Zoopresseschau

Tiergarten Schönbrunn 15.05.2021
Ein ganz Großer ist nicht mehr
Am 22. Juni wäre Kimbar stolze 28 Jahre alt geworden. Gestern musste der Tiergarten Schönbrunn den ältesten Giraffenbullen Europas leider einschläfern. „Giraffen, vor allem Bullen, werden nur selten über 20 Jahre alt. Es war uns somit allen klar, dass der Tag des Abschieds jederzeit kommen kann. Dennoch sind wir extrem traurig“, so Pressesprecherin Johanna Bukovsky. Kimbar hatte große Probleme mit den Gelenken. Als er starke Schmerzen bekam und die Medikamente diese nicht mehr lindern konnten, musste er erlöst werden. Bis zum letzten Tag wurde er liebevoll gepflegt. „Kimbar hatte im fortgeschrittenen Alter besondere Ansprüche. Da seine Zähne bereits sehr abgenutzt waren, wurden die Pellets für ihn eingeweicht, das Heu wurde gedämpft und das Gemüse klein gehäckselt.“ Besonders genossen hatte Kimbar es, von seinen Pflegerinnen und Pflegern mit einem Besen an Hals, Brust und Bauch gebürstet zu werden. Kimbar wurde 1993 im Zoo Emmen in den Niederlanden geboren. Im Alter von zwei Jahren kam er im Rahmen des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP) nach Schönbrunn. Bukovsky: „Kimbar ist bei uns zu einem stattlichen, fast fünf Meter hohen Bullen herangewachsen. Von Leckerlis konnte er nie genug bekommen. Das hat sicher dazu beigetragen, dass er bei den regelmäßigen Trainingseinheiten ein richtiger Musterschüler war.“ Vor Baubeginn des neuen Giraffenparks ist Kimbar im Dezember 2014 in ein Quartier bei der Maria-Theresien-Kaserne übersiedelt, wo er sich sehr wohlfühlte. Als der Giraffenpark 2017 eröffnet wurde, wäre ein Transport für ihn nicht mehr zumutbar gewesen und Kimbar konnte in gewohnter Umgebung seinen Lebensabend mit den Weibchen Carla und Rita verbringen. Nun werden die beiden Damen in absehbarer Zeit in den Giraffenpark übersiedeln.

Tierpark Berlin 14.05.2021
Letzte Rettung: Tierpark Berlin – Konfiszierte Strahlenschildkröten werden im Tierpark Berlin aufgenommen
Schätzungsweise eine Million Tier- und Pflanzenarten sind weltweit vom Aussterben bedroht – neben dem Lebensraumverlust stellt der illegale Wildtierhandel die größte Bedrohung für gefährdete Tierarten dar. Immer wieder werden Schmuggler mit bedrohten Tierarten oder Teilen von Tieren im Gepäck aufgegriffen. Schildkröten gehören zu der am stärksten bedrohten Tiergruppe überhaupt. Nun konnten vom Aussterben bedrohte und in Hong Kong konfiszierte Madagaskar-Strahlenschildkröten im Tierpark Berlin aufgenommen werden. Bereits im September 2019 wurde im Gepäck eines Passagiers am Flughafen Hong Kong 57 mit Klebeband fixierte Schildkröten gefunden. Neben 55 jungen Madagaskar-Strahlenschildkröten wurden zwei Madagassische Schnabelbrustschildkröten konfisziert. Beide Arten werden von der Weltnaturschutzunion IUCN als vom Aussterben bedroht gelistet, die Entnahme aus dem natürlichen Lebensraum sowie der Handel mit den Tieren ist nach dem Washingtoner Artenschutzabkommen verboten. Es wird angenommen, dass die Tiere illegal aus dem natürlichen Lebensraum entnommen wurden, um sie international auf dem Heimtiermarkt anzubieten. Erst nachdem sämtliche Genehmigungen ausgestellt waren, konnte ein Teil der Schildkröten nun nach Deutschland überführt werden. Durch die humanitäre Situation und die damit einhergehende fragile Lage in Madagaskar können die konfiszierten Schildkröten nicht ohne weiteres wieder ausgewildert werden. Im dortigen Auffangzentrum müssen derzeit bereits rund 25.000 Schildkröten gepflegt werden, eine Auswilderung ist aktuell nur wenig erfolgsversprechend. Mit der Überführung nach Deutschland konnten die Tiere aber in das Europäische Erhaltungszuchtprogramm (EEP) aufgenommen werden und werden somit Teil des Artenschutz-Programms des Tierpark Berlin. „Das weltweite Artensterben gehört zu den wichtigsten Themen unserer Zeit. Wenn es so weitergeht wird die Strahlenschildkröte innerhalb der nächsten vier Jahrzehnte gänzlich aus ihrem natürlichen Lebensraum verschwunden sein“, erklärt Zoo- und Tierparkdirektor Dr. Andreas Knieriem. Mit nachhaltigen Maßnahmen kann ein Großteil der vom Aussterben bedrohten Tiere langfristig geschützt werden. „Wir hoffen mit der Zucht der uns anvertrauten Tiere einen wichtigen Beitrag für den Erhalt dieser Tierart zu leisten“, ergänzt Knieriem. Die Flugreise nach Deutschland haben die Tiere glücklicherweise gut überstanden. „Nach einer Portion frischer Wildkräuter gab es für die jungen Strahlenschildkröten ein Bad im lauwarmem Wasser. Damit sich die jungen Tiere auch bei der hiesigen Luftfeuchtigkeit gesund entwickeln können, gehört dies nun zu ihrem täglichen Ritual“, erklärt Tierpark-Kurator Markus Klamt. Woher die Tiere genau stammen und wann sie geschlüpft sind, konnte nicht ermittelt werden. In den ausgestellten Dokumenten werden sie auf ein Alter zwischen zwei und zehn Jahren geschätzt. Ihren Namen verdankt die Strahlenschildkröte ihrer auffälligen Musterung auf dem Panzer, markante gelbe Linien verlaufen strahlenförmig auf dem hoch gewölbten Panzer nach außen. Durch die Musterung sind die Tiere im Gebüsch optimal getarnt. Eine ausgewachsene Strahlenschildkröte bringt bis zu 16 kg auf die Waage und kann 190 Jahre alt werden. Beheimatet sind Strahlenschildkröten ausschließlich in Madagaskar, hier sind sie vor allem in Trockenwäldern sowie Dornbuschsavannen im Süden des Landes zu finden. Derzeit befinden sich die Tiere noch in der Quarantäne. Ab voraussichtlich Ende Mai werden sie gemeinsam mit anderen Tieren ihres Lebensraumes wie Halsbandmakis am Affenhaus auch für die Besucher*innen zu sehen sein. Zoos und Tierparks vereinen Tier- und Artenschutz und unterstützen die Erhaltung hoch bedrohter Tiere in der Wildnis. Die jungen Strahlenschildkröten haben im Tierpark Berlin die Chance sich zu stattlichen Schildkröten zu entwickeln und mit eigenem Nachwuchs für den Erhalt dieser vom Aussterben bedrohten Tiere beizutragen. Für den Schmuggler gab es indes drastische Konsequenzen: Er wurde noch am Flughafen festgenommen und später zu einer Geldstrafe und über zwei Jahren Haft – eines der härtesten Strafen die jemals nach dem Tierschutzgesetz von Hong Kong verhängt wurde – verurteilt.

Zoo Dresden 14.05.2021
Freude über Nachwuchs bei den Steppenzebras im Zoo Dresden Am 11. Maierblickte ein Zebrafohlen das Licht der Dresdner Zoowelt.
Das kleine Männchen mit dem Namen Django wurde in der Nacht auf der Außenanlage geboren und überraschte am Morgen unsere Tierpfleger*innen zu Arbeitsbeginn. Für die erfahrene Mutter Zyta ist es das vierte Fohlen und das erste männliche Jungtier nach drei Töchtern. Die jüngste Tochter Camina und damit die Schwester von Django, wurde 2020 geboren und lebt ebenfalls in unserer kleinen Zebraherde. Das vierte Zebra in der Gruppe ist Bolani, ein junges Weibchen, welches 2020 aus dem Zoo Wroclaw (Polen) nach Dresden kam. Vater Ibenge lebt mittlerweile nicht mehr im Zoo Dresden. Der Hengst zog 2020 in den Zoo Borysew (Polen). Nach einer Tragzeit von rund 12 Monaten, bringen Zebrastuten ein Jungtier zur Welt, welches kurz nach der Geburt schon eigenständig stehen und laufen kann. Die Mutter-Kind-Bindung ist anfangs sehr groß und das Fohlen weicht nicht von der Seite der Mutter. Auch Django bleibt immer dicht bei seiner Mutter und trinkt regelmäßig und gut Muttermilch. Über diese Entwicklung und das entspannte Miteinander der Zebra-Gruppe und unserer Kordofan-Giraffen auf der gemeinsamen Außenanlage freuen wir uns sehr.

