Vögel füttern im Winter … aber richtig (Archiv)

(Dieser Beitrag ist eine Zusammenstellung älterer Beiträge aus den Jahren 2012 und 2015, hat aber nach wie vor nichts an seiner Aktualität verloren)

09.11.2012, Tiermedizinportal
Das richtige Vogelfutter für Vögel im Winter – Darauf sollten Sie achten
Rund 15 bis 20 Millionen Euro geben Vogelfreunde in Deutschland jedes Jahr aus, um Vögel im Winter zu füttern. Doch welches Vogelfutter im Vogelhaus ist gut für Amsel, Meise, Rotkehlchen und Co.? Tiermedizinportal.de verrät Ihnen, worauf es beim Vogelfutter für heimische Wildvögel ankommt.
Weichfutter-Fresser oder Körnerfresser?
Unter den Wildvögeln gibt es Weichfutter-Fresser und Körnerfresser. So fressen zum Beispiel Amseln, Drosseln und Rotkehlchen am liebsten weiches Vogelfutter wie:
Äpfel
Rosinen
Getreideflocken, z.B. Haferflocken
Kleie
Bieten Sie den Vögeln Früchte aber möglichst nur im Ganzen an – kleine Stücke frieren im Winter schneller ein und verderben zudem leichter. Weichfutter-Fresser suchen ihr Futter vor allem in Bodennähe. Für sie gibt es spezielle Futterautomaten.
Meisen, Spechte und Kleiber gehören ebenfalls zu den Weichfutter-Fressern. Diese Vögel gelten allerdings als „Allesfresser“, denn sie fressen im Winter auch Körner wie Sonnenblumen-Kerne, Mohn oder Hanfsamen. Finken, Sperlinge und Ammern zählen dagegen zu den sogenannten Körnerfressern. Ihre Schnäbel sind kräftiger als die der Weichfutter-Fresser. Sie fressen Sämereien. Je nachdem, mit welchem Futter Sie Ihr Futterhaus für Vögel im Winter füllen, können Sie damit also unterschiedliche Vogelarten anlocken.
So erkennen Sie gutes Vogelfutter
Vogelfutter darf kein Salz enthalten. Übrig gebliebene Lebensmittel wie Schinken, Käse oder Wurst sind deshalb für Vögel tabu. Auch Brot eignet sich nicht als Vogelfutter, denn es enthält Salz und quillt zudem im Magen der Vögel auf. Reines Fett, zum Beispiel in Form von Butter oder Margarine, bekommt Vögeln ebenfalls nicht.
Gutes Vogelfutter für Vögel im Winter können Sie zu Hause selber machen. Es gibt aber auch kommerzielles Vogelfutter speziell für Wildvögel. Wenn Sie das Vogelfutter kaufen, sollten Sie ein paar Dinge beachten:
Das Vogelfutter sollte möglichst frei von Ambrosia-Samen sein. Diese Beifuß-Art hat sich neu in Deutschland angesiedelt und kann bei Allergikern zu schweren Reaktionen führen. Durch Ambrosia-freies Vogelfutter können Sie dazu beitragen, dass sich die Pflanze nicht noch weiter verbreitet. Vor allem Vogelfutter, das aus Nordamerika oder Ungarn stammt, kann Ambrosia enthalten.
Wählen Sie ein Vogelfutter, das möglichst wenig „Füllmaterial“ wie Getreidespelzen und Getreidehülsen enthält. Vögel fressen nur die Samen, die Füllstoffe bleiben liegen. Wenn Sie einmal ein Vogelfutter erwischt haben, von dem die Vögel im Winter viel übrig lassen, spricht dies für einen hohen Anteil an Füllmaterial. Beim nächsten Mal können Sie sich dann für ein anderes Vogelfutter entscheiden.
Hersteller von gutem Vogelfutter wissen genau, welche Inhaltsstoffe das Futter in welchen Anteilen enthält. Sie können dann auch Angaben zum Energiegehalt des Vogelfutters machen.
Füttern erst bei Frost oder Schnee
Solange die Vögel noch Futter finden können, müssen Sie sie nicht füttern – auch nicht im Winter. Erst bei Frost oder Schnee wir es für die heimischen Wildvögel schwierig und sie freuen sich über Vogelfutter in einem Futterhaus. Aber auch ein „vogelfreundlicher“ Garten hilft den Tieren über den Winter: Vögel knabbern im Winter gerne an heimischen Sträuchern wie Vogelbeere, Holunder oder Kornelkirsche.
Auch die Fruchtstände von Gräsern, Disteln oder Astern gehören zu den natürlichen Futterquellen von Vögeln. Wenn Sie davon viel in Ihrem Garten stehen haben, werden die Vögel Sie im Winter gerne besuchen – und sich auch im Frühjahr, Sommer und Herbst noch daran erinnern und den Garten beleben. Dann dienen die Sträucher und Büsche zum Beispiel als Nistplatz.

