Zoopresseschau

Tierpark Norhorn 06.02.2021
Erste Wildstörche im Tierpark sind zurück! Kurz vor dem großen Wintereinbruch kommen die Frühlingsboten
Ob die Wildstörche sich das gut überlegt haben?! Nur einen Tag später als im letzten Jahr wurden im Tierpark Nordhorn die ersten beiden Wildstörche gesichtet. Und das vor der Nacht, für welche der Wetterdienst vor einem großen Schneesturm in Norddeutschland warnt. Offensichtlich hatte die anhaltende milde Witterung in den Überwinterungsgebieten bereits die ersten Vögel zur Heimkehr bewogen. Die das ganze Jahr über auf dem Vechtehof im Tierpark ansässige Storchendame „Oma“ ist auf alle Fälle jetzt nicht mehr alleine, sondern hat wieder andere Störche an ihrer Seite. Zwischendurch begutachten die Störche die Nester in der näheren Umgebung und „stehlen“ dort mitunter Stöckchen zur Aufbesserung des eigenen Heimes. Gespannt sein darf man, ob die Störche angesichts des drohenden Schneeunwetters nur einen kurzen Zwischenstopp eingelegt haben und nochmal für ein paar Tage in südlichere Gefilde fliegen oder ob sie trotz Wintereinbruchs hier ausharren. Speziell in den letzten Jahren stieg die Anzahl der im Familienzoo brütenden Wildstörche immens an. Während es im Jahr 2014 gerade einmal 6 Brutpaare waren, wurden mittlerweile alleine im Familienzoo rund 30 Brutpaare gezählt. Die Storchenentwicklung in der Grafschaft Bentheim – Anfang des 20. Jahrhunderts gab es noch ca. 4500 Brutpaare in Niedersachsen. Der Bestand ging dann stetig zurück, bis auf ca. 250 Paare in 1988. In der Grafschaft Bentheim gab es ab etwa 1930 keine Brutpaare mehr! Seit Ende der 1980er Jahre hat sich der Bestand in Niedersachsen dann wieder auf ca. 900 Paare erholt. In der Grafschaft Bentheim sind es aktuell 36 Brutpaare. Einen besonderen Anteil an der guten Bestandsentwicklung in der Grafschaft Bentheim haben die Störche bei uns im Tierpark. Bei Storchenliebhabern sehr bekannt ist die mächtige Storcheneiche, in der ein Großteil der Nester zu finden ist. Generell versucht der Tierpark in Kooperation mit dem NABU Grafschaft Bentheim die hübschen Schreitvögel in die Flächen außerhalb des Zoogeländes zu ziehen. Durch das Aufstellen mehrerer Nester im Bereich der Vechteaue soll ihnen hier ein attraktiver Ort zur Jungenaufzucht geboten werden. Hier sollen sich die Tiere ihr Futter in der Vechteaue und auf den Wiesen und Äckern in der Umgebung selber suchen.

Tiergarten Nürnberg 05.02.2021
Auswilderungsprojekt: Nürnberger Bartgeier brüten
Im kommenden Mai wird der bayerische Naturschutzverband „Landesbund für Vogelschutz“ (LBV) in Zusammenarbeit mit dem Nationalpark Berchtesgaden zum ersten Mal drei junge Bartgeier auswildern. Die Wahrscheinlichkeit, dass dabei auch ein Jungvogel aus dem Tiergarten der Stadt Nürnberg stammen könnte, ist nun weiter gestiegen. Das Nürnberger Bartgeier-Paar hat vor kurzem mit Herausgeber Tiergarten Nürnberg der Brut begonnen, nachdem das Weibchen zwei Eier gelegt hatte. „Wir Am Tiergarten 30 freuen uns sehr darüber, dass das Nürnberger Paar mit dem Brüten  begonnen hat. Ein weiterer Schritt hin zu einem jungen fränkischen Bartgeier in den bayerischen Alpen ist somit getan“, sagt der LBV- Vorsitzende Dr. Norbert Schäffer. Der Nürnberger Tiergarten ist Teil des europäischen Bartgeier- Zuchtnetzwerks (EEP/Erhaltungszuchtprogramm des Leitung Europäischen Zooverbands) und freut sich ebenfalls. „Bis Mitte Januar hat Dr. Dag Encke unser Weibchen zwei Eier gelegt, die die Geier jetzt im Partnerwechsel bebrüten werden. Ist die Brut erfolgreich, sollten die Jungvögel Anfang März schlüpfen“, erläutert Jörg Beckmann, stellvertretender Direktor und Biologischer Leiter des Tiergartens Nürnberg.  Für die meisten Vogelarten ist eigentlich der Frühling die ideale Zeit, um Eier zu legen und mit dem Brutgeschäft zu beginnen. Nicht so bei den Bartgeiern, Europas seltenster Geierart. Diese beginnen bereits im Hochwinter mit der Brut. In ihrem alpinen Lebensraum halten aktuell auch tiefe Minustemperaturen, tagelange Schneefälle und Lawinenabgänge die Brutpaare nicht davon ab, ihre beiden Eier zu legen und sie die nächsten 52 Tage über ausdauernd zu bebrüten. „Diese besondere Brutzeit hängt mit der Ernährung der Küken zusammen, die im Gegensatz zu den Altvögeln keine Knochen verdauen können. Daher hat sich die Art so entwickelt, dass die Küken gegen Ende des Winters schlüpfen, wenn es in den alpinen Lagen durch verunglückte Wildtiere ein reichhaltiges Angebot an Aas gibt“, weiß Toni Wegscheider, LBV- Bartgeierexperte. Dabei handelt es sich vor allem um Gämsen und Steinböcke, die in Lawinen verendet sind und dann im tauenden Schnee ​ Seite 2 von 3 zum Vorschein kommen. „Dank einer Synchronisierung des Schlupfzeitraums mit der Schneeschmelze ist sichergestellt, dass genügend Tierkadaver vorhanden sind, mit denen die Eltern ihre Küken füttern können.“ Und obwohl die Bartgeier im Tiergarten Nürnberg weniger harten Wetterbedingungen ausgesetzt sind als ihre Artgenossen in den Alpen, läuft auch bei diesen Vögeln das in Jahrtausenden entwickelte Verhalten ab. Anfang Januar legte das Nürnberger Weibchen das Erste der mehr als faustgroßen Eier, keine zwei Wochen später folgte das Zweite. „Unser erfahrenes Brutpaar wechselt sich derzeit routiniert bei der Bebrütung der Eier ab“, sagt Jörg Beckmann. Somit stehen die Chancen gut, dass Anfang März mindestens ein kleiner Bartgeier in Nürnberg schlüpfen wird. „Sollten zwei Jungvögel schlüpfen, müssen diese nach dem Schlupf sofort getrennt werden, da sie von Natur aus eine starke Aggression gegeneinander aufweisen und immer nur das stärkere Küken überlebt. Das ist nachvollziehbar, da bei insgesamt fast vier Monaten Nestlingszeit in der Natur und Unmengen von Futter, die solch ein heranwachsender Geier fressen muss, die Eltern niemals zwei Junge aufziehen könnten“, erklärt Toni Wegscheider. Im Nürnberger Tiergarten wiederum wäre es durch ein eingespieltes Expertenteam möglich, das schwächere Küken einem anderen, „kinderlosen“ Bartgeier-Ammenpaar aus dem Zuchtprogramm zukommen und es von diesem ohne menschlichen Kontakt großziehen zu lassen. „Damit würde sich die Wahrscheinlichkeit verdoppeln, dass letztlich eines der beiden Jungtiere im Mai für eine Auswilderung im Nationalpark Berchtesgaden geeignet ist. Sollte ein zweiter Geier schlüpfen, könnte dieser im Rahmen eines anderen Auswilderungsprojekts abgegeben werden oder innerhalb des europäischen Zuchtprogramms für den Fortbestand dieser Art sorgen“, fügt Beckmann hinzu. Die derzeit in den Eiern wachsenden kleinen Bartgeier werden wohl sehr verschiedene Lebenswege einschlagen, aber jeder auf seine Weise könnte einen wichtigen Beitrag zur Zukunft dieser Spezies leisten. Erste Bewegtbilder des Nürnberger Bartgeierpaares liefern Videos des LBV und des Tiergartens Nürnberg, welche die Vögel bei Nestbau, Balz, Kopulation und beim Brüten zeigen. Im Gehege sind zwei Kameras angebracht, die das Verhalten der beeindruckenden Vögel sowohl im Außenbereich als auch im Horst aufzeichnen. „Balzen, kopulieren und Nistmaterial eintragen: sowohl die Bartgeier in der Natur als auch die Vögel im Nürnberger Tiergarten waren die letzten Wochen sehr fleißig mit den Vorbereitungen für die jährliche Brutsaison. Dank der tollen Videos kann dies nun jeder miterleben“, sagt Wegscheider. ​
(siehe auch hier)