Tierpark Hellabrunn 14.05.2021
Premiere in Hellabrunn: Ein Küken bei den Sibirischen Uhus
Es ist eine kleine Sensation: Mitte April ist bei den Sibirischen Uhus erstmals erfolgreich ein kleines Küken geschlüpft. Die kleine Eule ist inzwischen schon gut außerhalb ihrer Höhle zu sehen – und mit ihrer weißen Flaumfedern und großen orangenen Augen leicht zu entdecken. Zwar wurden in den vergangenen Jahren immer mal wieder Eier bebrütet, nun hat es jedoch zum ersten Mal auch mit dem Nachwuchs geklappt. Die beiden Sibirischen Uhus, die seit 2011 in Hellabrunn leben, sind Eltern geworden. Mit zehn und elf Jahren sind die Eltern noch relativ jung – denn die knapp 70 Zentimeter großen Eulen können in menschlicher Obhut bis zu 50 Jahre alt werden. Daher ist es auch nicht ungewöhnlich, dass es ein paar Jahre dauern kann, bis aus den bebrüteten Eiern nach rund 35 Tagen auch ein gesundes Küken schlüpft. Im Alter von etwa vier Wochen erkunden Jungvögel, dann auch Ästlinge genannt, erstmals ihre Umgebung, mit etwa neun Wochen sind sie flugfähig. Sie werden, wie auch in Hellabrunn gut zu beobachten, von beiden Eltern mit Futter versorgt. „Wir freuen uns natürlich sehr über diesen Zuchterfolg – ist es doch eine Erstnachzucht für Hellabrunn. Und mit seinem wilden Federkleid sieht das Küken wirklich auch sehr entzückend aus“, so die zuständige Kuratorin Beatrix Köhler. Sibirische Uhus sind neben Europäischen Uhus eine weitere Unterart des Uhus und sind auffällig heller gefärbt. Sie sind die weltweit größte Eulenart. Wie alle Eulenarten verfügen sie über ausgesprochen gute Sinne und sehen sowohl bei Tag als auch nachts sehr gut. Uhus sind – außer bei extrem kalten Temperaturen – Standvögel, das heißt sie bleiben stets im gleichen Revier. Im Tierpark leben die Sibirischen Uhus im Parkteil Asien, in einer Voliere neben der Dschungelwelt und sind auch aktuell für die Besucherinnen und Besucher zu sehen. Im Rahmen einer Tierpatenschaft können sowohl der Hellabrunner Jungvogel als auch die beiden Elterntiere in besonderem Maße unterstützt werden. Weitere Informationen: www.hellabrunn.de/patenschaften.

Tierpark + Fossilium Bochum 14.05.2021
Tierpark-Team ist gerührt – Bochumer Kita spendet über 1.000 Euro an den Tierpark + Fossilium Bochum
Zu gerne würden die Kinder der Evangelischen Kindertageseinrichtung Bethanien wieder einmal gemeinsam Erdmännchen und Pinguine im Tierpark + Fossilium Bochum besuchen. Jedes Jahr nehmen die jeweils aktuellen Vorschulkinder zusammen mit ihren Erzieher:innen an einer Führung durch den Zoo teil, um die dortige Tierwelt zu entdecken. Auch während der coronabedingten Schließung verfolgte die Kita stets die Geschehnisse im Tierpark. Um den Tieren des Zoos etwas Gutes zu tun, riefen Kita-Leiterin Silke Trieschmann-Krieter, ihre Kolleg:innen und die Kinder eine Spendenaktion ins Leben! Mit viel Kreativität und Herzblut wurden Lesezeichen, Haarbänder und Stofftaschen angefertigt, Kekse und Kuchen gebacken und gegen eine Spende zum Verkauf angeboten. Innerhalb von drei Wochen konnten so 1.190,00 EUR gesammelt werden. „Wir danken allen Kindergarten-Familien und Gemeindemitgliedern, die uns dabei unterstützt haben, diese Summe zu erreichen. Wir hoffen sehr, den Tierpark damit in dieser schwierigen Zeit unter die Arme greifen zu können“, erklärt Silke Trieschmann-Krieter. Zusätzlich zu einer symbolischen Platin-Pfoten-Patenschaft übernahm die Kita außerdem je eine Jahrespatenschaft für die Erdmännchen und Humboldt-Pinguine. „Unsere Kinder macht es tierisch stolz, dass sie mit einer Tierpatenschaft nun Mitverantwortung für ihre Lieblingstiere übernehmen können. Denn sie wissen, jeder Cent fließt in die Versorgung der Pfleglinge sowie in die vielfältigen Aufgabenbereiche des Tierparks.“Am Montag, 10.05.2021, lud ZoodirektorRalf Slabik die Vertreterinnen der Kindertageseinrichtung in den Tierpark ein, um sich persönlich für das Engagement zu bedanken. „Natürlich hat uns Corona mit Einschränkungen und Herausforderungen konfrontiert und tut dies noch immer. Aber vor allem hat uns die Pandemie gezeigt, wie viel Solidarität und Großzügigkeit in unseren Mitmenschen steckt. Dass sich selbst die Jüngsten schon so für unsere Tiere stark machen, ist nicht nur das schönste Lob, das wir für unsere Arbeit erhalten können, sondern rührt uns auch zutiefst und ist für uns alles andere als selbstverständlich,“ betont Ralf Slabik. Der Tierpark hofft, im Zuge der fallenden Inzidenzzahlen und der voranschreitenden Impfstrategie, bald wieder zoopädagogische Programme anbieten zu können, um mit Gruppen, wie den Vorschulkindern der ev. Kindertageseinrichtung Bethanien, gemeinsam auf Entdeckungstouren durch den Tierpark zu gehen.

Tiergarten Schönbrunn 14.05.2021
Orang-Utans freuen sich über neues Kletterparadies – Bundesforste liefern Affenbäume aus der Wüste nach Schönbrunn
Die Orang-Utans im Tiergarten Schönbrunn staunten nicht schlecht, als sie zum ersten Mal im heurigen Jahr die Außenanlage eroberten. Zum Start der Outdoorsaison erwartete Mota, Sol, Surya, Sari und Vladimir ein großer neuer Klettergarten. Der Lockdown und die Wintermonate waren genutzt worden, um tonnenschwere Eichen und Robinien aus dem Bundesforste-Revier in der Mannersdorfer Wüste in Niederösterreich heranzukarren und aufzustellen. „In ihrem natürlichen Lebensraum, auf den Inseln Borneo und Sumatra, leben Orang-Utans in Urwäldern und halten sich vor allem in den Baumwipfeln auf. Wir haben ihnen einen neuen natürlichen Klettergarten geschaffen – mit Nestern als Ruheplätzen, die sogar beschattet und mit einer Nebelanlage gekühlt werden“, so Tiergartendirektor Stephan Hering-Hagenbeck. Rund 800 Meter Seil wurden zwischen den Bäumen befestigt, damit die Orang-Utans von einem Baumstamm zum anderen balancieren können. Geerntet wurden die bis zu 13 Meter hohen Bäume von den Österreichischen Bundesforsten (ÖBf) bereits im Jänner, als sie noch in Saftruhe standen. „Die zwölf Bäume mussten stark, wüchsig, weiträumig verzweigt und mit dicken Ästen sein“, schildert ÖBf-Vorstand Rudolf Freidhager die Anforderungen. „Daher handelt es sich um Eichen und Robinien, die besonders robust und hart sind und der Kraft der Menschenaffen standhalten.“ Sie werden im Schiffsbau, für Spielplätze und Möbel verwendet, weisen teils stattliche Kronen auf und ermöglichen damit eine richtige Kletterarena. Die schwerste Krone wiegt 3,5 Tonnen. Damit die Orang-Utans in den Baumwipfeln klettern können, wurden die Bäume aufwendig per Seilzug geerntet, um die Kronen nicht zu beschädigen. Die Tiere sind begeistert, berichtet Tierpfleger Nico Cabon: „Sol und Sari waren am neugierigsten. Sie sind als erste hinaus und haben die neuen Kletterseile und Baumstämme ausprobiert. Nun erkunden auch bereits die anderen, was es alles zu klettern gibt.“

Tiergarten Nürnberg 13.05.2021
Nachwuchs bei den Mähnenwölfen
Es gibt wieder Nachwuchs bei den Mähnenwölfen (Chysocyon brachyurus) im Tiergarten der Stadt Nürnberg. Der männliche Welpe Nardi kam am 23. Februar 2021 zur Welt und ist jetzt regelmäßig mit seinen Eltern im Freigehege zu beobachten. Der Nachwuchs der beiden Elterntiere Chaco und Mesue aus dem Jahr 2019 – ein Männchen und zwei Weibchen – ging mittlerweile im Rahmen des Europäischen Zuchtprogramms an drei Zoos in England und Frankreich. Die Eltern von Nardi kamen Ende 2015 aus Polen und Tschechien nach Nürnberg. Im Gegensatz zum echten Wolf sind die Mähnenwölfe überwiegend Einzelgänger. Lediglich zur Fortpflanzungszeit kommen sie zu Paaren zusammen, wobei der Rüde bei der Aufzucht hilft. In Zoos können die Mähnenwölfe auch dauerhaft als Paar gehalten werden, da ihnen dort immer ein ausreichendes Nahrungsangebot zur Verfügung steht. Mähnenwölfe sind die größten Wildhunde Südamerikas. Die Weltnaturschutzunion stuft den natürlichen Bestand dieser Raubtiere als „potentiell gefährdet“ ein. Bedroht werden sie durch die Zerstörung ihres Lebensraums, Verkehrsunfälle und Angriffe durch Haushunde. Die auffällig langen Beine des Mähnenwolfs sind an sein bevorzugtes Lebensumfeld angepasst. Im hohen Gras der Savanne behält er so stets den Überblick. Zudem sind Mähnenwölfe Passgänger. Dabei werden die rechten beziehungsweise linken Beine gleichzeitig fortbewegt. So entsteht der charakteristische schaukelnde Gang.