Auch VIER PFOTEN gibt Hinweise zur winterlichen Vogelfütterung (Quelle: Homepage):

Bei frostigen Temperaturen und dauerhafter Schneedecke empfehlen wir eine sachgemäße Zufütterung, um Nahrungsengpässe bei der heimischen Vogelwelt zu vermeiden. Die Tiere benötigen ausreichend Futtermengen um den kältebedingten Energieverlust ihrer kleinen Körper auszugleichen. Die Winterfütterung trägt dazu bei, das Überleben einzelner Individuen zu sichern – vorausgesetzt, Vogelfreunde greifen auf das richtige Futter zurück und sorgen für einen hygienisch einwandfreien Futterplatz.
Richtig füttern
Generell gilt: Speisereste sind zur Fütterung ungeeignet. Die Futtervielfalt ist entscheidend und sollte auf die Bedürfnisse der Vögel abgestimmt werden. Entsprechend hochwertige Futtermischungen gibt es im Handel. Körnerfresser wie Spatzen oder Meisen bevorzugen Sonnenblumenkerne und Hanfsamen. Weich- und Insektenfresser wie z.B. Amsel, Drosseln oder Rotkehlchen mögen getrocknete Beeren, gemahlene Nüsse oder zerkleinerte Äpfel. Feuchtes Futter wie Obst sollte nicht in größeren Mengen ausgelegt werden, da es gefrieren könnte.
Um viele Vogelarten anzusprechen sollten unterschiedliche Futterplätze angelegt werden. Empfehlenswert sind Futtersäulen oder -trichter – darin rutscht das Futter nach und bleibt sauber. Im klassischen Futterhäuschen können Obst, Sämereien oder Fettfutter angeboten werden – auch hier muss auf Sauberkeit geachtet werden. An einer verunreinigten Futterstelle können sich schnell Infektionskrankheiten verbreiten. Deshalb müssen Restfutter und Kot täglich entfernt und der Platz vor Witterungseinflüsse geschützt werden. Zum Schutz vor natürlichen Feinden sollten die Vögel außerdem die Futterstelle im Umkreis von drei Metern überblicken können.
Auch Wasservögel haben bei Dauerfrost Probleme bei der Nahrungssuche und können durch geeignete Futtergaben wie Getreide, Eicheln, Hühnerfutter, Obst, kleine Brotmengen oder spezielles Wasservogelfutter unterstützt werden. Allerdings müssen die gesetzlichen Regelungen wie Fütterungsverbote der Gemeinden berücksichtigt werden.
Natürliche Nahrungsquellen bewahren
Eine wohldurchdachte Vogelfütterung hilft einzelnen Tieren über den Winter zu kommen und bietet dem Beobachter ein spannendes Naturerlebnis. Um nachhaltig den Artenrückgang zu stoppen ist aber die Bewahrung der natürlichen Nahrungsgrundlagen unerlässlich. Naturnahe Gärten mit Beerensträuchern, abgefallenem Obst, Büschen und Laubhaufen als Unterschlupf für Kleintiere garantieren auch in harten Zeiten einen vollen Magen.