Zoo Heidelberg 05.02.2021
Verliebt wie die Turteltauben, Hornvögel und Kakadus im Zoo Heidelberg – Tierpatenschaft als besondere Geschenkidee zum Valentinstag
Noch auf der Suche nach einer liebevollen Aufmerksamkeit zum Valentinstag? Wie wäre es mit einer Tierpatenschaft im Zeichen der Liebe für den eigenen Partner? Der Zoo Heidelberg hat eine außergewöhnliche Geschenkidee für Verliebte im Angebot. Schließlich gibt es auch in der Tierwelt den ein oder anderen Vertreter, der den Partner fürs Leben sucht und ihm dann, sobald er ihn gefunden hat, treu zur Seite steht. Die Patenschaftsunterlagen können entweder per Post zugestellt oder nach Vereinbarung im Zoo abgeholt werden. Das sorgt zusätzlich für Freude: Für die ersten 10 Selbstabholer hat das Zoo-Team eine kleine Überraschung für alle Verliebten (und solche, die es werden wollen…) vorbereitet.Lose Bindungen und wechselnde Partner sind in der Tierwelt weit verbreitet – schließlich sichert jedes weitere Jungtier das Überleben der eigenen Art. Dennoch gibt es einige Tierarten, bei denen es etwas romantischer zugeht: Diese suchen sich ihren Partner genau aus, bevor sie mit ihm eine lebenslange Bindung eingehen. Treue und Vertrauen sind für diese Tiere sehr wichtig. Im Zoo Heidelberg sind einige solcher Vertreter zu finden: Hornvogel, Turteltaube, Gelbwangenkakadu und Mandschurenkranich. Alle leben gemeinsam mit ihren Partnern im Zoo Heidelberg. „Zum Valentinstag sind viele Menschen auf der Suche nach einer außergewöhnlichen Geschenkidee. Schön ist es, wenn das Geschenk zugleich auch eine tiefere Bedeutung hat und zeigt, wie sehr man den anderen mag. Mit einer Tierpatenschaft für beispielsweise eine Turteltaube oder einen Hornvogel, lässt sich das super ausdrücken – und ist auch mal etwas Anderes als rote Rosen“, erklärt Dr. Eric Diener, Vogelkurator im Zoo Heidelberg. Hornvogel-Paare haben ein sehr vertrauensvolles Verhältnis zueinander. Hat ein Hornvogel-Männchen einmal ein Weibchen erfolgreich beeindruckt, gehen beide eine lebenslange Bindung ein. Das Vertrauen zueinander ist für diese Vögel überlebenswichtig, denn die Weibchen lassen sich während der Brutzeit in Baumhöhlen einmauern, bis die Küken geschlüpft sind. So sind sie zwar vor Feinden geschützt, gleichzeitig jedoch auf Hilfe des Männchens angewiesen. In dieser Zeit füttert es seine Familie gewissenhaft mit Früchten, damit Mutter und Nachwuchs überleben können. Auch Kraniche haben eine enge Beziehung zum Partner, denn die Aufzucht des Jungtiers ist sehr aufwändig und nur erfolgreich, wenn beide Partner an einem Strang ziehen. Bereits im Winter stimmen sich die Kraniche mit ausgiebigen Balztänzen und Paargesängen aufeinander ein. Turteltauben sieht man fast ständig gemeinsam auf einem Ast sitzend. Eng aneinander gekuschelt suchen sie die Nähe des anderen – und halten sich so gleichzeitig in kalten Winternächten warm. Gelbwangenkakadus lernen ihren Partner in Ihrer Jugendphase, die sie in einem großen Schwarm verbringen, kennen. Danach sucht sich das Paar ein eigenes Revier mit einem passenden Nistbaum, welches sie gemeinsam verteidigen. Außerhalb dieses Reviers treffen sie sich, beispielsweise zur Futtersuche, immer noch mit ihren alten Jugendfreunden – ein bisschen so wie bei uns Menschen manchmal. Wer solch eine besondere Patenschaft zum Valentinstag abschließen möchte, kann dies per Online-Antrag unter www.zoo-heidelberg.de/patenschaften. Die Patenschafts-Mappen werden per Post zugeschickt oder können im Zoo abgeholt werden. Für den Postversand müssen die Anträge bis Mittwoch, 10. Februar im Zoo eingegangen sein. Selbstabholer können nach Terminvereinbarung ihre Unterlagen noch bis Freitag, 12. Februar 2021, 16 Uhr abholen. Abholtermine können telefonisch unter 06221 645517 vereinbart werden. Selbstabholen lohnt sich, denn für die ersten 10 Selbstabholer hat das Zoo-Team eine kleine Überraschung vorbereitet… Vielleicht heißt es ja dann auch bald unter den Verliebten zum Valentinstag: „Lass mich dein Turteltäubchen sein!“

Alpenzoo Innsbruck-Tirol 05.02.2021
Gänseküken pünktlich zur Wiedereröffnung geschlüpft
Aus unserem Bauernhof kommt lautes Geschnatter. Unter dem Gefieder unserer Landgänse verstecken sich sieben kleine Gänseküken, die jetzt immer öfter zu sehen sind. Landgänse sind eine alte und mittlerweile bedrohte Haustierrasse. Weil die Kleinen regelrecht aus dem Nest flüchten, werden Gänse, wie z.B. auch Schwäne, Enten und Kraniche, als Nestflüchter bezeichnet. Junge Nestflüchter sind beim Schlupf am gesamten Körper befiedert und können sich somit bis zu einem bestimmten Grad selbst warmhalten. Außerdem verleiht ihnen dieses Gefieder das typisch niedliche Aussehen. Wer sich schon jetzt in die Gänseküken verliebt hat, kann ihnen ab nächsten Montag, den 8. Februar einen Besuch abstatten, wenn der Alpenzoo endlich wieder geöffnet sein wird. Es gelten die Corona-Regeln des Zoos (siehe alpenzoo.at).

Zoo Leipzig 04.02.2021
Nashornbulle Ndugu nach schwerer Krankheit erlöst – Erste Schlupferfolge bei den Zwergflamingos
Mehr als drei Wochen haben die tiermedizinische Abteilung und Pfleger um den 24Jahre alten Nashornbullen Ndugu gekämpft. Er hatte mit Appetitlosigkeit, Verdauungsproblemen und einem stetig schlechter werdenden Allgemeinbefinden zu kämpfen, so dass er am Dienstag erlöst werden musste. Todesursächlich waren eine schwere Verstopfung, die letztlich zu einer Einschränkung der Atemwegsfunktionen geführt hat. „Eine Operation bei solch einem schweren Dickhäuter ist aufgrund seiner Masse und der Beschaffenheit der Haut nicht möglich. Wir konnten ihn nicht retten und mussten ihm Leiden ersparen“, erklärt Zootierarzt Dr. Andreas Bernhard. Für die stark vom Aussterben bedrohte Tierart wiegt der Verlust des Nashornbullen schwer. Er hatte erfolgreich für Nachwuchs gesorgt. Seine Tochter Naima hat mittlerweile bereits selbst zwei Jungtiere geboren. Im Zoo Leipzig leben nun mit Sarafine und Saba noch zwei Nashornkühe. Erfreuliche Nachrichten aus der Brutkolonie Unweit des Nashornhauses hat es in den letzten Wochen immer wieder positive Nachrichten gegeben. In der Brutkolonie der Zwergflamingos herrscht tagtäglich ein lautstarkes u nd farbenfrohes Spektakel. Die mehr als 20 Brutpaare haben Bruthügel gebaut, gebrütet und können bereits die ersten Schlupferfolge aufweisen. Fünf Jungvögel werden von ihren Eltern versorgt, weitere Eier werden gegenwärtig bebrütet. „ Die Zucht der vom Aussterben bedrohten Zwergflamingos ist grundsätzlich ob ihrer Anspruche schwierig. In Leipzig gelingt es uns seit einigen Jahren, diese besonderen Bedingungen herzustellen und jedes Jahr erfolgreich Vögel aufzuziehen“, sagt Seniorkurator Gerd Nötzold, der sich darauf freut, die gewachsene Gruppe mit den Neuzugängen im Frühjahr wieder an der Kiwara – Savanne den Besuchern zeigen zu können. Noch ist der Zoo jedoch seit dem 2. November für Besucher geschlossen.