Zoo Heidelberg 12.05.2021
Der Neue im Zoo Heidelberg: Namsai Elefanten-WG im Zoo Heidelberg wieder komplett
Nach dem Auszug von Elefant Gandhi im Herbst 2018 stand sein „Zimmer“ in der Elefantenbullen-WG im Zoo Heidelberg vorübergehend leer. Der Zoo nutzte die Gelegenheit zum Ausbau der Anlage: Im vergangenen Jahr wurde eine neue Trainingswand für die Elefanten im Außenbereich eröffnet und ein neues Beschäftigungselement in Form eines hängenden Holzstamms sorgt nun für Abwechslung bei den starken Jungs. Es ist alles vorbereit, damit sich der neue Elefant Namsai, der am 11. Mai 2021 wohlbehalten in Heidelberg ankam, dort gemeinsam mit seinen Artgenossen wohlfühlen und zu einem starken Elefantenbullen entwickeln kann. In den nächsten Wochen werden sich die vier grauen Riesen immer besser kennenlernen. Die tonnenschwere Verstärkung für die Heidelberger Elefanten Tarak, Yadanar und Ludwig, kommt aus Schweden. Der im Zoo Kolmarden geborene, fast acht Jahre alte Jungbulle ist bereit, sich von seiner Geburtsgruppe zu lösen und im Zoo Heidelberg von einem Elefanten-Teenager zu einem selbstbewussten Elefantenbullen heranzuwachsen. Der Zoo Heidelberg ist für die jungen Elefantenbullen eine perfekte Zwischenstation, um in ihrer Jugend wichtige soziale Erfahrungen zu sammeln, die sie später benötigen, um in einem anderen Zoo eine eigene Zuchtgruppe führen zu können. Die erste Nacht in Heidelberg hat Elefant Namsai gut verbracht und konnte sich von der weiten Reise in Ruhe erholen. Bevor er seine neuen Mitbewohner kennenlernen darf, ließen die Tierpfleger ihn am Morgen sein neues Zuhause mit den beiden großen Innen- und Außenbereiche zunächst alleine erkunden. „So konnte er entspannt die Anlage kennenlernen, um sich auf dem Gelände sicher zu fühlen. Schließlich soll er wissen, wo beispielsweise Futterstellen und Rückzugsorte zu finden sind, bevor die anderen Elefanten dazu kommen“, erklärt Revierleiter Stefan Geretschläger. Um Namsai die Eingewöhnung zu erleichtern, sind zwei seiner vertrauten Tierpflegerinnen aus Schweden mitgereist und bleiben die kommenden Tage in Heidelberg. Bereits vor dem Transport standen die Tierpfleger aus Heidelberg und Kolmarden im gemeinsamen Austausch über den Charakter, die Eigenarten und die Vorlieben des Elefanten, damit er in Heidelberg bestmöglich aufgenommen werden kann. Wie sich die drei Heidelberger Schwergewichte mit dem neuen Schweden verstehen und anfreunden werden, wird sicherlich spannend zu beobachten sein. Das erste Treffen der vier grauen Riesen auf der Außenanlage verlief gut. Rangeleien in der Gruppe und die ein oder andere ruppige Auseinandersetzung werden notwendig sein, bis jeder der vier Asiatischen Elefanten seinen Platz in der Gemeinschaft gefunden hat. Zoodirektor und Kurator für die Elefanten, Dr. Klaus Wünnemann, erklärt: „Elefanten sind Individuen – jeder hat seinen eigenen Charakter. Wie gut sich die Tiere verstehen werden, lässt sich nicht vorhersagen. Wir sind froh über Tierpfleger zu verfügen, die viel Erfahrung und Fingerspitzengefühl mitbringen. Wir haben gute Erfahrungen damit gemacht, die Elefanten ihre Angelegenheiten selbst klären zu lassen und ihnen zu gestatten, auszutesten wie die Kräfteverhältnisse sind. Wir freuen uns, dass Namsai gut angekommen ist und sind zuversichtlich, dass die Gruppe zusammenwächst!“

Zoologisch-Botanischer Garten Wilhelma Stuttgart 12.05.2021
Geburten bei seltenen Dscheladas und Mähnenspringern
Quirlige Affenjunge und Lämmer auf der Felsenanlage Auf den Fußwegen der Wilhelma herrscht durch die Besucherzahl-Begrenzung wegen Corona gerade weniger Betrieb. Für die Gehege gilt das dagegen nicht. Im Gegenteil: In einer der quirligsten Tiergemeinschaften des Zoologisch-Botanischen Gartens in Stuttgart geht es derzeit noch turbulenter zu als sonst. Die Affenbande der Dscheladas ist von Ende Februar bis Ende April durch gleich siebenfachen Nachwuchs um ein Drittel von 22 auf 29 Tiere gewachsen. Auch bei den Mitbewohnern der Afrika-WG, den Mähnenspringern, gab es im April zwei Geburten. Mit den beiden Lämmern springen jetzt 19 der Hornträger über die Felsenanlage. Die fünf kleinen Klippschliefer betrachten das Gewimmel mit der ihnen typischen Gelassenheit. Bei den Dscheladas hat damit der Wechsel der Haremschefs vom vergangenen Sommer jetzt gleich das erste Mal Frucht getragen. Ihre beiden Vorgänger hatten als Zuchtmänner in der Wilhelma seit 2014 zahlreiche Kinder hinterlassen und zogen deshalb in andere Zoos weiter: Haryon in den Yorkshire Wildlife Park in England und Hope in den Zoologischen Garten in der Zitadelle von Besançon in Ostfrankreich. Ihre Nachfolger Achim und Johann kamen aus dem NaturZoo im westfälischen Rheine, der für seine erfolgreiche Dschelada-Zucht bekannt ist. Rheine und Wilhelma zählen zu den Säulen des europäischen Erhaltungszuchtprogramms für diese Affenart, die in der Natur immer seltener wird. In der Wildnis lebt sie im Hochland von Äthiopien in 1800 bis 4400 Metern Höhe auf Gebirgswiesen und in Felsschluchten, wo sie sich vor allem von Gräsern und Samen ernährt. Ihr geschätzter Wildbestand von 200.000 Tieren geht seit den 1970er Jahren zurück – nicht zuletzt wegen der immer häufigeren Dürren in der Region am Horn von Afrika. In Stuttgart hat nun wohl vor allem Achim ganze Arbeit geleistet. Denn ihm folgen die meisten Weibchen. Während die Männer, die an ihrem eindrucksvollen Poncho-artigen Fellmantel gut zu erkennen sind, an der Spitze der Gruppe stehen, sind es doch die Weibchen, die entscheiden, wem sie sich anschließen. Und da hat der etwas ältere Achim mit seinen sieben Jahren und vier Monaten offenbar einen Beliebtheitsvorsprung gegenüber dem sechseinhalb Jahre alten Johann, der öfter abseits sitzt. Die sieben Mütter haben derweil alle Hände voll zu tun. Entweder sie halten die Säuglinge vor der leuchtend roten nackten Brust, die den Dscheladas auch den Namen Blutbrustpaviane einträgt, oder sie tragen sie unter dem Bauch, wenn sie ihre Sprösslinge über Stock und Stein transportieren. Die schon etwas Älteren unter den Jüngsten reiten inzwischen manchmal auf dem Rücken der Mutter. Je aktiver die Kleinen werden, je selbstständiger deren Ausflüge und je kühner die Turnübungen werden, desto mehr sind die Mütter bemüht, sie im Griff zu behalten: oft im Wortsinne, dann halten sie ihre Sprösslinge am Schwanz an der kurzen Leine.

Tierpark Hagenbeck Hamburg 12.05.2021
Stachelige Neuzugänge Frisches Blut bei Familie Baumstachler und Stachelschwein
June reagierte eher skeptisch, als sie ihren Artgenossen Anfang Mai zum ersten Mal sah. Das Baumstachlermännchen, das im Zoologischen Garten Olomouc in Tschechien geboren wurde, zeigte sich seiner Zukünftigen aber selbstbewusst und erkundete unbeeindruckt sein neues Zuhause in Hamburg. Die Nordamerikanischen Baumstachler (Erethizon dorsatum) leben gemeinsam in einer Anlage bei den Präriehunden und Bisons. Baumstachler oder Ursons sind hervorragende Kletterer und nachtaktiv. Im Tierpark Hagenbeck verbringen die Tiere die meiste Zeit auf den Bäumen ihrer Anlage. Die Säugetiere sind in den Wäldern Nordamerikas zu Hause und können ein Gewicht von rund 15 Kilogramm erreichen, bei einer Kopf-Schwanz-Länge von etwa 60 bis 70 Zentimetern. Damit sind Baumstachler, nach dem Biber, die zweitgrößten Nagetiere Nordamerikas. Die Tiere werden auch Neuwelt-Stachelschweine genannt, da ihr Körperbau dem von Stachelschweinen ähnelt und weil sie auf ihrem Rücken circa 30.000 Stacheln tragen. Die Stacheln sind mit kleinen Widerhaken versehen und etwa 2 Millimeter dick und 7,5 Zentimeter lang. Bei Gefahr sträuben sich die Tiere und schlagen mit ihren Schwanzkeulen um sich. Die lose in der Haut verankerten Stacheln können dann leicht im Körper des Gegners hängen bleiben. Auch bei den Weißschwanz-Stachelschweinen (Hystrix indica) gab es einen männlichen Neuzugang, um frisches Blut in die Gruppe zu bringen. Doch noch ist das Männchen, das im Juli 2020 in Polen geboren wurde, zu jung, um selbst Nachwuchs zu zeugen. Weißschwanz-Stachelschweine gehören zu den Nagetieren. In ihrem Lebensraum Indien und dem asiatischen Teil der Türkei bewohnen sie gemäßigte Wälder, Tropenwälder und Savannen. Ihre scharfen Nagezähne beißen am liebsten in Pflanzenknollen, Wurzeln, Baumrinde, Früchte und mitunter Aas. Ihre Stacheln gehören mit einer Länge von bis zu 40 Zentimetern und einem Durchmesser von sieben Millimetern zu den längsten Stacheln aller Säugetiere. Fälschlicherweise wird angenommen, dass Stachelschweine ihre Stacheln bei Gefahr schießen können. Wenn sich Feinde wie Großkatzen oder Greifvögel nähern, rasseln die Tiere mit ihrem Schwanz und stellen ihre Stacheln als Abwehrstrategie auf. Zeigt sich der Feind unbeeindruckt, bewegen sich die Stachelschweine rückwärts auf ihn zu und rammen ihrem Gegner die Stacheln in den Körper. Die Stacheln sind mit mikroskopisch feinen Haken entgegen ihrer Eindringrichtung versehen, so können sie leichter in die Haut eines Angreifers eindringen, aber nur sehr schwer entfernt werden. Dr. Flügger, Tierarzt bei Hagenbeck kennt die Tiere genau: „Auch wenn unsere Neuzugänge verwandte Tiere sind, so ist ihre Lebensweise dennoch unterschiedlich. Baumstachler leben vorzugsweise auf Bäumen, wobei Stachelschweine reine Bodenbewohner sind. Mit den Neuzugängen hoffen wir auf weiteren Nachwuchs bei beiden Tierarten“.

