Zoo Rostock

Eingang Trotzenburg (Zoo Rostock)

Eingang Trotzenburg (Zoo Rostock)

Der Zoologische Garten Rostock in der Hansestadt Rostock wurde 1899 gegründet. Er erstreckt sich auf einem Gelände von 56 Hektar im Barnstorfer Wald. Mit rund 4000 Tieren in 380 verschiedenen Arten ist er der größte Zoo an der deutschen Ostseeküste. Der Rostocker Zoo gehört zu den beliebtesten Urlaubszielen Norddeutschlands, er ist mehrfach mit dem Gütesiegel „Familienfreundliche Einrichtung“ vom Landestourismusverband ausgezeichnet worden. Im Jahr 2015 wurde er vom Zoo-Analytiker Anthony Sheridan in seiner Kategorie (bis zu einer Million Besucher) zum besten Zoo Europas ernannt. Besonders gute Noten gab es für die Qualität der Tierhäuser und Gehege, für seine grüne Landschaft und Vegetation, das einzigartige zoologisch-botanische Ambiente sowie für die vielfältigen Bildungsangebote.

In der Zeit des Deutsch-Dänischen Krieges um 1864 wurde der ehemalige Exerzierplatz in den Barnstorfer Tannen neu gestaltet. Es entstand eine parkähnliche Anlage mit Baumbestand. 1866 war die Anlage um die Jägerwohnung Trotzenburg fertiggestellt. Der Baumbestand wurde in den kommenden Jahren durch unterschiedlichste Arten weiter ergänzt. So wurde 1883 am Ententeich der Anlage ein Mammutbaum gepflanzt. 1898 zogen weitere Tierarten in das Wildgehege. Wildschweine, ein Paar Rehe und Hirsche wurden im Gehege aufgenommen. Der betreuende Förster Schramm richtete im selben Jahr einen kleinen Tiergarten ein. Am 4. Januar 1899 eröffnete der Hirschgarten an der Trotzenburg. Carl Lange wurde als erster Tierpfleger eingestellt. Der Hirschgarten erhielt im selben Jahr durch weitere Tierarten Zuwachs. So wurden Angorakatzen, Seeadler, Damhirsche, Schakale, Waschbären und Füchse in den Tierbestand aufgenommen. 1904 wurde vor dem Eingang Trotzenburg die Haltestelle der Pferdebahn durch einen Halt der elektrischen Straßenbahn abgelöst. Ein Mast der Oberleitung ist noch heute an der Haltestelle zu sehen. Förster Schramm bemühte sich in den folgenden Jahren um einen weiteren Ausbau des Geländes und eine Vergrößerung der Anlage. 1906, nachdem sich Förster Schramm an die Hospitalverwaltung – damaliger Besitzer der Barnstorfer Tannen – wandte, beauftragte die Stadt Rostock die Einrichtung eines Wild- und Dendrologischen Gartens. Die Leitung der Errichtung des Pfingsten 1910 eröffneten Gartens hatten Stadtbaudirektor Tessendorf und Gartenbaudirektor Schomburg. Umgangssprachlich prägte sich bei den Rostockern allerdings der Begriff Tiergarten ein. 1931 fand in der Hauptblütezeit eine große Dahlienschau statt.
Infolge schwerer Luftangriffe im Laufe des Zweiten Weltkrieges auf Rostock wurden auch die Gebäude auf dem Zoogelände und sämtliche Anlagen fast vollständig zerstört. Unter der Leitung des Gartenbauarchitekten Arno Lehmann erfolgte 1951 der Wiederaufbau des Zoos. Viele Rostocker halfen freiwillig und unterstützten so den Wiederaufbau. Am 7. September 1952 konnte der Zoo wiedereröffnet und 1956 von 9 Hektar auf 16 Hektar erweitert werden. Die Gründung des Zoologischen Garten Rostocks erfolgte am 16. Januar 1956. 1960 bezogen die ersten beiden Indischen Elefanten die neue Elefantenanlage. Anfang der 1960er Jahre übernahm der Rostocker Zoo die im Institut für Tierzuchtforschung Dummerstorf gezogenen Arabischen Vollblüter und gliederte sie als zooeigenes Gestüt an den Tierpark an. Daraus entstand die größte Araberzucht auf dem Gebiet der DDR. 1963 wurde das erste Eisbärenjunge im Zoo geboren. Es war ein Weibchen und trug den Namen Katja. 1973 erfolgte eine Grundlagenplanung für den Zoo. Der Zoo sollte auf 56 Hektar erweitert werden. Ebenso wurde ein Erlebnisbereich für die Besucher geplant. Seit 1980 wurde ein internationales Zuchtbuch für Eisbären im Zoo geführt. 1989 wurde im neu erschlossenen Teil des Zoos eine 2000 m² große begehbare Seevogelvoliere für Küstenvögel eingerichtet. In ihr leben über 100 Vögel. Eine bis zu vier Meter hohe Wand aus Findlingen dient den Vögeln als Brutplatz.