Zoo Osnabrück 04.02.2021
Männliche Verstärkung im Zoo Osnabrück – Für Nachwuchs bei Rüsselspringern und Sonnensittichen
Im Zoo Osnabrück sind gleich mehrere neue Tiere eingezogen und das fast in direkter Nachbarschaft zueinander. Im „Sandkatzenhaus“ bei den Nashörnern lebt jetzt ein männlicher Kurzohrrüsselspringer mit dem Osnabrücker Weibchen zusammen. Nur wenige Meter weiter sind bei den Sonnensittichen zwei neue Männchen eingezogen. Für den ersten Besuch müssen sich Besucher aber gedulden, bis der Zoo wieder öffnen darf. Kurzohrrüsselspringer haben nicht nur einen langen Namen, sondern auch einen, der sie erstaunlich gut beschreibt. Denn die mausgroßen, afrikanischen Nagetiere haben kurze Ohren, eine rüsselartige Nase und können sehr gut springen. „Die kleine Rüsselnase ist auch der Grund dafür, warum sie manchmal Elefantenmäuse genannt werden“, verrät Franz Schelshorn, Tierpfleger und Revierleiter im Zoo Osnabrück. Auch, wenn sich männliche und weibliche Kurzohrrüsselspringer sehr ähnlichsehen, kann der Tierpfleger sie auseinanderhalten. „Man muss auf den Charakter achten. Wenn man täglich mit den Tieren zu tun hat, fällt das schon auf. Unser Weibchen ist zum Beispiel sehr schüchtern und versteckt sich gerne. Das neue Männchen ist hingegen nicht so scheu.“ Die Eingewöhnung im neuen Zuhause hat bei dem munteren Männchen, das aus dem Zoologisch-Botanischen Garten Wilhelma in Stuttgart kam, sehr gut funktioniert. „Mit der Eingewöhnung neuer Kurzohrrüsselspringer hatte ich eigentlich noch nie Probleme“, sagt Schelshorn. „Rüsselspringer leben zwar monogam, aber nur solange, wie sie auch eine Partnerin haben. Wenn das Weibchen stirbt, suchen sich die Männchen eine neue Partnerin und bei den Weibchen verhält es sich genauso. Da beide Tiere ‚Single‘ waren, war die Zusammenführung ganz entspannt.“ Neuankömmlinge auch bei den Sonnensittichen – Nur wenige Meter weiter gibt es auch bei den farbenfrohen Sonnensittichen Verstärkung. „Wir haben zwei neue Männchen, die ebenfalls aus dem Zoo in Stuttgart kommen“, erklärt Alina Niebler, Tierpflegerin im Vogelrevier. „Man erkennt sie zurzeit leicht, da ihr Gefieder an den Flügeln noch mehr grün statt gelblich ist, denn sie sind erst 2020 geschlüpft und der intensive Gelbton der Federn kommt erst nach etwa neun Monaten stärker zur Geltung.“ Auch hier haben sich die neuen bereits sehr gut in die Gruppe integriert, die mit dem Zuzug aus jetzt zehn Papageien besteht. „Nur der Wechsel von der Außenvoliere nach drinnen ist noch etwas schwierig. Die Vögel wollen abends immer gerne rein, aber die neuen finden nicht immer den Weg. Wir müssen ihnen dann ein wenig die Richtung weisen, aber mit der Zeit werden sie das auch alleine schaffen“, ist Niebler überzeugt. Nachwuchs ist gewünscht – Dass sowohl bei den Kurzohrrüsselspringern als auch bei den Sonnensittichen männliche Tiere in den Zoo geholt wurden, ist kein Zufall. „Wir hoffen natürlich, dass es bei beiden Tierarten in Zukunft Nachwuchs geben wird“, sagt Andreas Wulftange, zoologische Leitung im Zoo Osnabrück. „Den hatten wir auch schon in der Vergangenheit, allerdings sind die Männchen leider altersbedingt verstorben. Vor allem bei den Sonnensittichen ist eine Reservepopulation in Zoos in den letzten Jahren wichtig geworden. Laut der ‚Roten Liste für gefährdete Tierarten der internationalen Union zur Bewahrung der Natur‘ sind die Vögel stark gefährdet und der Bestand in der Natur hat aufgrund übermäßigen Handels mit den Tieren stark abgenommen. Es gibt schätzungsweise nur noch 1.000 bis 2.500 Tiere in der Natur, die vor allem im Norden Brasiliens leben, mit sinkender Tendenz.“ Da eine Kernaufgabe von Zoos der Natur- und Artenschutz ist, ist die Zucht der Tiere ein wichtiger Bestandteil der Haltung. Besucher können die neuen Tiere sehen, sobald der Zoo wieder öffnen darf. Aktuell fehlen dem Zoo weiterhin die Einnahmen aus den Eintrittsgeldern für die Versorgung der Tiere, die täglich etwa 13.000 Euro kostet. Wer den Tieren im Zoo jetzt helfen möchte, kann schon eine Jahreskarte für 2021 kaufen. Jahreskarten 2021 sind bis zum 1. April 2022 gültig und rentieren sich bereits mit dem zweiten Besuch. Wissenswertes über Kurzohrrüsselspringer (Macroscelides proboscideus) – Das Verbreitungsgebiet der Kurzohrrüsselspringer liegt im südwestlichen Afrika. Sie gehören zur Familie der Rüsselspringer, die in weiten Teilen Afrikas verbreitet sind. Sie haben eine Kopf-Rumpf-Länge von zehn bis elf Zentimetern, wobei ihr Schwanz mit einer Länge von elf bis dreizehn Zentimetern durchschnittlich länger ist als ihr als Kopf. Die Kurzohrrüsselspringer leben monogam und sind Allesfresser, die sich aber hauptsächlich von Insekten und Pflanzen ernähren. Sie können zwei bis drei Mal im Jahr Nachwuchs bekommen, wobei sie in der Regel ein bis zwei Jungtiere pro Wurf zur Welt bringen. Wissenswertes über Sonnensittiche (Aratinga solstitialis) – Der Sonnensittich ist ein südamerikanischer Papagei. Der durchschnittlich 30 Zentimeter lange Vogel ist für gewöhnlich gelb, orange, rot, grün und braun gefärbt, wobei vor allem Gelbtöne im Gefieder überwiegen. Junge Tiere haben einen stärkeren Grünton, der nach etwa neun Monaten immer stärker den Gelbtönen weicht. Die Vögel können 20 bis 30 Jahre alt werden und kommen vor allem im nördlichen Brasilien vor. Dort ist ihre einst üppige Zahl durch vermehrten Tierhandel auf schätzungsweise 1.000 bis 2.500 Tiere geschrumpft, sodass sie laut der Roten Liste für gefährdete Tierarten der internationalen Union zur Bewahrung der Natur als stark gefährdet gelten.