Online gibt es auch einen Ratgeber zur Vogelfütterung (Stand: November 2011).
Dieser Ratgeber enthält auch folgenden Hinweis:
Im Frühjahr absoluter Fütterungsstopp
Spätestens bevor die Vögel zu brüten beginnen, muss auf jeden Fall mit der Fütterung aufgehört werden. Die Jungen aller Singvögel müssen mit Insekten gefüttert werden, da sie pflanzliche Nahrung nur schwer verdauen können. Die Elterntiere müssen für ihre Brut selbständig auf Nahrungssuche gehen. Bietet man noch Futter an, so versuchen sie, ihre Brut damit großzuziehen, was misslingt. Jungvögel benötigen für ihren Wachstum tierisches Eiweiß von Würmern, Spinnen, Insekten und ihren Larven. Streufutter, Haferflocken, Fettfutter, u.a. sind für junge Vögel kaum verdaulich. Entwicklungsstörungen bis hin zum Tod können die Folge durch falsche Ernährung sein.

Im Januar 2012 jedoch rät die Organisation zur ganzjährigen Vogelfütterung:

Hamburg, 12.01.2012: Die Tierschutzorganisation VIER PFOTEN weist darauf hin, dass das Füttern von Vögeln nicht nur bei frostigen Temperaturen und dauerhafter Schneedecke sinnvoll ist.
Eine regelmäßige, artgerechte Fütterung könne den Tieren das ganze Jahr hindurch helfen. Denn der Lebensraum und damit die Nahrungsgrundlage der heimischen Singvögel ist durch den Menschen stark eingeschränkt worden. Bei der Fütterung ist laut VIER PFOTEN die Futtervielfalt entscheidend. Sie sollte auf die Bedürfnisse der Vögel abgestimmt werden.
„Private Gärten sind heutzutage überwiegend frei von Unkraut und Beerensträuchern. Und in der landschaftlichen Nutzung kommen Herbizide zum Einsatz, welche Disteln und andere Futterquellen für Vögel vernichten“, erklärt Vogelexpertin Martina Schnell von VIER PFOTEN. „Da wir den Vögeln so viel von ihrem natürlichen Lebensraum genommen haben, steht der Mensch jetzt in der Verantwortung.“ Wichtig ist, die Futterplätze sauber zu halten und sie vor Fressfeinden, wie zum Beispiel Katzen zu schützen.
Die Fütterung sollte regelmäßig ohne Pause erfolgen. „Legen Sie getrennte Futterplätze für die Vögel an“, rät Schnell. Denn jeder Vogel hat einen eigenen Geschmack: Spatzen oder Meisen bevorzugen als Körnerfresser Sonnenblumenkerne und Hanfsamen. Amseln, Drosseln oder Rotkehlchen mögen dagegen gerne getrocknete Beeren, gemahlene Nüsse oder zerkleinerte Äpfel. „Sparen Sie nicht beim Futter. Legen Sie lieber weniger, aber dafür qualitativ hochwertige Nahrung aus. Achten Sie bei den Sonderangeboten im Supermarkt aufs Verfalldatum“, empfiehlt die VIER PFOTEN-Expertin.
„Der beste Weg, um die einheimischen Vogelarten zu schützen, ist aber einen naturnahen Garten anzulegen“, so Martina Schnell. „Beerensträuchern, Obstbäume, Büsche und Laubhaufen als Unterschlupf für Kleintiere garantieren einen vollen Speiseplan für die Vögel.“
Literatur-Tipp: Hans Egidius, „Vögel füttern rund ums Jahr“, Ulmer-Verlag 2011