Zoo Osnabrück 12.05.2021
Nachwuchs bei Bisons und Zwergziegen
Neue Zebrastute Bonita lebt sich im Zoo ein Im Zoo Osnabrück sind Jungtiere bei den Bisons und Zwergziegen zur Welt gekommen. Die Jungtiere erkunden bereits munter ihre Umgebung und ermöglichen den Besuchern das Familienleben im Tierreich zu beobachten. Schon erwachsen, aber auch neu im Zoo, ist Zebrastute Bonita in der Tierwelt „Takamanda“. Aktuell muss vor dem Zoobesuch weiterhin ein Corona-Test gemacht werden, da der Zoo im Gebiet der Stadt Osnabrück liegt. Dafür sind normale Mund-Nase-Bedeckungen nun ausreichend. Nach den Guteschafen, Rentieren und Drillen laufen im Zoo Osnabrück jetzt auch bei den Waldbisons und Westafrikanischen Zwergziegen Jungtiere umher. „Es ist schön im Frühling so viele neue Tiere im Zoo zu sehen. Das Familienleben der Tiere und die quirligen Jungtiere zu beobachten macht viel Freude“, freut sich Marcel Köck-Nitschke, Tierpfleger im Zoo bei Waldbisons und Zwergziegen. „Für unsere Besucher lohnt sich der Besuch dank des vielen Nachwuchses aktuell besonders und dass trotz der Einschränkungen, wie einer Testpflicht vor dem Besuch“, ergänzt Tobias Klumpe, zoologische Leitung im Zoo Osnabrück. Am 7. Mai gab es bei den Waldbisons den ersten Nachwuchs in diesem Jahr: Ahyoka ist die Tochter von Weibchen Eliza und Männchen Winnetou und kam gesund und munter passend zu den ersten sommerlichen Temperaturen zur Welt. „Bei ihrer Geburt wog Ahyoka rund 30 Kilogramm“, erklärt Tobias Klumpe. „Für Bisons ist das bei der Geburt ein Normalgewicht. Grundsätzlich geht es dem Kalb sehr gut. Es könnte jedoch sein, dass Eliza ihr etwas zu wenig Milch gibt. Wir behalten das aber im Auge und können, falls notwendig, mit der Flasche helfen.“ Auch wenn Nachwuchs bei Bisons keine Seltenheit ist, die kleinen Kälber sehen vor ihren massigen Eltern immer besonders putzig aus. „Das Fell der Kälber ist im Vergleich zu ausgewachsenen Bisons heller und flauschiger. Außerdem haben Kälber natürlich keine Hörner, die müssen erst noch wachsen,“ so Klumpe. Seit dem 12. Mai hat das kleine Kalb nun Verstärkung bekommen. „Unser Weibchen Gwenda hat am Mittwochmorgen ihr Kalb geboren. Es ist ein kleiner Bulle und er heißt Nakai. Ihm geht es soweit gut und er läuft bereits mit der Gruppe mit“, erklärt Klumpe. „Sein Vater ist ebenfalls Winnetou, denn wir haben aktuell nur einen Bullen in der Gruppe.“ Veränderungen auch bei den Zwergziegen und Zebras Bereits mehrfachen Nachwuchs gibt es bei den Westafrikanischen Zwergziegen. Die Zuchtform der asiatischen Wildziege stammt aus West- und Zentralafrika und kann in Zeiten ohne Corona im „NOZ-Streichelland“ von großen und kleinen Zoobesuchern gestreichelt werden. Bei den kleinen Ziegen kamen dieses Frühjahr insgesamt sechs Ziegenlämmer zur Welt, fünf Männchen und ein Weibchen. „Da wird sich das Weibchen unter den vielen Böcken gut behaupten müssen“, schmunzelt Tierpfleger Köck-Nitschke. Rein weiblichen Zuwachs gab es unterdessen bei den Chapman-Zebras in der afrikanischen Tierwelt „Takamanda“. Zwar haben die Zebras dieses Jahr noch keinen Nachwuchs bekommen, doch dafür kam ein neues Tier in den Zoo. Zebrastute Bonita ist fast ein Jahr alt und reiste aus dem Zoo Wroclaw (Breslau) nach Osnabrück. Die Zebraherde besteht neben Bonita jetzt aus der 15-jährigen Jule, der 2-jährigen Nairobi und dem 10-jährigen Django. Der 2020 im Zoo Osnabrück geborene Barbaros wurde unterdessen nach Bayern in einen Wildpark abgegeben. „Unser Zebrahengst Django duldet neben sich leider keinen zweiten geschlechtsreifen Hengst in der Herde. In Zebraherden gibt es immer nur einen Hengst und mehrere Stuten. Männliche Jungtiere werden in der Natur in der Regel mit der Geschlechtsreife aus der Gruppe vertrieben und müssen sich eine eigene Herde suchen“, erklärt der Biologe Klumpe die Abgabe. Im Zoo den Frühling genießen Bei den vielen Jungtieren, die es aktuell im Zoo zu sehen gibt, lohnt sich ein Besuch bei den Tieren besonders. Der Frühling lädt zudem zu einem Spaziergang in der Natur des Waldzoos ein. Freitags und samstags sowie vor und an Feiertagen bleibt der Zoo zu den „Maiabenden“ zudem in den Abendstunden geöffnet. An diesen Abenden gelten vergünstigte Eintrittspreise. Wer den Zoo mehrmals besuchen möchte, sollte über den Kauf einer Jahreskarte nachdenken, die aktuell um bis zu fünf Euro reduziert ist.

Zoo Duisburg 12.05.2021
Zoo Duisburg freut sich über zwei Pinguinküken
Täglich bringen die Tierpfleger den Nachwuchs auf die Waage und überwachen somit die Aufzucht der Küken. In ihrem ursprünglichen Lebensraum könnte der Brillenpinguin in 30 Jahren ausgestorben sein. Duisburg Braune Daunen, kräftiger Schnabel und jede Menge Hunger: Vor rund fünf Wochen sind die zwei Brillenpinguinküken geschlüpft. Nicht nur für das Zoo-Team ist die Aufzucht ein schönes Ereignis, auch für den Schutz der sympathischen Frackträger ist jedes Jungtier von Bedeutung. Denn in ihrem ursprünglichen Lebensraum sind Brillenpinguine stark gefährdet. Nur noch etwa 20.000 Brutpaare leben an den Küsten Südafrikas – Tendenz abnehmend. Das Geschnatter und Gezeter ist groß, als Revierleiter Maik Elbers die Tür zur Bruthöhle öffnet. Hinter der Holzverkleidung kommen die zwei properen Pinguinküken zum Vorschein. Sie sind braun und ihre Federn damit noch ganz anders gefärbt, als die ihre schwarz-weiß gefiederten Eltern. Jeden Tag besucht der Tierpfleger den Nachwuchs und nimmt die zwei jüngsten Mitglieder der Duisburger Brillenpinguin-Kolonie mit zu einem kurzen Ausflug auf die Waage. „Das ist notwendig, denn nur so haben wir eine Kontrolle über ihre Entwicklung“, erklärt Elbers. Mit der Gewichtszunahme seiner Schützlinge ist der Tierpfleger sehr zufrieden, seit dem Schlupf haben sie ihr Gewicht vervielfacht – fettem Fisch sei Dank. Denn die erwachsenen Pinguine bekommen in Duisburg insbesondere Heringe sowie Sprotten zu Fressen. „Zurück im Nest würgen die Eltern den sehr energiehaltigen Fischbrei hoch und füttern damit ihre Jungtiere“, beschreibt der Pfleger die etwas gewöhnungsbedürftige Ernährung der Jungvögel. Vor rund fünf Wochen schlüpften die jungen Pinguine in Duisburg, 35 Tage lang hatten die zwei Elternpaare jeweils fleißig ein Ei ausgebrütet. „Kurz nach dem Schlupf waren sie noch sehr klein und nicht schwerer als 100 Gramm“, erinnert sich Maik Elbers. Aber auch kleine Tiere werden irgendwann einmal groß und müssen bei den Eltern ausziehen. Der Tierpfleger weiß, dass das in den nächsten Tagen passieren wird: „Zuerst werden die jungen Pinguine ihr braunes Daunenkleid verlieren sowie deutlich dunklere Federn bekommen und dann aus den Bruthöhlen der Eltern ausziehen. Statt von den Eltern bekommen die Kleinen dann von uns den Fisch gereicht“. Brillenpinguine bewohnen ursprünglich die Gewässer und steinigen Küsten rund um Südafrika. Ihren Namen verdanken sie einer rosa gefärbten Partie über ihren Augen. Als einzige Stelle des Pinguinkörpers ist diese Partie nicht von Federn bedeckt. Über den Hautfleck können die Tiere ihre Körpertemperatur senken, denn an den Küstenstreifen sind die Frackträger der heißen Sonne Afrikas ausgesetzt. An Land leben Brillenpinguine an felsigen sowie sandigen Küstenstreifen, wo sie in selbstgegrabenen Mulden brüten. Ihre Nahrung finden die Tiere im angrenzenden Meer. Aber Lebensraumverlust und die Überfischung der Ozeane setzt den sympathischen Frackträgern immer weiter zu. Der Bestand von Brillenpinguinen gilt mittlerweile als „stark gefährdet“, Experten befürchten, dass die Tierart in 30 Jahren an den Küstengebieten Afrikas ausgestorben sein könnte. Schätzungen gehen davon aus, dass lediglich noch etwa 20.000 wildlebende Brutpaare des Brillenpinguins in weniger als 30 Kolonien vorkommen. Zum Schutz der Brillenpinguine im ursprünglichen Lebensraum unterstützt der Zoo Duisburg die Arbeit der Organisation SANCCOB (Southern African Foundation for the Conservation of Coastal Birds). In Südafrika betreibt SANCCOB zwei Rehabilitationszentren mit angeschlossener Krankenstation für verletzte Seevögel. Hier werden die aufgenommenen Tiere in Abhängigkeit ihrer Verletzung oder Erkrankung rund 4-16 Wochen lang gesund gepflegt. Regelmäßig werden rehabilitierte Vögel zu ausgewählten Pinguinkolonien gebracht und dort ausgewildert. Die Station in Kapstadt verfügt, neben Schulungsräumen, außerdem über eine gut ausgestattete Veterinärstation mit Operationssaal und Röntgengerät. Knochenbrüche und Infektionen der Atemwege können hier behandelt werden. Sie verfügt auch über einen Bereich für Vögel, die aufgrund ihrer Verletzungen nicht wieder ausgewildert werden können. Ein weiterer Schwerpunkt von SANCCOB liegt auf der Überwachung von etablierten Nistplätzen von Seevögeln. Verlassene Küken und Eier werden von den Rangern identifiziert und in die Rehabilitationszentren gebracht, damit sie keinen Raubtieren zum Opfer fallen. Seit SANCCOB verwaiste Eier ausbrütet und hilflose Jungvögel aufzieht, konnten über 7.000 Küken an den Küsten Südafrikas ausgewildert werden. Dass es sich hierbei um eine wirkungsvolle Schutzmaßnahme des Brillenpinguinbestandes handelt, zeigen auch Studien. Denn die Überlebensrate der handaufgezogenen Tiere ist ähnlich hoch wie bei solchen, die auf natürliche Weise von den Elternvögeln aufgezogen wurden. Der Schutz der wildlebenden Pinguinkolonien kann aber nur dann nachhaltig erfolgen, wenn auch die lokale Bevölkerung hinter dem Projekt steht. Daher arbeitet SANCCOB intensiv mit Lehrern und Schulklassen zusammen. Regelmäßig besuchen Kinder, die meist aus benachteiligten Verhältnissen stammen, die Rehabilitationszentren und nehmen an geführten Beobachtungstouren durch die Naturschutzgebiete teil. Langfristig möchte SANCCOB mit diesem Engagement Lehrer dazu bewegen, ihre Unterrichtspläne stärker auf den Natur- und Umweltschutz auszulegen. Der kommerzielle Fischfang, die Veränderung der Fischbestände am Kap durch den Klimawandel und Umweltverschmutzung sind die Hauptgründe für den Rückgang der Pinguinbestände in Afrika. Daher versucht SANCCOB bei der Regierung und den zuständigen Behörden ein Senken der Fangquoten und eine Einrichtung von Meeresschutzgebieten mit lokalen Fangverboten zu erwirken. Denn nur wenn die Tiere im ursprünglichen Lebensraum auch Nahrung finden, haben sie eine Chance zu überlegen.