Tierpark Chemnitz 04.02.2021
Tierpark Chemnitz: Nachwuchs bei Zwergseidenäffchen – Bedrohte Primaten-Art hat Zwillinge bekommen
Im Krallenaffenhaus des Chemnitzer Tierparks hat es Anfang Januar den ersten Nachwuchs gegeben. Das seit Juni letzten Jahres zusammenlebende Zwergseidenäffchen-Paar hat zum ersten Mal Jungtiere bekommen, und das gleich in doppelter Ausführung. Die Jungtiere kommen mit etwa 15 Gramm zur Welt, erwachsene Zwergseidenäffchen wiegen zwischen 85 bis 140 Gramm. Die Kopf-Rumpf-Länge beträgt (ohne Schwanz) nur ca. 15 Zentimeter. Sie sind die kleinsten Vertreter der Affen. Unterboten werden sie nur noch von den Mausmakis, die allerdings zu den sogenannten Halbaffen zählen. Zwergseidenäffchen sind soziale Tiere, die in Gruppen von bis zu zehn Tieren zusammenleben können. Die Gruppe besteht meist aus einem erwachsenen dominanten Weibchen, das die Gruppe anführt, ein bis zwei erwachsenen Männchen sowie den Nachkommen verschiedenen Alters. Solange diese noch zusammen mit den Eltern leben, ist ihre eigene Fortpflanzung unterdrückt. Die Familiengruppen bewohnen feste Gebiete in den unteren und mittleren Baumschichten. Nach einer Tragzeit von ca. 140 Tagen kommen zumeist Zwillinge zur Welt. Der Nachwuchs klammert sich sofort nach der Geburt an das Fell der Eltern und lässt sich sicher durch das Geäst tragen. Bei der Betreuung der Jungtiere wechseln sich Mutter und Vater, oft auch andere Familienmitglieder, untereinander ab. Mutter „Bonnie“ hat schon mehrfach im Chemnitzer Tierpark für Nachwuchs gesorgt, für Vater „Fernando“ ist es das erste Mal. Die Bestände der Zwergseidenäffchen nehmen als Folge von Lebensraumverlust und Bejagung deutlich ab. Seit 2020 werden sie deshalb auf der Roten Liste gefährdeter Tierarten der IUCN als gefährdet eingestuft. Umso wichtiger ist das erfolgreiche und koordinierte Nachzüchten von solch bedrohten Tierarten. Im Tierpark Chemnitz wird diese Art schon viele Jahre erfolgreich gehalten und gezüchtet.

Tierpark Hellabrunn 04.02.2021
Hellabrunner Polarwelt ohne Eselspinguine
Am vergangenen Montag hieß es für die Hellabrunner Eselspinguine „Servus“ – denn die Tiere sind ins Oceanografic Valencia und den Zoo Pairi Daiza in Belgien umgezogen. Damit verlässt eine von vier Pinguinarten den Tierpark, jedoch nur vorübergehend. Nach der für 2022 geplanten Sanierung des Pinguinhauses werden wieder Eselspinguine in Hellabrunn Einzug halten – allerdings eine andere Unterart.Bereits in den frühen Morgenstunden rollte der Transporter mit den insgesamt sechs Eselspinguinen im Gepäck in Hellabrunn vom Hof, um die Tiere in ihre neue Heimat zu bringen. Sowohl in Pairi Daiza als auch in Valencia werden sie auf neue Artgenossen treffen – genaugenommen sogar auf Unterartgenossen, denn Ziel des Umzuges ist die Erhaltungszucht zweier verschiedener Eselspinguin-Unterarten. Bislang wurde in München die subantarktische Unterart der Eselspinguine gehalten, ursprünglich Bewohner der Falklandinseln. Die insgesamt etwa 150 Tiere dieser Unterart sind europaweit in Zoos auf viele kleine Gruppen verteilt, die nun nach und nach auf Empfehlung des Europäischen Zuchtbuches (ESB) zusammengelegt werden sollen. Stattdessen werden künftig in Hellabrunn Eselspinguine der arktischen Unterart leben – die fast 500 Tiere dieser Unterart leben bisher in nur wenigen Tierparks und sollen in mehr und kleinere Gruppen geteilt werden. „Wenn man eine Art mit einer gesunden genetischen Vielfalt über einen langen Zeitraum in Tierparks halten möchte, dann braucht es eine bestimmte Populationsgröße, mit einer entsprechenden Vielfalt an Erbmaterial“, erklärt Beatrix Köhler, zuständige Kuratorin für Pinguine in Hellabrunn. „Indem Hellabrunn der Empfehlung des Zuchtbuches entsprechend handelt und die Unterart tauscht, sorgen wir für die besten langfristigen Überlebenschancen der europäischen Zoopopulationen beider Unterarten.“ Da das Hellabrunner Pinguinhaus inzwischen bereits in die Jahre gekommen ist, werden im Zuge des Umzugs zunächst noch Sanierungsarbeiten im Bereich der Technik erfolgen. Dazu gehört die Optimierung der Wärmeisolation, aber auch der Ausbau der Kälte- und Filteranlagen. Geplant ist die Sanierung für das Jahr 2022. Anschließend wird es dann auch wieder drei Pinguinarten in der Hellabrunner Polarwelt zu sehen geben: „Der Unterschied zwischen den beiden Unterarten ist kaum zu sehen“, so Köhler – „die antarktischen Eselspinguine sind lediglich etwas kleiner.“ Insgesamt gibt es 18 verschiedene Pinguinarten, Eselspinguine gehören zur Gattung der Langschwanzpinguine. Im Tierpark Hellabrunn leben derzeit drei Pinguinarten, davon mit den Königspinguinen und den Felsenpinguinen zwei Arten in der Polarwelt sowie die Humboldtpinguine.

Tiergarten Schönbrunn 04.02.2021
Ab 8. Februar hat der Tiergarten Schönbrunn wieder geöffnet
Ganze 97 Tage war der Tiergarten Schönbrunn geschlossen. Am kommenden Montag darf er seine Pforten wieder öffnen. Während der langen Schließzeit ist viel passiert, worauf sich die Zoofans freuen dürfen. „Unsere Besucherinnen und Besucher können erstmals die neuen Orang-Utan-Weibchen Sari und Surya und unseren Elefantenbullen Tembo erleben. Viele brennen natürlich darauf, das Koala-Mädchen Millaa Millaa zu sehen. Die Besucher werden staunen, wie groß die Geparden-Jungtiere, das Elefanten-Mädchen Kibali und das Eisbären-Mädchen Finja schon geworden sind“, so Tiergartendirektor Stephan Hering-Hagenbeck. Laut derzeitigem Kenntnisstand könnte für den gesamten Tiergarten die 20-Quadratmeter-Regel pro Besucher gelten. Das würde bedeuten, dass sich maximal 1.500 Besucher gleichzeitig im Tiergarten aufhalten dürfen. Deshalb wird dringend empfohlen, Tickets vorab online zu kaufen und auch für Jahreskarten Eintrittszeiten zu reservieren. Jedem, der die Möglichkeit hat, empfiehlt der Tiergarten, den Zoo unter der Woche zu besuchen. Für den Besuch bei Eisbär und Co. gilt wie in öffentlichen Verkehrsmitteln die behördliche Verpflichtung, eine FFP2-Maske zu tragen – nicht nur in Innenräumen, sondern aus derzeitiger Sicht auch im Freien. Auch das Wüstenhaus vor den Toren des Tiergartens wird geöffnet sein. Wer ein Tier besonders ins Herz geschlossen hat, kann im Zoo-Shop beim Haupteingang als Erinnerung Plüschtiere, Bücher und Co. kaufen. Die Tiergartengastronomie bietet an mehreren Standorten Take-away-Angebote. Veranstaltungen, Führungen und kommentierte Schaufütterungen finden nicht statt. Der Tiergarten wird einen Großteil seiner Häuser öffnen: Koalahaus, ORANG.erie, Aquarien-Terrarienhaus, Giraffenhaus, Polardom und das historische Affenhaus, das derzeit einer Kinderstube gleicht. Viele weitere Tiere, wie die Großkatzen, Elefanten, Robben und Pandas, sind auf den Außenanlagen zu sehen. Die Tickets und Eintrittszeiten können ab Samstag, 6. Februar unter www.zoovienna.at gebucht werden. Hier finden die Besucher auch alle wichtigen Infos für den Tiergartenbesuch. Öffnungszeiten des Tiergartens: täglich von 09:00 bis 17:00 Uhr