1992 gründete sich die Gemeinnützige GmbH Zoologischer Garten Rostock unter der Leitung von Udo Nagel als Leiter des Zoos. Von 1991 bis 1996 wurden viele Gehege artgerecht umgestaltet. Unter anderem erfolgte eine Neugestaltung der Anlagen für die Afrikanischen Wildhunde und die Seebären. 1997 wurde eine neue Anlage für die Husarenaffen im Erweiterungsteil des Zoos eingerichtet und 1998 die Stelzenvogelanlage rekonstruiert. Zugleich entstand eine große Hängebrücke über den Teich. Am 17. Oktober 1998 wurde das Südamerikahaus mit einem Außengehege eingeweiht. In ihm sind Kapuziner- und Weißbüschelaffen beheimatet. 1999 feierte der Zoo 100 Jahre Tiergärtnerei. 1999 fand die erste Klassik-Nacht statt, die seither jährlich wiederholt wird. Im selben Jahr wurde der Rostocker Zoo Mitglied im Weltzooverband (WAZA) sowie im Europäischen Zooverband (EAZA). Zoodirektor Udo Nagel wurde zudem in den Internationalen Verband der Zoodirektoren aufgenommen. 2000 wurde die Großkatzenanlage neu gestaltet. Sie wird von Löwen, Jaguaren und Schneeleoparden bewohnt.
Im August 2002 war der Umbau der Fischotteranlage, welche durch die Einnahmen der Spendenaktion Schotter für die Otter unterstützt wurde, abgeschlossen. Im gleichen Jahr wurde die Darwinbox eröffnet. Im Oktober 2004 wurde ein 1200 m² großes Streichelgehege eingeweiht, in dem Westafrikanische Zwergziegen leben. Bis Oktober 2005 erfolgte der Umbau des Elefantenhauses. 2013 wurde die traditionsreiche Elefantenhaltung im Rostocker Zoo vorerst beendet. Nachfolger auf der Anlage sind seit Sommer 2015 Zwergflusspferde.
Das nach dem Begründer der Evolutionstheorie Charles Darwin benannte Darwineum wurde am 8. September 2012 eröffnet. Der als lebendiges Museum gestaltete Komplex beherbergt auf einer Fläche von 20.000 m² mehr als 80 Tierarten (u. a. Westlicher Flachlandgorilla, Borneo-Orang-Utan, Katta, Zwergseidenäffchen, Schnabeligel, Schlammspringer und Axolotl) und bietet in interaktiven Ausstellungsbereichen Umweltbildung und Wissenschaft zum Anfassen und Mitmachen. Mit Kosten in Höhe von 28,94 Millionen Euro war es das größte Bauprojekt in der Geschichte des Rostocker Zoos. Davon stammten 22,94 Millionen Euro aus Fördermitteln des Ministeriums für Wirtschaft, Bau und Tourismus des Landes Mecklenburg-Vorpommern, 4,4 Millionen Euro aus Krediten, 1,45 Million Euro aus Spenden sowie 150.000 Euro aus Mitteln der Stadt Rostock.
In zwei interaktiven Ausstellungsbereichen wird im Darwineum die biologische Vielfalt des Lebens im Zuge der Evolution erlebbar, beginnend mit der Entstehung des Universums. Themenboxen mit lebenden Fossilien, Aquarien mit Korallen und Seepferdchen und ein Quallenkreisel ergänzen die Ausstellung. Zentrum des Darwineums ist die Tropenhalle. Das 4000 Quadratmeter große Tropenhaus beherbergt die Gorillas und Orang-Utans. Die Menschenaffen leben hier vergesellschaftet mit Brazza-Meerkatzen und Gibbons in naturnahen Lebensräumen.
Eine weitere Ausstellung widmet sich der kulturellen Evolution des Menschen.
Zahlreiche Themenwege durchziehen den ganzen Zoo. Das Atelier Natur bietet wechselnde Ausstellungen zum jeweiligen Jahresthema. ´Erfahrungsstationen´ neben den Tieranlagen und Hängebrücken regen zum Ausprobieren an.

Die Bärenburg, einst bewoht von den Eisbären, den Wappentieren des Rostocker Zoos, wurde 2017 abgerissen, um Platz für das neue Polarium zu machen, in dem künftig Eisbären und Pinguine gezeigt werden und das ein angeschlossenes Informationszentrum bieten wird.

Anthony Sheridan listet den Rostocker Zoo auf Platz 1 der Kategorie 2 (bis 500 000 Besucher). Ganz nachvollziehen kann ich das nicht, aber vielleicht ist das auch ein eher subjektives Ranking (wie es so viele andere Listen auch sind). Der Zoo ist durchaus sehenswert, aber es gibt Zoos derselben Kategorie, die mir persönlich besser gefallen (wie zum Beispiel der Zoo Planckendael in Belgien).
Das angenehme am Rostocker Zoo sind die zahlreichen Tierhäuser, die auch bei schlechtem Wetter Untershclupf bieten.

Mehr über den Zoo gibt es hier und hier (Zootierliste).

Dieser Beitrag wurde unter Zoovorstellung veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.