheitliches Zoogelände ab Ende Februar 2022
„Am 8. März des letzten Jahres konnten wir nach 126 Tagen Lockdown den Opel-Zoo wieder öffnen und damit vielen Besuchern ein Ausflugsziel geben, das sie offensichtlich herbeigesehnt hatten“, berichtet Gregor von Opel, Vorstandsvorsitzender der den Zoo tragenden ‚von Opel Hessische Zoostiftung‘, bei der Pressekonferenz des Opel-Zoo über den wechselvollen Start in das vergangene Geschäftsjahr 2021. Dass der Opel-Zoo am Ende mit 580.739 Tagesbesuchern dennoch ein Rekordjahr verzeichnen konnte, war zu diesem Zeitpunkt keineswegs absehbar. Zoodirektor Dr. Thomas Kauffels erläutert, welche Faktoren trotz der zeitweisen Schließung und der hohen Corona-Auflagen dazu beigetragen haben: Zum einen herrschte im Sommer 2021 typisches Zoo- und weniger Schwimmbadwetter. Da offensichtlich zudem viele Familien nicht verreisen konnten oder wollten, waren Tagesausflüge, insbesondere in „Freiluft“-Einrichtungen wie dem Opel-Zoo eine willkommene Abwechslung. Diese Entwicklung bestätigt auch die insgesamt rege Nachfrage nach Aktivitäten in deutschen Urlaubsregionen, von denen auch der Taunus und insbesondere das Kronberger Freigehege profitieren konnte. Über diese allgemeinen Entwicklungen hinaus sorgten aber auch die Änderungen im Tierbestand des Opel-Zoo für großes Interesse am Zoobesuch: Mit „Zimba“ starb am 21. April die letzte der alten Elefantenkühe, aber im Frühjahr konnte auch darüber berichtet werden, dass sich Jungbulle „Tamo“ und die mit ihrer Ziehmutter Lilak in 2020 aus Berlin gekommene „Kariba“ offensichtlich gut verstehen. Das ausgelassene Spiel der beiden jungen Elefanten, die offenbar Interesse aneinander gefunden haben, war für die Zoobesucher stets eine Attraktion. Am 28. Mai wurde die neue Madagaskar-Voliere eröffnet, die augenblicklich zu einem Besucher-Highlight wurde. Ab Ende Juli wurden bis zum Ende der Herbstferien drei Mal täglich Führungen zu den lebhaften Kattas und Roten Varis angeboten, die ausnahmslos ausgebucht waren. Auch für die Löffelhunde, die bisher in Gemeinschaftshaltung mit den Kängurus im unteren Zooteil untergebracht waren, entstand im Herbst eine eigene neue Anlage unterhalb der Zwergmangusten nahe dem Haupteingang, wo sie für die Zoobesucher wesentlich besser zu beobachten sind. Ende November nahm der Opel-Zoo schließlich drei weibliche Netzgiraffen aus dem Karlsruher Zoo auf, die dieser aufgrund von Bauarbeiten am Giraffenhaus kurzfristig abgeben musste. Sie bilden nun im Giraffenhaus mit den beiden weiblichen Kronberger Rothschildgiraffen eine imposante Gruppe. Aus der großen Zahl von Jungtieren kann der in den Augen der Zoobesucher besonders attraktive Zwillingsnachwuchs bei den Roten Pandas – geboren im Juni 2022 – und das Jungtier „Bakari“ bei den Böhmzebras hervorgehoben werden. „Sehr erfolgreich war im letzten Jahr auch unsere Arbeit im Artenschutz, denn wir konnten erneut zahlreiche Nachzuchten in Wiederansiedelungsprojekte geben“, so Dr. Kauffels, der im Einzelnen vorstellt: Bei den Feldhamstern gab es mit 52 Jungtieren Rekord-Nachwuchs, 27 Feldhamster wurden im Hessischen Freiland ausgewildert und 28 Tiere in anderen Zoos untergebracht, um die dortige Zucht zu ergänzen oder im Frühjahr 2022 ausgewildert zu werden. Außerdem wurden im letzten Jahr sieben Nachzuchten der Europäischen Sumpfschildkröte, drei Europäische Nerze, drei Habichtskäuze, ein Ziesel und drei Waldrappe in Wiederansiedelungsprojekte gegeben. Dennoch: Die Zooverantwortlichen freuen sich zwar über die Besucherentwicklung im vergangenen Jahr, das gegenüber dem ersten „Corona-Jahr“ 2020, in dem der Opel-Zoo deutliche Einbußen hatte hinnehmen müssen, mit einem Plus von 28,6% abgeschlossen wurde. Sie räumen aber auch ein, dass die Erfüllung der weitreichenden Corona-Auflagen abermals mit deutlich gestiegenen Kosten verbunden war. Im Jahr 2022 stehen zunächst verschiedene Baumaßnahmen an, die auch einige für die Zoobesucher sichtbare Veränderungen bringen werden. Nach dem Beschluss der Kronberger Stadtverordnetenversammlung am 28. Oktober 2021, der auch die Verlegung des Öffentlichen Wegs beinhaltete, wird in diesen Tagen bereits die neue Situation mit einem in sich geschlossenen Zoogelände vorbereitet: Zusätzlich zum Haupteingang wird es ab Ende Februar im unteren Zoobereich eine -zunächst provisorische- Kasse in Richtung Kronberg und später auch eine neue Toilettenanlage geben. Dafür entfällt die bisherige „untere Kasse“ in Nähe des Elefantenhauses, ebenso wie die beiden Drehkreuze an dieser Stelle und bei den Guanakos. Die Zoobesucher können sich dann ohne weitere Kontrollen oder Richtungsvorgaben auf dem Zoogelände bewegen und den Rundwegen folgen. Neu entstehen wird außerdem ein Tor Richtung Waldparkplatz und Königstein in Nähe des Kamelstalls. Auch für das Bauvorhaben Panzernashörner haben die Planungen begonnen. „Der Opel-Zoo spart dafür weiterhin 3 € pro verkaufte Eintrittskarte an. Bis die Bauarbeiten beginnen, wird es noch bis weit ins kommende Jahr dauern, doch die Vorarbeiten laufen auf Hochtouren. Die Vorplanungsphase ist bereits abgeschlossen, nun beginnen wir mit der Genehmigungsplanung“, erläutert der Zoodirektor. Auf rund 18.000 m² Zoogelände sollen Anlagen für insgesamt sieben asiatische Tierarten entstehen. Dazu gehören neben Panzernashörnern auch Schabrackentapire, Siamangs, Binturongs, Kurzkrallenotter und die bereits im Opel-Zoo lebenden Prinz-Alfred-Hirsche und Hirschziegenantilopen. Zu Jahresbeginn waren es indes erst einmal die vielen Jungtiere bei den Afrikanischen Zwergziegen auf der Ziegenwiese und im Streichelzoo, die die Zoobesucher begeisterten. Ganz sicher werden schon bald auch bei anderen Tierarten weitere Jungtiere hinzukommen und sobald es warm genug ist, wird man auch die Kattas wieder beim Sonnenbad in der Voliere beobachten können.

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