Tiergarten Kleve 03.02.2021
Tiergarten Kleve freut sich über den Einzug der Strauße
„Die schwerste Eselrasse der Welt macht Platz für den größten Vogel der Welt“, freut sich stellvertretende Tiergartenleiterin Christine Oster über den Einzug ihrer neuen Schützlinge. Am Montag, 1. Februar, sind zwei Blauhalsstrauße neu im Tiergarten Kleve eingezogen und bewohnen die ehemalige Anlage der Poitou-Esel, die nun an einer anderen Stelle im Tiergarten ein neues Zuhause gefunden haben. Poitou-Esel werden über 400 kg schwer und gelten damit als schwerste Eselrasse der Welt. Den Umbau der Esel- zur Straußenanlage haben die MitarbeiterInnen des Tiergarten Kleve während des Coronalockdowns in Eigenregie durchgeführt. „Wir stecken trotz Corona nicht den Kopf in den Sand“, berichtet Oster stolz und macht dabei eine Anspielung auf einen Mythos, der gar nicht stimmt: „Man hört immer wieder, dass Strauße bei Gefahr ihren Kopf in den Sand stecken. Doch das stimmt nicht. Strauße flüchten meist bei Gefahr und laufen dabei bis zu 70 km/h schnell.“ Woher kommt der Mythos dann aber? Strauße leben in den weitläufigen Savannen Afrikas. Der kleine Kopf der Tiere ist durch eine Luftspiegelung nicht auszumachen, wenn die Tiere am Boden nach Futter suchen. Auch brütende Strauße erwecken diesen Eindruck, jedoch legen sie bei drohender Gefahr Hals und Kopf auf den Boden, um möglichst unauffällig zu sein und so ihr Nest zu schützen. Mit 2,5 m Höhe und 150 kg Gewicht sind sie so groß wie keine andere, noch lebende Vogelart. Demzufolge legen Strauße auch die größten Eier. Tiergartenleiter Martin Polotzek: „Meistens hat ein Straußenhahn mehrere Hennen, die alle Eier in eine gemeinsame Mulde am Boden legen. Beim Brüten wechseln sich der Hahn und die Leithenne ab, sodass nach ca. 6 Wochen die jungen Strauße schlüpfen.“ Ein Straußenei entspricht dem Volumen von 25 Hühnereiern. Ob und wann das noch namenlose Straußenpaar die ersten Eier im Klever Tiergarten legen wird, bleibt abzuwarten. Nur bei der Namenssuche möchte der Zoo an der Tiergartenstraße nicht länger warten. Polotzek: „Wir möchten die Namen für die neuen Strauße gemeinsam mit unseren BesucherInnen aussuchen und starten dazu eine Social Media Aktion: Jeder, der einen passenden Namen für unseren Straußenhahn oder die –henne hat, kann diesen ab sofort gerne über unsere Facebook- oder Instagramseite posten. Unter allen Vorschlägen werden dann die beiden Namen für unser Straußenpaar ausgewählt.“ Aufgrund der aktuellen Corona-Schutzverordnung ist der Tiergarten Kleve derzeit noch für BesucherInnen geschlossen. Wer den Tiergarten in diesen wirtschaftlich schwierigen Zeiten unterstützen möchte, kann gerne eine Patenschaft für die neuen Strauße übernehmen.

Tierpark Hagenbeck Hamburg 03.02.2021
Winterwunderland im Tierpark Hagenbeck
Verschneite Gehege, schneebedeckte Tiernasen, zugefrorene Teiche und reifbedeckte Bäume und Sträucher – die Winterlandschaft im Tierpark kann aktuell leider nur gedanklich betreten werden. Alle Hagenbeck-Bewohner, die durch ihre Herkunft ganz unterschiedlich an eisige Temperaturen angepasst sind, reagieren verschieden auf Kälte und weiße Flocken. Für die Sibirischen Tiger sind Temperaturen von bis zu minus 50 Grad Celsius kein Problem. Wichtig bei Hagenbeck ist, dass der Wassergraben bei den Tigern in den Wintermonaten nicht zufriert und die Raubkatzen die Möglichkeit eines weitläufigeren Ausflugs haben. Daher sorgt eine Pumpe im Graben für sprudelndes Wasser ohne Frostgefahr. Aktuell befindet sich unsere Sibirische Tigerdame Maruschka allein im Außengehege. Ohne eine erneute Zuchtfreigabe des Zuchtbuchkoordinators darf der Tierpark Hagenbeck die seltenen Großkatzen nicht züchten. Daher müssen die Tiere getrennt gehalten werden, solange die Katze rollig – also paarungsbereit ist. Auch unsere Wüstenschiffe trotzen der Kälte im Winter. Die Asiatischen Kamele haben sich ein dichtes, bis zu 30 Zentimeter langes Winterfell zugelegt, welches sie bis in den Frühling hinein tragen. Für die Tiere sind Temperaturen von bis zu minus 50 Grad Celsius dann kein Problem. Ähnlich geht es auch den Alpakas, die sich in den Anden ebenfalls bei knackigen Minustemperaturen wohl fühlen. Für Deutschlands einzige Walrossgruppe bedeutet Schnee zusätzlichen Spaß und Abwechslung im Robbenalltag. Neugierig wühlen die Schwergewichte mit ihrer Schnauze durch den Schnee und mit etwas Glück haben die Tierpfleger einige Leckerbissen darin versteckt. Die Gruppe der Seychellen Riesenschildkröten liebt es dagegen eher warm. Eng zusammengekuschelt verbringen sie die kalte Jahreszeit in ihrem molligen Wärmehaus. 27,4 Grad Celsius beträgt die aktuelle Temperatur, die durch die Wärmelampen erreicht wird. Ins Freie kommen die Schildkröten erst bei sonnigen 15 Grad Außentemperatur oder sogar erst bei 20 Grad, wenn die Sonne nicht scheint.

Tierpark Herborn 03.02.2021
Verkehrsverein Herborn übernimmt Patenschaft für Clownfisch „Nemo“ und Co
Seit mittlerweile drei Monaten ist der Tierpark Herborn, so wie alle zoologischen Einrichtungen in Hessen aufgrund der Corona-Verordnung für Besucher geschlossen und noch immer gibt es wenig Hoffnung in Kürze wieder öffnen zu können. Dennoch müssen fast 400 Tiere in über 90 Arten weiterhin täglich versorgt werden. Das verursacht Kosten, bringt aber keine Einnahmen und stellt die Einrichtung im Ortsteil Uckersdorf vor große Probleme, wie Tierparkleiterin Britta Löbig in einer Pressemitteilung im Dezember schilderte. Den damit verbundenen Aufruf zu Spenden und Tierpatenschaften lasen auch die Verantwortlichen des Verkehrsverein Herborn e.V. und beschlossen der Herborner Einrichtung mit einer Patenschaft im Wert von 600,- € unter die Arme zu greifen. „Da gerade das Engagement in der Umweltbildung einen Schwerpunkt des Tierparks darstellt, waren wir uns schnell einig, dass diesmal das im Eingangsgebäude Meerwasseraquarium im Fokus stehen soll“, so der Vorsitzende Frank Pletka, der Britta Löbig den Scheck überreichte. Der seit 2010 in dem Becken lebende farbenfrohe Sympathieträger Anemonenfisch „Nemo“ hat hier vor kurzem neue Mitbewohner bekommen, als der Fachbereich Tierökologie und Systematik der Universität in Gießen dem Tierpark etliche Korallen und Anemonen überließ. Durch sie möchte das Tierparkteam auf den nur allzu oft verantwortungslosen Umgang des Menschen mit den tierischen Bewohnern der Meere aufmerksam machen. So gilt es, die Tierparkbesucher unaufdringlich auf das latente Problem der Ausbeutung der Meere durch Überfischung, sei es beim Thunfisch oder auch vielen Hai- und weiteren Fischarten ebenso aufmerksam zu machen, wie auf die zunehmende Vermüllung der Meere durch Plastik. Natürlich sollen sich die Tierparkbesucher in erster Linie an der Schönheit der interessanten tierischen Bewohner erfreuen können. Darauf aufbauend ist getreu dem Motto „nur was man kennt, kann man schützen“ die Sensibilisierung der Besucher für den Schutz der Tier- und Pflanzenwelt eine wichtige Aufgabe Zoologischer Gärten mit steigender Bedeutung. So sollen auch Nemo und seine Artgenossen dazu beitragen, dass die Tierparkbesucher vermehrt über die Bedeutung des Schutzes der Meere und ihrer Bewohner nachdenken und sich dann vielleicht sogar aktiv für diese engagieren. Frank Pletka: „Der Verkehrsverein möchte, indem er die laufenden Kosten des Beckens für ein Jahr übernimmt, ein Zeichen setzen und dazu beitragen, den Tierpark durch diese schwierige Zeit zu bringen. Gerade vor dem Hintergrund der immer weiter zunehmenden Naturentfremdung, finden wir es wichtig, den Herborner Tierpark bei seinen Aufgaben zu unterstützen. Wo in der Region kann man Tiere besser kennenlernen und vor allem junge Menschen an Tiere heranführen?“ Löbig: „Wir sind dem Verkehrsverein für die Unterstützung sehr dankbar. Leider ist immer noch nicht absehbar, wann wir wieder Besucher im Tierpark empfangen können und jede Hilfe, um die Zeit bis dahin zu überbrücken, ist ganz ganz wichtig. Dass sich die ganze Region so unglaublich solidarisch zeigt und uns nicht nur mit Spenden, Tierpatenschaften und Hilfsangeboten aller Art unterstützt, sondern auch mit jeder Menge Zuspruch, macht uns sprachlos und glücklich zugleich. Jetzt bleibt nur zu hoffen, dass der Lockdown nicht mehr allzu lange andauert, die Einhaltung von Auflagen und das bereits bewährte Hygienekonzept sollten eine Öffnung für Besucher ohne Risiken möglich machen.“ Alle Informationen zu den Tierpatenschaften und Angaben zum Spendenkonto, sind auf der Webseite des Parks unter www.tierpark-herborn.de zu finden. Ob eine Jahreskarte per Post, eine Tierpatenschaft oder einfach eine Spende: die Mitarbeiter sind auch weiterhin täglich per Email (info@tierpark-herborn.de) oder Telefon (02772 42522) erreichbar.