14.12.2012, Deutsche Wildtier Stiftung
Schöne Bescherung…?! Weiße Weihnacht ist für Wildtiere eine schwere Zeit
Im Winter trägt das Hermelin weiß. Mit seinem prächtigen Winterpelz ist es so bei Schnee perfekt getarnt. Ein schneereicher Winter ist für viele Wildtiere zwar eine gefährliche und nahrungsarme Zeit, doch einige Arten kommen überraschend gut zurecht. „Hermeline jagen Mäuse sogar in Gängen unter der Schneedecke“, sagt Peer Cyriacks, Biologe der Deutschen Wildtier Stiftung.
„Wo das Hermelin fehlt, bietet die Schneedecke den Mäusen Schutz vor Feinden wie dem Mäusebussard. Er sitzt jetzt oft stundenlang auf Pfählen und hofft auf Beute. So kann es vorkommen, dass viele Mäuse nach schneereichen Wintern überlebt haben, aber Greifvögel müssen bei geschlossener Schneedecke häufig darben. „Zur ausgedehnten Nahrungssuche fehlt ihnen obendrein die Thermik und ohne aufsteigende warme Luft können die Vögel kaum segeln“, erklärt Cyriacks. Dem Fuchs hingegen macht Schnee bei der Mäusejagd nichts aus. Er verlässt sich auf seinen dichten Pelz und sein feines Gehör, ortet Mäuse unter der Schneedecke und stößt dann gezielt zu.
Das einsetzende Tauwetter und die von Meteorologen angekündigte „grüne Weihnacht“, ist vor allem für kleinere Vögel ein Segen. Für sie ist die Futtersuche in verschneiter Landschaft ein Problem. Oft fliegen sie in die Stadt ans Futterhaus, um ihren Hunger zu stillen. Wenn Seen und Teiche zugefroren sind, kommen auch die farbenprächtigen Eisvögel in die Stadt und versuchen an Kanälen und anderen offenen Wasserstellen zu fischen. Finden sie dort keine Fische in ausreichenden Mengen, sterben gerade Eisvögel im Winter oft in großer Zahl. „Auch wenn Enten und andere Wasservögel hungrig erscheinen – sie dürfen keinesfalls mit Brot gefüttert werden“, warnt der Biologe der Deutschen Wildtier Stiftung. „Brot kann bei Wasservögeln zu schmerzhaften Gelenkentzündungen führen.“
Vögel dürfen generell nicht mit altem Brot und Speiseresten gefüttert werden. Salz und Gewürze können für sie sogar tödlich sein. Sie brauchen hochwertiges Vogelfutter.

30.01.2013
Bund Deutscher Tierfreunde rät zur behutsamen Winterfütterung
Fast ganz Deutschland unter einer Decke aus Eis und Schnee – eine schwere Zeit für die zurückgebliebenen Vögel. Der Bund Deutscher Tierfreunde rät allen Vogelfreunden, bei der Zufütterung gewisse Regeln zu beachten. Die in Gärten angelegten Futterstellen sowie die Meisenknödel und die – oft ungeeigneten Vogelhäuschen und können eine willkommene Hilfe für verschiedenste Vogelarten sein. Der Bund Deutscher Tierfreunde mit Sitz in Kamp-Lintfort in Nordrhein-Westfalen empfiehlt Tierfreunden, sich genau über die Bedürfnisse der Vögel zu informieren. Eine falsche Fütterung kann schnell mehr Schaden anrichten als helfen.
Wichtig ist auf jeden Fall, jeweils nur eine kleine Menge Nahrung auszulegen, am besten aber zweimal täglich. Futtersäulen und -silos oder Meisenknödel sind normalerweise ganztägig für die Tiere erreichbar. Die Futterstelle sollte stets sauber sein, damit sich nicht ungewünschte Gäste wie etwa Parasiten einnisten. Da das meiste Futter sehr trocken ist, sollte den Vögeln zusätzlich Wasser angeboten werden. Natürlich muss darauf geachtet werden, dass es sauber bleibt und nicht einfriert.
Drosseln, Amseln und Rotkehlchen bevorzugen Weichfutter wie Holunderbeeren oder Rosinen. Zeisig, Kleiber und Specht und fressen ebenfalls gerne Weichfutter und können ein breites Nahrungsangebot nutzen. Feuchtes Futter kann allerdings leicht gefrieren und dann schädlich für die Vögel sein. Obst sollte nur frisch ausgelegt und rechtzeitig wieder entfernt werden. Spatzen, Kernbeißer, Meisen, Finken und Dompfaffe dagegen sind reine Körnerfresser. Für sie können zum Beispiel Sonnenblumenkerne oder Hanfsamen ausgelegt werden. Ungeeignet zur Vogelfütterung sind dagegen gewürzte Speisereste.
Es reicht also nicht nur Vogelfutter auszulegen, sondern die Futterstellen müssen auch gepflegt werden, betont der Bund Deutscher Tierfreunde. Besonders Futterhäuschen sollten regelmäßig mit heißem Wasser gereinigt werden. Auch sollte darin wegen drohender Verschmutzung nur wenig Futter ausgelegt werden.