Zoo Hannover 11.05.2021
Ganz schön schräg Erlebnis-Zoo stellt neue gefiederte Bewohner vor
Sie fallen auf. Durch ihren Namen, ihr Aussehen und ihre neuen Behausungen: Im Erlebnis-Zoo Hannover sind schräge Vögel, mit schrägen Namen in schrägen Hütten eingezogen! In den Volieren hinter dem Zoo-Bauernhof beäugen die Rabengeier neugierig die Besucher, entspannen die Tschajas am Wasserbecken und machen die Seriemas durch schrilles Rufen lautstark auf sich aufmerksam. Mit den drei neuen südamerikanischen Vogelarten und einem liebevollen Konzept stellt der Erlebnis-Zoo seinen Besuchern eher unbekannte Tierarten vor, die aber tierisch spannend sind. „Aussehen und Name lassen nicht gleich darauf schließen, was genau für Vögel es sind“, verrät Tierpflegerin Angela Kruth. „Obendrein gibt es hier immer etwas zu beobachten. Die Tiere sind, alle auf ihre Weise, aktiv und überraschen mit Lauten, Verhalten und Interaktionen“, so Kruth, die die Idee zu den schrägen Vögeln hatte. Tatkräftig unterstützt wurde sie bei der Errichtung und Einrichtung der schrägen Hütten von den Zoo-Handwerkern und -Gärtnern, die erstaunlich schief gebaut und die Anlagen neu begrünt haben. Schlangenjäger Seriema Die neuen gefiederten Bewohner haben sich in den Volieren sehr schnell eingelebt. Die Seriemas Felipe und Oriana fühlten sich direkt so wohl, dass sie sich mit einem Nest auf dem Balkon häuslich eingerichtet haben und von dort den Blick über den Hof schweifen lassen. Als Rotfußseriema sind sie auch als Schlangenstorch bekannt und gelten als ausgezeichnete Schlangenjäger! Flink packen sie die Schlange mit dem Schnabel und werfen sie mit einer schwungvollen Kopfbewegung auf den Boden. Außerdem machen die Vögel mit den auffälligen Federn an der Stirn auch mit ihrem „Gesang“ ihrem Ruf als schräge Vögel alle Ehre – der Ruf ist nämlich ziemlich schrill und lautstark. Wehrhafte Tschajas Leiser geht es bei den Nachbarn zu – das Tschaja-Pärchen Enrique und Esperanza entspannt gerne am Wasser – mal liegend, mal auf einem Bein stehend. Das friedliche Aussehen täuscht aber: Tschajas werden auch als Halsbandwehrvögel bezeichnet. Wahrhaft wehrhaft ist der spitze Dorn am Flügelbug, mit dem sie sich gegen Feinde und Artgenossen verteidigen können. Ihren Unmut machen die Tschajas, die zu den Gänsevögeln zählen, mit bösem Fauchen bemerkbar. Schwarze Sonnenanbeter Die Rabengeier Nestor und Amanda sind als Vertreter der Neuweltgeier Aasfresser, was auch ihr blanker Kopf verrät. Federn würden nur unnötig schmutzig werden, wenn sie ihren Kopf zum Fressen in Tierkadaver stecken würden. Die beiden Urubus, wie Rabengeier auch genannt werden, sind richtige Sonnenanbeter. Beim ersten Sonnenstrahl breiten sie ihre Flügel aus und lassen sich das dunkle Gefieder wärmen. Abkühlung verschaffen sich die Tiere, indem sie sich auf die Beine koten – eine natürliche Klimaanlage. Und schon irgendwie schräg. Das Zoologicum entsteht Mit den schrägen Vögeln stellt der Erlebnis-Zoo den ersten Teil vom neuen Zoologicum vor. Hinter dem Zoobauernhof entsteht eine neue Tierwelt, die fantastische Begegnungen mit den verschiedensten Tierarten wie Nasenbären, Gelbbrustaras, Gürteltieren und Steinkäuzen verspricht. In kommentierten Tiervorstellungen rücken die wichtigen Themen Natur- und Artenschutz in ein neues, emotionales Licht. Über die neuen Zoo-Bewohner: Die schrägen Vögel sind aus Zoos und Tierparks aus Tschechien und den Niederlanden in den Erlebnis-Zoo gezogen. Rabengeier Amanda ist 2019 geschlüpft, Nestor 2020. Die Tschajas Enrique und Esperanza sind beide 2020 geschlüpft. Und Seriema Felipe ist 2019 geschlüpft, seine Partnerin Oriana 2020. Die beiden haben bereits mit dem Nestbau begonnen. Der Erlebnis-Zoo hofft auf Nachwuchs.

Tierpark Nordhorn 11.05.2021
Eine kommt, einer geht und zwei werden geboren Veränderungen bei den Sibirischen Steinböcken im Tierpark Nordhorn
Wer in diesen Tagen unsere schöne Gemeinschaftsanlage mit Steinböcken, Waldrappe und Gänsegeiern betritt, wird mit etwas Glück zwei kletternde Fellknäuel entdecken. Vor etwa drei Wochen wurden zwei Sibirische Steinböcke geboren, die schon am darauffolgenden Tag ungestüm über die Felsen sprangen. Die vor 7 Jahren selber in Nordhorn zur Welt gekommene Mutter „Erina“ hat dabei größtes Vertrauen in die Kletterkünste der beiden Energiebündel, von denen eines ein kleiner Bock ist und eines ein Weibchen. Doch die Geburt der beiden war nicht die einzige Veränderung bei den Steinböcken in den vergangenen Wochen. Bereits Anfang April kam ein einjähriges Weibchen aus dem Zoo Wuppertal in den Zoo am Heseper Weg. Sie wurde auf den Namen „Kara“ getauft – nach einem sibirischen Fluss bzw. dem ebenfalls dort gelegenen Kara-See. Das halbwüchsige Weibchen hat sich sehr schnell in die Gruppe eingefunden und soll sich zukünftig hier auch fortpflanzen dürfen. Nur zwei Wochen später verließ dann ein im Mai 2020 geborener Bock den Tierpark Nordhorn in Richtung Ostrittrum. In dem dortigen Wildpark hat er ein neues Zuhause gefunden. Weltweit gibt es sieben unterschiedliche Steinbock-Arten. Der Sibirische Steinbock ist mit 110 cm Schulterhöhe und einem Gewicht von bis zu 130 kg der Größte unter ihnen. Besonders auffällig sind die Hörner der Böcke, die mehr als 140 cm lang werden können. Die Hörner haben auf der Vorderseite starke Knoten, sogenannte Schmuckwülste und weisen zudem Jahresfurchen auf, anhand derer das Alter des Bocks ermittelt werden kann. Sibirische Steinböcke bewohnen vorwiegend Gebirgsregionen in Asien und kommen dort in waldarmen Gegenden in Höhen von bis zu 6700 Metern vor. Zwischen Sibirien, der Mongolei und Ost-China bis hin nach Afghanistan und Nord-Indien zählte man in den 1990 er Jahren noch etwa 250.000 Tiere. Aufgrund starker Bejagung und dem Verlust des Lebensraumes gehen die Bestandszahlen leider drastisch zurück. Mit jetzt nur noch 100.000 bis 150.000 Individuen wird der Sibirische Steinbock in der aktuellen Roten Liste der IUCN als potentiell gefährdet geführt. Der weiterhin abnehmende Trend verheißt dabei leider nicht Gutes. Neben dem Tierpark Nordhorn und dem Wildpark Ostrittrum werden Sibirische Steinböcke in Deutschland nur noch im Zoo Wuppertal und dem Zoo Berlin gehalten. Auch Europaweit findet man nicht viele Tiere dieser stolzen Spezies: in insgesamt 15 Zoologische Gärten leben derzeit 135 Sibirische Steinböcke. Hoffen wir, dass die neue Steinbockgruppe um den stolzen Bock „Bjergo“ weiterhin für Nachwuchs in Nordhorn und damit eine Vergrößerung des Zoobestandes sorgen wird.