Erlebnis-Zoo Hannover 03.02.2021
Abschied von einer ganz Großen – Das Team vom Erlebnis-Zoo Hannover trauert um Giraffe Shahni
Das Team vom Erlebnis-Zoo Hannover trauert um Giraffe Shahni. Das 20jährige Rothschild-Giraffen-Weibchen hatte seit ein paar Tagen nicht mehr fressen wollen, keinen Kot abgesetzt und dem Zoo-Team große Sorgen bereitet. Die Zoo-Tierärzte und Tierpfleger behandelten Shahni mit Medikamenten, führten ihr Flüssigkeit zu, tauschten sich mit Veterinären aus anderen Zoos aus, ließen nichts unversucht. Trotz der intensiven Behandlung und Fürsorge verschlechterte sich der Zustand der Giraffenkuh in den letzten Tagen. Schweren Herzens traf das Team die Entscheidung, Shahni zu erlösen. „Shahni fehlt uns so sehr“, so ihre Pfleger traurig. Sie war als Leitkuh die Chefin der Herde, ruhig und zurückhaltend und trotzdem charakterstark, erzählen die Tierpfleger. Die Giraffenkuh kam 2004 nach Hannover, hatte gemeinsam mit dem damaligen Giraffenbullen „Schorse“ sieben Jungtiere und trug so maßgeblich zum Erhalt ihrer bedrohten Art bei. Ihre Kinder, Enkel und Urenkel leben inzwischen in Zoos überall Europa. Das Höchstalter von Giraffen in der Wildbahn wird auf 20 bis 25 Jahre geschätzt, in Zoos können sie ein Alter von bis zu 28 Jahren erreichen. Die ersten Befunde aus der Pathologie der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover ergaben, dass Shahni an einem inoperablen Darmverschluss und als Folge einer Darmwandnekrose litt. Den beiden Giraffen-Weibchen Jamila und Niobe gaben die Tierpfleger Zeit, sich von Shahni zu verabschieden. Stark gefährdet Rothschild-Giraffen stehen auf der Roten Liste bedrohter Tier- und Pflanzenarten und gelten als „gefährdet“. In freier Wildbahn leben mittlerweile nur noch weniger als 1.400 Tiere (2019) der Giraffenunterart mit der auffallend großen Musterung. Zum Vergleich: Im Jahr 2013 wurde die Population noch auf 2.500 Tiere geschätzt. Der Zoo Hannover beteiligt sich am Europäischen Erhaltungszuchtprogramm (EEP), um den Erhalt der Rothschild-Giraffen zu sichern.