24.10.2013, Verein PFOTENHILFE
So füttern Sie Wildvögel im Winter richtig
Der Verein PFOTENHILFE gibt wertvolle Tipps zur Winterfütterung von Vögeln
Obwohl vom Winter derzeit noch wenig zu spüren ist, wird in Bau- und Supermärkten bereits jetzt Vogelfutter angeboten. Noch ist es zu warm um Amseln, Drosseln und Co. zu füttern, der Verein Pfotenhilfe empfiehlt jedoch bei eisigen Temperaturen und Schneelage eine sachgemäße Zufütterung, damit Nahrungsengpässe bei unseren Vögeln vermieden werden können. Ausreichende Futtermengen sind vor allem im Winter sehr wichtig, um den hohen Energieverlust, der bei kalten Temperaturen leicht zustande kommt, ausgleichen zu können. Nur so kann das Überleben einzelner Individuen gesichert werden. Allerdings bleiben nicht alle Vögel über den Winter in Österreich. Bei manchen Arten, wie Amseln, entscheidet die erbliche Veranlagung ob sie Richtung Süden ziehen oder nicht. Zu beachten ist aber, dass Vogelfreunde auf das richtige Futter zurückgreifen und für einen hygienisch einwandfreien Futterplatz sorgen.
Generell gilt: Speisereste sind zur Fütterung nicht geeignet. Wichtig ist die Futtervielfalt. Diese sollte auf die Bedürfnisse der Vögel abgestimmt werden. Entsprechend hochwertige Futtermischungen gibt es im Handel. „Körnerfresser wie Spatzen oder Meisen bevorzugen Sonnenblumenkerne und Hanfsamen. Weich- und Insektenfresser wie z.B. Amsel, Drosseln oder Rotkehlchen mögen getrocknete Beeren, gemahlene Nüsse oder zerkleinerte Äpfel.“ weiß Sonja Weinand, Sprecherin des Vereins Pfotenhilfe. Feuchtes Futter wie Obst sollte nicht in größeren Mengen ausgelegt werden, da es gefrieren könnte. Am besten ist es, mehrere Futterplätze anzubieten, damit viele Vogelarten das Nahrungsangebot in Anspruch nehmen können. Zu empfehlen sind Futtersäulen oder -trichter, da darin das Futter nachrutscht und sauber und trocken bleibt. In klassischen Vogelhäuschen können Obst, Sämereien oder Fettfutter angeboten werden. Aber auch hier muss auf Sauberkeit geachtet werden, denn an einer verunreinigten Futterstelle können sich schnell Infektionskrankheiten verbreiten. Daher ist es wichtig, Restfutter und Kot täglich zu entfernen. Außerdem sollte der Platz vor Witterungseinflüssen geschützt werden und die Vögel sollten die Futterstelle im Umkreis von drei Metern überblicken können, um rechtzeitig auf Feinde reagieren zu können.
Auch Wasservögel haben bei Dauerfrost Probleme bei der Nahrungssuche und können durch geeignete Futtergaben wie Getreide, Eicheln, Hühnerfutter, Obst, kleine Brotmengen oder spezielles Wasservogelfutter unterstützt werden. „Es sind hier allerdings die gesetzlichen Regelungen wie Fütterungsverbote der Gemeinde zu berücksichtigen.“ erinnert Weinand.
Eine wohldurchdachte Vogelfütterung hilft einzelnen Tieren, über den Winter zu kommen, und für uns Menschen bietet sich ein spannendes Naturerlebnis. „Allerdings sollte man nicht vergessen, dass nur bei sehr kalten Temperaturen zugefüttert werden sollte.“ so Weinand. Um nachhaltig den Artenrückgang zu stoppen ist die Bewahrung der natürlichen Nahrungsgrundlagen unerlässlich. Naturnahe Gärten mit Beerensträuchern, abgefallenem Obst, Büschen und Laubhaufen als Unterschlupf für Kleintiere garantieren auch in harten Zeiten einen vollen Magen.