Tiergarten Nürnberg 11.05.2021

Tiergarten engagiert sich für heimischen Artenschutz
Der Tiergarten der Stadt Nürnberg engagiert sich auch für einheimische bedrohte Tierarten. Seit Mai 2020 kooperiert er deshalb mit der AG Sumpfschildkröte, die wiederum eng mit dem Hessischen Umweltministerium sowie weiteren Zoos zusammenarbeitet. Während der Tiergarten im ersten Jahr als „Kinderstube“ für die einzige heimische Schildkrötenart Mitteleuropas fungierte, erhielt er nun zwei männliche Schildkröten. Mit diesen und den bereits im Tiergarten lebenden Weibchen plant der Zoo, selbst zu züchten und sich perspektivisch an der Auswilderung Europäischer Sumpfschildkröten zu beteiligen. Das eine Männchen wurde 2020 unter einer Autobahnbrücke gefunden und vor dem Überfahren gerettet. Es wies alte Verletzungen am Panzer und Hinterfuß auf. Ihm fehlt ein Teil des rechten Hinterfußes, was auf eine Bissverletzung hindeutet. Das Tier ist dadurch gehandicapt, jedoch gut zur Zucht in menschlicher Obhut geeignet. Das andere Männchen kam bereits als sehr junges Tier (Schlüpfling) um das Jahr 2000 als Testkauf zur AG Sumpfschildkröte. Mit solchen Testkäufen wird versucht, im Internet dem illegalen Tierhandel auf die Spur zu kommen. Mit hoher Wahrscheinlichkeit handelt es sich bei diesem Männchen um ein illegal gehandeltes Tier. Europäische Sumpfschildkröten gelten als bedroht. Besonders der Verlust ihrer Lebensräume durch Gewässerbegradigungen und Trockenlegungen hat die Tierart in Deutschland an den Rand der Ausrottung getrieben. Auf der Internetseite www.forschen-handeln-erhalten.de informiert der Tiergarten über seine weiteren Artenschutzprojekte.

Zoo Landau in der Pfalz 10.05.2021
Große Freude über ein kleines Dromedar im Zoo Landau in der Pfalz
Das Team des Zoo Landau in der Pfalz ist sich bei jedem neuen Dromedarfohlen einig, und zwar, dass es das aktuell hübscheste Fohlen ist, das je im Zoo das Licht der Welt erblickte. Bei dem am 5. Mai geborenen kleinen Dromedarhengst spiegelt sich dies nun auch in der Namensgebung durch die Pfleger wider: er erhielt den klangvollen Namen KEMAL, was im arabischen und türkischen Sprachraum für „Vollkommenheit“ steht. Es ist das dritte Fohlen, das die selbst 2010 im Zoo Landau geborene Stute JAQUELINE zur Welt gebracht hat und erfolgreich aufzieht. „Als inzwischen schon erfahrene Mutter ist JAQUELINE in diesem Jahr sogar noch ruhiger als bei den ersten beiden Geburten“, so Zoodirektor und Zootierarzt Dr. Jens-Ove Heckel. Dies zeigt sich auch daran, dass sie ihre im Januar 2017 geborene Tochter JUMANA schon jetzt in der Nähe des Fohlens duldet. Und so bleibt sie auch ziemlich entspannt, wenn sich der jüngste Spross neugierig seiner Schwester nähert. Dass es sich um Geschwistertiere handelt zeigt ein augenscheinliches Merkmal, das Vater BATU, selbst mit rein weißem Fell geboren, an alle seine Fohlen vererbt. So hat der gesamte Nachwuchs dieses Hengstes zumindest weiße Beine. BATU selbst lebt nicht dauerhaft im Zoo Landau. Er wurde von seinem Besitzer, einem erfahrenen Dromedarhalter und -züchter aus dem Schwarzwald, in den vergangenen Jahren schon mehrmals zu Zuchtzwecken über mehrere Wochen im Landauer Zoo eingestellt. Seit letztem Sommer gibt es nun jedoch einen eigenen noch jungen, aber potentiellen Zuchthengst namens SAID im Zoo Landau. Er begründet die Hoffnung des Zooteams, an die schon lange Zuchttradition bei den „Logotieren“ des Zoos weiter anknüpfen zu können. Die frischgebackene Mutter und das Fohlen werden demnächst auch mit der gesamten Gruppe für die Zoogäste auf der großen Außenanlage zu sehen sein.

Zoo Osnabrück 10.05.2021
Fast 1000 Läuferinnen und Läufer beim 1. virtuellen „Rüssel Run“ 11.110 Euro für die Elefanten im Zoo Osnabrück
Im März hatte der Zoo Osnabrück zum ersten „Rüssel-Run“ eingeladen. Bei dem virtuellen Laufevent zugunsten der Osnabrücker Elefanten liefen alle Teilnehmenden ihre eigene Strecke, lediglich die Distanz war vorgegeben. Ein Konzept, das in Pandemiezeiten auf großen Zuspruch stieß. Im Zoo wurde nun die schnellste Läuferin über die 10 Kilometer Distanz geehrt. Das digitale Konzept war für den Zoo Osnabrück neu, umso größer ist die Freude über den großen Zuspruch. 942 Personen haben sich im März zum „Rüssel-Run“ angemeldet, um in der Osterwoche (29.3. bis 5.4.) virtuell für die Elefanten im Zoo Osnabrück um die Wette zu laufen. 11.110 Euro sind so zusammengekommen, die an die Spendenkampagne „Rüssel voraus!“ für die Modernisierung und Vergrößerung der Elefantenanlage, gehen. „Wir bedanken uns ganz herzlich bei allen Läuferinnen und Läufern für ihren Einsatz und hoffen, dass sie viel Spaß beim ‚Rüssel-Run‘ hatten, denn der stand dabei im Vordergrund“, sagt Margarita Weißbäcker, Veranstaltungskauffrau im Zoo Osnabrück. „Das hat offensichtlich gut funktioniert, denn wir haben zahlreiche positive und sehr schöne Rückmeldungen erhalten. Die Menschen waren teilweise richtig kreativ und haben uns Bilder von ihrem Lauf geschickt.“ Dort waren sie beim Joggen mit dem Hund zu sehen, oder wie sie sich nach dem Lauf im „Rüssel-Run“-Laufshirt die wohlverdiente Teilnahmemedaille umgehängt haben. „Es waren auch viele Nordic-Walker dabei und einige Kinder, die über die 1 Kilometer Distanz alles gegeben haben“, so Weißbäcker. Das Konzept der virtuellen Laufveranstaltung war einfach: Da der klassische „Zoo-Lauf“ im Zoo coronabedingt nicht stattfinden konnte, gab der Zoo lediglich die verschiedenen Streckenlängen über einen, fünf oder zehn Kilometer vor. Wo die Teilnehmenden gelaufen sind, blieb ihnen selbst überlassen. Vor dem Lauf gab es für alle noch ein Paket vom Zoo mit einem „Rüssel-Run“-Laufshirt, einer Medaille, einer Urkunde und verschiedene Geschenke von Zoo-Sponsoren, wie Adidas oder Thomas Phillips. Von der gelaufenen Strecke sollten die Läuferinnen und Läufer im Anschluss einen Screenshot aus ihrer Lauf-App an den Zoo schicken, damit die schnellsten Zeiten ermitteln werden konnten. Siegerehrung im Zoo Die schnellste Läuferin über 10 Kilometer wurde Ende April im Zoo Osnabrück geehrt. Nina Ottoweß lief die 10 Kilometer in 44:40 Minuten und damit so schnell wie keine andere Läuferin. „Ich freue mich vor allem, dass ich mit dem, was ich gerne mache, nämlich dem Laufen, die Elefanten unterstützen konnte, denn ich mag Elefanten einfach super gerne“, erklärt die Lehramtsstudentin. „Ich komme aus der Nähe von Nordhorn und habe von dem Lauf über Instagram erfahren. Als ich gesehen habe, dass man mit dem Lauf auch den Elefanten hilft, war ich sofort dabei. Schon als Kind bin ich mit meinen Eltern häufig in den Zoo gekommen, um die Elefanten zu sehen. Da freut es mich einfach, dass ich sie jetzt unterstützen konnte.“ Zur Siegerehrung gab es für die schnelle Läuferin eine Familienjahreskarte für den Zoo Osnabrück. Auch der schnellste Mann über 10 Kilometer sollte im Zoo geehrt werden, musste aber kurzfristig absagen. Er lief mit 33:40 Minuten die schnellste Zeit. Virtueller Lauf soll eine Fortsetzung bekommen Aufgrund des großen Zuspruchs denkt man im Zoo schon über eine Fortsetzung des „Rüssel-Run“ nach. „Natürlich möchten wir, sobald es möglich ist, wieder den richtigen ‚Zoo-Lauf‘ anbieten, der auch im Zoo stattfindet“, sagt Weißbäcker. „Aber mit dem ‚Rüssel-Run‘ haben wir ein ganz neues Format entdeckt, denn bei einem virtuellen Lauf ist man nicht ortsgebunden und über einen bestimmten Zeitraum kann sich jeder selbst aussuchen, wann er oder sie laufen möchte. Vor allem für Menschen, die nicht in Osnabrück wohnen, ermöglicht das eine Flexibilität, die es beim Zoo-Lauf vor Ort einfach nicht geben kann.“ Auch ganz ohne Lauf ist ein Besuch des Zoo Osnabrück aktuell besonders zu empfehlen. Denn der Frühling ist für viele Tiere die Zeit, um Nachwuchs zu bekommen. Bei den Guteschafen und Rentieren laufen bereits mehrere Jungtiere umher, aber auch bei den selten Drillen hat ein Jungtier das Licht der Welt erblick und klammert sich immer fest an den Bauch seiner Mutter.

