Portrait: Rotschnabel-Tropikvogel

Klasse: Vögel (Aves)
Ordnung: Tropikvögel (Phaethontiformes)
Familie: Tropikvögel (Phaethontidae)
Gattung: Tropikvögel (Phaethon)
Art: Rotschnabel-Tropikvogel (Phaethon aethereus)

Rotschnabel-Tropikvogel (Joseph Smit)

Der Rotschnabel-Tropikvogel erreicht eine Länge von 61 cm, die Schwanzwimpel eingerechnet 96 cm. Die Flügelspannweite beträgt bis zu 112 cm. Ein Sexualdimorphismus besteht nicht. Das Gefieder adulter Vögel ist überwiegend weiß. Über das Auge und, sich etwas verbreiternd, quer über den Nacken verläuft ein schwarzes Band. Der kräftige, leicht abwärts gebogene Schnabel ist korallenrot. Die Oberseite zeigt eine schwarze Streifung, die sich bis auf Bürzel und Schultergefieder ausdehnt. Äußere Handdecken und die inneren Armschwingen sind schwarz, die Unterseite der Flügel weiß. Wie bei allen Tropikvogelarten sind die mittleren Steuerfedern extrem verlängert. Beim Rotschnabel-Tropikvogel sind sie bis auf einen schwarzen Mittelstreifen weiß. Der Schwanz besteht aus 14 Steuerfedern.
Jungvögeln fehlen die verlängerten Schwanzfedern oder sind zumindest stark verkürzt. Die Oberseite ist kräftig schwarz gestreift und reicht bis auf den hinteren Kopf, der Augenstreifen ist verwaschener und geht in die Streifung über. Der Schnabel ist gelb.

Wie alle Tropikvogelarten zeichnet er sich durch extrem verlängerte mittlere Schwanzfedern aus. Seine Schwimmfähigkeit ist recht schlecht, die Flugfähigkeiten sind dagegen ausgezeichnet und die Vögel können häufig hunderte von Kilometern vom Land entfernt über offenem Meer angetroffen werden.

Der Rotschnabel-Tropikvogel ist in weiten Teilen der Ozeane der tropischen und subtropischen Regionen anzutreffen. Er kommt sowohl im Indischen Ozean, im Atlantik als auch im östlichen Pazifik vor. Er kommt nur während der Brutzeit an Land und brütet auf den Kapverdischen Inseln, Ascension, St. Helena, Fernando de Noronha, Galapagos, den Inseln vor dem westlichen Mexiko und Südamerika, im Golf von Aden und dem Persischen Golf.

Es werden drei Unterarten anerkannt:
P. a. aethereus (Linnaeus, 1758)
P. a. indicus (Hume, 1876)
P. a. mesonauta (J. L. Peters, 1930)

Rotschwanz-Tropikvögel werden im Alter von 3–4 Jahren geschlechtsreif. Die Tiere brüten in kleinen Kolonien mit wenig sozialer Interaktion. Die Brutstätten können sich auf unzugänglichen Klippen befinden, auf kleinen Inseln, auf denen keine Gefahr durch Bodenprädatoren droht, aber auch an sandigen Küstenabschnitten, unter der Vegetation versteckt. Regional ist die Brutzeit sehr verschieden; oft fällt sie in den Frühling und Sommer, auf manchen Inseln gibt es aber das ganze Jahr über brütende Individuen.
Der Brut geht ein spektakulärer Balzflug voraus. Hierzu sammeln sich zunächst mehrere Tropikvögel einer Kolonie und fliegen laut rufend in der Nähe der Brutplätze auf und ab. Wenn sich ein Paar gefunden hat, löst es sich von den anderen. Die Partner steigen gemeinsam in große Höhe auf, um synchron bis zu einige hundert Meter abwärts zu gleiten. Dabei fliegt typischerweise ein Partner direkt über dem anderen und senkt die Flügel, während der untere seine Flügel hebt. So berühren sich die Flügelspitzen nahezu. Außerdem werden oft die verlängerten Schwanzfedern abwärts gebogen, sodass sie den Partner berühren, oder sie werden hin und her geschwenkt. Die Partner tauschen bei den Sinkflügen oft die Rollen.
Letztlich landet das Paar an einer geeigneten Niststätte und kopuliert meist sofort nach der Landung. Wenn der Untergrund es erlaubt, wird eine kleine Mulde für das Ei gegraben; ein Nest wird nicht gebaut. Sind geeignete Niststätten rar, kann es zu Kämpfen um solche Plätze kommen. Dabei hacken die Kontrahenten mit den Schnäbeln auf den Kopf des jeweils anderen ein. Sind sie erfolgreich, muss das zuvor an der Stelle brütende Paar sein Ei oder sein Junges aufgeben. Die ständigen Kämpfe führen dazu, dass an manchen Orten nur 30 % der Bruten erfolgreich sind. Diese Aggressivität nutzen Tropikvögel auch gegen andere Arten: So vertreiben sie manchmal erfolgreich Sturmvögel und übernehmen deren Niststätten.
Ein einziges Ei wird gelegt. Die Eier der Tropikvögel sind extrem variabel; es gibt weiße, graue, braune oder rote Eier, manche einfarbig, andere gepunktet oder gefleckt. Das Ei wird 40 bis 46 Tage von beiden Partnern bebrütet. Das Junge wird anfangs mit vorverdauter Nahrung gefüttert, die der Elternvogel in den Schlund des Jungen würgt. Mit der Zeit wird es häufiger allein gelassen, die Abstände zwischen den Fütterungen werden größer, und im Alter von 70 bis 90 Tagen unternimmt es seinen ersten Flug und kehrt nicht mehr zur Niststätte zurück.

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