28.10.2015, Deutsche Wildtier Stiftung
Mit „Schnabel-zu-Schnabel-Propaganda“ auf Körnersuche
Die Deutsche Wildtier Stiftung rät zum 5-Punkte-Check bei der Vogelfütterung
Der goldene Oktober geht langsam in einen eisigen November über. In den Regalen der Drogerie- und Supermärkte stapelt sich bereits das Vogelfutter. „Gartenvögel freuen sich schon jetzt über eine Einladung ans Futterhäuschen“, sagt Eva Goris, Pressesprecherin der Deutschen Wildtier Stiftung. „Wer Vögel füttert, sollte beachten, dass es nicht nur Körnerfresser gibt. Amseln, Singdrosseln und Rotkehlchen picken beispielsweise gern Früchte und Beeren.“ Außerdem sind Vögel keine Müllschlucker. Essensabfälle und altes Brot gehören nicht ins Vogelhaus. Die Deutsche Wildtier Stiftung hat eine 5-Punkte-Liste für Vogelfreunde zusammengestellt.
Wer füttert, muss am Ball bleiben!
Ein neues Restaurant hat eröffnet – Sie erfahren es von Ihren Freunden! „Singvögel teilen sich die Information über eine neue Futterstelle durch eine Art Schnabel-zu-Schnabel-Propaganda gegenseitig mit“, sagt Eva Goris. Innerhalb kurzer Zeit hat sich die Nachricht verbreitet. „Und die Gäste kommen in Scharen angeflogen.“ Jetzt ist es wichtig, mit dem Füttern am Ball zu bleiben und die Futterstelle regelmäßig aufzufüllen!
Vor dem Wintereinbruch füttern!
Die karge Zeit beginnt in der Regel spätestens in der zweiten Hälfte des Winters, wenn niedrige Temperaturen an den Energievorräten der Vögel zehren und eine feste Schneedecke die Nahrungssuche erschwert. „Deshalb ist es besonders wichtig, dass die Vögel sich bereits vorher einen Energiespeicher angefressen haben – richten Sie die Futterstelle schon vor dem Wintereinbruch ein.“
Für die Gäste nur das Beste!
Qualitativ gibt es Unterschiede beim Futter aus Drogerien, Supermärkten oder dem Fachhandel. Eva Goris: „Ein gutes Zeichen ist es meist, wenn viele hochwertige Bestandteile, wie beispielsweise Sonnenblumenkerne und Erdnüsse, enthalten sind.“ Fett und Talg halten die Körner zusammen und spenden viel Energie. Für Insektenfresser wie Rotkehlchen und Zaunkönige gibt es im Fachhandel Futter mit getrockneten Mehlwürmern. Aufgeschnittene oder aufgehängte ganze Äpfel schmecken Amseln und Wintergästen wie der Wachholderdrossel und dem Seidenschwanz besonders gut. Auch Trinkwasser sollte im Winter bereitgestellt werden. Küchenabfälle wie Kartoffelschalen, Fleischreste oder gewürzte Speisen gehören nicht ins Futterhaus!
Auf den Standort kommt es an!
Das Futterhaus so anbringen, dass es bequem angeflogen werden kann. Es sollte hoch hängen, einen Rundumblick bieten und katzensicher angebracht sein. Im Umkreis von etwa fünf Metern sollte es Büsche oder Bäume geben, in denen sich die Vögel aufhalten können und Deckung finden.
Achten Sie hier darauf, dass sich das Futterhaus leicht säubern lässt. Bei wenig Platz auf dem Balkon sind hängende Futtersilos eine gute Alternative.
Hygiene ist wichtig!
Das Futter muss trocken und sauber sein. Schalenreste und Kot entfernen. Wichtig ist Trinkwasser im Winter. Die Wasserschalen müssen regelmäßig gereinigt werden, weil sich sonst leicht Krankheitserreger übertragen.
Auf den Webseite der Deutschen Wildtierstiftung kann man sich den kostenlosen Ratgeber „Vogelfütterung“ bestellen.