Tierpark + Fossilium Bochum 02.02.2021
Bilanz des Corona-Jahres 2020 Die Folgen der Pandemie haben den Tierpark + Fossilium Bochum schwer getroffen
Der Tierpark + Fossilium Bochum blickt auf ein herausforderndes Jahr 2020 zurück. Die Pandemie und die damit verbundenen, behördlich angeordneten Schließungen haben im Tierpark zu enormen Umsatzverlusten in Höhe von rund 600.000 EUR geführt. Der aktuell noch andauernde Lockdown bringt auch im neuen Jahr kein Aufatmen. „Uns fehlen schlicht die Einnahmen vor allem durch Eintrittsgelder, aber auch durch zoopädagogische Angebote, Zooshop-Verkäufe und Pachteinnahmen“, berichtet Zoodirektor Ralf Slabik. Allein im Bereich des Veranstaltungswesens verzeichnete der Tierpark 100 % Ertragsverluste, da sämtliche Feste und Aktionstage aus Gründen des Infektionsschutzes abgesagt werden mussten. Im Bereich der Umweltbildungsarbeit kam es zu einem 60 %igen Ertragsverlust und die Bilanz der Besucherzahlen, die in den Monaten der eingeschränkten Betriebsöffnung im Vergleich zu den Vorjahren enorm einbrachen, fällt ebenso ernüchternd aus: „In den vergangenen 12 Monaten, wovon wir 3,5 Monate schließen mussten, zählten wir rund 213.790 Besucher. Dies entspricht nur etwa 60 % der Gesamtzahlen aus 2019“, so Ralf Slabik. Die fünf zurückliegenden Betriebsjahre stellten bisher eine stetige Erfolgsgeschichte des Tierparks dar. Die Kombination aus großer Artenvielfalt, Modernisierungsmaßnahmen und attraktiven zoopädagogischen Angeboten im außerschulischen Lernort erfreuten sich in Bochum und Umgebung einer großen Beliebtheit und führten zu kontinuierlich steigenden Besucherzahlen. Das Corona-Jahr 2020 bedeutete für den Tierpark somit einen tiefen Einschnitt, dessen Auswirkung sich aktuell umso dramatischer bemerkbar macht: In zoologischen Gärten muss gerade die Herbst- und Winterzeit ‒ mit in normalen Jahren natürlicherweise wetterbedingten verminderten Einnahmen ‒ durch die im vorangegangenen Frühjahr und Sommer erwirtschafteten Rücklagen aufgefangen werden. Das Anlegen eines solchen finanziellen Polsters war in 2020 aber durch den ersten Lockdown im März / April und die anschließende Zeit des Besucherzahl-limitierten Zoobetriebs bis zur nächsten ab dem 02. November beginnenden und immer noch andauernden Betriebsschließung faktisch nicht möglich. Die – trotz der Schließungen ‒ fortlaufenden Kosten für die Pflege der Tiere, die Instandhaltung von Tieranlagen sowie für Personal belaufen sich im Monat auf rund 200.000 EUR. Hinzu kamen 2020 zusätzliche Kosten in Höhe von 50.000 EUR für die Umsetzung von Hygienekonzepten, die Investitionen in Schutzausrüstungen und die Einrichtung von Homeoffice-Arbeitsplätzen. „Unser Einsparpotenzial ist sehr begrenzt, denn auch in Krisenzeiten hat die optimale Versorgung der Pfleglinge für den Tierpark oberste Priorität und erfordert uneingeschränkten Einsatz. Somit ist aus den Bereichen der Zootierpfleger*innen und Zootechniker kein Personal zu entbehren, lediglich in den Abteilungen der Zooverwaltung und der Zoopädagogik ist durch angeordnete Kurzarbeit die Einsparung eines kleineren Teils der Personalkosten möglich. Mehr geht nicht! Wir konnten unsere Ausgaben im letzten Jahr im Wesentlichen Dank der Liquiditätshilfen durch die Stadt Bochum in Höhe von 250.000 EUR decken, die uns schnell und unbürokratisch zur Seite stand und dies in herausragender Weise auch immer noch tut. Besonders wertvoll ist für uns außerdem nach wie vor die Spendenbereitschaft unserer Besucher und Tierpaten, die sehr zahlreich und mit einer beeindruckenden Hingabe ihren Bochumer Tierpark wertschätzen und ihren Beitrag zum Erhalt der Einrichtung leisten.“, berichtet Ralf Slabik. „Besonders rührend sei hier erwähnt, dass viele Kinder kleine Beträge ihres Taschengeldes spenden, dass viele Erwachsene Kleinbeträge überweisen, obwohl ihnen das sichtlich schwerfällt oder auch Schulklassen ihre Klassenkasse stiften!“ Der Zoo hofft sehr, in naher Zukunft wieder öffnen zu dürfen, um zum einen der Bevölkerung einen sicheren Naherholungsraum und einen außerschulischen Lernort bieten zu können und um zum anderen, nicht unverschuldet in eine noch bedrohlichere finanzielle Notlage zu geraten. Die nach dem Frühjahr 2020 zugesprochenen Fördermittel des Landes für die NRW Zoos konnten lediglich die Ertragsverluste durch den ersten Lockdown und das nur in Teilen kompensieren. Nun wartet der Tierpark auf die Auszahlung der dringend benötigten November- und Dezemberhilfen des Bundes, die entgegen der öffentlichen Versprechungen bis auf eine Abschlagszahlung auf die Novemberhilfe bis dato nicht erfolgt sind. „Aus der Sicht des Unternehmens ist die Tatsache, dass die Prüfung der Anträge so langwierig ist, existenzbedrohend, da die betrieblichen Kosten stetig weiterlaufen“, erläutert Ralf Slabik. „Und da von einer Betriebsschließung bis zu den Osterferien ausgegangen werden kann, sind die Bundesmittel aus der Überbrückungshilfe III für die Monate Januar bis März 2021 ebenfalls von existenzieller Bedeutung, wenn auch aktuell verfahrenstechnisch bedauerlicherweise noch ungeklärt.“ Im Sinne der Welt-Zoo-Naturschutzstrategie hat sich der Zoo der Umweltbildung, der Forschung und des Artenschutzes verschrieben. Ralf Slabik: „Diese Aufgaben machen den Kern einer jeden modernen zoologischen Einrichtung aus. Gerade wenn davon auszugehen ist, dass die Ursachen einer solchen Pandemie u.a. im Biodiversitätsverlust, in der Lebensraumzerstörung und in der Problematik des Wildtierhandels liegen, wird deutlich, wie wichtig die Arbeit der zoologischen Gärten in den genannten Bereichen ist. Somit sind finanzielle Unterstützungen für diese Einrichtungen zwingend notwendig und eine nachhaltige Investition in die Zukunft, um das gesellschaftliche Bewusstsein für den Tier-, Natur-, Arten- und Umweltschutz zu fördern und den weltweiten Rückgang der biologischen Vielfalt aufzuhalten.“ Mit dem Jahreswechsel stand im Tierpark + Fossilium Bochum auch die jährliche Tierinventur an. Das Ergebnis: Aktuell leben 3.846 Tiere in 330 Arten im Bochumer Zoo. Das Aquarien- und Terrarienhaus beherbergt dabei die meisten Individuen. Süß- und Meerwasserbecken, naturnahe Wüsten- und Regenwaldanlagen geben dabei Einblicke in faszinierende Habitate und Lebensgemeinschaften. Die jüngsten Neuzugänge, die bei der großen Zählung dokumentiert wurden, sind die sechs Jungtiere der Afrikanischen Zwergziegen, die um den Jahreswechsel herum geboren wurden. Darüber hinaus gab es seit der letzten Inventur einige zoologische Veränderungen in Bochum. Besonders ausschlaggebend war dabei natürlich die Eröffnung der „Asienwelten“, die gleich neun neue Tierarten zeigen. Mit erstmaligem Zuwachs bei den gefährdeten Waldrappen und Kune Kune-Schweinen durfte sich das Tierpark-Team außerdem über besondere Nachzuchterfolge freuen.

