Portrait: Springtamarin

Unterordnung: Trockennasenprimaten (Haplorrhini)
Teilordnung: Affen (Anthropoidea)
ohne Rang: Neuweltaffen (Platyrrhini)
Familie: Krallenaffen (Callitrichidae)
Gattung: Callimico
Art: Springtamarin (Callimico goeldii)
Springtamarin (Zoo Antwerpen)

Springtamarin (Zoo Antwerpen)

Springtamarine sind kleine Affen mit einer Kopfrumpflänge von 21 bis 23 Zentimetern, wozu noch ein 25 bis 32 Zentimeter langer Schwanz kommt. Das Gewicht beträgt 350 bis 550 Gramm. Ihr Fell ist schwarz oder dunkelbraun, das Gesicht ist oft weiß gefärbt. Lange Haare am Nacken und an den Schultern erinnern an eine Mähne; auch am Hinterleib befinden sich längere Haare. Die Gliedmaßen sind eher kurz. Wie bei allen Krallenaffen befinden sich an den Fingern und Zehen (mit Ausnahme der Großzehe) Krallen statt Nägel.
Im Bau der Zähne zeigen Springtamarine einige ursprüngliche Merkmale, die zwar nicht bei den übrigen Krallenaffen, aber bei den übrigen Neuweltaffen vorkommen. So haben sie pro Kieferhälfte drei (und nicht zwei) Molaren und die oberen Molaren weisen einen vierten, zusätzlichen Höcker auf.

Springtamarine leben im westlichen Amazonasbecken. Ihr Verbreitungsgebiet umfasst den äußersten Westen Brasiliens, das südliche Kolumbien, das östliche Peru und das nördliche Bolivien. Ihr Lebensraum besteht aus Wäldern, wobei sie sich vorwiegend in Primärwäldern und Bambuswäldern aufhalten und von Menschen berührte Gebiete oft meiden.
Springtamarine sind tagaktive Baumbewohner. Ihr hauptsächlicher Aufenthaltsort besteht aus unteren Ästen; dabei suchen sie selten Baumhöhen von über fünf bis zehn Metern Höhe auf. Sie können gut klettern und auch Distanzen von vier Metern springend überwinden.

Springtamarin (Zoo Augsburg)

Springtamarin (Zoo Augsburg)

Sie leben in Gruppen von sechs bis acht Tieren zusammen. Die Gruppen bestehen aus einem Männchen, einem bis zwei Weibchen und dem gemeinsamen Nachwuchs. Die einzelnen Tiere der Gruppe bleiben sehr dicht zusammen und schlafen auch zusammengedrängt. Tagsüber legen sie des Öfteren Ruhepausen ein, in denen sonnenbaden angesagt ist oder sie sich der Fellpflege widmen. Das Territorium einer Gruppe umfasst rund 30 bis 60 Hektar; es wird mit Urin und Drüsensekreten markiert. Untereinander verständigen sich die Tiere vor allem durch Schreie. Neben einem Pfeifen zur Kontaktaufnahme über größere Distanzen verwenden sie auch einen schrillen Alarmton.

Die Nahrung der Springtamarine besteht vorwiegend aus Insekten und Früchten. Daneben verzehren sie auch Insekten und kleine Wirbeltiere.

Im Gegensatz zu den übrigen Krallenaffen pflanzen sich in einer Gruppe mehrere Weibchen und nicht nur das dominante Tier fort. Nach einer durchschnittlichen 155-tägigen Tragzeit bringt das Weibchen meist ein einzelnes Junges zur Welt und nicht Zwillinge wie bei den übrigen Krallenaffen. Eine weitere Besonderheit besteht darin, dass sich in den ersten Lebenswochen vorwiegend die Mutter um das Junge kümmert und es trägt. Der Vater und die anderen Gruppenmitglieder beteiligen sich erst später daran.

Das Junge wird drei Monate lang gesäugt, wobei es im dritten Monat schon mit der selbständigen Nahrungssuche anfängt. Im zweiten Lebensjahr werden die Jungtiere geschlechtsreif.

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