04.11.2015, PFOTENHILFE
Die ganzjährige Fütterung von Vögeln
Die Pfotenhilfe kürt die Wildvögel zu den Tieren des Monats
Immer wieder kann man lesen, dass man Vögel nicht füttern soll, denn davon würden ausschließlich Tauben oder Ratten profitieren. Das ist Unsinn, meinen die Tierschützer der Pfotenhilfe. Tatsache ist: Der natürliche Lebensraum von Wildvögeln ist durch die menschlichen Eingriffe in die Natur radikal zurück gegangen, in Großstädten schon so gut wie nicht mehr vorhanden. Um die heimische Artenvielfalt auch weiterhin aufrecht zu erhalten und die Vögel zu unterstützen, räumt die Pfotenhilfe nun mit alten und falschen Mythen auf und erklärt, warum es dringend nötig ist, Wildvögel ganzjährig mit Futter und Wasser zu versorgen und nicht nur im Winter.
Der Öko-Mythos von unnötigen Futterhäuschen und Nistkästen wurde in den 70er Jahren in Österreich und Deutschland von einigen Naturschutzverbänden ziemlich erfolgreich verbreitet. „Obwohl die wissenschaftlichen Fakten von erfahrenen Ornithologen mittlerweile belegen, dass die Fütterung von Wildvögeln durchaus Sinn macht, im Grunde genommen sogar unsere moralische Pflicht ist, halten sich diese gestrigen Meinungen“, erklärt Sascha Sautner, Sprecher der Pfotenhilfe. „Tatsache ist, dass die Fütterung von Wildvögeln nur einen sehr schwachen Ausgleich dessen darstellt, was wir den heimischen Vogelarten tatsächlich durch Landwirtschaft und immer größer werdenden Städten weggenommen haben“, fügt der Tierschützer hinzu.
Langzeitstudien von Ornithologen kommen stets zu einem Ergebnis: Wenn Wildvögel das ganze Jahr über von uns Menschen mit Futter versorgt werden, brüten sie zeitiger, legen mehr Eier und auch eine größere Anzahl ihrer Jungen überleben. Dadurch siedeln sich mehr Vögel an und generell steigt die Vogeldichte. „Das lässt sich auch deutlich an Nistkästen beobachten,“ so Sautner. „Wenn Sie ausschließlich einen Brutkasten aufhängen, aber nicht zufüttern, wird dieser höchstwahrscheinlich leer bleiben. Sobald Sie auch Futterstellen einrichten und diese in unmittelbarer Nähe der Nistkästen montieren, werden diese auch von den Vögeln genutzt werden,“ weiß Sautner.
Wichtig ist auch, neue Futterkästen und -häuschen schon jetzt im Herbst gefüllt aufzustellen bzw. aufzuhängen, damit die Tiere die Futterstelle bereits kennen, bevor es Minusgrade hat. Denn wenn es im Winter frostig ist, haben die Vögel nur am Morgen ein kleines Fenster von ca. einer Stunde, um Futter zu finden. Danach sind ihre Reserven erschöpft und sie setzen sich irgendwo leergebrannt hin – für viele Vögel bedeutet dies den sicheren Tod.
Auch mit dem Argument, dass man Ratten füttere, wenn man Vögel mit Futter versorgt, räumt die Pfotenhilfe auf. „Ratten sind scheue Tiere, die sich meist in dunklen Ecken herumtreiben und wenn überhaupt, nur nachts zu den Futterstellen kommen. Wenn Sie sich also für ein hängendes Vogelhäuschen oder ein Silosystem entscheiden und die zu Boden gefallenen Körner wegräumen, haben Ratten so gut wie keine Chance, an das Vogelfutter zu gelangen,“ so Sautner.
Abschließend muss noch erwähnt werden, dass man bei der Vogelfütterung ausschließlich handelsübliches Futter, wie Körner, Nüsse oder Meisenknödel verwenden und keine Küchenabfälle verfüttern sollte. „Wildvögel fressen natürlich auch die Essensreste, diese sind jedoch nicht gesund für die Tiere. Altes Brot ist häufig mit Schimmelpilzen belastet und außerdem ist unser Essen für Vögel zu salzig oder zu stark gewürzt,“ so der Tierschützer abschließend.

Auch auf Wildvogelhilfe.org werden Tipps zur richtigen Winterfütterung gegeben und auch das Für und Wider zur Ganzjahresfütterung genauer erläutert.
Solange die Fütterung (egal ob das ganzen Jahr über oder nur im Winter) artgerecht erfolgt, erleiden die Nutznießer keinen Schaden.
Der Naturschutzbund Deutschland gibt ebenfalls Tipps für die richtige Winterfütterung.
Das sind nur einige Beispiele, zahlreiche andere Webseiten mögen ebenfalls hilfreich sein, aber ich mache mir jetzt nicht die Arbeit alle zu suchen.
Wer Vögel im Winter (oder ganzjährig) füttern will, dürfte durch diesen Artikel und die weiterführenden Links bestens bedient und beraten sein.

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