Tierpark Nordhorn 02.02.2021
Zootiere und Wildtiere im Winterschlafmodus? Wer sich im Winter einmummelt und wer munter bleibt – nachgefragt im Tierpark Nordhorn
Die Tage werden zwar wieder länger, die Temperaturen allerdings zunehmend frostiger. Kein Wunder, es ist ja auch Winterzeit. Die Jahreszeit, in der es uns Mitteleuropäer ins Haus und damit in die Wärme zieht. Auch manchen Tieren ergeht es so. Vielen gefällt das nasskalte Wetter ebenso wenig wie uns. Einige Tierarten haben im Laufe der Evolution Strategien entwickelt, wie sie der ungemütlichen Wetterlage „entkommen“ können. Die einen entkommen im wahrsten Sinne des Wortes und ziehen einfach gen Süden, wo es wärmer ist. Bei den meisten von Ihnen ist jedoch nicht die Temperatur, sondern das schwindende Nahrungsangebot der ausschlaggebende Faktor für die Reise. Typische Vertreter dafür sind die Weißstörche, aber auch viele andere Wildvögel nehmen die Strapazen und Gefahren auf sich. Das Zugvogelverhalten ist übrigens angeboren, kann sich aber durch äußere Einflüsse wie Klima, alternative Nahrungsquellen o.ä. verändern. Ganz anders reagieren zum Bespiel Fledermäuse, Igel oder Siebenschläfer. Sie verschlafen tatsächlich wenn man so will die Winterzeit. Sie suchen sich einen ruhigen, geeigneten Ort wie eine Baumhöhle, einen Laubhaufen oder ähnliches, stellen das Fressen ein und fahren ihre Körperfunktionen komplett herunter. Der gesamte Stoffwechsel läuft auf Sparflamme, Herz- und Atemfrequenz verlangsamen sich extrem und die Körpertemperatur sinkt auf knapp über den Gefrierpunkt. So verlieren diese Tiere während der Winterschlafphase kaum Energie. Das bisschen Energie, das nötig ist, gewinnen sie durch den Abbau ihrer Fettpolster, die sie sich im Spätsommer angefressen haben. Doch auch bei Ihnen sind die kälteren Temperaturen nicht der Auslöser für den Beginn dieser Schlafphase. Ebenso wenig die Nahrungsknappheit., obwohl diese mit zunehmender Kälte zu einem Problem würde. Nein, den Impuls gibt einzig und allein die abnehmende Tageslichtlänge, die hormonelle Veränderungen in den Tieren bewirkt und wie eine „Innere Uhr“ auf Winterschlafmodus umstellt. Extrem selten wachen die Tiere in dieser Zeit kurz auf. Igel zum Beispiel, um ihren unter Sträuchern geschützten „Laubhaufen“ zu verlassen und Urin abzusetzen. Von Fledermäusen dachte man bisher, dass sie sich im Winter eigentlich gar nicht bewegen, es sei denn, sie werden gestört. Neuere Erkenntnisse belegen jedoch, dass die Tiere in unseren immer milderen Wintern eine gewisse Aktivität zeigen und mitunter aus ihren Winterquartieren ausfliegen. Der Klimawandel scheint sich also auch hier bemerkbar zu machen. Anders ergeht es den Tierarten, die eine sogenannte „Winterruhe“ halten. Eichhörnchen und Dachs zum Beispiel oder im Tierpark die Präriehunde, schlafen zwar zeitweise, aber ihr Stoffwechsel wird dabei längst nicht so tief heruntergefahren wie bei den Winterschläfern. Warm eingemummelt in ihren Kobeln (Eichhörnchen) oder unterirdischen Bauen (Dachse, Präriehunde) verbrauchen diese Tiere daher relativ viel Energie für ihre Körperfunktionen. Insofern wechseln sich bei ihnen Ruhephasen immer mal wieder ab mit Aktivitätsphasen. Letztere nutzen sie zum Fressen. So können sie ihre Energiereserven wieder auffüllen und danach weiter ruhen – bis zur nächsten „Zwischenmahlzeit“. Eichhörnchen legen sogar ziemlich viele solcher „Zwischenmahlzeiten“ ein. Überall haben sie Futtervorräte versteckt, die sie leicht plündern können. Die Strategie des Dachses sieht dagegen anders aus. Im Spätsommer/Herbst hat er sich eine dicke Speckschicht angefressen. Wird es zu kalt, verlängert er die Schlafphase und lebt auf Kosten dieses „Brennstoffes“. Aber sobald es zwischendurch wärmer wird, kommt er aus seinem unterirdischen Bau, wird aktiv und sucht nach Nahrung. Auch die Präriehunde suchen wie der Dachs an wärmeren Tagen nach Futter. Zusätzlich lagern sie Futtermittel in ihren unterirdischen Bauen ein. Richtige Vorratskammern gibt es dort, prall gefüllt mit getrocknetem Pflanzenmaterial, Körnern und Samen. Die meisten Zootiere allerdings sind sowohl im Sommer als auch im Winterhalbjahr gleichsam aktiv. Ihnen helfen entweder dicke Fettpolster – wie den Seehunden und/oder dichtes Winterfell wie etwa bei den Waldbisons. Gegebenenfalls kann auch eines oder beides noch kombiniert werden mit einer erhöhten Futteraufnahme oder sparsamerer Bewegung während der kalten Jahreszeit. Viele Säugetiere und Vögel im Zoo die aus den ganzjährig warmen Gebieten der Erde stammen, brauchen dagegen während der Winterzeit menschliche Hilfe. Den Zweifinger-Faultieren aus den tropischen Regenwäldern Süd- und Mittelamerikas beispielsweise steht ganzjährig ein warmer Innenstall mit Heizung und Wärmelampen zur Verfügung, denn bereits bei unter 10 Grad Celsius verlassen die Meister im Energiesparen ihr warmes Innengehege nicht mehr. Selbst im Sommer hängen sie gerne unter den Wärmelampen und unternehmen nur gelegentlich Streifzüge in der Sonne ihres Außengeheges. Ganz anders die Südamerikanischen Totenkopfaffen sowie die Erdmännchen und Fuchsmangusten aus Afrika. Sie sind wahre Sonnenanbeter, trauen sich aber auch noch bei kalten Temperaturen ins Außengehege – am liebsten allerdings, wenn ein paar Sonnenstrahlen am Winterhimmel sind. Im Gegensatz zu Säugetieren spricht man bei wechselwarmen Tieren wie Fischen, Amphibien und Reptilien von einer Kälte- oder Trockenstarre. Auch Wirbellose wie Insekten, Schnecken und Würmer nutzen diese Strategie. Kältestarre dann, wenn es sich um Arten der Nordhalbkugel – also auch unsere einheimischen Arten – handelt. Ihre Körpertemperatur passt sich immer, auch im Winter, der Umgebungstemperatur an. Dies ist bis 0 Grad bzw. mit Hilfe von erhöhten Glukosemengen in der Körperflüssigkeit dieser Tiere auch bis knapp unter den Gefrierpunkt kein Problem. Um allerdings bei stärkerem Frost nicht zu erfrieren, benötigen diese Arten einen geschützten Platz für ihre Kältestarre, in der sie komplett unbeweglich, also starr sind. Für Fische bedeutet das, tiefere Wasserzonen aufzusuchen, während Kröten, Frösche und Eidechsen an Land Schutz unter dichten Laubhaufen finden können. Die Europäischen Sumpfschildkröten verfallen in den Schlammschichten am Grund ihrer Gewässer in die Kältestarre. So auch die Sumpf- bzw. Wasserschildkröten in den Teichen im Tierpark Nordhorn. Alternativ können Sumpf-, Wasser- oder aber auch Landschildkröten künstlich in Kühlschränken überwintert werden. Im Tierpark Nordhorn passiert das jedes Jahr mit den Griechischen Landschildkröten. Der Kühlschrank hat den Vorteil, dass die Temperaturen konstant sind und man die Tiere während ihrer Kältestarre unter Kontrolle hat. Man muss allerdings täglich einmal lüften und gelegentlich das Laub in ihrer Überwinterungskiste befeuchten. Und natürlich sollten die Schildkröten nicht zwischen Käse, Milch und Eiern aufbewahrt werden, sondern ungestört in einem eigenen Kühlschrank überwintern! Von Trockenstarre spricht man, wenn die wechselarmen Tiere aus Wüsten, Halbwüsten, Steppen oder anderen trockenen oder auch tropisch-feuchten Gebieten der Südhalbkugel stammen, in denen es dort um die Zeit, in der bei uns Winter herrscht, oft sehr trocken und / oder heiß wird. In diesen Gebieten existieren nicht wie bei uns Sommer und Winter, also warm und kalt, sondern dort wechseln feuchte Regen- mit Trockenzeiten. Man spricht daher von Trockenstarre, wenn wechselwarme Tiere wie zum Beispiel die Königspythons aus West- und Zentralafrika eine Inaktivitätsphase einlegen. Diese wird unter Zoobedingungen nachgeahmt, in dem die Tiere in einen kälteren Raum ohne Wärmespotstrahler gebracht werden. Es ist also spannend zu sehen, wie die Tiere weltweit auf jahreszeitliche Unterschiede hinsichtlich Nahrungsangebot, Temperatur, Tageslichtlänge oder Feuchtigkeit reagieren. Dagegen sind wir Menschen doch eher einfach gestrickt mit unserer angepassten Kleidung und der angenehmen Wärme in unseren Häusern.

Thüringer Zoopark Erfurt 02.02.2021
Ein halbes Jahrhundert – Siamang „Schnudi“ wird 50 Jahre alt
„Schnudi“, die 1971 geborene Siamang-Affendame aus dem Thüringer Zoopark Erfurt, feiert am 02. Februar ihren 50. Geburtstag. In der Wildbahn werden Siamangs zwischen 30 und 35 Jahren, während sie im Zoo bis zu 45 Jahre alt werden können. Wir feiern also einen ganz besonderen Geburtstag! Die Bewohner des „Roten Berg“ im Erfurter Norden kennen die Rufe der Siamangs aus dem Thüringer Zoopark Erfurt ganz genau. Jeden Morgen schallt der laute Ruf der Affen kilometerweit über die Dächer. In freier Natur kommunizieren Siamangs so mit ihren Artgenossen. Charakteristisch für die Siamangs ist dabei der große, aufblähbare Kehlsack. In einem halben Jahrhundert hat Geburtstagskind „Schnudi“ einiges erlebt. Am 19. Mai 1974 kam die damals dreijährige „Schnudi“ zusammen mit ihrem Partner „Knirps“ nach Erfurt. Zum ersten Mal Eltern wurden die beiden im Februar 1981, leider verstarb die Tochter bereits wenige Monate später. In den folgenden Jahren brachte „Schnudi“ insgesamt 3 Söhne zur Welt. „Soko“ im Mai 1982, „Rokan“ im August 1987 und 2 Jahre später, im Dezember 1989, „Gambi“. Es lebten fünf Siamangs im Thüringer Zoopark Erfurt – auf Dauer zu viel und so entschied man sich „Soko“ nach Abudabi abzugeben. 1991 verstarb Partner „Knirps“ und ließ „Schnudi“ verwitwet mit den beiden gemeinsamen Söhnen zurück. Noch sechs Jahre sollten die drei zusammen verbringen, bis „Gambi“ im November 1997 in den Zoo Opale umzog. Seither leben nur noch Sohn „Rokan“ und Mutter „Schnudi“ zusammen im Thüringer Zoopark Erfurt. Das Gehege der Siamangs sorgt manchmal für Kritik. Experten und Pfleger sind sich aber einig: Eine Veränderung des Umfelds für ältere Tiere ist nicht unbedingt von Vorteil. Meist sind sie über Jahre an das Gehege gewöhnt, kennen es in- und auswendig und fühlen sich sicher. Ihnen diese Sicherheit zu nehmen, kann zu Problemen führen. „Schnudi“ erfreut mit ihrem sonnigen Gemüt die Herzen der Besucher und Pfleger gleichermaßen. Die lauten Rufe der Affendame sind bis heute ein Highlight des Thüringer Zoopark Erfurt. Das gesamte Team wünscht „Schnudi“ in ihrem Altersruhesitz alles Gute und ganz viel Gesundheit!

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