Serengeti Park Hodenhagen 10.05.2021
Jetzt beginnt die Saison 2021! Endlich Saisonstart: Der Serengeti-Park öffnet am Dienstag wieder vollständig!
Am morgigen Dienstag (11.05.2021) werden im Serengeti-Park auch wieder die Fahrgeschäfte im Freizeitpark in den Betrieb gehen! Zunächst durfte der Park am 08. März nur seine Tierparkbereiche Serengeti-Safari und Dschungel-Safari öffnen. Mit der nun folgenden Öffnung des Freizeitparks heißt es: Jetzt beginnt die Saison 2021! „Wir freuen uns sehr, Menschen und vor allem vielen Kindern eine Freizeitbeschäftigung anbieten zu können, die in der aktuell schwierigen Lage endlich wieder eine schöne Ablenkung und auch einen kleinen Teil Normalität ermöglicht! ‚Endlich was erleben‘ heißt es bei uns, wenn Familien auf Safari gehen, um Natur und Tiere zu genießen. Wir blicken positiv in die Zukunft und freuen uns auf all unsere Gäste, die uns ‚mit Abstand‘ natürlich die liebsten sind! Wir legen großen Wert auf die Sicherheit und Gesundheit unserer Besucher und Mitarbeiter. Dementsprechend haben wir die Zeit genutzt, um unsere Hygienekonzepte stetig anzupassen. Bei uns können sich Menschen wohl und sicher fühlen – so geht Safari heute!“, erklärt Dr. Fabrizio Sepe, Inhaber des Serengeti-Parks. Lediglich die Türen der Lodges müssen vorerst noch geschlossen bleiben.

Zoo Hoyerswerda 10.05.2021
Flauschiger Stachler geboren Baumstachler-Nachwuchs im Zoo Hoyerswerda
Ein putziger Stachler macht jetzt die Anlage der Baumstachler im Zoo Hoyerswerda unsicher. Vor zwei Wochen wurde das Jungtier geboren und ist der zweite Baumstachler-Nachwuchs im Zoo überhaupt. Gerade einmal 25 cm lang ist der kleine Stachler und macht seinem Namen schon alle Ehre. Auch wenn er wie ein kleiner Flauscheball mit Knubbelnase aussieht, ist er ganz schön stachelig, denn die Stacheln hat er schon von Geburt an. Seine ersten Klettertouren wagt er bereits in sicherer Nähe zu seinem Baumstamm. Mutter Catori kam erst im Oktober vergangenen Jahres aus Braunschweig ins Lausitzer Seenland. Das bis dahin im Zoo Hoyerswerda lebende Baumstachler-Weibchen Mandy war überraschend verstorben. Es ist der erste Nachwuchs für das zweijährige Weibchen. Das Geschlecht des Kleinen steht noch nicht fest und wird bei der nächsten routinemäßigen Untersuchung ermittelt. Die meiste Zeit erkundet der Nachwuchs die Anlage auch schon mal allein, hat aber seinen Lieblingsplatz an einem Baumstamm mit Kletterästen direkt in Besuchernähe schon gefunden. Baumstachler (Erethizon dorsatum) werden auch als Ursons oder Neuweltstachelschweine bezeichnet. Sie stammen aus Nordamerika und sind dort von Alaska und dem Norden Kanadas bis nach Nordmexiko zu finden. Die Art gilt als sehr anpassungsfähig und lebt in Misch-und Nadelwäldern, aber auch in offenem Kulturland und in der Tundra. Baumstachler werden circa mit 18 Monaten geschlechtsreif und haben für Nagetiere eine lange Tragzeit um die 200 Tage. Die Baumbewohner ernähren sich vorwiegend von Laub, jungen Trieben und Früchten. Im Winter fressen sie auch Baumrinde. Die Neuweltstachelschweine werden bis zu 15 Kilogramm schwer und gelten als sehr gute Kletterer. Trotzdem fallen sie häufig herunter: Etwa 35 Prozent aller Skelette in Museen zeigen geheilte Knochenbrüche. Bei Gefahr stellen die Nager ihr Stachelkleid auf und schlagen mit dem Schwanz. An den mehr als 30.000 Stacheln haben die Tiere winzige Widerhaken, die dafür sorgen, dass die Stacheln in ihren Gegnern hängen bleiben. Bei jeder Bewegung des Feindes bohren sie sich noch tiefer in den Körper.

Zoo Landau in der Pfalz 10.05.2021
Bildungspatinnen und -paten für die Zooschule Landau gesucht!
„Nur was ich kenne und liebe, das bin ich auch bereit zu schützen!“ Unter diesem Mot­to setzt die Zooschule Landau ein breites Bildungsprogramm zum Tier-, Arten- und Na­turschutz um, das von Schulklassen, Familien und anderen Gruppen genutzt wird. Seit mehr als einem Jahr finden Corona-bedingt in der Zooschule Landau nur noch weni­ge Veranstaltungen statt. Die Einnahmen sind fast vollständig weggebrochen. Um in diesen unsicheren Zeiten und darüber hinaus für eine dauerhafte Stabilisierung zu sor­gen, vergibt die Zooschule ab sofort „Bildungspatenschaften“. Bei dieser besonderen Form der Unterstützung zahlen Firmen, Einrichtungen aller Art, aber auch Einzelpersonen für ein Jahr oder länger einen vereinbarten Betrag und tra­gen damit dazu bei, die fast dreißigjährige, mehrfach national und international ausge­zeichnete Bildungseinrichtung in ihrem Bestand langfristig zu sichern und das Bildungs­programm weiter auszubauen. Bildungspatinnen und -paten der Zooschule erhalten eine Urkunde und werden – wenn gewünscht – namentlich auf einem Schild am Eingang der Zooschule aufgeführt. Ab einem jährlichen Betrag von 250 Euro erhalten Bildungspatinnen nd -parten der Zooschule eine Exklusivführung durch den Zoo mit der Familie oder einer anderen ausgewählten Gruppe. Ansprech­partnerin für die „Bildungspatenschaften“ ist die Leiterin der Zooschule, Dr. Gudrun Hollstein

Zoo in der Wingst 10.05.2021
Zahlreicher Nachwuchs im Wingster Zoo
Ein Zoobesuch erfordert eine Voranmeldung, aber keinen negativen Test Frühlingszeit ist Jungtierzeit. Das bestätigt sich auch dies Jahr im Wingster Zoo. Bereits seit der Öffnung des Zoos im März erfreuen die Ziegen- und Schaflämmer die Besucher im Streichelzoo. Aber in den letzten Wochen hat sich auch Nachwuchs bei einigen kleineren Tieren eingestellt. Viele Anhänger haben die Erdmännchen. Sie haben im Zoo die zahlreichsten Paten. Nachdem die alte Königin im Herbst verstorben war, kam im Januar ein neues, junges Weibchen aus dem Zoo Dresden. Nach drei Monaten stellte sich bereits Nachwuchs ein. Dieser verlässt seit einigen Tagen immer öfter die Kiste im Innenhaus, so dass der fidele Nachwuchs bei einem Blick durchs Tropenhausfenster auch regelmäßig für die Besucher zu sehen ist. Mit Unterstützung des Fördervereins soll im Sommer der Umbau der ehemaligen Stachelschweinanlage gegenüber zu einem großzügigen Erdmännchen-Areal umgestaltet werden. Die Mühen um den Erhalt vom Aussterben bedrohter Tierarten wurden in der Wingst ein weiteres Mal belohnt. Bei den auf den Philippinen beheimateten Prinz-Alfred-Hirschen und den Visayas-Mähnenschweinen stellte sich bereits zum Jahresende Nachwuchs ein. Die halbwüchsigen Jungtiere brauchen nun keine Muttermilch mehr, nabeln sich nun immer mehr von den Muttertieren ab. Mit dem Schlupf bei den aus Vietnam stammenden Edwardsfasanen gelang nach einigen ernüchternden Brutversuchen der letzten Jahre nun auch hier endlich die erste Nachzucht in der Wingst. Die beiden Eltern kümmern sich fürsorglich um drei Küken. Trotz der Rückschläge kamen Kunstbrut und künstliche Aufzucht nicht in Frage. Für den weiteren Fortbestand der Art ist eine Brut und Aufzucht durch die Eltern wichtig. Seit Ende der 1990er Jahre gab es keinen Nachweis lebender Edwardsfasane in der Natur. Zoos und Privatzüchter in ganz Europa engagieren sich um deren Erhaltung. Derzeit laufen in Vietnam ehrgeizige Pläne, bis 2030 eine sich selbst erhaltene Population zurück in die Wildbahn zu bringen. Hoffnung dazu geben eine Unterschutzstellung eines natürlich verbliebenen Tiefland-Regenwaldes und der Aufbau einer örtlichen Zuchtstation, die mit europäischen Nachzuchten Edwardsfasane wieder auf die Wildbahn vorbereiten soll. Auch bei den Bennetkängurus, den Azara-Agutis und den Deutschen Großsilbern, einer bedrohten Hauskaninchenrasse, gibt es Jungtiere zu entdecken. Seit Montag gilt eine neue Landesverordnung. Für alle Zoo-Entdecker in den nächsten Wochen ist eine Voranmeldung erforderlich. Da nur die Außenbereiche geöffnet sind, ist für den Besuch keine Vorlage eines negativen Tests notwendig. Alle weiteren Details zum Hygieneplan sowie zur Vornanmeldung sind unter der Webseite www.wingstzoo.de zu finden.

Zoo Basel 10.05.2021
Zoo Basel Geschäftsbericht 2020 erschienen
Die Schliessungen aufgrund der Corona-Pandemie beeinflussten das Geschäftsjahr 2020 des Zoo Basel stark. Dies ist dem soeben erschienenen Geschäftsbericht zu entnehmen. Auch 2020 unterstützte der Zoo Basel aber Naturschutzprojekte in aller Welt. Zwischen den Schliessungen vom 15. März bis 7. Juni sowie vom 22. bis 31. Dezember verzeichnete der Zoo Basel durchwegs sehr gute Eintritts- und Umsatz-Zahlen. Diese konnten die 75 Tage, an denen die Besucher wegblieben, jedoch nicht kompensieren. 2020 wurden 794’974 Besuche gezählt (Vorjahr 1’007’150). Dies entspricht einem Rückgang von 21 %. Der Erlös aus verkauften Eintrittskarten und Abonnements betrug CHF 7’157’491.58 (Vorjahr CHF 9’477’357.48), was einer Abnahme von 24.5 % entspricht. Bei den Zoo-Restaurants und beim Zoo-Laden sank der Umsatz gegenüber dem Vorjahr um 40.5 % bzw. 16.6 %. Der unmittelbar aus den Schliessungen resultierende finanzielle Schaden bzw. Mittelabfluss betrug rund CHF 3,5 Mio. Er ist nur deshalb nicht viel grösser geworden, weil der Zoo teilweise Kurzarbeitsentschädigungen erhielt. Ausserdem nutzte nur ein kleiner Teil der Abonnenten die angebotene kostenfreie Verlängerung ihres Abos. Eine anonyme Spende von CHF 5 Mio. deckte das durch die Schliessung verursachte finanzielle Loch. Für diese grossartige Unterstützung ist der Zoo Basel sehr dankbar. Die Zahlen Die Flüssigen Mittel plus Wertschriften betrugen 2020 total CHF 83’540’577.48 (Vorjahr 66’622’222.15). Diesen stehen die Zweckbestimmten Fonds mit CHF 83’262’034.61 (Vorjahr CHF 66’563’732.61) gegenüber. Daran ist sichtbar, dass die dem Zoo Basel anvertrauten, vorsichtig angelegten finanziellen Mittel für die Realisation von Tieranlagen jederzeit vorhanden sind. Der Zoo Basel beschäftigte im Berichtsjahr saisonal bedingt im Durchschnitt und gegenüber Vorjahr fast unverändert 191 Mitarbeitende in 149 Vollzeitstellen. Der Personalaufwand betrug gegenüber Vorjahr fast unverändert CHF 11’833’165.17 (Vorjahr CHF 11’838’985.44). Der Betriebsaufwand lag mit CHF 3’454’551.51 (Vorjahr CHF 3’309’243.44) im Rahmen des Vorjahrs. Obwohl der Zoo vorübergehend geschlossen war, mussten Betrieb und Unterhalt jederzeit aufrechterhalten werden. Nach den ordentlichen Abschreibungen resultiert ein deutlich grösseres, negatives Betriebsergebnis von CHF -10’705’965.13 (Vorjahr CHF -8’681’161.55) und nach Berücksichtigung der Bau- und Planungskosten von CHF -16’254’625.87 (Vorjahr CHF -10’905’184.32). Die im Laufe von 2020 wieder erstarkte Börse bescherte dem Zoo ein Nettofinanzergebnis von CHF 1’330’112.57 (Vorjahr CHF 4’637’452.82) und somit eine positive Rendite auf dem durchschnittlichen Wertschriftenvermögen von 3.1 % (Vorjahr 11.8 %). Der Zoo Basel ist auf Spenden angewiesen Als gewinnorientierte Aktiengesellschaft mit gemeinnützigem Charakter ist der Zoo Basel auf Spenden angewiesen. 2020 kamen Drittmittel aus Spenden, Geschenken, Nachlässen und Legaten sowie Patenschaften im Umfang von insgesamt CHF 29’149’029.83 (Vorjahr CHF 9’088’485.78) zusammen. Die Abgeltungen der Kantone Basel-Stadt und Basel-Landschaft sowie die Beiträge der Gemeinden blieben gegenüber dem Vorjahr nahezu unverändert. Nach Zuweisung von insgesamt CHF 22’495’502 (Vorjahr CHF 8’469’770.25) an die Zweckbestimmten Fonds für teilweise laufende und zukünftige Projekte resultiert ein Jahresverlust von CHF -1’092’282.59 (Vorjahr Jahresgewinn CHF 79’494.91). Zoo Basel unterstützt Naturschutzprojekte Trotz des schwierigen Jahres hatte die Förderung des Arten- und Naturschutzes für den Zoo Basel auch 2020 höchste Priorität: Weltweit unterstützt der Zolli zehn Naturschutzprojekte. Damit leistet der Zoo Basel einen Beitrag zum Schutz und zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume von Tieren und Pflanzen. Im letzten Jahr hat der Zoo Basel rund CHF 260’000 in weltweite Naturschutzprojekte vor Ort investiert.

Tierpark Nordhorn 10.05.2021
Große Freude in Afrika über zehntausend Mund-Nasen- Masken Firma Wilvorst unterstützt die Drillprojekte in Nigeria und Kamerun
Der Kontakt mit der Firma Wilvorst aus dem südniedersächsischen Northeim kam über den Tierpark Nordhorn zustande. Dieser ist Sitz des Vereins „Rettet den Drill“ e.V., der sich für die laut Roter Liste der IUCN gefährdeten, also vom Aussterben bedrohten, Drill-Affen einsetzt. Es gibt vermutlich nur noch ca. 3.000 wildlebende Drills in den tropischen Regenwäldern Afrikas. Sie ziehen in Gruppen von 30 und mehr Tieren nomadenhaft umher, immer auf der Suche nach Futter. Dabei bestehen diese Gruppen aus mehreren ausgewachsenen Männchen, Halbwüchsigen und vielen Weibchen mit ihren Jungtieren. Dramatisch ist, dass ihr Lebensraum zusehends durch Abholzung und Brandrodung schwindet. Schon seit Jahren gibt es diese seltenen Backenfurchen-Paviane nur noch in sehr zerstückelten Restgebieten auf der Insel Bioko und in der Cross-River-Region im Grenzgebiet von Nigeria und Kamerun. Und genau hier unterstützt „Rettet den Drill“ die weltweit einzigen Projekte, die sich dem Schutz der Drills widmen. In Nigeria handelt es sich dabei um das Pandrillus Auffangzentrum in Calabar (Drill-Ranch) mit seinem Auswilderungscamp in den Afi Mountains. In Kamerun unterstützt der Verein das ebenfalls in den 1990-igern von der Pandrillus Organisation gegründete Limbe Wildlife Center. Natürlich stehen die Versorgung und Betreuung von beschlagnahmten, geretteten und resozialisierten Drills bei beiden Projekten im Vordergrund. Allerdings betreiben beide, so wie auch der gemeinnützige Deutsche Verein „Rettet den Drill“, weit mehr als reinen Artenschutz! Das zeigt sich zum Beispiel in der gerade erfolgreich durchgeführten Aktion des Vereins zusammen mit der Firma Wilvorst aus Northeim. Wilvorst ist eigentlich Spezialist für festliche Herrenmode der höchsten Qualitätsstufe. „Unsere Produkte werden mit Liebe zum Detail in Deutschland entwickelt und Nachhaltigkeit spielt eine große Rolle bei uns. Da passte die Idee, ein nachhaltiges Artenschutzprojekt zu unterstützen voll ins Konzept“, so WILVORST. Zumal aufgrund der Corona-Pandemie Wilvorst seit Mitte März 2020 umgestellt hatte – neben Hochzeitsanzügen wurden auch Mund- und Nasenmasken produziert. Dem gemeinnützigen Verein „Rettet den Drill“ spendete die Firma nun 10.000 Masken für die Artenschutzprojekte in Nigeria und Kamerun! „Wir haben die Masken auf drei Pakete aufgeteilt und auf die Reise nach Afrika geschickt“, berichtet Frau Ann-Kathrin Hupe, Online Marketing von WILVORST. Sie hat zusammen mit dem Drillvereinsvorstand alles organisiert. „Es war auch spannend für uns zu verfolgen, ob die Pakete ankommen und wie in Kamerun und Nigeria darauf reagiert wird,“ so Frau Hupe weiter. Natürlich war die Freude bei den beiden Drillprojekten riesengroß! Die Stationen sind einer der größten Arbeitgeber in der Region. Stolz und glücklich tragen die vielen Mitarbeiter und deren Familien nun die schicken Mund-Nasen-Masken aus Deutschland. Tierpfleger, Handwerker, Gärtner, Lehrkräfte, Biologen, Tierärzte und Manager arbeiten direkt vor Ort. Aber auch die in der Landwirtschaft tätigen Menschen der umliegenden Dörfer, die die Futtermittel für die Tiere anbauen oder in den Wäldern Futterpflanzen ernten, gehören zum erweiterten Team. Ebenso wie die Schulen, in denen in Kooperation mit den Stationen pädagogische Projekte durchgeführt werden. „Da den Menschen in Nigeria und Kamerun oft gar keine oder nur extrem unzureichende medizinische Hilfe zur Verfügung steht, sind die Mund-Nasen-Masken aus Niedersachsen als Schutzmaßnahme vor einer Coronainfektion unglaublich wertvoll! Wir sind der Firma Wilvorst daher sehr dankbar,“ resümiert Kathrin Paulsen, 1. Vorsitzende des Vereins Rettet den Drill. Genauere Informationen gibt es unter www.rettet-den-drill.de und www.wilvorst.de.

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